Yoga Helmuth Maldoner Karlsruhe - Sattvische Musik
Yoga-Institut Helmuth Maldoner Karlsruhe

Sattvische Musik


Einleitung

Die Fischerfrauen und der Blumenduft

Sattvische Bücher

Sattvische Filme

Sattvische Musik

 

 

Einleitung

guna bedeutet »Eigenschaft, Qualität, Zustandsform, Schwingung«. Ich bevorzuge den letzten Begriff, weil er am meisten aussagt und für den Alltag praktisch ist. Die Gunas sind Zustandsformen der Natur, Schwingungsformen der Urkraft. Es gibt drei Gunas: Sattva, die Schwingung des Lichtes, des Guten, der Wahrheit, Reinheit, Harmonie; Rajas, die Schwingung des Feuers, der Aktivität, der Leidenschaft; Tamas, die Schwingung der Finsternis, Verblendung, Unwissenheit, Trägheit. Natürlich gibt es nicht nur drei Schwingungen; die möglichen Mischformen entsprechend dem prozentualen Anteil der Gunas ergeben zahllose Schwingungen (z.B.: 10 % Sattva, 40 % Rajas, 50 % Tamas).

Das Wissen von den Gunas ist für jeden Menschen, der sich auf dem spirituellen Weg befindet, wichtig. Im Alltag kommt es bei den Gunas nicht darauf an den eigenen inneren Zustand festzustellen; ob man beispielsweise friedvoll und klar ist (Sattva), irgendwelchen Begierden unterworfen (Rajas), depressiv oder ängstlich (Tamas) usw., denn dies sind schnell wechselnde Schwingungen. Die Frage ist nicht, in welchem Zustand bin ich, vielmehr: Wie kann ich den grundsätzlich schlechten Tamas-Zustand verändern?

Auf die Klage eines Besuchers, für den es unerklärlich war, warum der Geist derart schnell von Zustand zu Zustand wechselt, antwortete Shrî Ramana Maharshi, das sei eben das Spiel der Gunas, dem alle Wesen ohne Unterlass ausgesetzt sind. Man dürfe sich durch ein momentanes Tamas nicht entmutigen lassen; wenn aber gerade das Sattva vorherrschend sei, »halte man sich daran und mache das beste daraus«. Dieser tröstende Satz enthält den Kern der Sache: Durch welche äußeren Dinge vermag man etwas zu ändern? Die Natur – also alles – besteht aus den drei Gunas; und je nachdem welcher Schwingung ein Mensch sich aussetzt, verändert dies den Geist. Zu den inneren Dingen welche den Geist zum Sattva bringen gehören Selbstberrschung, Askese, Verzicht, selbstloses Handeln, Liebe zur Wahrheit … Äußere Dinge: eine reine (sattvische) Ernährung; erhebende (sattvische) Bücher und Filme; reine (sattvische) Musik …

Das letzte, die Wissenschaft der Klänge, besitzt das größte Potential einer heilenden Wirkung auf den Geist.

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Der Wahrheitssucher strebt zum Licht, zum Sattva-Guna. Rajas, die Aktivität, gilt als positiv wenn sie erhebt, zum Sattva führt; dasselbe Rajas ist negativ wenn die Dynamik den Handelnden zum Schlechten, zum Tamas hinunterzieht. Am Ende des geistigen Weges aber müssen alle Gunas überwunden werden; der Befreite ist der Gunâtîta, »der über die Gunas Hinausgegangene«. Um gut zu werden, muss man gute Wünsche hegen und die schlechten aufgeben. Das Erreichen der Erleuchtung setzt voraus, dass man restlos alle Wünsche hinter sich lässt.

Wir lesen in der Bhagavad-Gîtâ: »Sattva ist wegen seiner Makellosigkeit strahlend und leidlos, aber es bindet durch Hängen am Glück und durch Hängen am Wissen. Rajas ist das Wesen der Leidenschaft; es erzeugt den Durst und das Anhaften. Es bindet den Menschen durch das Hängen am Werk. Tamas ist aus dem Nichtwissen entstanden und verblendet alle Wesen. Es bindet durch Sinnenrausch, Faulheit, Schlaf. Sattva bindet ans Glück, Rajas ans Handeln; Tamas verhüllt das Wissen und bindet an den Rausch der Sinne und der Sorglosigkeit.«

Zweieinhalb der 18 Kapitel in der Bhagavad-Gîtâ handeln von den Gunas. Wenige Verse genügen, um den Geist des Gesagten zu erfassen. Shrî Krishna spricht zu Arjuna:

»Wenn in allen (Sinnes)toren in diesem Körper das Licht des Wissens aufleuchtet, dann hat Sattva zugenommen. Begierde, Tatendrang, Unternehmen von Taten, Unruhe, Verlangen: diese entstehen, wenn Rajas zunimmt. Finsternis des Geistes, Untätigkeit, Berauschtheit und Verblendung: diese entstehen, wenn Tamas zunimmt.«

»Eine Handlung, die ohne Anhaften und ohne Zuneigung und Abneigung von einem nicht nach ihrer Frucht Verlangenden getan wird, sie wird sattvisch genannt. Eine Handlung, die von einem nach Sinnenfreuden Begehrenden oder von Ich-Sucht Erfüllten in großer Anstrengung getan wird, sie wird rajasisch genannt. Eine Handlung, die aus Verblendung getan wird, ohne Rücksicht auf die Folgen, auf Verlust, auf Schädigung anderer, auf die eigenen Fähigkeiten – sie wird tamasisch genannt.«

»Frei vom Anhaften, kein ›Ich‹-Sager, voller Festigkeit und Tatkraft, in Erfolg und Misserfolg unverändert bleibend – dieser Handelnde wird sattvisch genannt. Leidenschaftlich, begierig nach den Früchten der Werke, habsüchtig, von verletzendem Wesen, unrein, von Freude und Kummer erfüllt – dieser Handelnde wird rajasisch genannt. Ohne Selbstbeherrschung, von niedriger Gesinnung, starrköpfig, falsch, böswillig, faul, kleinmütig, zaudernd – dieser Handelnde wird tamasisch genannt.«

»Der Verstand, der rechtes Handeln und rechtes Sich-Enthalten, zu Tuendes und zu Unterlassendes, zu Fürchtendes und nicht zu Fürchtendes, Bindung und Befreiung erkennt – dieser ist sattvisch, o Arjuna. Der Verstand, der den Dharma (einfach ausgedrückt: das Gute) und den Adharma (das Nicht-Gute), das zu Tuende und zu Unterlassende nicht in der rechten Weise erkennt, dieser ist rajasisch. Der von Finsternis umhüllte Verstand, der den Adharma für den Dharma hält und alle Dinge verkehrt sieht, er ist tamasisch.«

»Die Festigkeit, mit der man die Tätigkeiten des Geistes, des Prâna und der Sinne beherrscht, diese durch Yogaübung unerschütterliche Festigkeit ist sattvisch, o Arjuna. Die Festigkeit, mit der man an den Wünschen und am Besitz festhält, an ihnen haftend nach den daraus erwachsenden Früchten begehrend, diese Festigkeit ist rajasisch. Die Festigkeit, mit der ein Ignorant nicht von Schlaf, Furcht, Kummer, Niedergeschlagenheit und dem Rausch der Sinne abläßt, diese ist tamasisch.«

Über sattvische, rajasische und tamasische Nahrung siehe in »Ernährung und Gesundheit«.

Das Lesen religiöser Schriften, der Biographien von Heiligen usw. erhebt und reinigt den Geist, es ist sattvisch; so kann man sich leicht vorstellen, was unter herabziehender, dem Geist schadender tamasischer Lektüre, Malerei usw. zu verstehen ist.

Dem Thema Musik und Geist wird im zweiten Band von »Heilwirkungen des Yoga« ein eigenes Kapitel gewidmet; hier genügen drei Beispiele für einen Überblick (sie mögen vielleicht als zu extreme Gegensätze erscheinen; umso schneller begreift man, worum es geht): Die »Historia der Geburt Jesu Christi« von Heinrich Schütz ist musikalisch reinstes Sattva; ein feuriger Flamenco oder die kraftvollen russischen Kosakentänze sind typische Vertreter von Rajas-Musik; die zur Zeit modische Rap-Musik ist in Geräusche umgesetzte Ignoranz, finsterstes Tamas, eine Bankrotterklärung in jeder Hinsicht.

Es ist nicht nötig, weitere Beispiele anzuführen zur Klärung der Frage, was ist Sattva, was ist Rajas und Tamas. Vor allem die Aussagen der Bhagavad-Gîtâ vermitteln ein klares Bild; der Rest ist durch Betrachtung leicht herauszufinden. Am Anfang jeder Handlung steht ein Wunsch bzw. Gedanke. Alles beginnt mit dem Geist, und er beeinflusst die Materie. Es gilt aber auch umgekehrt: Der Geist (er gehört im Verständnis des Yoga zur Materie) ist durch materielle Schwingungen zu beeinflussen. Die Gunas wirken damit über den Geist auf das gesamte psychophysische System.

Zusammenfassend:

Alles Positive, Harmonische, Friedvolle, Reine, Erhebende, moralisch Starke und Gute, das wir, bewusst oder unbewusst, sehen, hat eine positive, harmonisierende, befriedende, reinigende, erhebende, stärkende Wirkung auf den Geist. Der Anblick negativer, disharmonischer, unreiner, moralisch schlechter und herabziehender Dinge, Bilder von Schwäche jeder Art senken das Energieniveau und verdunkeln den Geist. Das Hören von Musik, welche den ewigen Gesetzen der Harmonie entspricht, zur Ruhe bringend und kraftvoll erhebend; von reiner Musik, in der nicht das Ego des Komponisten durchklingt; das Vernehmen der Stimme eines energiegeladenen, in sich ruhenden Menschen; von positiven, sinnvollen, heilsamen Gesprächen, bei denen es nicht um persönliche Dinge geht – dies reinigt den Geist und erhebt ihn auf die Schwingung des Sattva. Das Hören von disharmonischer Musik; von Musik leidender und orientierungsloser Menschen; Gespräche mit Personen, die nur ein Thema kennen, nämlich sich selbst; die ständig unsachlich urteilen, kritisieren, sich beklagen – dies hat die sofortige Senkung des Energieniveaus zur Folge und zieht den Geist in das verderbliche Tamas.

Vieles sieht oder hört man bewusst, weit mehr jedoch unbewusst (wir sind Tag und Nacht, das heißt zwangsläufig: meist unbewusst unter dem Einfluß zahlloser Schwingungen). Ein Wahrheitssucher strebt nach Bewusstheit; er will die sattvischen Schwingungen, er sucht sie. Und wenn er sich, was naturgemäß und unvermeidbar ist, einer Tamas-Welle ausgesetzt sieht (Zweifel, Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit, Depression, Erschöpfung und dergleichen), dann weiß er, wie dieser Zustand zu ändern ist.

Im Folgenden wird man einige Anregungen zu Dingen finden, die den aufgewühlten, verwirrten, geplagten, bedrängten Geist beruhigen, reinigen, heilen, in höhere Schwingungen erheben.

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Die Fischerfrauen und der Blumenduft

Dieses herrliche Gleichnis von Shrî Râmakrishna Paramahamsa findet man im 1898 erschienenen Buch von Prof. Max Müller: Ramakrishna. His Life and Sayings und ist dort unter Spruch 174 verzeichnet.

»Eine Gruppe von Fischerfrauen, die sich an einem Nachmittag auf dem Heimweg von einem weit entfernten Markt befanden, wurden bei Einbruch der Dunkelheit mitten auf ihrem Weg von einem heftigen Hagelschauer überrollt, und sie waren gezwungen, in einem nahe gelegenen Blumenladen Schutz zu suchen. Dank der Freundlichkeit des Blumenhändlers durften sie in dieser Nacht in einem seiner Zimmer schlafen, in dem einige Körbe mit duftenden Blumen zur Versorgung seiner Kunden aufbewahrt wurden. Die Atmosphäre des Zimmers war zu gut für die Fischerfrauen, und sie konnten deshalb kein Auge zutun, bis eine von ihnen einen Vorschlag zur Abhilfe machte, indem sie sagte: ›Jede von uns sollte ihren leeren Fischkorb dicht vor die Nase halten und so verhindern, dass dieser lästige Blumenduft in unsere Nasenlöcher dringt und uns den Schlaf raubt.‹ Alle stimmten dem Vorschlag freudig zu und handelten entsprechend, und bald begannen alle zu schnarchen. Dies ist wahrlich die Macht und der Einfluss schlechter Gewohnheiten auf all jene, die ihnen verfallen sind.«

Der weltliche Mensch, »verrückt nach Sinnenfreuden und von Lust versklavt« (Shrî Swâmî Nârâyanânanda), kann nicht lange in einer Atmosphäre des Sattva-Guna sein, ohne Unruhe und Unwohlsein zu empfinden.

Auffällig ist dies beim Thema »was durch Augen und Ohren in den Geist gelangt«. Überwältigt von einer Flut an schlechter Musik und dämonischen Bildern, findet der Mensch der modernen Gesellschaft sattvische Bücher, Filme und Musik langweilig, altmodisch, reizlos. Aber das Lesen guter Schriften, das Betrachten guter Filme, das Hören sattvischer Musik wird den Geist wieder umpolen.

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Sattvische Bücher


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An erster Stelle steht natürlich das Buch der Bücher, die wichtigste Schrift der Menschheit – Bhagavad-Gîtâ, mit den Worten Wilhelm von Humboldts »das Tiefste und Erhabenste, was die Welt aufzuweisen hat.« Obwohl es darin um einen Kampf (Rajas) geht, führt das Zwiegespräch von Shrî Krishna und Arjuna ins reinste Sattva – und darüber hinaus, denn am Ende müssen alle Gunas überwunden werden, um das höchste Ziel zu erreichen. Der Befreite ist der Gunâtîta, »der über die Gunas Hinausgegangene«.

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[wird fortgesetzt]

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Sattvische Filme

Die wundervoll ruhig und andächtig erzählte Geschichte von Shrî Ramana Maharshi, den meisten anderen verfügbaren ähnlichen Videos vorzuziehen. Mit fantastischen Bildern des Meisters. Reinstes Sattva-Guna. Sprache: Englisch. Hinweis: Die angebotenen Untertitel enthalten viele Fehler und sind daher nur bedingt zu empfehlen. [Dauer: 1.12.45]

screenshot youtube.com

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Ein alter bengalischer Film über Shrî Râmakrishna Paramahamsa (Jahr 1955) mit leider schlechter Bild- und Tonqualität. Einen Wahrheitssucher stört das aber nicht, der Film ist ein Juwel. Hauptdarsteller Kanu Banerjee hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Meister. Sprache: Bengalisch, mit englischen Untertiteln. Der Film ist reinstes Sattva-Guna. Falls dieser Link bei YouTube verschwinden sollte, hier eine zweite Möglichkeit, eventuell mit etwas besserer Qualität. [Dauer: 2.20.27]

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»Dieser Film ist eine bescheidene Hommage an den großen Baba Neeb Karori Maharaj, der eine wundervolle Metapher für die erhabenen Wesen ist, die das Land Indien seit Jahrtausenden durchstreifen.« So heißt es in der Einleitung zu dieser bewegenden Dokumentation (Jahr 2020, Sprache indisch/englisch, Untertitel englisch) über den Heiligen Shrî Nîb Karorî Bâbâ (im Westen mehr bekannt als Neem Karoli Baba, siehe dazu meine kritische Anmerkung hier, zweiter Absatz) mit ergreifenden Schilderungen persönlicher Erlebnisse und Anekdoten, und mit schönen Bildern des Bâbâ. Es gibt eine Fassung von 129 Minuten und eine längere, noch bessere Version (166 Minuten) mit zusätzlichen Berichten. Das inspirierende, an vielen Stellen tränentreibende Werk schwingt in reinem Sattva-Guna. Da jemand den Film illegal auf YouTube hochgeladen hat entschloss sich Windfall of Love (Herausgeber) ebenfalls für einen Upload der kürzeren Version [→ Link] und auch der längeren [→ Link] auf YouTube, in diesem Fall sogar ohne Werbeunterbrechungen.

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[wird fortgesetzt]

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Sattvische Musik


 

Zwei Vorbemerkungen

1) Google (= YouTube) hat sich in den letzten Jahren durch schlimme Manipulationen bezüglich »Klimawandel« und »Coronavirus« von dem vielzitierten Don't be evil-Image ins Gegenteil verkehrt; Google ist böse und sollte nach Möglichkeit gemieden werden. Andererseits sind 95 Prozent der Musikvideos vom Genre Bhajan nur auf YouTube zu finden …

2) Um die bei spirituellen Videos besonders deplatzierten kommerziellen Einblendungen zu umgehen ist die Nutzung eines Werbeblockers geboten.

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Künstliche Intelligenz

Zum Thema »namenlose Sänger/Sängerinnen«: Die Anzahl der KI-Bhajans nimmt in rasantem Maße zu. In letzter Zeit machen die entsprechenden Vorschläge von YouTube 90 Prozent aus; das ist nicht in Ordnung, es stellt eine ungesunde Entwicklung dar. Allerdings ist das nicht nur beim Thema Bhajan so. Bedauerlich. 

Die meisten Kanal-Betreiber geben sich nicht einmal die Mühe, »ihre« – minutenschnell von einer Software erstellten! – Werke dem Hörer zu erklären. Einzig im Kanal »Krishna Samvad« (siehe ganz unten) finde ich die tröstliche Anmerkung: »Disclaimer: Die von Krishna Samvad präsentierten Inhalte werden mithilfe von KI erstellt, um die zeitlose Weisheit von Shri Krishna zu vermitteln. Unser einziges Ziel ist es, Hingabe, Frieden und Selbsterkenntnis zu fördern. KI wurde nicht verwendet, um falsche Ereignisse darzustellen, Fakten zu verfälschen oder zu manipulieren oder gegen die Community-Richtlinien von YouTube zu verstoßen.«

»Künstliche Intelligenz« oder »authentisch, traditionell«? Bei den spirituellen KI-Videos unterscheide ich:

»Authentisch, traditionell« ist jedoch generell besser. Beispiel 1, Beispiel 2Beispiel 3. Edelsteine von »Bhakti-Marga«.

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Genereller Hinweis

Die Tonqualität und andere technische Dinge sind unwichtig. Sogar die Texte muss man nicht unbedingt verstehen. Man sieht und hört Menschen, die dem Höheren hingegeben sind; das Verständnis kommt dann von selbst. Es zählt allein der Klang – die göttliche Schwingung, auf der man sich tragen lassen soll.

In diesem Video [Dauer: 22.11] singt Sooryagayathri ein in Südindien berühmtes Lied in tamilischer Sprache, in dem Gott um Segen und Schutz gebeten wird. Eine Inderin, die kein Tamil spricht, kommentiert: »Ich verstehe die Sprache nicht, aber das Herz singt mit. Tränen fließen. Der Geist beruhigt sich.«

In diesem Video [Dauer: 11 Minuten] mit Rezitation (ab Minute 04.25) des Purusha-Sûktam schreibt jemand im Kommentar: »Auch wenn ich kein einziges Wort verstehe, bringen mir diese Gesänge großen Frieden.« • Ihm antwortet ein weiterer Kommentator: »Das Verstehen der Bedeutung ist dem Hören der Klänge untergeordnet – die Kraft des Veda ist KLANG. Deshalb lernen die Kinder das Singen VOR dem Studium der Bedeutungen.«

In diesem Video [Dauer: 05.37], ein wunderbarer Bhajan von Maithili Thakur, kommentiert ein Inder: »Ich kann kein einziges Wort verstehen, aber ich habe das Lied jetzt mindestens hundertmal angehört.«

Ein westliches Beispiel als Anschauung zum Thema: Das berühmteste und beliebteste Musikstück der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach ist der Choral »O Haupt voll Blut und Wunden« – von Bach übernommen/bearbeitet, der Originaltext ist das Kirchenlied gleichen Namens von Paul Gerhardt (1607–1676). Es gibt jedoch »das Original des Originals« [→ Link], Paul Gerhardt nutzte nämlich für sein Lied eine Komposition des wundervollen Musikers Hans Leo Haßler (1564–1612). Bei Haßler handelte es sich allerdings um ein weltliches Liebeslied, Anfang des Textes: »Mein G'müt ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart …« Version 1 • Version 2 • In der klassischen Musik gibt es nicht wenige Bearbeitungen von »O Haupt voll Blut und Wunden« (also eigentlich von Haßlers Musik), und selbst in der modernen Zeit trifft man auf das geniale Lied von Haßler, so etwa in »American Tune« von Paul Simon, in »Tagträume« von Hannes Wader, in »Because all men are brothers« von Peter, Paul & Mary (»Because all men are brothers« vom NCMasterChorale ist sogar Haßler in reinster Form) … Wer denkt bei solchen Adaptionen vorrangig an den Text? Es ist die Musik welche sich im Bewusstsein festsetzt. Texte aller Art sind stets zweitrangig, beliebig austauschbar, immer geht um das Phänomen KLANG.

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Bhajan/Kirtan in einfacher Erklärung

Ein Bhajan ist ein »religiöses Lied« als Ausdruck der Liebe und Verehrung; jemand singt und die anderen hören zu und lassen sich in die entsprechende Schwingung versetzen. Kirtan ist ein Bhajan als Wechselgesang; jemand singt und die Zuhörer (der Chorus) singen nach, wiederholen. Ein typisches Beispiel für einen Kirtan ist der Mahâmantra Hare Rama Hare Krishna. Viele Inder legen aber auf eine solche Unterscheidung keinen Wert; für sie sind Bhajans und Kirtans das Gleiche.

 

 

»Mâdhurya« (madhu, Honig) = Süße, Lieblichkeit, Zärtlichkeit, Zuneigung – kein anderer Bhajan drückt diese Haltung besser aus als diese leider viel zu kurze, aber höchst wundervolle Version von Sachin Ghumakkad: Phoolon Ki Holi Khele Radha Krishna – »Radha und Krishna spielten Holi mit Blumen« [Dauer: 03.45].

»Phoolon Ki Holi« ist das »Holi-Fest mit Blumen (phoolon)« – anstatt mit Farben bewirft man sich mit Blütenblätter, wie es einst Krishna und Radha in Vrindavan als Ausdruck der Reinheit, Liebe und Freude taten.

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Wobei bereits hier, beim ersten der vielen vorgestellten Bhajans betont wird: Musik ist eine universale Sprache, sie wird von allen Menschen dieser Erde verstanden und gefühlt. Der indische Text ist daher weniger wichtig (siehe oben); es geht hauptsächlich darum, in welche Stimmung man durch die Kombination aller Elemente gerät – hier die Perfektion der süßen Melodie, die perfekt passende dezente Rhythmik, die wundervoll ätherische musikalische Untermalung im Hintergrund. Eine himmlische Schwingung, in die man sich versenken kann. Einer der harmonischsten Bhajans die ich kenne; ein Gesamtkunstwerk und eines der besten Beispiele für ein hervorragendes KI-Video.     

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Das Gleiche – eines der besten Beispiele für ein exzellentes KI-Video – gilt für diesen himmlischen Bhajan: Bhaja Gauranga vom Kanal »Hare Krishna Divine Music«. Die höchst reine, erhebende, exstatische Schwingung, der begeisternde Gesang, der mitreißende Rhythmus – ein seltener Glücksfall. Ich verneige mich vor den Schöpfern dieses Werkes. Das Video selbst enthält wundervolle Bilder des Heiligen Gauranga (= Shri Krishna-Chaitanya Mahaprabhu, 15. Jhdt.).

Anmerkung: Im Nordosten Indiens spricht man oft das »a« als »o«; so hört man hier statt des gewohnten »Hare Krishna« das bengalische »Hore Krishno …« und statt »Bhaja Gauranga« singen viele »Bhojo Gaurango …«  [Dauer: 05.35].

Krishna-Chaitanya Mahaprabhu, auch genannt Gauranga, »der Goldstrahlende«. Sein ihn ständig begleitender spiritueller Bruder, der Heilige Nityananda Prabhu, sprach diese Worte (= Text des Liedes):

bhaja gauranga kaha gauranga laha gaurangera nama re
je jana gauranga bhaje sei hoy amara prana re

Verehrt Gauranga, sprecht von Gauranga, singt Gaurangas Namen.
Wer Sri Gauranga verehrt, ist mein Leben und meine Seele.

gauranga bhajile gauranga japile hoy dukhyera abasana re

Durch die Verehrung Gaurangas und das Singen Seines Namens werden alle Leiden ein Ende finden.

gauranga buliya du bahu tuliya nachiya nachiya bedao re

Singt Gaurangas Namen, geht hinaus mit erhobenen Armen und tanzt und tanzt.

Wobei der letzte Satz (»gauranga buliya du bahu tuliya …«) in dieser Aufnahme nicht gesungen wird, wohl aber in der nächsten der Sängerin Priyanka, wie es in der Regel in fast allen Versionen der Fall ist.

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Der Vaishnava-Bhajan »Bhaja Gauranga« geht auf Krishnadasa Kaviraja Goswami (15. Jdht.) zurück, dem Autor der Biographie von Shri Gauranga (»Chaitanya Charitamrita«). Der Beliebtheit des Bhajans entsprechend ist die Anzahl der Versionen groß. Für mich ragen weiter hervor:

Die Version der Sängerin Priyanka ist herzergreifend schön. Im oben vorgestellten Meisterwerk dominiert ein strahlendes, energetisches Sattva; in Priyankas Gesang sticht die Süße der demütigen Hingabe hervor. Höchste Schwingung [Dauer: 04.50]. Beide Versionen stehen auf einer Stufe.

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Einige indische Kommentare zum Video:

»Ich habe es zehnmal hintereinander gehört. Es ist wirklich wunderschön.«

»Das ist ein göttlicher Bhajan. Ich höre ihn jeden Tag.«

»Gute Stimme, die Musik ist makellos. Jay Shri Krishna!«

»Perfekt.«

Was mich angeht, höre ich diese Version jeden Tag mindestens zehnmal. Denkt man bei Priyankas bewegendem Gesang an Shri Gauranga, dann ist die spirituelle Freude nahezu vollkommen. »Nahezu« – denn die Bilder des göttlichen Krishna-Chaitanya Mahaprabhu rufen jedesmal Tränen hervor …

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Eine sehr schöne, klassische Version, Sänger Dipan Mitra [Dauer: 06.55]

Eine kurze, andächtige Version von Devi Chitralekhaji [Dauer: 2 Minuten]

Schließlich ein außergewöhnliches, leider viel zu kurzes Video [Dauer: 6 Minuten]. Schöne Musik, aber das beste ist hier das Visuelle – einige Szenen aus dem Leben des göttlichen Gauranga. Wundervolle, inspirierende Bilder. 

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1) Perfektion aus der Werkstatt von Kuldeep Muralidhar Pai, einem südindischen Musiker, Musik-Guru und Produzenten echter Juwelen spiritueller Musik. Die Schwestern Purva und Paavani Cotah demonstrieren Gesangskunst in Vollendung. Reines Sattva-Guna [Dauer: 08.20]. Soviele andere Versionen ich von diesem Bhajan auch höre, keine ist besser als diese. Kuldeep M. Pai garantiert in all seinen Werken stets das höchste Niveau.

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2) Eine Anbetung von Vishnu/Narayana – »Narayana Narayana Jai Jai Govinda Hare«. Der Bhajan ist in Südindien sehr berühmt, so gibt es zahlreiche Versionen davon. Die reinste ist in meinen Ohren diese von Kuldeep M. Pai [Dauer: 09.27].

Zum Vergleich: Version 2 aus dem Ashram von Sathya Sai Baba [Dauer: 02.31] • Version 3, auffallend langsam gesungen, auch sehr schön [Dauer: 04.20] • Version 4, klassisch und schön, x-mal wiederholt und damit als Meditation gedacht (Dauer: über eine Stunde).

3) Acht junge Menschen singen eine der großen Hymnen an Gott Rama, Sri Rama Raksha Stotram [Dauer: 12.04]. Der Text – von den Teenagern in bestem Sanskrit rezitiert – ist wunderschön, allerdings sehr lang. Daher erneut: Was zählt ist die Schwingung.

In der Regel empfiehlt sich das ausschließliche Hören der Musik (über Kopfhörer). Hier jedoch betrachte man unbedingt auch das Video – die strahlenden, sattvischen Gesichter junger Menschen. Solange man derartiges sehen kann ist die Welt noch nicht verloren.

screenshot youtube.com

Von »Sri Rama Raksha Stotram« gibt es viele Versionen; diese ist für mich die beste. Ich bewundere auch sprachlos, wie absolut synchron – bis auf die letzte einzelne Silbe – acht so junge Sängerinnen und Sänger zu singen vermögen. Sicherlich ist das die Frucht der Arbeit des wunderbaren Kuldeep Muralidhar Pai. Ein außergewöhnlicher Lehrer.

screenshot kuldeepmpai.com

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»Toredu jeevisabahude hari ninna charanagala … Kann jemand leben, wenn er Deine Füße vergisst, o Hari?« – der folgende Bhajan gehört an sich in die »Abteilung Kuldeep M. Pai«, er sei aber eigens erwähnt, um die blutjunge, fantastische Sängerin Rakshita Ramji zu ehren [Dauer: 07.27]. Ihr Lied des Dichter-Heiligen Shrî Kanakadâsa (16. Jahrhundert, Sprache: Kannada) ist absolut hingegeben und meisterhaft gesungen. Der Text ist himmlisch (siehe die Untertitel), das Arrangement von Kuldeep M. Pai (der hier das Harmonium spielt) wundervoll zurückhaltend. Höchstes Sattva-Guna. Ich habe mehrere Versionen von »Toredu jeevisabahude …« gehört; diese ist die beste. Eine Glanzleistung in jeder Hinsicht.

screenshot youtube.com

Einige indische Kommentare unter dem Video:

»Was für eine himmlische Stimme! Ich verstehe zwar kein Kannada, aber diese Stimme hat mich tief berührt. Es heißt ja so treffend, Musik sei jenseits der Sprache.«

»Ich habe seit dem Trailer auf die Vollversion gewartet. Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Rakshitas Stimme ist pure Magie, erfüllt von tiefer Hingabe. Mir fehlen die Worte. Es ist einfach himmlisch.»

»Was für eine fantastische Stimme! Mir sind die Tränen gekommen. Gott segne dich, Rakshitha! Herzlichen Glückwunsch zu deinem gefühlvollen Gesang. Pranam an Kuldeep M. Pai!»

»Fantastischer Gesang! Was für ein gesegnetes Kind! Kuldeep, Ihre Mühe hat sich wirklich gelohnt!»

»Mein herzlicher Dank gilt Sri Kuldeep M. Pai für seine bemerkenswerte Anleitung und dafür, dass er die Hingabe in den Herzen dieser Kinder fördert. Seine Fähigkeit, nicht nur ihre Stimmen, sondern auch ihre Gefühle zu verfeinern, ist ein göttlicher Dienst an sich.»

»Eines meiner absoluten Lieblingslieder … Die liebe Rakshitha hat sich mit ganzem Herzen in dieses Lied vertieft … Natürlich gebührt auch Ihnen, Kuldeep Pai, Dank für Ihre Komposition und Ihr Training.»

»Namaste … Welch ein göttliches Erlebnis … Die Art und Weise, wie Rakshitha dieses Lied vorgetragen hat, ist ehrfurchtgebietend … Das Harmonium im Hintergrund ist so erhaben … Pranams.»

»… So viel Hingabe … Sprachlos.»

»Eine exzellente Darbietung! Ihre Stimme ist so unglaublich göttlich und genauso fähig wie die jeder anderen ausgebildeten Sängerin. Ich bin sicher, sie wird es weit bringen. Ich zolle Ihrem Beitrag als Guru für diese jungen Seelen meinen Respekt.»

»Vielen Dank, Kuldeep Ji, für diesen wundervollen Kirtan. Es ist erstaunlich, wie Rakshitha die Göttlichkeit aufgenommen und das Lied mit so viel Bhava vorgetragen hat.»

»Pranam Kuldeep Ji. Rakshita hat uns in einen Zustand der Glückseligkeit versetzt. Mir fehlen die Worte, um meine tiefe Dankbarkeit Ihnen und dem Team auszudrücken.»

»Kuldeep M. Pai Sir, Sie schaffen wahre Juwelen der indischen spirituellen Musik.»

»Namaste Kuldeep ji. Das Lied ist wundervoll dank Rakshithas göttlicher Stimme, und der wunderschönen Komposition. Vielen Dank für Ihre großartige Arbeit und auch an das gesamte Team. Alles Gute für Rakshita!»

»Jana Shri Krishna (Minute 5:45) ist ein absoluter Gänsehaut-Moment! Ein großes Lob an Kuldeepji für die himmlische musikalische Darbietung, die Sri Kanakadasas Komposition so wunderbar zum Leben erweckt, und an Rakshitha Ramji für ihre ergreifende, andächtige Interpretation.»

»Eine wunderschöne Stimme, ein großes Lob an Guru.»

»Das ist überwältigend! Wir sehen für Rakshitha unter Ihrer kompetenten Anleitung eine glänzende Zukunft voraus. Schon in all ihren vorherigen Videos war ihre Hingabe deutlich spürbar. Alle Kinder, die Sie fördern, werden mit Sicherheit zu unersetzlichen Talenten heranwachsen.»

»Eine göttliche Darbietung dieses kleinen Engels Rakshitha Ramji, die ihre Stimme mit größter Hingabe vereint.»

»Herzlichen Glückwunsch, Shri Kuldeep Pai, zu Ihrem unvergleichlichen Einsatz für die Ausbildung so vieler junger Menschen, die die göttliche Musik weiterentwickeln und zu ihrer Wiederbelebung beitragen.»

»Was soll ich sagen? Ich versank in tiefer Meditation, als ich der lieben Rakshita zuhörte. Was für eine melodische Stimme und ein wundervolles Lied von Sri Kanakadasa! Nur Kuldeep Ji kann solche Juwelen hervorbringen. Meine Ehrerbietung Ihnen und Ihrem gesamten Team.»

»Ich bin sprachlos und tief bewegt. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schön ihre Stimme ist. Gott segne Sie, lieber Kuldeep Pai.»

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Ausnahmsweise hier eine moderne Bhajan-Version von »Hare Krishna«. Sie hat eine eigenartige, beinahe sogartige Anziehungskraft durch die ständig wiederholte Sequenz Tonika, Subdominante, Tonika, Dominante, Tonika …; durch die positive, frohmachende Melodie und natürlich durch die schöne, hingegebene Stimme der Sängerin Harivallabha [Dauer: 03.34].

Ein Inder schreibt im Kommentar treffend: »Das ist eines meiner Lieblingslieder. Immer wenn ich mich deprimiert fühle, höre ich es und fühle mich sofort wieder fit. Danke für dieses wunderschöne Lied!«

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Die wunderbare Stimme von Harivallabha fällt auch in diesem Bhajan auf: Bhajo Radhe Govinda [Dauer: 03.32].

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Ein ruhiger und andächtiger Bhajan: Radha Radha Radha [Dauer: 13.40], gesungen von Sudhaswari Devi, eine Schülerin von Shri Kripalu Ji Maharaj (†2013), unter anderem Schöpfer zahlreicher Lieder an Râdhâ, Gefährtin und Geliebte (Shakti) von Shrî Krishna – Göttin der Liebe, der Zärtlichkeit, des Mitgefühls, der Hingabe. Falls das Video gelöscht werden sollte, hier eine zweite Quelle.

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Kishori Mohan Das und seine Frau Sudevi Devi Dasi sind amerikanische Schüler des Vaishnava-Gurus Shrî Bhaktivedânta Nârâyana Goswâmî Mahârâj [†2010]. Perfektion gibt es in dieser Welt bekanntlich nicht, aber die meisten Gesänge von Kishori Mohan & Sudevi sind nahezu vollendet. So schreibt ein Kommentator zu diesem wundervollen Video (Live-Aufnahme, Bild- und Tonqualität eingeschränkt) der beiden Sänger treffend: »Closest possible to perfection – So nahe wie möglich an der Perfektion.«

Der schönste Bhajan sind die ersten 10 Minuten dieses Videos. Er beginnt mit bhajare bhajare amar mana ati manda bhaja vraja-vane radha-krsna-charanaravinda … »O mein Geist, wie töricht bist du! Verehre doch einfach die Lotusfüße von Radha und Krishna in den Wäldern von Vraja …« Es gibt viele Versionen des Bhajans; die in meinen Ohren überragende ist von Kishori Mohan Das & Sudevi. Das betrifft die Qualität der Musik, die Qualität des Gesangs, die Schwingung.

Die schöne Stimme von Sudevi kommt in diesem Bhajan zur Geltung, Jayanti Hare Krishna [Dauer: 11.45].

Die angenehme Stimme von Kishori Mohan ist in diesem Lied zu hören, eine Hymne zu Ehren der Heiligen Gauranga (= Shri Chaitanya Mahaprabhu) und  Nityananda: Nitai Gauranga [Dauer: 12.45].

Ein Meisterwerk ist auch Hey Madhava [Dauer: 08.48].

Nochmal Sudevi, Jaya Sacinandana [Dauer: 11.42], und nochmal Kishori Mohan, Hare Krishna [Dauer: 22.06]. Die beiden sind inspirierte und würdige Schüler ihres Gurus.

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Ein spiritueller Genuss ist das Zusammenspiel von Bhakti-Marga-Mitgliedern (Guru: Swami Vishwananda) mit den indischen Musikern Nandini Shankar (Gesang, Violine), Mahesh Raghvan (Gesang, iPad) und Farid Banerjee (Tabla): Radhe Radhe Mann Bole [Dauer: 12.30]. (Nord-)Indien von seiner besten Seite. Alle sind wunderbar, aber der hinreißende Tabla-Spieler verdient ein zusätzliches Kompliment.

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Nirvâna-Shatkam, auch genannt: Âtma-Shatkam – dieses dem Âdi-Shankara zugeschriebene kurze Werk kann als Essenz der Letzten Wahrheit bezeichnet werden. Siehe dazu eine kurze Beschreibung und den ganzen Text. Eine wundervolle Version des Gesangs – die beste – bietet Kanchan Jadhao auf YouTube [Dauer: 4 Minuten].

Der  schönste Kommentar zum Video von Kanchan Jadhao ist dieser: »Ich widme mich der göttlichen Mutter Shakti-Kali-Parvati … meiner Mutter … und sie  brachte mich hierher zu ihrem Shiva, und nachdem ich dies gehört hatte, musste ich weinen, weil ich so viele Emotionen fühlte und doch so losgelöst von allem und jedem war. Tief in meinem Inneren fühle ich Glückseligkeit und Liebe.« Ein Mitkommentator erwidert: »Das Gleiche, und mir kommen die Tränen, wenn ich das lese.«

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Ein südindischer (karnatischer) Hymnus mit wundervoller Grundschwingung und herrlich treibendem Rhythmus, eine Mischung aus Rajas (der löwenköpfige Narasimha, kämpferische Inkarnation von Gott Vishnu) und Sattva: Narasimha Jaya Narasimha [Dauer: 07.54]. Noch »indischer« geht es nicht. Zwei treffende Kommentare zum Video: »Großartiger Gesang. Göttlich.« • »Sehr schöner Gesang, und so hingebungsvoll.«

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Das berühmte »pûrnam adah pûrnam idam …«, eine Anrufung des Friedens (shânti) aus der Îsha-Upanishad, ist einer der wichtigsten Mantras überhaupt. Eine genauere Erklärung dazu findet man hier. Die meisten westlichen Vertonungen des pûrnam adah sind schlimm, eine Verhunzung heiligster Worte. Aber auch in Indien hat man nicht immer die Garantie einer korrekten Aussprache, seltsam. Diese Rezitation ist gut [Dauer: 01.25].

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Bhagavad-Gîtâ, 1: Die erste Rezitation der Gîtâ auf die ich traf, ist mir nach wie vor die liebste (Swami Brahmananda). Klare Aussprache in ruhiger, meditativer Schwingung. Jedes Kapitel ist einzeln anklickbar (Seitenleiste rechts).

Bhagavad-Gîtâ, 2: Sehr gut ist auch diese Version der Herausgebers Braja Beats. Gute Aussprache, klassische Melodie, etwas schneller gesungen. Jedes Kapitel ist einzeln anklickbar (Seitenleiste rechts).

Bhagavad-Gîtâ, 3: Die junge Kumari Aditi singt in großer Klarheit vergleichsweise langsam (gesamter Gesang: über 4 Stunden). Im Video selbst (Zeitanzeige mit rotem Punkt) und auch unter »mehr« (gleich links unten) sind die einzelnen Kapitel anklickbar. Kumari Aditi singt vor dem ersten Kapitel auch noch die klassisch dazugehörende »Meditation über die Gîtâ« (Gîtâ-Dhyânam). Original Sanskrit, lateinische Umschrift, englische Übersetzung. Hervorragend.

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Eine wundervolle Mischung von Energie (Rajas) und Transzendenz (Sattva) sind diese zeitlosen Rezitationen von Priestern aus Kashi (Benares), man fühlt sich um dreitausend Jahre zurückversetzt in das alte Indien [Dauer: 06.36]. So bemerkt ein indischer Kommentator: »Diese Gesänge geben mir Energie und bringen mich in die vedische Welt.«

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Eine liebliche Stimme, und eine Meisterin des Harmoniums: Maithili Thakur, 1 [Dauer: 05.03] • Maithili Thakur, 2 [Dauer: 06.38]. Indien von seiner besten Seite. Reinheit des Gesangs, Reinheit der Hingabe, Reinheit der Schwingung. Absolut klassisch, das bedeutet: Sängerin + Chorus.

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1) Die zur Bhakti-Marga-Bewegung von Swami Vishwananda gehörende Musikgruppe hat mit dem traditionell gehaltenen Panduranga Sankirtan die Essenz aller Kirtans vorgestellt, hier eine Folge von drei Texten der Heiligen Jnaneshwar und Tukaram [Dauer: 23.50]. »Traditionell« heißt: Der Sänger gibt einen Text vor, der Chorus – dieses wundervolle, typisch indische Charakteristikum – wiederholt. Und »traditionell« bedeutet eben auch: alles entsprechend den alten Regeln; nichts Modernes, niemand schiebt sein Ego in den Vordergrund, wie es bei modernen Bhajans häufig der Fall ist. Der Sänger ist nicht perfekt, aber seine Hingabe wiegt alles auf, und sein Spiel des wundervoll die Atmosphäre füllenden Harmoniums ist göttlich. Den beigefügten Text (Sprache: Marathî) benötigt man nicht unbedingt; man lasse sich von den Schwingungen emportragen in höhere Welten, nur darum geht es.

Dass die Menschen der modernen Zeit immer noch ein Gespür für das Traditionelle haben, zeigen Kommentare zum Video:

»So schön. Ich verstehe die Sprache nicht, aber ich höre diesen Gesang jeden Tag.«

»Herzergreifend. Könnte es Tag und Nacht hören.«

»Göttlich, so glückselig. Ich habe gerade das Gefühl, im Himmel zu sitzen.«

»Was für eine Hingabe beim Singen. So glückselig!«

»Jedes Mal wenn ich zuhöre, ist es ein absolutes Glücksgefühl.«

»Erstaunliche Gruppe von Bhaktas, schöner Kirtan! Vielen Dank!«

»Mein Alltag beginnt mit diesem großartigen Bhajan.«

»Tausendfachen Dank. Brillant, segensreich und wunderschön.«

»So heilsam für meine Seele …«

»Ich fühle mich glücklich, diesen Gesang zu hören. Er geht mir nicht mehr aus dem Kopf!«

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2) Auch dieser himmlische Gesang (Swami Vishwananda + Chorus) kann als Paradebeispiel für einen traditionellen Bhajan gelten: Atmaya Rama [Dauer: 08.05]. So klingt es seit langer Zeit, und so sollte es weiterklingen … aber die Bhajans werden immer moderner – zu meinem Bedauern auch bei Bhakti-Marga (mittlerweile gibt es sogar Bhajans im Rap-Stil, eine Bankrotterklärung) – und entfernen sich damit immer mehr von ihrem göttlichen Ursprung.

3) Was mir bei Bhakti-Marga positiv auffällt sind die traditionellen Bhajans, welche von manchen Devotees dargeboten werden (nur die traditionellen; die modernen sind in meinen Ohren »gerade noch erträglich« bis »sehr schlecht«); das ist gute Qualität in musikalischer Hinsicht und ebenso, was die Schwingungen angeht. Krishna Krishna Govinda Narayanaya [Dauer: 06.54] • Sundara Te Dhyana [Dauer: 04.37] • Sri Govardhan Giridhari Radharani Ka Pyare [Dauer: 05.02] • Sri Radha Naam [Dauer: 08.14] • Sri Bhutabhrteshwaranath Narasimha [Dauer: 07.19] • Hari Sundara Nanda Mukunda [Dauer: 07.25] • Mere Banke Bihari Lal [Dauer: 07.56].

4) Die von Swami Vishwananda bei den Darshans gesungenen Bhajans stellen für die Devotees stets den Höhepunkt der Zusammenkünfte mit dem Guru dar. • Satguru Alakh Lakhaya [Dauer: 10.15] • Tumhi Vasudeva [Dauer: 08.12] • Jai Radhe Jai Radhe [Dauer: 10.08] • Mera Apki Kripa Se [Dauer: [14.02] • Dinon Ke Dina Dayal Ki [Dauer: 07.49] • Natwar Nagar Nanda Bhajo Re Man Govinda [Dauer: 04.43] • Manat Bharali Pandhari [Dauer: 11.18]. Dieser letzte, herrliche Bhajan aus Maharashtra hat eine eigene Faszination, was nicht zuletzt an der ungewöhnlichen, leidenschaftlichen Interpretation von Shri Vishwananda liegt.

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Eine weitere wundervolle Version des zuletzt genannten Bhajans, Manat Bharali Pandhari, gesungen von Bhushan Maloo [Dauer: 06.03]. Klassisch und sattvisch.

Zwei weitere sehr schöne Gesänge von Bhushan Maloo in klassisch sattvischer Schwingung: Achyutam Keshavam [Dauer: 05.30] und Vitthala Mazha Vitthala Panduranga Vitthala [Dauer: 06.50]. Vitthala = Name von Shri Krishna in Mittelindien.

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Bhai Jujhar Singh Ji singt einen herrlichen Shabad-Kirtan der Sikh-Gemeinschaft: »Sab Kich Tu Hai – Alles dreht sich um Dich.« [Dauer: 8 Minuten]

Von diesem hervorragenden Sänger gibt es auch eine schöne Sammlung von 20 Bhajans: Nonstop Shabad Kirtan [Dauer: 2,5 Stunden].

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Ein weiterer Shabad-Kirtan, wie er andächtiger nicht sein kann – eine Vertonung von Worten eines der großen Sikh-Gurus: »Acharaj Teri Kudarat – Deine Schöpferkraft ist wunderbar.« Sänger: Bhai Amarjeet Singh Ji. Der englische Text ist im Video in den Zwischenbildern enthalten [Dauer: 07.30].

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Ein traditionelles Guru-Vandana (»Ehrerbietung, Verneigung vor dem Guru«), dargeboten von den Bangalore Brothers [Dauer: 03.35].

namâmyaham jîvana kalotta-mangam
sudarshana yogârûdha bhâskaram ca
prasanna vadanam guru bhâva pûrnam
samarpayâmi manah prâna chittam

Ich verneige mich vor dem besten der Boote, welches das Leben (über den Ozean des Leidens) hinüberträgt;
herrlich anzuschauen; im Yoga verankert (eins mit dem Höchsten) und (wie) die Sonne (selbstleuchtend);
mit friedvollem Antlitz; o Guru, vollkommene Liebe;
Ihm übergebe ich meinen Geist, mein Leben, meine Erinnerung*.

namaste namaste guroh jnâna mûrte
namaste namaste guroh dhyâna mûrte
namaste namaste svânanda mûrte
namaste namaste guroh shânta mûrte

Verehrung, Verehrung Dir, o Guru, Verkörperung der Weisheit;
Verehrung, Verehrung Dir, o Guru, Verkörperung der Versenkung;
Verehrung, Verehrung Dir, Verkörperung der Seligkeit des Selbst;
Verehrung, Verehrung Dir, o Guru, Verkörperung des Friedens.

prasîda prasîda prabho jnâna pûrna
prasîda prasîda kripâ shakti pûrna
prasîda prasîda nijânanda pûrna
prasîda prasîda guroh shânti pûrna

Sei gnädig, sei gnädig, o HERR, Fülle der Weisheit;
Sei gnädig, sei gnädig, Fülle des Erbarmens und der Kraft;
Sei gnädig, sei gnädig, Fülle der eingeborenen Seligkeit;
Sei gnädig, sei gnädig, o Guru, Fülle des Friedens.

*Vers 1, vierte Zeile: »manas« ist die allgemeine Bezeichnung für »Geist«, während »chitta« eine Funktion des Geistes ist, nämlich das Gedächtnis. Die »Übung der Erinnerung« wird in den indischen Schriften als spirituelle Disziplin angesehen: Wer bin ich wirklich? Ich bin nicht der Körper, nicht die Sinne ... und so fort. Auf diese Weise kehrt man am Ende zurück zum eigenen Ursprung, zum Selbst. 

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1) Sergey Golosheykin, Gründer des YouTube-Kanals »Relax Music Meditation«, ist mit der Musik zum Video »Mein Besuch des Haidakhan Babaji Ashram« etwas Wertvolles gelungen. Das gesamte Video schwingt in reinem Sattva [Dauer: 35.43]. Im besonderen weise ich auf das erste Lied hin (von Minute 01.10 bis 03.30), den wundervollen Durga-Kali-Mantra, eine Anrufung der Göttlichen Mutter: »Sarvamangala mangalye …«

2) Von »Sarvamangala mangalye …« gibt es zahlreiche Versionen. Die eben genannte von Sergey Golosheykin ragt hervor. Die schönste stammt von dem indischen Sänger Sonu Nigam, welcher ebenfalls den Haidâkhân-Âshram besuchte und zu Ehren des dort verehrten Heiligen Shrî Haidâkhân Bâbâji (†1984) einige der dort gepflegten Bhajans in einer eigenen Reihe aufnahm. Sonu Nigams »Durga-Mantra« besticht durch die Hingabe des Gesangs, durch die Melodie und durch die klare Aussprache des Sanskrit [Dauer: 02.02].

3) Sängerin Nina Hagen. Ihre Version berührt durch Hingabe und Schwingung [Dauer: 02.11].

4) Hargovind Baba (ein Europäer), ehemaliger Pûjârî (Leiter der Rituale) des Haidakhan-Ashrams: Sein »Haidakhan Aarti« (Âratî = Lichtzeremonie)« besteht aus einer Reihe von Live-Aufnahmen. Daher einerseits: Klangqualität begrenzt. Andererseits: Die Schwingungen sind überragend. Hören und eine knappe Stunde in himmlischen Sphären verweilen [Dauer: 42 Minuten].

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1) Eine Glanztat der Sängerin Sooryagayathri ist ihre frühe Version des beliebten »Hanuman Chalisa« (Leitung und Betreuung: Kuldeep Muralidhar Pai). Wenn ein neunjähriges Kind zu einer derartigen Leistung, zu solcher Reinheit und Hingabe fähig ist, dann gibt es noch Hoffnung für diese armselige Welt [Dauer:    10.12]. Ein Inder schreibt im Kommentar zum Video: »Sobald ich anfange das zu singen, fange ich an zu weinen, werde emotional und kann mich nicht beherrschen.» • Ihm antwortet ein weiterer Inder: »Das ist Bhakti. Es bringt dich dazu, dich dem Allmächtigen hinzugeben.« • Der gesamte Kommentarbereich enthält sehr bewegende Rückmeldungen.

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2) Zum Vergleich und ebenfalls ein spiritueller Genuss: »Hanuman Chalisa« von der jungen Sängerin Uthara Unnikrishnan [10.42]. Einige Kommentare: »Deine Stimme ist zutiefst wohltuend und beruhigend. Möge Mutter Saraswati Dich segnen!« • »Süße und tröstende Stimme. Ja, Wunderkind!« • »Das ist zurückhaltend, ruhig und phänomenal erhaben.« • »Beste Version des Hanuman Chalisa aller Zeiten. Ich bin bewegt und danach süchtig.« • »Ich habe noch nie so schöne und süße Musik gehört.« 

3) Der amerikanische Sänger Krishna Das ist ein Schüler des Meisters Neeb Karori Baba, in dessen Ashram das »Hanuman Chalisa« täglich gesungen wurde. Die Version von Krishna Das [Dauer: 08.33] befremdet etwas durch das »amerikanische Indisch«, ist aber die beste Fassung, was die Schwingungen betrifft. Ein entsprechender Kommentar unter dem Video lautet: »Der beste Gesang der Welt. Er treibt mir die Tränen in die Augen.« • Eine weitere Stimme: »Meine Lieblingsaufnahme des Hanuman Chalisa. Bringt mich jedesmals zum Weinen.« • Eine Kommentatorin richtet sich direkt an Krishna Das: »Du hast mir die Tränen in die Augen getrieben. Was für eine Erleichterung für die Last meiner Seele. Sei gesegnet.« • Im Kommentarbereich findet man den Text in Englisch.

4) Hier eine schöne Übersetzung des Hanuman Chalisa ins Deutsche von Undine Weltsch.

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1) Krishna Das: Seine sehr persönliche Eigenkomposition ist »Mere Gurudev« (»Mein göttlicher Guru«) und richtet sich an Shri Neeb Karori Baba Maharaj. Hier die Live-Version von Krishna Das zusammen mit seiner Tochter Janaki, klassisch mit einfacher Harmoniumbegleitung [Dauer: 05.21].

2) Eine hervorragende Version stammt von einem Mönch der amerikanischen SRF-Fellowship (Guru: Paramahamsa Yogananda): Brahmachari Bhaskarananda hat den Text von Krishna Das verinnerlicht, man hört dies an der Hingabe seines Gesangs [Dauer: 08.59].

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Mere Gurudev, charanon par sumana shraddha ke arpita hai – Mein göttlicher Guru, ich lege diese Blüten meines Glaubens zu Deinen Füßen. • Tere hee dena, hai jo hai. Wahi tujha ko samarpita hai – Alles was ich habe, hast Du mir gegeben, und ich widme dies alles Dir zurück. • Na priti hai pratiti hai, na hi pooja ki shakti hai – Ich besitze keine Liebe, noch weiß ich wer Du bist. Ich besitze nicht einmal die Kraft, Dir zu dienen. • Mera yaha man, mera yaha tan mera kan kan samarpita hai – Doch sind dieser Geist, dieser Körper und jedes meiner Atome Dir gewidmet. • Tuma hee ho bhava men mere vichaaron mein, pukaaron mein – Du bist das Eine in meinem Herzen und meinen Gedanken. Du bist das Eine, an das ich mich wende. • Banaalay yantra ab mujhko mere sarva samarpita hai. – Nun mache mich zu Deinem Instrument. Alles was ich bin, gebe ich Dir hin.

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Eine weitere Eigenkomposition von Krishna Das ist »By Your Grace«, ebenfalls zu Ehren seines Gurus, Shri Neeb Karori Baba Maharaj. Es singen Krishna Das und seine Tochter Janaki [Dauer: 07.16].

Closer than breath, you are the air; Sweeter than life itself, you are here; I am a wanderer, you are my peace; I am a prisoner, you are release; Jai Gurudev … • I am a pilgrim, your road so long; I am the singer, you are the song; Held in the open sky, so far above; I am the lover, you are the love; Jai Gurudev … • I follow your footsteps through the flame; All that I ever need is in your name; Carry your heart in mine, vast as space; All that I am today is by your grace. By your Grace … I live by your grace.

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Von dem Krishna-Bhajan »Mera Aap Ki Kripa Se« (»Alles was ich tue geschieht nur durch Deine Gnade«) gibt es zahllose Versionen. Hier eine schöne Aufnahme der Sängerin Trisha Parui [Dauer: 07.53].

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1) Die aus Südafrika stammende indische Sängerin Shashika Mooruth (ihr spiritueller Name ist: Sacidevi Dasi) besticht mit ihrer makellosen Stimme und noch mehr durch ihre Hingabe in zahlreichen Bhajans. Hier zwei davon: Krishna Govinda Govinda [Dauer: 10.52] • Swagatam Krishna [Dauer: 14.25].

2) Als Glücksfall – dass es das Video überhaupt gibt – betrachte ich diese ältere Aufnahme, in der die noch ganz junge Shashika Mooruth einige Passagen aus dem Ramayana singt. Hundertprozentig klassisch, so wie es seit Jahrhunderten und Jahrtausenden in Indien klingt. Die Tonqualität ist dem Alter des Videos entsprechend bescheiden; dies nimmt aber der Aufnahme nichts von ihrer erhebenden, sattvischen Wirkung [Dauer: sechs Minuten].

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3) Dass Shashika Mooruth (Sacidevi Dasi) ihr Leben der Spiritualität geweiht hat, das zeigt sich auch in ihrem neuesten Video (2024). Kein Gesang, vielmehr eine der wundervollsten Lehrschichten aus Indiens reichhaltigem Fundus: Wie Shukadeva in König Janaka seinen Guru fand [Dauer: 07.35]. Göttlich.

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1) Sooryagayathri singt eine Hymne von Shrî Shankarâchârya, das Achyutâshtakam (»Acht Verse über den Unvergänglichen«). Der elektrisierende Einschub »Krishna Krishna Hare Krishna Krishna, Rama Rama Hare Rama Rama« stammt nicht von Shri Shankara, passt aber derart gut in den Gesang, dass man es als göttliche Fügung durch den Komponisten sehen darf. Reines Sattva-Guna [Dauer: 07.36].

2) Vom Achyutâshtakam gibt es viele Versionen. Die für mich schönste wird von der jungen Uthara Unnikrishnan gesungen. Das Arrangement ist misslungen – der Komponist ordnet sich nicht dem Gesang und dem heiligen Text unter, sondern will selber glänzen. Trotz dieses Wermutstropfens bleibt die Version wegen des überirdischen Gesangs von Uthara unerreicht [Dauer: 08.24].

Einer der indischen Kommentatoren spricht in meinem Sinne: »Ich finde, dass bei der Aufnahme dieses Lieds zu viel Instrumentalmusik verwendet wurde; eine Ablenkung. Ich hatte das Gefühl, das Video hätte weniger als 5 Minuten dauern können; ein ideales Hörerlebnis. Ansonsten ist Utharas Gesang wunderbar.«

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1) Tulsidas' berühmtes Rudra-Asthakam (»Acht Verse über Rudra«), ein Loblied auf Gott Shiva, beginnt mit den Worten: »O Herr! Ich verneige mich vor Dir, der Du die Verkörperung des Nirvâna bist ...« Vertonungen des Rudrâshtakam gibt es viele; eine der schönsten ist diese der Sängerin Sneha Singh, die sich in großer Ruhe und Hingabe an das Göttliche richtet. Ein Verständnis des Textes ist sicherlich hilfreich, aber man lasse sich einfach von der himmlischen Schwingung der Hymne tragen [Dauer: 05.30].

2) Eine im Vergleich zur obigen Fassung traditionellere Fassung des Rudrâshtakam stammt vom Sänger Parthiv Hariyani. Große Hingabe, göttliche Schwingung [Dauer: 11.20].

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Shrî Tyâgarâjâ (1767–1847), einer der größten Musiker Südindiens und ein Heiliger (sein Name bedeutet »König des Verzichts, der Askese«) hat zahlreiche spirituelle Lieder und Musikstücke komponiert. Hier eines seiner Werke, gespielt von Rajesh Vaidhya auf der südindischen Langhalslaute Vînâ (Veena), welche einen schöneren Klang hat als die nordindische Sitar. Eigentlich empfehle ich Rajesh Vaidhya nicht, da er, wie so viele indische Musiker, auf den Zug des Modernen gesprungen ist und eine Art indischen Jazz unter Beteiligung von westlichem Schlagzeug zelebriert, eine ungesunde Mischung zweier Welten. Auf der anderen Seite ist Rajesh Vaidhya ein allseits bewunderter Großmeister der Vînâ. In diesem Video spielt er in Perfektion rein traditionell [Dauer: 11.23]. Man beachte auch das dezente, im Vergleich zum westlichen Tschinderassabumm geradezu melodiöse »Schlagzeug« – die wundervoll klingende klassische Trommel Mridangam, und man staune über die Fertigkeit eines Könners am Ghatam (Tontopf). Drei Meister am Werk! Ein indischer Kommentator bemerkt treffend: »Die Bemühungen der letzten Zeit, die klassische Musik mit der westlichen Musik zu vermischen sind verrückt. Das Hören dieser Originalversion macht viel Freude.«

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Ein weiteres Werk von Shrî Tyagarâja, ausgeführt von zwei Spitzenmusikern, Ambi Subramaniam (Violine) und Patri Satish Kumar (Mridangam). Die Subtilität der karnatischen (südindischen) Musik wird an diesem Werk sehr deutlich. Beachtenswert ist hier neben der Inspiration Subramaniams die Feinfühligkeit des Mridangam-Spielers. Oft ist es in indischen Musikstücken so, dass sich Perkussionisten über Gebühr einmischen, den Solisten fast übertönen, natürlich ein Ego-Problem des Betreffenden (ich habe dies selbst einmal in Karlsruhe bei einem indischen Konzert erlebt, sehr unangenehm). Man bewundere also die edle Zurückhaltung von Patri an der erneut wundervoll klingenden Mridangam [Dauer: 06.35].

Ein Kommentator schreibt dazu: »Das Spiel von Patri Satish Kumar fasst alles zusammen, was es über perfekte Begleitung zu sagen gibt. Er folgt nicht einfach dem Lied, sondern verschönert jede Zeile, Phrase und Silbe mit liebevoller Sorgfalt. Nicht ein einziges Mal übertreibt er es oder dringt in den Raum der Violine ein.«

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Shrî Purandara Dâsa (1470–1564) war Philosoph, Sozialreformer, Heiliger, Sänger und Komponist; einer der Hauptbegründer der karnatischen (südindischen) Musik, ähnlich Shrî Tyâgarâjâ. Eines seiner schönsten Werke ist das wundervolle Venkatâchala Nilayam, in dem Gott Vishnu und seine Wohnstätte, der Himmel Vaikuntha verherrlicht wird. Als eines der beliebtesten Werke gibt es entsprechend zahlreiche Versionen des Liedes. Hier werden zwei bevorzugt, und beide Sänger kommen aus der Schule von Kuldeep M. Pai.

1) Raghuram Manikandans Interpretation (Leitung: Kuldeep M. Pai) ist die eines reifen jungen Mannes mit herrlicher Stimme, die Ausführung grenzt an Perfektion [Dauer: 05.20].

2) Die Interpretation von Rahul Vellal fällt aus zwei Gründen auf; einmal ist es erstaunlich, wie gut die Qualität seines Gesangs in diesem Alter ist, und zum zweiten bestechen die sagenhaften Begleitmusiker [Dauer: 04.50].

Insbesondere in Rahuls Version fällt der überirdische Klang der Mridangam auf, es ist wie ein Ruf aus dem Jenseits, himmlisch. Die Mridangam erklang und erklingt bei Shivas wildem kosmischem Tanz der Schöpfung und der Zerstörung (Ânanda-Rudra-Tândava des Shiva Natarâja) und erhielt deswegen den Namen Deva Vadyam, göttliches Instrument. Bei jedem Hören der Mridangam denke ich spontan an Lord Shiva.

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1) Ein weiteres Meisterwerk von Shrî Purandara Dâsa, »tambûri mîtidava – Wer die Tambura spielt, überquert den Ozean der weltlichen Existenz«. Es singt erneut Raghuram Manikandan, hier noch sehr jung und schon so reif, eine verblüffende Gesangsqualität. Die Begleitmusiker sind hervorragend. Hinreißend und pures Sattva, wie alle Kompositionen des großen Purandara Dâsa [Dauer: 04.48].

2) Noch eine wunderbare Version von »Tambûri mîtidava«. Auffallend ist hier die herrliche Stimme der Sängerin Gayathri Girish, die »mühelos und makellos« (wie ein Bewunderer schreibt) Shrî Purandaras Lied meditativ zum Ausdruck bringt [Dauer: 04.18].

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»mânasa sanchara re brahmani … O (mein) Geist, begib dich auf eine Pilgerreise zum Brahman«. Geht es nach der Anzahl der Versionen, dann ist dies das berühmteste, beliebteste Lied des südindischen Heiligen Shrî Sadâshiva Brahmendra (15. Jdht.).

1) Die Version der Sängerin Sadwini Koppa, nur mit Tanpura-Begleitung und dezentem (nicht aufdringlichem) Rhythmus kann man als klassisch bezeichnen [Dauer: 03.23].

2) Die Version mit Rahul Vellal ist wundervoll – weil es erstaunlich ist, mit welcher Hingabe ein so junger Sänger das Lied vortragen kann. Wohl auch eine Frucht seines Lehrers Kuldeep M. Pai [Dauer: 05.08].

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3) Die in meinen Ohren angenehmste, ruhigste, andächtigste Version ist jene der Sängerin Pooja Gopalan [Dauer: 04.36]. Auch das Arrangement ist wundervoll, dem Lied entsprechend. Falls das Video gelöscht werden sollte, hier eine zweite Möglichkeit.

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Auf dieser Seite sind größtenteils die spirituellen Lieder im südindischen (karnatischen) Stil vertreten. Hier ein Beispiel der ebenso großartigen nordindischen (Hindustani-)Kunst. Die berühmte Sängerin Kishori Amonkar singt einen Bhajan der Mystikerin Mirabai (15. Jhdt.) zu Ehren von Shri Krishna. Die Begleitmusiker sind einmalig. Der Gesang Amonkars, verbunden mit dem hypnotischen Rhythmus ergibt etwas Überirdisches [Dauer: 06.54]. 

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»Namo Narayanaya Namo« ist eine Komposition des mittelalterlichen Heiligen und Musikers Shrî Annamâchârya. Die für mich schönste Fassung ist vom Sänger G. Balakrishnaprasad, ganz traditionell [Dauer: 04.50]. Man kann diese herrliche Hymne nicht oft genug hören.

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»Vishweshwara darshan kar chalo mana tuma kashi« – »O mein Geist, unternimm eine Pilgerfahrt nach Kâshî, um dort die Vision des HERRN Vishweshwara (Lord Shiva) zu haben …« So lautet der Beginn des bewegenden Liedes des südindischen Mahârâjas Svâti Tirunâl (König, Musiker, Komponist), der sich nach Kâshî (Benares) sehnte. Die Stimmung ist entsprechend sehnsuchtsvoll im herrlichen Râga Sindhubhairavi.

1) Die Interpretation des Sängers Sreevalsan ist die »normale« (halb)klassische, wie man sie eigentlich erwartet, meisterhaft gesungen und einfach wunderschön. Sreevalsan ist sehr inspiriert, er hat die Stimmung des Liedes erfasst [Dauer: 06.24].

2) Die Version der Sängerin Sivasri Skandaprasad betrachte ich als absolut hingegeben, seelenvoll und friedenbringend. Auch sie geht direkt ins Herz, weil sie die Intention, die Stimmung des königlichen Komponisten trifft. Ihr Gesangsstil ist alles andere als einfach, aber durch ihre Hingabe meistert sie 99 Prozent aller Schwierigkeiten [Dauer: 06.19]. »Vishweshwara Darshan« ist einer der schönsten Bhajans überhaupt, aber in der Version von Sivasri Skandaprasad DER Bhajan in reinster Form. Eine Glanzleistung.

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Einige indische Kommentare zum Video:

»Transzendent.«

»Göttlichkeit im Gesang.«

»Was für eine Stimme und was für eine Darbietung!«

»Du bist einfach unglaublich! Ich höre deine Darbietung seit über drei Stunden auf meiner Terrasse in Mysore. Ich kann einfach nicht aufhören und rausgehen!«

»Welch tiefe Hingabe und Melodie deine Stimme hat! Einmal gehört, möchte ich sie immer wieder hören.«

»Jedesmal wenn ich dieses Lied höre fließen unaufhaltsam die Tränen. Ich werde IHN in Kashi bitten, der Sängerin ein Leben lang Gesundheit und Wohlstand zu schenken …«

»Vielen Dank für die Reise nach Kashi. Eine bezaubernde, hypnotisierende, göttliche Darbietung von Frau Sivasri, der Künstlerin des Jahrzehnts. Gott segne die Künstlerin!«

»Fantastisch, wundervoll, bezaubernd, unglaublicher Gesang!«

»Eine sehr schöne, spirituelle und demütige Stimme.«

»Eine wunderschöne Darbietung, Vishweshwara segne dich!«

»Mir kommen die Tränen … einfach großartig!«

»Sindhubhairavi ist ein sehr angenehmer Raga, aber wenn er von Shivasri gesungen wird, ist er noch viel schöner.«

»Eine gefühlvolle Stimme. Gott segne Sie. Möge uns weiterhin mit solch göttlicher Musik erfüllt sein.«

»Kumari Sivasris Gesang weckt tiefe Hingabe, und man kann Lord Shiva visualisieren und seine Gegenwart spüren. Eine herausragende Darbietung. Gott segne Sie.«

»Ein wundervoller Gesang voller Hingabe, mit einer außergewöhnlichen Stimme und Ihrem Lieblings-Raga. Ich höre ihn täglich 5 bis 10 Mal, besonders nachts – dieser Raga ist hypnotisch!«

»Devi Sivasri, wer auch immer Ihnen zuhört, wird wahrlich eine innere Offenbarung erfahren – so ist Ihre Art zu singen.«

»Möge Lord Shiva Sie von ganzem Herzen segnen.«

»Sehr schön. Voller Bhakti Bhava. Mit großer Klarheit und Tiefe. Wir können in dieses Lied eintauchen. Danke.«

»Voller hingebungsvoller Inbrunst beim Singen. Danke für diese wunderschöne Interpretation.«

»Eine unvergessliche Sängerin. Ich bin stolz, Sie in Indien zu haben, Ma'am.«

»Ich hatte Vishwanatha-Darshan durch Ihre göttliche Musik. Ausgezeichnet! Vielen Dank, Ma'am.«

»Wunderbar! Swati Thirunal Maharajs Schöpfungen sind immer ein besonderes Erlebnis. Ihre Aussprache ist absolut kristallklar. Gott segne Sie, Kind.«

»Ich verspüre jetzt den Drang, nach Kashi zu reisen.«

»Sie haben mich zu Füßen von Lord Shiva geführt.«

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3) Der geheimnisvolle Râga Sindhubhairavi steht für Trennung (vom Göttlichen), Trauer, Mitleid, Hingabe. Die göttlich-sehnsuchtsvolle Schwingung von Svâti Tirunâls Meisterwerk »Vishweshara Darshan« kommt in dieser einmaligen Violinfassung der Geschwister Ranjani und Gayatri überaus deutlich zum Vorschein [Dauer: 08.33].

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»Dhanashree Thillana«, ein weiteres Werk von Mahârâja Svâti Tirunâl, hier in einer Fassung für Violine, makellos gespielt von Ambi Subramaniam, mit hervorragenden Perkussionisten [Dauer: 05.53].

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Das berühmte »Shri-Lalita-Sahasranama«, »die tausend Namen (sahasranâma) der Göttlichen Mutter (Shrî Lalita Devi, Shakti), ein heiliger Hindutext aus dem Brahmanda-Purana, hier in dreifacher Version. Die »strenge« von Kuldeep M. Pai mit sehr deutlicher Aussprache des Sanskrit [Dauer: 30.00] • Die ebenso klassische der Schwestern Ranjani und Gayatri [Dauer: 32.59] • Die weniger strenge, »esoterische«, angenehme und auch meditative der Sängerin Rita Thyagarajan [Dauer: 47.47].

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1) Der »Große Mantra« (mahâmantra) »Hare Krishna …« existiert in Hunderten von Versionen. Hier werden zwei indische vorgestellt, vom Sänger Hari Om Sharan, klassisch und sehr schön [Dauer: 07.57], und eine wundervolle Version mit der Stimme von Jagjit Singh. Seine Version ist sehr lang, weil Singh neben dem Mahâmantra weitere Anrufungen Krishnas einfügt [Dauer: 42.47]. Beide Vertonungen atmen den wahren Geist Indiens.

2) Es folgen zwei westliche Versionen von Krishna Das, sie besitzen eine eigene Magie im Zusammenwirken von großartigem Sänger und wunderbarem Chorus: Mahâmantra Meltdown [Dauer: 16.05] und Township Krishna [Dauer: 08.52].

Zu den beiden westlichen Versionen passt der Kommentar eines Inders: »Das nennt man Singen aus der Seele, denn es verbindet sich mit der Seele des anderen und gibt sowohl dem Sänger als auch dem Zuhörer das Gefühl, dass alle Seelen miteinander verbunden sind und dass niemand auf diesem Planeten allein ist … Krishna Das ist ein wahrer Anhänger von Neeb Karori Baba, dem großen Heiligen … welche Freude und welcher Frieden!«

3) Die Originalversion. Es sollte hinzugefügt werden, dass es verschiedene Vaishnava-Sampradâyas gibt (vaishnava = »Verehrer Vishnus«; sampradâya = »Tradition«), und dass nur die Gaudîya-Vaishnavas aus Bengalen (Shrî Chaitanya Mahâprabhu, Swâmî Prabhupada, ISKCON) den Mahâmantra in der Reihenfolge »Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare / Hare Râma Hare Râma Râma Râma Hare Hare« singen, weil sie Krishna als höchsten Gott ansehen und aus weiteren nicht nachvollziehbaren Gründen. Alle anderen Vaishnavas singen »Hare Râma Hare Râma Râma Râma Hare Hare / Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare« und berufen sich auf die Originalschrift Kali-Santârana-Upanishad, wo gesagt wird:

»Am Ende des Dvâpara-Yuga ging Nârada zu Brahmâ und sprach zu ihm: O HERR, wie soll ich, der ich auf der Erde umherwandere, das (schlechte) Kali-Yuga überwinden? Brahmâ antwortete: Du hast gut gefragt. Höre auf das, was alle Veden geheim und verborgen halten, wodurch man den Samsâra im Kali-Yuga überqueren kann. Durch die Rezitation der Namen des Ur-Wesens, des HERRN Nârâyana ist es möglich, (die schlechten Wirkungen des) Kali-Yuga zu überwinden. Nârada fragte erneut: Was sind das für Namen? Brahmâ erwiderte: Hare Râma Hare Râma Râma Râma Hare Hare / Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare.«

Ich folge dem und sehe »Hare Râma Hare Râma Râma Râma Hare Hare / Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare« als die Originalversion an.

Jeweils mit → »Hare« als Vokativ (= Anrufungsform) von → Hari = Nârâyana.

Die Gaudîya-Vaishnavas aus Bengalen interpretieren dagegen »Hare« als den Vokativ von → »Harâ«, ein Beiname von Krishnas Shakti → Radhâ. Auch dies ist schwer nachvollziehbar, da es ja dann bei dem Anrufen von Râma (Shakti → Sîtâ) nicht passend wäre.

Shrî Râma gilt als der siebente Avatâra («Herabkunft, Inkarnation«) von Vishnu/Nârâyana, Shrî Krishna als der achte. Wohl auch daher die Reihenfolge in der Originalversion.

Bei YouTube gibt es genügend Aufnahmen der Originalversion, hier einige schöne Beispiele: Version 1, Sänger Puran Shiva [Dauer: 40 Minuten] • Version 2, Sänger Jagjit Singh [Dauer: 13 Minuten] • Version 3 von Kuldeep M. Pai [Dauer: 18 Minuten] • Die berührendste Version 4 ist in meinen Ohren und Augen jene von Shrî Sathya Sâî Bâbâ persönlich gesungene. Die Tonqualität ist schlecht, aber die Melodie ist die schönste überhaupt, die Bilder des Bâbâ sind bewegend, die Schwingung ist die höchste [Dauer: leider nur 3 Minuten].

screenshot youtube.com

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Genauso unvergesslich wie die Stimme von Jagjit Singh ist jene unverwechselbare von Pandit Jasraj. Ein Beispiel seiner Kunst ist dieser Râma-Bhajan [Dauer: 14.22]. Er besticht durch die Tiefe der Hingabe und durch den mitreißenden Rhythmus, was insbesondere für die letzten, sehr intensiven 5 Minuten gilt. Von Pandit Jasraj sollte man sich einfach tragen lassen.

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»Om Namo Nârâyanâya« ist einer der Moksha-Mantras (moksha = Erlösung, Freiheit). Es existieren zahllose Rezitationen bei YouTube, und 90 Prozent davon sind nicht gut. Hier zwei einigermaßen befriedigende Versionen: Version 1 [Dauer: 22.30] • Version 2 [12.00].

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»Om Namah Shivâya« ist ein weiterer Moksha-Mantra. Auch hier: zahllose Rezitationen, 90 Prozent nicht hörenswert. An dieser Stelle eine befriedigende Fassung [Dauer: 14.34].

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1) »Hey Govinda Hey Gopala« … Suman Kalyanpuri ist beliebt als Sängerin von Filmmusiken. Was sie jedoch in diesem berühmten Krishna-Bhajan des Heiligen Surdas abliefert kann man nur als göttlich bezeichnen. Die Begleitmusik ist durchschnittlich; alleine die Leistung von Suman Kalyanpuri bringt den Bhajan auf eine derart hohe Schwingung [Daher: 06.50].

2) »Hey Govinda Hey Gopala« … Der Bhajan des Heiligen Surdas hier in der Version der Sängerin Gayatri Kamakoti, sehr indisch, sehr rein, ganz anders als die obige von Suman Kalyanpuri aber ebenso hingegeben, himmlisch [Dauer: 05.06].

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1) »Shri Krishna Govinda Hare Murari« ist einer der beliebtesten Bhajans, davon gibt es sicherlich Hunderte von Versionen. Die hier ausgewählte hat zwar eine westliche Begleitung (sie ist jedoch recht dezent), aber die Hingabe des Sängers Nandlal Chhanga bringt das Lied auf eine hohe Schwingung, weswegen ich sie vielen anderen gegenüber bevorzuge [Dauer: 04.34].

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2) »Shri Krishna Govinda Hare Murari« – die schöne Version des Sängers Sahil Bhogale. Die Aufnahme geht über eine Stunde lang, sie ist als musikalische Meditation gedacht, mit der ständigen Wiederholung des mantragleichen, wunderbaren »Govinda Gopala Govinda Gopala …«. Reines Sattva-Guna. Je länger der Gesang dauert, je mehr man sich in diese Schwingung versenkt, desto tiefgreifender die Wirkung. 

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Hervorragende Sänger, wunderbarer Chorus, höchste Schwingung, Indien von seiner besten Seite: Hier einige der schönsten Bhajans, gesungen zu Ehren von Shrî Satya Sâî Bâbâ. »Panduranga Vitthala« [Dauer: 03.38] • »Vitthala Narayana« [Dauer: 04.58] • »Bhajare Rama Charan« [Dauer: 04.28] • »Jaya Jaya Rama Jaya Raghu Rama« [Dauer: 04.15] • »Om Namo Bhagavate Vasudevaya« [Dauer: 03.14] • »Durge Durge Durge Jay Jay Ma« [Dauer: 03.20] • »Janani Janani Satya Sai« [Dauer: 04.15] • »Gopala Govinda« [Dauer: 03.10] • »Sai Kanhaiya« [Dauer: 04.35] • Krishna Rama Govinda Narayana [Dauer: 05.12.].

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»Hriday Kutiro Dvar« ist ein alter Bhajan aus Bengalen, der durch Paramahamsa Yogânanda berühmt wurde unter dem Titel »Door of my heart«. Hier eine Version von den Gurubhakti Brothers, welche die sehnsuchtsvolle Schwingung des Liedes am besten wiedergibt [Dauer: 05.34].

»Door of my heart, open wide I keep for Thee. Wilt Thou come, wilt Thou come? Just for once come to me. Will my days fly away without seeing Thee, my Lord? Night and day, night and day, I look for Thee night and day.«

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»Om Jay Lakshmi Mata« hat dieselbe Melodie wie das noch berühmtere »Om Jay Jagadisha Hare« und richtet sich an die Göttliche Mutter. Auch davon gibt es zahllose Fassungen. Ich kenne sehr viele und kann sagen: Keine ist besser als die hier vorgestellte mit der wunderbaren Sängerin Shamika Bhide. Eine schnörkellose, nicht pompöse, in der gebotenen religiösen Einfachheit vorgetragene Hymne. Reines Sattva-Guna [Dauer: 06.28].

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»mânasa bhajare guru-charanam dustara-bhava-sâgara-taranam … Verehre im Geist die Füße des Gurus; (sie sind das Boot,) um den schwer zu überquerenden Ozean der (weltlichen) Existenz zu überqueren.« Als der 14jährige Satya Sâî Bâbâ im Jahre 1940 sich als Guru offenbarte und Seine Mission begann (»Meine Verehrer rufen mich …»), war dies die Anfangszeile des ersten Bhajans, den Er Seine Anhänger lehrte. Diese Zeile ist die Essenz des spirituellen Weges [→ Link].

Die Anfangszeile, welche Shri Sathya Sai Baba als das größte Mantra pries, fasst seine Lehre zusammen: Der königliche Weg zum höchsten Ziel des menschlichen Lebens – die Freiheit (Moksha) vom qualvollen Kreislauf der Geburten und Tode – ist die völlige Hingabe an den Guru.

Manasa Bhajare Guru Charanam
Dustara Bhava Sagara Taranam
Guru Maharaj Guru Jai Jai
(Sathya) Sai Natha Sadguru Jai Jai
Om Namah Shivaya Om Namah Shivaya Om Namah Shivaya Shivaya Namah Om
Arunachala Shiva Arunachala Shiva Arunachala Shiva Aruna ShivOm
Omkaram Baba Omkaram Baba Omkaram Baba Om Namo Baba

Der Bhajan wurde und wird sehr oft vertont. Es gibt viele Versionen des tiefgründigen Liedes; in meinen Ohren die schönsten sind: Version 1 [Dauer: 04.07], die Tonqualität ist bescheiden, aber das rare Dokument berührt, denn Sathya Sai Baba singt hier persönlich »seinen« Bhajan (mit geringen Abweichungen von obigem Text) • Version 2, die offizielle Version des Sai Baba-Ashrams [Dauer: 04.10] • Version 3, Sängerin Sanjeevani Bhelande [Dauer: 05.35] • Version 4, Sängerin Nyoman Krisna [Dauer: 05.37] • Version 5, Sängerin Tapati [Dauer: 04.47] • Version 5, Sänger Kaveesh Maharaj [04.41].

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Pushpendra & Amrita Chauhan – das Paar gehört zu den Interpreten der »neuen Bhajans«. Gemeint sind damit nicht die Melodien, welche nach wie vor klassisch sind und gar nicht verändert werden können, sondern die Begleitmusik – eben modern. Viele neue Bhajans sind für mich nicht mehr genießbar. Die Chauhans allerdings halten sich in dieser Hinsicht eher zurück; modern ja, aber erträglich und manchmal sogar schön. Die angenehme Stimme von Pushpendra Chauhan kommt in dieser Eigenkomposition – ein kleiner Geniestreich – zur Geltung: Ram Ram Sita Ram [Dauer: 02.54] und hier, Jaha Le Chaloge [Dauer: 04.29]; und die wundervolle natürliche Stimme von Amrita Chauhan hier: Sanware Aye Jaiyo [03.20] und weiter: Ram Aayenge [Dauer: 04.44], Tujhe Pyaar Karte [Dauer: 03.17], Govind Chale Aao Gopal [Dauer: 04.39].

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Ich versuche hier ausschließlich überdurchschnittliche Musik zu verlinken. Dazu gehört dieser Krishna-Bhajan, dargeboten von Devi Chitralekhaji. Inspirierender Gesang, sehr gute Begleitung, hohe Schwingung [Dauer: 04.44].

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Von dem Klassiker »Bhajo Nitai Gauranga« – eine Hymne zu Ehren der Heiligen Gauranga (= Shri Chaitanya Mahaprabhu) und Nityananda – gibt es viele Fassungen. Die Interpretation der Musikgruppe »Ârâdhana« ist mir die liebste wegen der außergewöhnlichen Schwingung [Dauer: 08.03].

Wobei hier ein Wermutstropfen enthalten ist. Ein Kommentator unter dem Video hat es so formuliert: »Sehr schön vorgetragen. Aber die Musik überwältigt den (zu leisen) Gesang. Habt Vertrauen in Ihn und in eure Stimmen, wenn ihr Ihn preist. Ihr würdet nie etwas falsch machen.« Trotz des Ungleichgewichts Musik-Gesang hat der Bhajan die höchste Schwingung – und nur darum geht es im Spirituellen.

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»Amma Amma Taye« (»Göttliche Mutter, die du alle Wesen ernährst und führst«) – dieser Hymnus aus Südindien wurde in Westen hauptsächlich durch Amma und ihre Musikgruppe bekannt. Der für westliche Sänger schwierige Text (Sprache: Tamil) wird nur in indischen Versionen gesungen, während man sich im Westen auf die ersten zwei Zeilen beschränkt, in dieser Art ein Mantra: ammâ ammâ tâye akhilândeshvarî nîye / annapûrneshvarî tâye âdi parâshakti nîye.

1) Hier die kurze Originalversion des Komponisten Pithukuli Murugadas [Dauer: 01.57].

2) Die Version von Amma, wie der Westen sie kennengelernt hat und liebt; die Klangqualität ist allerdings bescheiden [Dauer: 10.33].

3) Eine berührende Version (Live-Aufnahme, bescheidene Klangqualität) stammt von Nina Hagen; sie singt aber, wie erwähnt, nur die ersten zwei Zeilen [Dauer: 05.33].

4) Die Sängerin Anoushka Appassamy bietet mit lieblicher Stimme den vollen Text; er erscheint im zweiten Kommentar unter dem Video, allerdings ohne Übersetzung [Dauer: 08.26].

5) Die in meinen Ohren schönste, stimmungsvollste und andächtigste Version ist eine Live-Aufnahme von «Prof. Raju & students« [Dauer: 11.58]. Hervorragend.

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1) Eine musikalische Meditation ist das andachtsvolle Sri Ram Jaj Ram Jaj Jaj Ram (Sänger: Naynesh Jani; Sängerin: Darshana Gandhi & Chorus). Von dem extrem populären Mantra »Shri Ram Jai Ram Jai Jai Ram« gibt es Hunderte von Versionen. Jene von Naynesh Jani & Darshana Gandhi gehört zu den besten. Reines Sattva-Guna, höchste Schwingung [Dauer: 40 Minuten]. Alles Überflüssige und für das moderne Indien häufig typische Theatralische hat keinen Platz, es bleibt die Essenz – der einfache, harmonische Gesang in perfekter Schwingung mit dem einfachen Text. So liegt die volle Betonung auf dem Mantra, auf der Verbindung mit dem Göttlichen.

Die Beliebtheit dieses Gesangs von Naynesh Jani & Darshana Gandhi zeigt sich in der regen Anteilnahme: Das Video hat 19 Millionen Aufrufe, 100 000 Likes, 10 000 Kommentare. Wobei fast alle Kommentare aus dem magischen Ruf bestehen: »Jaj Shri Ram!«

Neeb Karori Baba Maharaj [*?–1973] predigte die ständige Wiederholung von »Ram«, um Gott näherzukommen: »Rams Form hat diese Welt verlassen, Krishnas Form hat diese Welt verlassen, aber der Name bleibt. Durch das Rezitieren Seines Namens wird alles erreicht. Die ständige Wiederholung des Gottesnamens, auch ohne Gefühle der Hingabe, im Zorn oder in Lethargie, bringt Seine Gnade zum Vorschein. Wenn man dies einmal erkannt hat, gibt es keinen Raum mehr für Zweifel.«

2) Eine ergreifende Version von »Shri Ram Jaj Ram Jaj Jaj Ram« gibt es auch von Krishna Das [Dauer: 22 Minuten]. Falls das Video irgendwann gelöscht werden sollte hier eine zweite Moglichkeit.

Ein indischer Kommentator des Videos fragt: »Ist es normal, dass die Tränen fließen wenn ich das anhöre?« Einige der indischen Antworten darauf: »Nein, das ist nicht normal ... Wenn dir Tränen kommen, dann bist du mit Gott verbunden, Shri Ram.« • »Tränen kommen aus dem Teil deines Wesens, der mit Gott verbunden ist.« • »Vielleicht zieht dich der HERR zu sich, und ich bin sicher, dass dies auch 90 Prozent der anderen Zuhörer passiert, denn das ist die Kraft der reinen Hingabe.«

Ein anderer indischer Kommentator schreibt: »Krishna Das-ji, deine Stimme ist so schön und göttlich. Ich höre mir diesen wunderschönen Bhajan seit drei Jahren an und jedes Mal wenn ich ihn höre, spüre ich Vibrationen in meinem ganzen Körper. Ich habe das Gefühl, als wäre der HERR selbst da. Durch deine Bhajans habe ich von Maharaj-ji (Neeb Karori Baba Maharaj) erfahren. Ich bin dir so dankbar!«

Ein weiterer indischer Kommentar: »Krishna Das, du bist die Musik und Stimme von Maharaj-ji, ein Gesegneter. Wir können Seine Gegenwart durch deine göttliche Stimme spüren, die von absoluter Hingabe erfüllt  ist.«

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Ebenfalls eine musikalische Meditation ist das in die Länge gezogene [Dauer: 1 Stunde] – eben als Meditation gedacht – wundervolle, jedem Inder bekannte »Shriman Narayana«. Die Version der Sängerin Divya Dhwani ist klassisch: der typische Grundton, der sanfte Gesang, der dezente und zugleich wunderbar treibende Rhythmus – nur die Essenz. Die Schwingung ist daher tief, ernst, reinstes Sattva-Guna.

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Einige indische Kommentare zu dem Video:

»Herzlichen Dank für das Hochladen dieses Nektars auf YouTube!«

»Extrem friedvoller Bhajan.«

»Sehr schöner Kirtan. Bringt den Geist zu den Füßen Narayanas. Vielen Dank.«

»Sehr göttlich, energetisch und friedvoll. Ich möchte das immer hören.«

»Sehr schön, beruhigend. Keine Störung durch ausgefallene  Musik oder Gesangseinlagen. Perfekt, um einen in die Tiefen des eigenen Inneren zu führen. Ich bin zu Tränen gerührt. Das wird definitiv ein Dauerbegleiter für mich. Gott segne dich!«

»Es ist erstaunlich, so lange zu singen und dabei Ihren Atem zu harmonisieren. Jai Shri Krishna!«

»Es scheint, dass meine Seele durch das Hören dieses Liedes gereinigt wird.«

»Ich fühle mich wirklich sehr erleichtert, nachdem ich das gehört habe. Danke von ganzem Herzen!«

»Dieser Bhajan verleiht mit deiner süßen Stimme viel Frieden ... der Geist wird beim Hören hypnotisiert ... Gott segne dich!«

»Meine Mutter war fasziniert, als sie Ihre Stimme hörte. Sie saß mit geschlossenen Augen da und sang weinend ›Narayana‹. Sie haben wirklich eine wunderschöne Stimme.«

»Deine heilige Stimme ist ein wunderbares Geschenk der Gnade Gottes. Ich fand Frieden, indem ich mit geschlossenen Augen zuhörte. Immer wenn ich traurig bin, höre ich es und beruhige meinen Geist.«

»Möge Lord Narayana Sie beschützen! Sehr schöner, beruhigender, göttlicher Klang, der direkt aus dem Himmel kommt. Vielen Dank.«

»Divya, du hast eine ganz göttliche Melodie gesungen.«

»Sehr sehr sehr schön, der beste Gesang, den ich je gehört habe. Möge sich dein Ruhm verbreiten, Jai Narayana!«

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Tulsidas (Gosvâmî Tulsîdâs, 16. Jhdt.) – Asket, Philosoph, Dichter, Heiliger – ist der Schöpfer des himmlischen »Ramcharitmanas«, »der See der Taten von Gott Rama«. Das Werk, ein Höhepunkt der klassischen indischen Literatur (Sprache: Avadhî, ein Hindî-Dialekt), besteht aus über viertausend »Chaupayas«, wörtlich »Vierzeiler«. Der Gesang dieser Vierzeiler erfüllt die indische Atmosphäre Tag für Tag, sie sind in jedem Ashram, in jedem Tempel, ja, in jedem Haushalt zu hören.

Als ein Stück des besten Indiens sei hier ein 18-Minuten-Video mit einigen Vierzeilern (»Siddha-Chaupaya«) vorgestellt, gesungen von Suresh Wadkar und Seema Mishra. Der Gesang ist gut, die Begleitmusiker superb, alles überragend die Schwingung. Der wundervolle Text von Tulsidas ist in deutscher Sprache schwer zu bekommen. Das ist jedoch zweitrangig; wie hier mehrfach betont wird, ist das Entscheidende der Klang, die Schwingung. Man gebe sich der Schwingung hin, dies erhebt den Geist und erfüllt ihn mit Frieden.

Update Oktober 2025: Das von mir verlinkte Video ist mehrmals als »nicht verfügbar« angezeigt worden. Hier daher drei Links anderer Kanäle, selber Inhalt, selbe Sänger, selbe Dauer: Kanal »Bhakti Sarover«Kanal »Satsangkirtan« • Kanal »Stay Music«.

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Das Video hat 36 Millionen Aufrufe, Hunderttausende von Likes, über dreizehntausend Kommentare, und diese Kommentare stammen – wie erfreulich! – mehrheitlich von sehr jungen Indern.  

Eine wenige seien hier zitiert:

»Schon bei der ersten Strophe hätte ich am liebsten geweint. Lord Ram, bitte sei mir gnädig. Jai Shri Ram.«

»Den Klängen dieser Hymnen wohnt ein geheimnisvoller Zauber inne. Dadurch werden die Augen feucht und man beginnt, die Nähe zum HERRN zu spüren.«

»Sie können eine solche Kraft in diesen Vierzeilern spüren, in denen Tulsidas Ji das gesamte Universum auf wundervolle Weise dargestellt hat.«

»Es scheint, als ob diese Verse des Ramcharitmanas einen von allen Sorgen und Problemen der Welt befreien, sie schenken Andacht, Kraft und Frieden. Jai Shri Ram!«

»Sehr schöne Präsentation, so ein wunderschöner Bhajan. Shri Ram Jai Ram Jai Jai Ram. O HERR, bitte segne mich weiterhin in meiner Hingabe an dich. Auch wenn der Tod kommt, werde ich mich an dich erinnern.«

»Wo immer jemand diese Vierzeiler hört, wird sein Geist rein, er findet Frieden und neue Energie wird freigesetzt.«

»Es gibt keine Worte, um diese Hymne zu erklären. Es ist in der Tat eine übernatürliche Schöpfung. Ich glaube, dieser Bhajan wird jeder Generation gefallen. In meiner Kindheit habe ich es im Radio gehört und jetzt, im Zeitalter der sozialen Medien, höre ich es jeden Tag irgendwo. Jai Shri Ram!«

»Immer wenn ich in großer Not bin, schöpfe ich durch das Anhören dieses Bhajans viel Mut und Kraft und meine Moral steigt um das Zehnfache. Jai Shri Ram!«

»Das Herz erfährt unermesslichen Frieden, wenn man diesem Hymnus Gottes lauscht. Jai Shri Ram!«

»Vor ein paar Tagen zerbrach meine langjährige Beziehung. Mir kamen negative Gedanken in den Sinn. Nach dem Anhören dieses Bhajans verspürt  man immensen Frieden. Nur in der Hingabe liegt Kraft. Jai Shri Ram!«

»Durch das Hören dieses Bhajans erlangt der Geist vollkommenen Frieden und Freude, man erfährt die Gegenwart des HERRN. Jai Shri Ram!«

»Wenn wir diese Vierzeiler jeden Tag hören, wird unser Geist ruhig und wir bekommen Energie für den ganzen Tag. Verbringen Sie in diesem geschäftigen Leben unbedingt 20 Minuten mit Gott. Lord Ram wird all Ihre Probleme, Sorgen und Schmerzen vertreiben. Jai Shri Ram!«

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Der in Indien (Rajasthan) berühmte Sänger und Schauspieler Prakash Gandhi widmet seine angenehme, warme Stimme zunehmend dem Religiösen. Unter seinen Bhajans bestechen vor allem jene zu Ehren von Gott Rama. Die Arrangements, vor allem die Rhythmik sind leider modern, aber dezent (nicht aufdringlich). Erneut sei gesagt, dass die (durchgehend klassischen, traditionellen) Texte eher zweitrangig sind, es geht um die in höhere Sphären tragenden Schwingungen (»Shri Ram, Jaj Ram …«).

Einige Beispiele: 1. Sab Mere Ram Jante Hai [Dauer: 06.15] • 2. Selbe Melodie wie 1, aber mit anderem Text und schönem Arrangement: Saare Jahan Ke Malik [Daher: 06.20] • 3. Jaha Le Chaloge Wahi Mai Chalunga [Dauer: 07.13] • 4. Aaya Teri Sharana Me [Dauer: 08.02] • 5. Prabhu Ham Bhi Sharanagat Hai [Dauer: 07.00] • 6. mein Favorit, Raja Ram Aaiye [Dauer: 04.40], ein dynamisches Sattva mit herrlich treibendem, traditionellem (nicht modernen) Rhythmus.

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»Ein einfaches Gebet« – so heißt es von dem Bhajan »Hey Prabhu Mujhe Bata Do« – O HERR (prabhu), sage es mir …«. Heute denken die meisten Inder bei diesen Worten an Krishna, Rama etc. Der Bhajan stammt aber aus der Jaina-Religion, eine der ältesten Glaubensformen Indiens und richtet sich an Gott an sich. Die Melodie ist wahrlich einfach, im besten Sinne des Wortes urtümlich; der Text ist zum Niederknien.

Am Anfang und zwischen den Strophen: Hey Prabhu Mujhe Bata Do … – O HERR, sage mir (wie ich zu Deinen Lotusfüßen gelangen kann)«.

O HERR, sage mir,
wie ich zu Deinen Lotusfüßen gelangen kann,
aus den Fesseln der Illusion (maya) heraus.
Wie kann ich Freiheit erlangen?

Hey Prabhu Mujhe Bata Do …

Ich kenne keine Formen der Verehrung (puja), 
unwissend wie ich bin, HERR. 
O Barmherziger, ich brauche Deine Gnade. 
Wie soll ich das ausdrücken?

Hey Prabhu Mujhe Bata Do …

O HERR, ich bin zutiefst gefallen.
Du bist der Erlöser der Gefallenen.
Mein Herz ist voller Laster,
so dass ich mich schäme, vor Dir zu erscheinen.

Hey Prabhu Mujhe Bata Do …

Ob ich gut oder schlecht bin,
ich gehöre doch ganz Dir.
Weise mich jetzt nicht zurück.
Ich verneige mich vor Deinen Lotusfüßen.

Ich habe sehr viele Versionen des Liedes gehört; die meisten sind schlecht. Der Großteil der indischen Sänger und Sängerinnen hat die Einfachheit und die Schwingung des Bhajans verzerrt, indem sie einen Bollywood-Song daraus machen mit allem neu-indischen Tamtam.

1) Eine sehr gute, andächtige Version hören wir von dem oben erwähnten Prakash Gandhi mit seiner wundervollen, warmen Stimme [Dauer: 06.21].

2) Die beste Version des Bhajans [Dauer: 06.52] wird gesungen von der jungen Khushi Chaudhary, Mitglied einer Mädchenschule in Nandgaon (nahe Vrindavan, Nordindien). Sie mag nicht die Stimmqualität eines Prakash Gandhi haben, aber die Reinheit und Hingabe ihres Vortrags ist überwältigend (Untertitel zum Mitlesen). Zum ersten Mal bin ich auch von einem modernen Arragement (Gitarrist Nav Kishore Nimai Das von »Madhavas Rock Band«) begeistert, es ist perfekt. Insgesamt besticht diese Schulaufnahme durch die höchste Schwingung.

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Einige indische Kommentare zum Video:

»Der allererste Bhajan, der mir tatsächlich Tränen in die Augen trieb. Ein sehr schönes Gebet von einem unschuldigen Mädchen mit einem aufrichtigen Herzen.«

»Ich kann nicht aufhören zu weinen. Dieses Lied klingt einfach himmlisch und ich glaube, dass die Sängerin eine Erscheinungsform des HERRN ist. Danke.«

»Ich schloss meine Augen während ich dieses Gebet hörte, und mir kamen die Tränen.«

»So ein wunderschönes Gebet, eine hypnotisierende Stimme und Worte. Höre es dir an, während du die Augen schließt, und deine Tränen werden fließen.«

»Das beste Gebetslied, das ich je in meinem Leben gehört habe. Es hat mir Tränen in die Augen getrieben.«

»Die Unschuld liegt in ihrem Gesicht und ihrer Stimme. Sie singt aus tiefstem Herzen und berührt alle Herzen. Gott segne sie und das Team.«

»Direkt aus dem Herzen. Was für ein glückseliger Bhajan. Du hast mir den Tag versüßt. Ausgezeichnete Arbeit, Madhavas. Bitte bringt mehr Bhajans von Khushi.«

»Sehr schön und berührend, solche Gebete sollte es in allen Schulen geben. Das Mädchen hat mit einer sehr süßen Stimme gesungen. Herzlichen Glückwunsch und ich wünsche ihr eine strahlende Zukunft.«

»Sehr schöner Bhajan, schöne Musik und wunderschön gesungen von Khushi mit voller Hingabe. Gott segne dich und schenke dir Glück!«

»Worte können die Großartigkeit dieses Liedes nicht beschreiben. Ich höre es täglich. Vielen Dank. Ich bin dir, kleine Sängerin, unendlich dankbar. Meine besten Wünsche an euch alle.«

»Ich werde nicht müde, diesen hypnotisierenden Bhajan drei- bis viermal am Tag zu hören. Die Stimme ist so süß. Möge der Segen der Göttin Saraswati auf dir ruhen. Mögest du immer glücklich sein. Möge Gott all deine Wünsche erfüllen.«

»Einfach wunderschön. So viel Einfachheit und Unschuld in der Stimme, ich konnte nicht aufhören zu weinen.« 

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Aus dem KI-Kanal »Krishna Within« – ein Bhajan in etwas modernerem und dennoch halbklassischem Gewand: 28 machtvolle Namen von Radha [Dauer: 07.50]. Die Melodie ist himmlisch, die Schwingung ebenso.

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Zum Thema »namenlose Sänger/Sängerinnen«: Die Anzahl der KI-Bhajans nimmt in rasantem Maße zu. In letzter Zeit machen die entsprechenden Vorschläge von YouTube 90 Prozent aus; das ist nicht in Ordnung, es stellt eine ungesunde Entwicklung dar. Allerdings ist das nicht nur beim Thema Bhajan so. Bedauerlich. 

Die meisten Kanal-Betreiber geben sich nicht einmal die Mühe, »ihre« – minutenschnell von einer Software erstellten! – Werke dem Hörer zu erklären. Einzig im Kanal »Krishna Samvad« finde ich die tröstliche Anmerkung: »Disclaimer: Die von Krishna Samvad präsentierten Inhalte werden mithilfe von KI erstellt, um die zeitlose Weisheit von Shri Krishna zu vermitteln. Unser einziges Ziel ist es, Hingabe, Frieden und Selbsterkenntnis zu fördern. KI wurde nicht verwendet, um falsche Ereignisse darzustellen, Fakten zu verfälschen oder zu manipulieren oder gegen die Community-Richtlinien von YouTube zu verstoßen.«

Künstliche Intelligenz, Teil 2: schöne Musik auf dem YouTube-Kanal Krishna-Samvad. Einige Bhajans sind fast eine Stunde lang, mit sich ständig wiederholendem Text (Mantra) – das heißt, sie sind als musikalische Meditation gedacht: Om Namo Bhagavate Vasudevaya [Dauer: 60 Minuten] • Hari Keshava Govinda Mantra [Dauer: 60 Minuten] • Shri Radharani Mahamantra [Dauer: 59.20] • und ein kurzer Bhajan als Ausdruck sattvischer Fröhlichkeit, Aarti Kunj Bihari Ki [Dauer: 05.38].

Künstliche Intelligenz, Teil 3: Das Gleiche gilt für den Kanal »Sacred Chants«. Einige schöne Bhajans sind Krishnaya Vasudevaya [Dauer: 06.18] • Har Har Shambho [Dauer: 14.15], Shambhu Shankar Namah Shivaya [Dauer: 11.25] und Sarvamangala Mangalye [Dauer: 03.10].

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»Künstliche Intelligenz« oder »authentisch, traditionell«? Bei den spirituellen KI-Videos unterscheide ich:

»Authentisch, traditionell« ist jedoch generell besser. Beispiel 1, Beispiel 2Beispiel 3. Funkelnde Diamanten von Bhakti-Marga.

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Weitere mit KI erstellte Videos, hier von Sachin Ghumakkad, wundervolle Bhajans mit hoher Schwingung: Rang Roop Na Dekh Rey Pyare [Dauer: 05.57]. Der Hindî-Text ist lieblich (kurz: »Wer Krishnas Namen mit wahrer Hingabe singt, dessen Leben wird rein«), aber im Grunde geht es erneut einzig um die Schwingung. 

Weiter: Hari Satyam Hari Shivam Hari Sundaram [Dauer: 05.00] • Tan Maati Ka Mann Hari Ka [Dauer: 04.31] • Khali Haath Aaye They Khali Haath Jayengey [Dauer: 05.40] • Sanatan Dharam Ki Mahima [Dauer: 03.27] • Ye Jag Jhuta Hai [Dauer: 06.10] • Phoolon Ki Holi Khele Radha Krishna [Dauer: 03.45] • Suna Hai Tere Dwar Par Aakar Mohan [Dauer: 04.55] …   

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Bildnachweis
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