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Leser-Service Bhagavad-Gîtâ


Seite 21, die Namen von Arjuna: Gudâkesha

Die traditionelle Wiedergabe von gudâkesha (leider kann ich nicht sämtliche diakritische Zeichen benutzen, siehe die Anmerkung auf der Startseite) geht von der Verbindung gudâkâ + îsha aus = »Herr (îsha) über den Schlaf, die Trägheit (gudâkâ)«. Es gibt eine zweite, von vielen Indologen bevorzugte Übersetzung, nämlich »Starkhaariger«, von guda + kesha. Zweifellos heißt kesha »Haar«. Beim Wort guda wird es schwieriger, denn es bedeutet »Kugel, Ball, Pille, Melasse, Zucker«. Die Anrede »Starkhaariger« (M. Monier-Williams: »thick-haired«) sagt aus: »der sein kräftiges Haar zu einem Knoten gebunden hat.«

Ich halte die zweite Wiedergabe für nicht plausibel, wenn auch möglich. Von Sir M. Monier-Williams wird in seinem Sanscrit-English Dictionary kurz nach dem »thick-haired« vermerkt: »gudâkâ (a word formed for the etymology of guda-kesha) = sloth.« Sloth heißt »Faulheit, Trägheit« und hat in dem Zusammenhang dieselbe Bedeutung wie sleep (Schlaf) und tamas (Unwissenheit, Verblendung).

Die Anrede »Herr über den Schlaf« (gudâkâ-îsha)  liegt nahe. Damit wird in der BhGîtâ betont, daß Arjuna in der Schlacht siegreich sein wird, weil er seinen Geist so beherrscht wie den Schlaf. Das letzte geht aus einer Episode Im Mahâbhârata hervor: Während der Ausbildung zum Bogenschützen durch seinen Lehrer Drona löschte in dunkler Nacht der Wind das Licht, in dessen Schein Arjuna sein Essen nahm. Da fiel Arjuna auf, daß er seine Hand auch in völliger Dunkelheit zielsicher zum Mund führen konnte. Dies traf ihn dermaßen daß er beschloß, das Bogenschießen in der Dunkelheit zu üben, und durch beständige Nachtübung erreichte er eine außergewöhnliche Fähigkeit. Sein Lehrer Drona war von Arjunas Konzentration, Entschlossenheit und Tatkraft höchst beeindruckt und sagte ihm voraus, daß er der größte Bogenschütze auf Erden sein würde.

Wie Monier-Williams gibt auch der Indologe Vaman Shivaram Apte die Bedeutung von gudâkâ mit 1. sloth und 2. sleep an, verbindet es allerdings nicht mit Gudâkesha, welches auch für ihn »thick-haired« zu heißen scheint. Schließlich: Der große Shri Shankaracharya läßt beide Deutungen zu: »der den Schlaf besiegt hat« und »Starkhaariger«.

 

Seite 137, Vers 13 des 10. Gesangs: Asita, Devala oder Asita-Devala?

Die Mehrheit der Übersetzer gibt den Vers 13 so wieder: »… nennen Dich alle die Rishis, auch der göttliche Rishi Nârada, (und) Asita, Devala, Vyâsa; und Du selbst sagst es mir nun!«

Das bedeudet, daß es sich bei Asita und Devala um zwei Personen handelt. Ein Hinweis darauf wäre die Erwähnung eines Asita in der Schrift Lalita-Vistara und eines Devala im Vishnu-Purâna.

Es gibt allerdings auch einen Weisen (Rishi) namens Asita Devala. Er lebte in einer Einsiedelei an den Ufern des Flusses Sarasvatî. Von ihm heißt es: »Er wurde von manchen Asita genannt, von anderen Devala, wieder von anderen Asita-Devala.«

Man kann also den Vers 10 auch übersetzen: »… nennen Dich alle die Rishis, auch der göttliche Rishi Nârada, (und) Asita-Devala, Vyâsa; und Du selbst sagst es mir nun!«

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Krishna belehrt Arjuna: free image aus dem Buch
»Mahabharata Tej Kumar Book Depot Mahavir Prasad Mishra«

Diese Seite wurde am 11.12.2018 zuletzt geändert.

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