Yoga Helmuth Maldoner Karlsruhe - Hatha-Yoga
Yoga-Institut Helmuth Maldoner Karlsruhe

Hatha-Yoga

 

Der Hatha-Yoga ist der gesundheitliche Teil des umfassenden Yogasystems: Körperübungen, Heilatmen, Reinigungen, Ernährung, Psychohygiene. In Indien gilt er seit jeher als Quelle der Gesundheit. Im Westen erkennen immer mehr Menschen seinen wohltätigen Einfluß auf alle Systeme des Körpers. Korrekt praktiziert ist er die beste Methode gegen Rückenschmerzen und gibt den Muskeln die optimale Elastizität und Kraft. Auch greift er sanft auf die Psyche über und verhilft zu innerer Ruhe und Konzentration. Sein Ziel ist das harmonische Fließen des Prâna, der Energieströme im Organismus. Zur Bedeutung von hatha siehe hier; zur unmißverständlich betonten Trennung des therapeutischen Hatha-Yoga von seinem problematischen tantrischen Teil (Stichwort Kundalinî) siehe mehrere Abschnitte dieser Webseite.

1. Körperübungen. Dieser im Westen bekannteste Aspekt des Hatha-Yoga besteht aus Dehn-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen und der Entspannung (das Atmen und die Reinigungen zählt man ebenfalls zum körperlichen Yoga; hier werden sie getrennt erwähnt). Die Hingabe in eine der tief auf den Prâna wirkenden Dehnungen; die konzentrierte Spannung in einer Kraftstellung; die Willenskraft in einer Stellung des Gleichgewichts; die Gelöstheit in der Entspannung; die machtvolle Wirkung der großen Darmreinigung; die Leichtigkeit beim Atmen: wovon soll man mehr schwärmen? Am Hatha-Yoga ist alles außergewöhnlich. Beabsichtigtes Ergebnis ist der harmonische Fluß des Prâna. Daher fühlt man sich auch nach einer langen und anstrengenden Yogasitzung nicht erschöpft. Der Körper ist aufgeladen, der Geist ruhig. Nach einer Stunde intensiver Übung sieht man die Welt mit anderen Augen.

2. Heilatmen. Die fließenden Atemübungen ohne Anhalten der Luft sind therapeutisch wertvoll. Der Prânâyâma dagegen hat primär das Erwecken der Kundalinî zum Ziel und darf deshalb nicht öffentlich gelehrt werden.

3. Reinigungen. Entsprechend der Anschauung über Agni, dem zentralen Feuer der Verdauung und damit des Lebens, ragt unter ihnen die Feuerreinigung des Darmes hervor. Bereits die Wirkung auf den Darm rechtfertigt ihren hohen Wert. Zudem erweist sie sich durch den dabei entstehenden Unterdruck (Sog) im Rumpf als höchst effektiv für Herz, Kreislauf, Beinvenen, Lymphsystem, Leber, Lungen, Zwerchfell, Beckenboden. Auch die große Darmreinigung mit Wasser zeichnet sich durch eine weitreichende Wirkung auf den Organismus aus. Daneben gibt es kleinere Techniken. Die Reinigung der Zunge, sie gehört in Indien zur Volkshygiene, sollte auch für uns selbstverständlich sein; ebenso wie die tägliche Spülung der Nase mit Salzwasser. Die Spülung des Mastdarms (der kleine Einlauf) wirkt in einer Kettenreaktion positiv auf den ganzen Dickdarm. Die Reinigung des Magens mit Salzwasser, das therapeutische Erbrechen, wurde auch von unseren großen Ärzten des Altertums über alles gelobt. Schließlich Trâtaka, die Reinigung der Augen durch das willentliche Herbeiführen des Tränenflusses.

4. Ernährung. Die Âsanas, das Atmen und die Reinigungen bringen enorm viel, aber erst eine  gleichzeitige rechte Ernährung führt zum wahren Erfolg. »So wie die Speise eines Menschen beschaffen ist, so ist sein Blut ...« Die richtige Ernährung spielt für die Gesundheit die größte Rolle. Zwei von mehreren Begründungen für diese Behauptung sind der eben erwähnte Leitsatz der hippokratischen Säftelehre und das Yogaprinzip: Kein anderer Faktor stört den Fluß des Prâna im gesamten Organismus mehr als die Überfüllung des Magens. Sie erstickt Agni, verschlackt das Kraftwerk in der Mitte des Körpers und bringt den naturgemäßen Fluß aller Energien durcheinander. Was man essen soll, dieser im Westen betonte Aspekt darf nicht geringgeschätzt werden. Für den Yogin jedoch ist die Frage vordringlich: Wie sollte man essen? Und zuerst heißt es: Iß maßvoll und langsam, kaue die Speisen gut. Der hohe Stellenwert einer rechten Ernährung kann an dieser Stelle unmöglich gewürdigt werden; es sei auf »Ernährung und Gesundheit« verwiesen.

5. Psychohygiene. Die »Klarheit, Ruhe des Geistes« (prasâda) fällt nicht unter diesen Bereich. Prasâda ist ein extrem hohes Ziel, die psychische Gesundheit dagegen einfacher Art: die innere Hygiene des Alltags. Dazu zählt, daß man sich um einen gesunden Schlaf bemüht; daß man darauf achtet, was durch Augen und Ohren in den Geist gelangt; daß man nicht klagt; nicht kritisiert; das positive Denken pflegt … Dies alles stellt eine  Schule der Selbstbeherrschung dar, und erst dadurch öffnet sich das Tor zu Prasâda.

Der Hatha-Yoga ist das beste von allen Gesundheitssystemen. Zahllose Menschern unterschreiben aus eigener Erfahrung jedes Wort des berühmten Satzes aus einer klassischen Schrift: »Der Hatha-Yoga ist das zufluchtbietende Kloster für die von Schmerzen Geplagten!«

 

 

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Yoga Cobra Pose: ©David Crowther/istockphoto.com

Diese Seite wurde am 05.12.2018 zuletzt geändert.

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