Yoga Helmuth Maldoner Karlsruhe - Leser-Service Ernährung und Gesundheit
Yoga-Institut Helmuth Maldoner Karlsruhe

Leser-Service »Ernährung und Gesundheit«

 

Die neue, 2. Auflage ist seit 2013 erhältlich. Abgesehen von minimalen Änderungen im Textteil habe ich hauptsächlich das Vorwort zur 2. Auflage für Korrekturen und Ergänzungen genutzt, so dass die Käufer der 1. Auflage damit im Besitz praktisch aller neuen Informationen sind. Das Thema Ernährung ist höchst umstritten. Je mehr Jahre vergehen, desto mehr reduziert es sich für mich auf das, was der Yoga dazu sagt. Insofern steht mit der 2. Auflage das Buch; Änderungen sind nicht mehr vorgesehen.

Update 2019 – Im Vorwort steht: »Zur Entschlackung/Entgiftung des Organismus werden neben einer gesunden Ernährungsweise ergänzende Methoden zur Reinigung empfohlen. Ihre Beschreibung würde den hier gesetzten Rahmen sprengen. Der Autor erwägt, sie gesondert in einer kleinen Schrift darzulegen.« Angesichts meines Alters will ich den beschwerlichen Weg einer Buchveröffentlichung nicht mehr gehen. Als Leser-Service seien hier einige Hinweise zu findent, natürlich in stark verkürzter Form.

Update Juni 2026 – Da es mit Sicherheit nicht mehr zu einer Neuauflage kommen wird, sei hier das Schlusskapitel »Zusammenfassung und Empfehlungen« mit finalen Präzisierungen wiedergegeben. Damit habe ich meine Pflicht als Autor erfüllt.

 

Ergänzung 1: das vollständige Anfangszitat

Ergänzung 2: das Praktische

Ergänzung 3: das Wesentliche

Ergänzung 4: die Rohkost

Ergänzung 5: die Budwig-Creme (Quark-Leinöl)

Ergänzung 6: ein Wort zu Dr. Steintel

Ergänzung 7: Calcium und Magnesium

Ergänzung 8: das Wahre liegt in der Einfachheit

Ergänzung 9: der Stellenwert der Ernährung

Darf man die Budwig-Creme auf Vorrat zubereiten?

Wieviel Leinöl täglich?

Geschroteter Leinsamen im Handel

Omega-3: Leinöl, Fischöl, Algenöl

Gepriesen, aber fragwürdig: die marinen Öle EPA/DHA

Kapitel »Zusammenfassung und Empfehlungen«: letzte Präzisierungen

Reinigungen

 

Ergänzung 1: das vollständige Anfangszitat

Die 2. Auflage ermöglicht es mir, anstelle des im Vorwort verkürzten Anfangszitates des Altmeisters Louis Kuhne (Leipzig 1835–1901) dessen wegweisende Originalworte wiederzugeben. Sie lauten:

»Jedes Kranksein wird bedingt durch das Vorhandensein von Fremdstoffen im Körper. Es gibt nur eine Krankheitsursache, es gibt auch nur eine Krankheit, die sich durch verschiedene Erscheinungen offenbart. Alle Krankheiten haben ihre Entstehungsquelle im Unterleib infolge einer mangelhaften Verdauung.«

Update Februar 2024 – Die bisher an dieser Stelle stehende Anmerkung zur Mischung der Quark-Leinöl-Creme wurde gelöscht. Siehe die Präzisierung etwas weiter unten, »Ergänzung 5: die Budwig-Creme«.

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Ergänzung 2: das Praktische

Eine Person sagte auf die Frage, ob sie sich schon an einige Hinweise aus dem Buch halten würde, dieses sei zu theoretisch – für mich der Beweis, dass sie mit Sicherheit nicht über die Lektüre der ersten Seiten hinausgekommen war. Wer nur einen Bruchteil der zahlreichen praktischen Ratschläge beherzigen kann die hier zu finden sind, der hat einen großen Schritt nach vorne gemacht.

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Ergänzung 3: das Wesentliche

Andere Leser vermissten einige für sie wichtige Dinge: »Warum wurde die Diät X, die Methode Y, der Aspekt Z nicht beschrieben?« Ich stelle erneut fest: Interessant ist vieles, von Belang nur weniges. Mit den Worten des Hippokrates: »Die Kunst ist lang, das Leben ist kurz …« Es war mein Ehrgeiz, ein möglichst dünnes Buch zu schreiben, in welchem nur die in meinen Augen wichtigen Dinge erörtert werden. Sicherlich gäbe es weitere Hinweise anzubringen, beispielsweise: Man mahle die Gewürze stets selbst kurz vor dem Verzehr und kaufe keine gemahlenen, da viele von ihnen mit Schimmelpilzen belastet sind; man bewahre Öl, ölige Speisen und ölige Zubereitungen niemals in Plastikbehältern auf, weil dabei schädliche Kunststoffpartikel ins Öl übergehen; man benutze nicht Zahnpasten und auch nicht Speisesalz mit Fluoriden (Fluorid ist ein Blutgift), und noch einiges mehr. Doch wozu? Damit der Leser entmutigt das Buch zur Seite legt und fragt: Was denn noch alles? Wer auf dem Weg der bewussten Ernährung mit Bedacht anfängt, entwickelt von selbst die notwendige Sensibilität für andere wichtige Dinge. Wie am Ende des Buches gesagt wird: Verbessere heute diese Sache, morgen jene …

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Ergänzung 4: die Rohkost

Zu dem Thema gibt es Missverständnisse. Mein Satz: »50 % einer Mahlzeit sollten aus Rohkost bestehen« darf nicht so interpretiert werden, dass man viel Rohes zu sich nimmt. Es gilt, andere Sätze in diesem Buch zu lesen: »Die wenige nötige Rohkost sollte von guter Qualität sein; iss nicht zuviel, iss nicht zu sehr durcheinander; ungenügend gekaute Rohkost führt zur Darmgärung; man esse kleine Mengen hochwertiger und gut gekauter Nahrung; es ist egal, was man isst, Hauptsache wenig – und viel Bewegung; beschränke Dich beim Gemüse« …

Erneut sei auf ein wichtiges, von den meisten Menschen missachtetes Prinzip hingewiesen: Darmempfindliche (und im Grunde alle Menschen) sollten Obst – eines der reinsten, leichtesten, besten Nahrungsmittel – niemals mit anderen Speisen mischen; es muss alleine genossen werden. Sofern es yogagemäß gegessen wird – wenig und unter sorgfältigem Einspeicheln – wird jedes Obst in Rekordzeit verdaut und entfaltet seine segensreichen Wirkungen. Isst man jedoch a) zuviel Obst b) zu schnell und c) mit anderen Speisen, insbesondere mit Stärke kombiniert, dann kehren sich seine Wirkungen um, es wird schädlich. Wer den so häufig zu hörenden Satz von sich gibt: »Obst tut mir nicht gut, ich leide an Fruchtzuckerunverträglichkeit!«, sollte erst einmal prüfen, woran das wirklich liegt. Bei der angeborenen Fructoseintoleranz, einer extrem seltenen (1 von 20.000 Menschen) und schweren Stoffwechselstörung, darf gesagt werden, »da kann man nichts machen«. Bei der erworbenen Fructoseintoleranz dagegen, von welcher geschätzte 30 von 100 Personen betroffen sind, sagt einem bereits der Ausdruck »erworben«, dass dies nicht »von Natur aus so ist«, sondern mit Ernährungsfehlern zu tun hat, und dass durch entsprechende Änderungen sich alles zum Guten wenden kann.

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Ergänzung 5: die Budwig-Creme (Quark-Leinöl)

Fragen gab es auch bei der Öl-Eiweiß-Kost, genauer: bei der Zusammenstellung der Quark-Leinöl-Creme. Hier muss ich weiter ausholen, weil die Budwig-Creme den zentralen Punkt meiner Ernährungsempfehlung darstellt.

Dr. Budwigs Originalrezept ist nicht fest, sie hat in ihren Büchern leicht voneinander abweichende Anleitungen gegeben:

(a) 100 g Quark, 25 g Milch, 40 g Öl. 125 g Quark/Milch geteilt durch 40 g Öl = 32 % Öl; Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 3:1.

(b) 100–125 Quark, 2 EL Milch (30 g), 3 EL Öl (28 g) = Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 5,5:1.

(c) 1/4 Pfund Quark, 1–2 EL Milch (15–30 g), 2–3 EL Öl (18–28 g) = Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 5,5:1.

Zu a): Eine 3:1-Mischung kommt nicht in Frage, denn die von mir aus praktischen Gründen* in einem Mal** hergestellte Menge, 1500 g Quark plus 250 g Yoghurt, müsste demnach einen halben Liter Öl enthalten – zuviel. Bei dem mir zur Verfügung stehenden Quark (siehe unten) ist eine 3:1-Mischung gar nicht möglich. Eine beträchtliche Menge Leinöl schwimmt im Quark und hat sich nicht mit ihm vermischt.   

* aus praktischen Gründen: Ich will keine geöffneten Leinölflaschen im Kühlschrank. Einmal geöffnet, sofort vermischt. Daher ist beim Herstellen der Budwig-Creme stets die Leinölmenge vorrangig (250 ml), Quark und Yoghurt folgen entsprechend.

** Für jene die glauben, man dürfe nur kleine Einzelportionen herstellen und unverzüglich verbrauchen, siehe »Darf man die Budwig-Creme auf Vorrat zubereiten?« → Link

Zu b) und c): Ich gehe davon aus, dass das ~ 5:1-Verhältnis bei Johanna Budwig das eigentliche ist.

Im Internet findet man widersprüchliche Angaben. Oft wird ein Verhältnis von 2:1 genannt (= 50 Prozent Öl, ich kann es kaum glauben), mit der grotesken Anmerkung: »So ist in der Mischung keinerlei Öl sichtbar und absolut kein Leinölgeschmack mehr wahrnehmbar.« Da bleibt für mich nur die Frage, ob die Verfasser solcher Artikel die Budwig-Creme ein einziges Mal selber hergestellt haben.

Update Februar 2024 – Mittlerweile benötigt meine Mischung mehr Quark. Ich führe das auf die Qualität des Quarks zurück, der nicht mehr bröckelig/fest, sondern glatt, man muß sagen: weicher geworden ist. Dieser Quark mag für die verarbeitenden Betriebe günstiger sein, weil die Behälter maschinell leichter zu füllen sind, jedenfalls bindet er weniger Öl, das ist bedauerlich. Vielleicht gibt es noch den alten festeren Quark, aber mir steht er nicht zur Verfügung.

Erfahrung aus dem Urlaub: Im dänischen Odder (Jütland) ist der angebotene Quark derart »weich« (sprich: wasserhaltig), dass keinerlei Milch bzw. in meinem Fall keinerlei Yoghurt mehr nötig ist, um die Sämigkeit der Creme zu erreichen. Das kann ich natürlich nicht gut finden …   

Somit komme ich auf folgende Mischung: Leinöl 250 ml (233 g), Quark ca. 2000 Gramm, Yoghurt ca. 250 Gramm. Da mir in diesem Punkt widersprochen wurde, merke ich an: Es soll jeder Mensch mischen, wie er es gut findet. Aber ich glaube, mit diesem Update fair gehandelt, meiner Informationspflicht Genüge getan zu haben.

Wichtig ist: Das Leinöl muss sich VOLLSTÄNDIG mit dem Quark vermischen, es dürfen in der Creme keine Öltropfen- bzw. Schlieren sichtbar sein.

(a) Johanna Budwigs Mischung = Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 5:1

(b) meine Mischung = Verhältnis Quark/Yoghurt zu Öl ~ 9:1

Update Mai 2026 – Ein neuer Forscher ist in meine Gedankenwelt eingetreten, Brian Peskin (USA). Er ist ein Bewunderer von Otto Warburg, der auch in Dr. Budwigs System die zentrale Rolle spielt. Peskin erwähnt als einzigen Kritikpunkt an der von ihm geschätzten Johanna Budwig, dass eine einseitige Betonung des Leinöls (= zuviel Omega-3) nicht gesund sein kann, wenn nicht gleichzeitig genügend (qualitativ hohes, unverarbeitetes) Omega-6 verwendet wird. Das passt zur Aussage des Fett-Experten Udo Erasmus (Kanada), dass er persönlich große gesundheitliche Probleme verschiedener Art bekam, als er ausschließlich Leinöl (Omega-3) verwendete. Sobald er genügend Omega-6 (in Form von Sonnenblumenkernen und Sesamsamen) hinzufügte war alles wieder in Ordnung [→ Minute 41 im Video*]Diese Information von Dr. Erasmus ist ein Augenöffner.

[* Alle Videos mit Dr. Erasmus sind großartig, aber dieses Video (Englisch, 83 Minuten) ist wundervoll.]

Brian Peskin betont: Omega-3 (Alpha-Linolensäure) ist wichtig, aber Omega-6 (Linolsäure) ist wichtiger. Das spiegelt sich in dem Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 wider, welches natürlicherweise je nach Gewebeart im Körper (kurzgefasst, nicht ganz genau) zwischen 12:1 bis 2:1 liegt. Wobei unbedingt an Peskins Mahnung zu erinnern ist: »Prozessierte pflanzliche Samenöle sind schädlich. Wenn man nicht zwischen verarbeiteten Omega-6-Mutterfettsäuren und unverarbeiteten/voll funktionsfähigen pflanzlichen Omega-6-Mutterfettsäuren unterscheidet, wird dies großen Schaden anrichten. Wenn pflanzliche Omega-6-Samenöle biologisch/unverarbeitet sind, so wie die Natur es vorgesehen hat, sind sie essentiell und für eine optimale Gesundheit notwendig.« 

Eines der besten Videos mit den Erklärungen von Brian Peskin (Englisch, 68 Minuten) erfordert vom Hörer etwas Geduld – die Lawine an Fakten mag anstrengend sein, aber es lohnt sich. Nebenbei: die deutsche KI-Übersetzung ist schlecht. • Ein Kommentar unter dem Video: »Auch wenn diesem Interview nicht ganz einfach zu folgen ist: Der  Gast ist absolut brillant. Er teilt hier wahre Goldstücke. Vielen Dank  für dieses Gespräch – es war wahrlich sehr aufschlussreich.« Hier ein weiteres gutes Video mit Prof. Peskin (Englisch, 80 Minuten). 

Das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 ist im Leinöl 1:3 bis 1:4, etwas zuviel Übergewicht an Omega-3. Gutes (nicht verarbeitetes) Omega-6 also nicht vergessen!

Nach Beschäftigung mit Brian Peskin bin ich überzeugt, mit meiner Quark-Leinöl-Mischung richtigzuliegen. Konkret: Ich nehme weniger Leinöl (~ 9:1 statt 5:1) und achte auf eine qualitativ hohe Linolsäure-Versorgung (Omega-6) aus nicht verarbeiteten, nicht erhitzten Lebensmitteln, bevorzugt Sonnenblumenkerne in Rohkostqualität.

Wieviel Creme soll man essen? Einige sagen, mehr als 2 Esslöffel Leinöl täglich dürfen es nicht sein (nach dem Budwig-Originalrezept sind das nicht einmal 100 Gramm Creme), andere, man sollte 4 Esslöffel nicht übersteigen. Johanna Budwig empfahl Schwerkranken bis zu 6 Esslöffel Leinöl (nicht 6 Esslöffel Creme, sondern tatsächlich 6 Esslöffel Öl). Da mögen meine Angaben verwundern, daher eine Präzisierung:

Meine Empfehlung, ein Schälchen davon (100 Gramm, 3 leicht gehäufte Esslöffel der fertigen Creme) einmal, vielleicht zweimal täglich zu essen, bezieht sich nicht auf Dr. Budwigs Rezept (~ 5:1), sondern auf meine Mischung (~ 9:1). Noch einmal zur Sicherheit: nicht 3 Esslöffel Leinöl, sondern 3 Esslöffel der fertigen Creme.

Erwähnt werden sollte noch, dass die Deklaration »kaltgepresstes Leinöl« nicht immer eine Garantie dafür ist, dass es nicht erhitzt wurde. Die Samen werden vor dem Pressen nicht erhitzt, in Ordnung. Aber beim »Kaltpressen« der Samen kann im Presszylinder durch Druck und Reibung eine Temperatur von 60 bis 80 und noch mehr Grad entstehen. Es gilt darauf zu achten, Leinöl und auch die anderen wertvollen Öle in Rohkostqualität zu kaufen. Mehrere Firmen garantieren, dass durch spezielle Vorrichtungen (langsamere Drehzahlen, Wasserkühlung) die sogenannte Auslauftemperatur im Presszylinder 28 Grad, höchstens um die 35 Grad beträgt.

Betont wird erneut dass es nicht gut ist, Leinöl pur zu sich zu nehmen; immer ist es mit schwefelhaltigem Eiweiß zu verbinden*. Es sei der Hinweis von Seite 79 (1. Auflage) wiederholt: »Auch bei der Verwendung der unraffinierten Öle stimmt Dr. Budwig mit der Reform überein. Aber es ist unbedingt erforderlich, dass die entsprechenden eiweißhaltigen Nahrungsmittel mitverabreicht werden, sonst schlägt die günstige Wirkung der Öle in das Gegenteil um!«

* Anmerkung 1: Udo Erasmus ist ein Bewunderer von Johanna Budwig, aber mit diesem Satz ist er nicht einverstanden. Seine sämtlichen Ölrezepturen (»Udo's Choice«) enthalten pures Leinöl, welches seiner Meinung nach problemlos in Salate oder sonstige Speisen gegeben werden kann.

* Anmerkung 2: Umgekehrt stand Johanna Budwig den fertigen Öl-Mischungen von Udo Erasmus ablehnend gegenüber …

* Anmerkung 3: Persönlich wurde ich im Internet für die Aussage, dass es nicht gut ist Leinöl pur zu nehmen kritisiert. Ich bleibe aber dabei. Johanna Budwig hat in allen ihren Büchern mit größtem Nachdruck darauf hingewiesen. Mir leuchten ihre Begründungen zu einhundert Prozent ein. Erst durch die Verbindung mit schwefelhaltigem Eiweiß erhält man eine wasserlösliche Substanz zur optimalen Aufnahme und Verwertung im Organismus.

Weiter: Die Wissenschaft von den Fetten ist höchst komplex und kann in einem kleinen Ernährungsbuch nicht gebührend behandelt werden. Zur Vermeidung von Missverständnissen sei zumindest erwähnt: Die Warnung vor der Gefährlichkeit gesättigter Fette betrifft die künstlich hergestellten, nicht die in der Natur vorkommenden gesättigten Fette. Der indische Weg, die Verwendung von natürlichem Kokos- oder Palmöl, kann nicht so falsch sein, wie manche es behaupten. Seit langem werden auch in Asien die Öle künstlich verändert, und vor dem Verzehr solcher Öle und Fette wird gewarnt. Das naturbelassene, herrlich duftende Kokosöl dagegen, jenes im alten Indien verwendete und bis heute erhältliche, ist etwas anderes (im heutigen Indien wird dagegen wie im Westen alles raffiniert, das dortige Kokosöl duftet nicht mehr, es ist geschädigt). Es enthält MCT-Fette (Fette mittlerer Kettenlänge), die »bei der täglichen Fettzufuhr neben einem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren ausreichend vorhanden sein sollten« – so steht es präzise formuliert im »Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch«. Die Verwendung von natürlichen gesättigten Ölen ist nicht schädlich. Denn im anderen Fall wären Südindien und Afrika (Hauptfette: Kokos- und Palmöl) menschenleer, weil die Bevölkerung ausgestorben sein müsste.

Durch Prozessierung der Öle wird die Molekularstruktur der Fettsäuren verändert, es entstehen die Trans-Fette, welche schädlich sind. Noch einmal mit den Worten von Dr. Budwig: »Fette, bei denen mit der Fetthärtung die Elektronenwolken entfernt wurden, damit sie haltbar sind, den Sauerstoff nicht aufnehmen, sind nicht nur für die Atmung ein Hindernis. Sie werden vom Herzen bald ausgeschieden und lagern sich als feste organfremde Fettballen am Herzmuskel ab. Das Bild des Herzinfarktes läßt dies eindeutig erkennen. Auch in den Schlagadern werden diese wertlosen, elektrisch indifferenten Fette abgeschieden. Sie geben ja mit Eiweiß keine wasserlöslichen Anlagerungsprodukte mehr. Sie blockieren den Kreislauf, die Herzaktion, die Zell-Erneuerung und den Säftestrom in Blut- und Lymphbahnen.« Nun mag man sagen: »Ich esse nur naturbelassene, ungehärtete Fette« – die Frage bleibt, ob dies stimmt. Wer macht sich bewusst, dass so gut wie alle Bäckereiprodukte, Kuchen, Kekse, Eiscremes, Schokoladen und hundert andere Dinge wie Chips und Pommes frites Trans-Fette enthalten? Über die Schädlichkeit der prozessierten Fette kann man nicht oft genug sprechen, so wie es die Wegbereiterin Johanna Budwig bereits vor Jahrzehnten getan hat.

Die Verwendung von unbehandelten natürlichen gesättigten Fetten (Butter, Bio-Kokosöl ) ist unbedenklich – eine gleichzeitige genügende Zufuhr an essentiellen (ungesättigten) Fettsäuren vorausgesetzt. Es ist bezeichnend dass Trans-Fette z.B. im Verdacht stehen, Darmerkrankungen wie den Morbus Crohn zu begünstigen, während man den MCT-Fetten aus naturbelassenen Ölen eine heilende Wirkung auf Entzündungen im Darmbereich zuschreibt. Dr. Budwig empfahl für die Zubereitung ihres streichfähigen Fettproduktes Oleolux die Mischung aus Kokos- und Leinöl; und über die Butter sprach sie nicht negativ, obgleich sie bei der Beratung von Krebskranken »die Butter zunächst ausschaltete« und praktisch nur Leinöl verordnete.

Bliebe eine letzte, kontroverse Sache: Antioxydantien (insbesondere das Vitamin E) und die Budwig-Creme. Da sagen die einen: Um die mit dem Leinöl aufgenommenen ungesättigten Fettsäuren im Körper vor der Oxydation zu schützen, muss man zusätzliches Vit. E zu sich nehmen. Je mehr Leinöl und andere ungesättigte Fette man isst, desto mehr kommt man in ein Defizit an Vitamin E. Johanna Budwig und andere dagegen betonen: Diese Oxydation, die Aufnahme von Sauerstoff ist ja der Sinn des Ganzen, und die Einnahme hochdosierter Gaben an antioxydativen Vitaminen ist kontraproduktiv. So weit, so gut. Ärgerlich ist nur, dass niemand, auch nicht Dr. Budwig, willens war und ist zu sagen, was genau »hochdosiert« bedeuten soll. 12 mg Vit. E täglich, eine verschwindend kleine Menge, ist der RDA-Wert. 100 bis 1000 mg Vit. E täglich werden heute weltweit in der Therapie angewendet. Bedeutet »hochdosiert« vielleicht 50 mg (dies wäre bereits der mehr als vierfache RDA-Wert), oder doch erst 100, oder 200 …? In der Weigerung hier Stellung zu nehmen, zeigt sich der für fast alle Genies typische Starrsinn, nur das Eigene zu beleuchten. Mit wachsendem Wissen sollte das Ego nicht mitwachsen, so heißt es in der Yogalehre; aber die Welt dreht sich anders. Wie sonst will man erklären, dass etwa der große Linus Pauling die epochalen Arbeiten von Dr. Budwig kannte – und mit keinem Wort erwähnte? Dass umgekehrt Johanna Budwig die wertvollen Vitaminforschungen von Linus Pauling kannte und nicht willens war etwas tiefer darauf einzugehen? Beispiele dieser Art aus der Welt der Medizin könnte man viele aufzählen. Ich bin ein Anhänger von Johanna Budwigs Öl-Eiweiß-Kost UND von Linus Paulings Orthomolekularmedizin und scheue mich nicht, überaus bewunderte Menschen auch zu kritisieren.

Zurück zum Thema Antioxydantien. Orthomolekulare Substanzen in bestimmter Dosierung sind in der heutigen Zeit sinnvoll, weil wir von zu vielen Feinden in unserer beinahe ruinierten Umwelt bedroht sind. Hat Dr. Budwig dies berücksichtigt? Sie behauptete dass Vitamine nicht imstande sind, die Zellatmung zu fördern. Das kann sein; ihr gegenüber stehen aber zahlreiche namhafte Forscher, die das bestreiten. Was ist zu tun? Da Autoritäten wie die Drs. Pauling, Budwig und andere hier leider schweigen, ist jeder Interessierte mit eigenem Studium auf sich gestellt; ich vermag in diesem Punkt keine Hilfe zu sein. Ich betrachte es aber als Pflicht, auf dieses ungelöste Problem hinzuweisen und kann nur die eigene Meinung zum Ausdruck bringen (kein Ratschlag): Bei normaler Ernährungsweise ist heute die zusätzliche Einnahme von orthomolekularen Substanzen (Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Enzyme) empfehlenswert. Lebt man streng nach Budwig, ist dies vermutlich nicht nötig. Wer aber hält sich streng an die Öl-Eiweiß-Kost (= Quark-Leinöl und 80 % Rohkost, um es schnell auf den Punkt zu bringen)? »Ich lebe jetzt nach Budwig« – das ist schnell gesagt. Bei näherer Befragung stellt sich meist heraus, dass man zu seiner normalen, gutbürgerlichen Kost noch gelegentlich ein Schälchen Budwig-Creme zu sich nimmt.

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Merksätze

»Erhitze niemals Öle!« [Lothar Hirneise – Budwig-Schüler und Autor von Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe]

»Hinsichtlich der Gesundheit ist Frittieren das Dümmste, was wir je für unsere Lebensmittel erfunden haben. Wir tun damit unseren Lebensmitteln das Schlimmste an. Wir fügen den empfindlichsten Molekülen (= Öle) den größten Schaden zu. Das ist der Inbegriff menschlicher Dummheit.« [Dr. Udo Erasmus]

»Fette sind die alle Lebenserscheinungen beherrschenden Faktoren, so ein Physiologe aus dem Jahre 1911, Ivar Bang. Heute können wir darüber hinaus sagen: Jawohl, Fette in Übereinstimmung mit den Photonen der Sonnenenergie, elektronenreiche Fette in Resonanz mit der Wellenlänge der Sonnenenergie beherrschen in der Tat die gesamten Lebensfunktionen!« [Dr. Johanna Budwig]

»Alles ist nichts, wenn nicht in der Fettfrage ganz klare Sache gemacht wird!« [Dr. Johanna Budwig]

»Quark-Leinöl stellt heute etwas Ungeheures dar.« [Dr. Johanna Budwig]

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In der Küche:

↓↓↓ Braten/Frittieren: nie.

↑↑  Kochen mit wenig Wasser – kaltes Öl nachträglich den Speisen zufügen.

↑↑↑ Dampfgaren – kaltes Öl nachträglich den Speisen zufügen.

↑↓  Kochen mit Bio-Kokosöl/Ghee: akzeptabel, wenn mengenmäßig stark begrenzt.

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Ergänzung 6: ein Wort zu Dr. Steintel

Es ist ein Unterschied ob man generell Samen »isst« oder ob man sie »therapeutisch nutzt«; eine Frage der Quantität. Samen »essen« tut man, wenn etwa Getreide und Hülsenfrüchte ein beherrschender Bestandteil der täglichen Ernährung sind; man nutzt Samen therapeutisch, wenn eine geringe Menge frisch geschroteten Leinsamens in die Budwig-Creme gegeben wird oder wenn einige Aprikosenkerne gegessen werden. Es sei wiederholt: »Isst man weder Eier noch Hülsenfrüchte und vermeidet Weizen und Roggen, dann ist gegen einen Teelöffel Leinsamenschrot nichts einzuwenden.« Im Gegenteil, viele Therapeuten empfehlen es sogar. Leinsamen, bittere Aprikosenkerne … enthalten einen Stoff, der als Antikrebsmittel gilt. Kurz: Samen als »Nahrung« im gewöhnlich verstandenen Sinne sind für das menschliche Verdauungssystem nicht geeignet, hier hat Dr. Steintel recht. Gewisse Samen in therapeutischer Dosierung sind aber hilfreich.

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Ergänzung 7: Calcium und Magnesium

Das Verhältnis Calcium zu Magnesium soll normalerweise 2 zu 1 sein (500 mg Ca = 250 mg Mg). Das habe ich so zitiert weil es medizinischer Standard ist. Aber was ist heute noch normal. In unserer katastrophal sich ernährenden Fast-food-Gesellschaft erhalten viele Menschen zwar auch wenig Calcium, gewichtiger aber ist der Mangel an Magnesium. Calcium findet sich natürlicherweise genug in der Nahrung; die Frage ist, ob der Körper es verwerten kann. Fehlt es ihm an essentiellen Substanzen wie Magnesium, Silizium, Zink, Kupfer, Bor, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin K …, kann er es nicht verwerten. In den Knochen vermindert sich dann das Calcium; in den Arterien, Nieren, in den weichen Geweben lagert es sich andererseits als Müll ab, wie will man dies erklären? Der Calciumhaushalt ist wie die anderen biochemischen Prozesse sehr komplex. Jedenfalls: Da der Gehalt der Lebensmittel an Magnesium in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat (wie einigen Studien und Berichten zu entnehmen ist), wird von Fachleuten zunehmend empfohlen, die Menge an Magnesium in Form einer Nahrungsergänzung zu erhöhen; ich rate hier zum vergleichsweise günstigen und guten Magnesiumcitrat. Dazu eine Präzisierung. In der 1. Auflage steht: »… enthält Magnesiumcitrat … nur etwa 20 % Magnesium. Eine Tablette mit 200 mg Magnesiumcitrat versorgt Dich also mit 40 mg elementarem Magnesium.« Exakter muß es heißen: »Magnesiumcitrat enthält 16 % elementares (reines) Magnesium; eine Tablette (Kapsel) mit 200 mg Magnesiumcitrat versorgt Dich mit 32 mg Magnesium.« [Update: Für jene die es ganz genau wissen wollen, als »Magnesiumcitrat« werden zwei Arten bezeichnet: 1. Magnesiumhydrogencitrat und 2. Trimagnesiumdicitrat. Das erste schmeckt leicht sauer und enthält etwa 8 % Magnesium. Das zweite schmeckt leicht bitter und enthält etwa 16 % Magnesium. Man benötigt also vom zweiten nur die Hälfte der Pulvermenge, dafür ist es allerdings teurer.]

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Ergänzung 8: das Wahre liegt in der Einfachheit

Eine wissenschaftliche Ernährung in einer modernen Welt, das ist der eine Pol; eine dem gesunden Menschenverstand entsprechende Ernährungsweise, das ist der andere. In diesem Buch wird gesagt worauf es zunächst ankommt: auf das Fördern der Verdauungskraft, auf das Kauen der Speisen, auf das Wenig-Essen, auf die Übung des Hatha-Yoga, auf die tägliche (!) Bewegung in frischer (!) Luft. Schafft man es, einige Prinzipien des Hatha-Yoga, Dr. van Aakens Prinzip (wenig essen, viel bewegen) und einige der Grundsätze der Drs. Mayr, Steintel, Lutz und Budwig zu kombinieren, dann braucht man sich keine weiteren Gedanken um die Ernährung zu machen. Sie ist kein Selbstzweck; sie soll zu Gesundheit und Kraft verhelfen, so dass man sich dem höheren Sinn des Lebens zuwenden kann. Zudem ist Ernährung nicht alles in Sachen Gesundheit, wie auch diese Sätze von Johanna Budwig aus ihrem letzten Buch (Krebs, das Problem und die Lösung) zeigen sollten: »Es ist sehr wichtig, dass der Mensch als Einheit von Körper, Seele und Geist gesehen wird. Welcher Faktor im Augenblick vorrangig ist, kann sehr unterschiedlich sein. Ich bin heute noch überzeugt, wenn eine Ehefrau ein sehr schlechtes Eheverhältnis hat, Tag für Tag Unterdrückung und Sticheleien von ihrem Mann ertragen muss, dann kann ich ihr auch nicht mit Quark-Leinöl helfen. Alle drei Faktoren gehören beim Menschen zusammen.«

Fast alle Krankheiten entstehen durch eine schlechte Verdauung, sagten Louis Kuhne und andere hier zitierte Größen. Das ist die einfache Wahrheit, und in diesem Sinn seien einige, zum Teil erheblich gekürzte Sätze aus Hufelands »Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern« wiedergegeben, das wohl beste Gesundheitsbuch aller Zeiten:

»Der Begriff der guten Diät ist etwas relativ; wir sehen, dass gerade die Menschen die ältesten wurden, die gewiss keine ängstliche Diät hielten, aber die sparsam lebten, und es ist ein Vorzug der menschlichen Natur, dass sie alle Nahrungsmittel verarbeiten kann, und nicht wie die tierische, auf eine gewisse Klasse eingeschränkt ist. Es ist ausgemacht, dass ein Mensch, der natürlich mehr im Freien und in Bewegung lebt, sehr wenige Diätregeln braucht. Unsre künstliche Diät wird erst durch unser künstliches Leben notwendig. So viel ist gewiss, dass es nicht sowohl auf die Qualität, aber gar sehr auf die Quantität der Nahrungsmittel ankommt, wenn wir auf Verlängerung des Lebens sehen. Man kann behaupten, dass der größte Teil der Menschen viel mehr isst, als er nötig hat, und schon in der Kindheit wird uns durch das gewaltsame Hinunterstopfen und Überfüttern der natürliche Sinn genommen zu wissen, wenn wir satt sind.

Nicht das, was wir essen, sondern das, was wir verdauen kommt uns zugute und gereicht uns zur Nahrung. Folglich, wer alt werden will, der esse langsam, denn schon im Munde müssen die Speisen den ersten Grad von Verarbeitung und Verähnlichung erleiden. Dies geschieht durch das gehörige Zerkauen und die Vermischung mit Speichel, welches beides ich als ein Hauptstück des ganzen Restaurationsgeschäfts betrachte, und daher einen großen Wert zur Verlängerung des Lebens darauf lege, um so mehr, da nach meinen Untersuchungen alle sehr alt Gewordenen die Gewohnheit an sich hatten, langsam zu essen.

Man esse nie so viel, dass man den Magen fühlt. Und immer muß die Quantität der Nahrung mit der körperlichen Arbeit in Verhältnis stehen; je weniger Arbeit, desto weniger Nahrung. Zu viel essen heißt, wenn man so lange isst, bis man nicht mehr kann, und die nachfolgenden Zeichen sind, wenn man Schwere und Vollheit des Magens, Gähnen, Aufstoßen, Schläfrigkeit, Dumpfheit des Kopfes verspürt. Die alte Regel bleibt also immer noch wahr: man höre auf zu essen, wenn man noch essen könnte.

Man gewöhne sich an bestimmte Zeiten des Essens. Nichts ist nachteiliger, als das beständige und unordentliche Essen den ganzen Tag über und außer der Mahlzeit. Zur guten Verdauung gehört, dass der Magen ausdauet, d.h. daß er von Zeit zu Zeit leer wird, damit sich nun seine Kräfte sowohl als die zur Verdauung nötigen Magensäfte sammeln und den gehörigen Grad an Schärfe erlangen können. Nach solchen Pausen geht der Magen mit erneuerten Kräften an sein Werk, welchen Vorteil die verlieren, die unaufhörlich kauen. Daher auch Magenschwäche, ewige Verdauungsfehler, schlechte Säfte … die Folgen sein können. Am schicklichsten scheint mir's eine Pause von 5 bis 6 Stunden zwischen jeder Mahlzeit zu lassen.

Man hüte sich ja, bei Tisch nicht zu studieren, zu lesen oder den Kopf anzustrengen (Anmerkung H. Maldoner: Man missverstehe die doppelte Verneinung nicht. Gemeint ist selbstverständlich: Man soll bei Tisch nicht studieren). Dieser Zeitpunkt muss dem Magen heilig sein. Es ist die Zeit seines Regiments, und die Seele darf nur sofern mit ins Spiel kommen, als nötig ist ihn zu unterstützen. So ist z. B. das Lachen eines der größten Verdauungsmittel, das ich kenne, und die Gewohnheit unsrer Vorfahren, dasselbe durch Leberreime und Lustigmacher bei Tische zu erregen, war auf sehr richtige medizinische Grundsätze gebaut. Was in Freuden und Scherz genossen wird, das gibt gewiss auch gutes und leichtes Blut.

Man versäume nicht das nötige Trinken. Es geschieht häufig, dass man durch Unachtsamkeit auf die Erinnerungen der Natur zuletzt das Trinken ganz verlernt, und nun gar nicht mehr von der Natur erinnert wird, welches eine Hauptursache der Trockenheit, Verstopfung des Unterleibs und einer Menge von Krankheiten ist. Aber man merke: Nicht unter dem Essen ist die beste Zeit zum Trinken, denn dadurch wird der Magensaft zu sehr verdünnt und die Kraft des Magens geschwächt, sondern nach Tische, etwa eine Stunde nachher. Das beste Getränk ist Wasser.

Man esse abends nur wenig und nur kalte Speisen, und immer einige Stunden vor dem Schlafen. Ein Hauptmittel um ruhig zu schlafen und froh zu erwachen.

Sobald man … diese Anzeichen (von Krankheit) bemerkt, so ist nichts nötiger, als dem Feinde, der Krankheit, die Nahrung zu entziehen, und dem wohltätigen natürlichen Instinkt zu folgen, den jedes Tier in diesem Fall zu seinem großen Vorteil befolgt. Man esse nicht, denn die Natur zeigt uns durch ihre Abneigung, dass sie jetzt nicht verdauen kann; man trinke desto mehr, aber wässrige verdünnende Getränke. Man halte sich ruhig, und am besten liegend, denn die Mattigkeit zeigt uns zur Genüge, dass die Natur jetzt ihre Kraft zur Bearbeitung der Krankheit braucht. Diese einfachen Mittel, die uns die Natur selbst so deutlich vorschreibt, wenn wir nur ihre Stimme hören wollen, sind es, wodurch unzählige Krankheiten gleich in der Entstehung behoben werden können.

Leider muss ich die zu raffinierte Kochkunst, diese Freundin unseres Gaumens, als die größte Feindin unseres Lebens, als eine der verderblichsten Erfindungen zur Abkürzung desselben anklagen. Eine Hauptmaxime dieser Kunst besteht darin, durch die überhäuftesten und unnatürlichsten Zusammensetzungen ganz neue Schöpfungen und neue Reize hervorzubringen. Und daraus entsteht, dass Dinge, welche, jedes für sich, äußerst unschuldig und unschädlich wären, nun durch diese Verbindung ganz neue und nachteilige Eigenschaften bekommen. Man kann es als Grundsatz annehmen: je zusammengesetzter eine Speise ist, desto schwerer ist sie zu verdauen und, was noch schlimmer ist, desto schlechter werden die Säfte, die daraus bereitet werden. (…) Man kann die Einrichtung der Natur nie ohne Schaden überspringen.« [Christoph Wilhelm Hufeland, 1762–1836]

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Ergänzung 9: der Stellenwert der Ernährung

Schließlich: In Gesprächen ist der unterschwellige, unausgesprochene Zweifel zu spüren, ob die Ernährung tatsächlich eine derart große Rolle für die Gesundheit spielt. Ihr wahrer Stellenwert wird allgemein immer noch unterschätzt; von vielen Ärzten (wie die Kost in den Krankenhäusern beweist) und vom überwiegenden Teil der Laien.

Es ist der Mühe wert, über die folgenden, dreitausend Jahre alten Sätze nachzudenken, welche wir in der Chândogya-Upanishad lesen (VI.5):

»Die verzehrte Nahrung teilt sich dreifach. Ihr gröbster Bestandteil wird zu Kot, ihr mittlerer zu Fleisch, ihr subtilster zu  Geist. Das getrunkene Wasser teilt sich dreifach. Sein gröbster Bestandteil wird zu Harn, sein mittlerer zu Blut, sein subtilster zum (Prâna, dem) Lebenshauch. Die (mit dem Essen) aufgenommene Wärme teilt sich dreifach. Ihr gröbster Bestandteil wird zu Knochen, ihr mittlerer zum Mark, ihr subtilster zur (Energie der) Sprache. Wahrlich, aus Nahrung besteht der Geist, aus Wasser der Lebenshauch, aus Wärme die Sprache.«

Leuchtender als mit diesen Worten kann man die Bedeutung einer rechten, bewussten Ernährung für die psychophysische Gesundheit nicht offenbaren. Natürliche, reine (sattvische), an Lebenskraft (Prâna) reiche Nahrungsmittel und reines, energetisiertes Wasser sind essentiell.

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Darf man die Budwig-Creme auf Vorrat zubereiten?

Wunderlich ist die im Internet zu findende Behauptung, dass man die Quark-Leinöl-Creme »unbedingt« (in Fettdruck) täglich frisch machen müsste und »auf keinen Fall« (in Fettdruck und mit Ausrufezeichen) auf Vorrat. Mit dem Tenor: Die Quark-Leinöl-Mischung für ein, zwei oder drei Tage in den Kühlschrank zu stellen wäre der größte Fehler, da sie sich dort »abbaue« und an Wert verliere. Manche beschreiben dies derart dramatisch dass man meint, sich mit einer zwei Tage alten Budwig-Creme zu vergiften. Zu lesen auf vielen deutschen und amerikanischen Webseiten.

Stellt man die Quark-Leinöl-Mischung in den Kühlschrank und verzehrt sie erst am nächsten oder übernächsten Tag, was baut sich ab? Die Aminosäuren des Quarks? Quark kann mindestens zwei Wochen lang im Kühlschrank aufbewahrt werden ohne jegliche Veränderung des Inhalts. Ja dann, die Linolensäure des Leinöls? Und da nicken viele: genau.

Dr. Budwig bezeichnete die Vermischung des Leinöls mit dem Quark als die beste Methode, um das Öl vor Oxydation zu schützen.

Alle sind sich einig, dass man Leinölflaschen in den Kühlschrank stellen soll. Bei ungeöffneter Flasche bleibt das Öl auf jeden Fall drei Monate lang gut. Bei geöffneter Flasche hält sich das Öl noch zwei bis vier Wochen.

Wenn das pure – also das nicht durch die Verbindung mit dem Eiweiß geschützte – Leinöl mindestens zwei Wochen gut bleibt, warum sollte in der fertigen Creme – mit dem durch die schwefelhaltigen Aminosäuren geschützten Öl – irgendetwas nach zwei Tagen »verdorben« oder »entwertet« sein?

Dr. Budwigs leckerer und gesunder Brotaufstrich Oleolux (eine Verbindung des Leinöls mit schwefelhaltigen Proteinen und Kokosöl) hält ohne weiteres zwei Wochen lang im Kühlschrank. Dieser Tatsache widerspricht niemand.

Warum fällt dann der Widerspruch nicht auf: Wenn das im Oleolux geschützte Leinöl mehrere Wochen lang im Kühlschrank bleiben darf, warum sollte die Quark-Leinöl-Creme – mit dem durch die Vermischung mit Quark noch besser geschützten Leinöl – keine zwei Tage lang schadlos im Kühlschrank bleiben dürfen?

Ich sehe das so: Öffne ich eine 250-ml-Flasche, dann will ich das gesamte Öl sofort mit Quark vermischen, also sofort schützen. In meinem Kühlschrank gibt es keine geöffneten Leinölflaschen. Die fertige Mischung wird in gut verschlossenen Gläsern in den Kühlschrank gestellt und reicht für drei, vier Tage. Das hat nicht nur den Vorteil des Schutzes für das Leinöl, es ist auch praktisch, weil ich auf diese Weise nur zweimal pro Woche die Budwig-Creme herstellen muss.

Nebenbei: Die berühmten Öl-Rezepturen von Dr. Erasmus (»Udo's Choice«) enthalten Leinöl (als reines Öl, nicht mit Eiweiß verbunden). Die Flasche soll natürlich in den Kühlschrank gestellt werden, aber wieviele Tage steht sie dort und wie oft wird sie insgesamt auf- und zugemacht, bis ein halber Liter verbraucht ist?

Die wichtigtuerischen Warnungen der »Täglich frisch«- und »Niemals auf Vorrat«-Fanatiker beeindrucken mich nicht.

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Wieviel Leinöl täglich?

[Wiederholungen aus früheren Abschnitten sind Absicht.]

Keine einfache Frage, da es keine festen Parameter in dieser Sache gibt; es muss ständig mit den Begriffen »bis«, »etwa« und »circa« gespielt werden. Beispiele:

(a) 2 Esslöffel Leinöl sind »20 bis 30 Gramm Öl«, → je nach Größe der Esslöffel. Moderne Esslöffel = meist 10 Gramm. Klassische Esslöffel = zwischen 12 und 15 Gramm. Ähnliches gilt für »Teelöffel« (zwischen 3 und 5 Gramm).

(b) 20 Gramm Leinöl sind »circa 10 bis 14 Gramm Omega-3 (Alpha-Linolensäure), → denn, siehe c),

(c) Leinöl enthält »zwischen 50 und 65 Prozent« Alpha-Linolensäure, je nach Qualität und Herkunft der Samen.

♦ ♦ ♦

Zitat aus der Webseite der »Budwig-Stiftung« [→ Link]: »Nur 1–2 Esslöffel täglich! Täglich sollten – je nach Alter und körperlicher Aktivität – zwischen 0,5 und 1,5 Gramm Omega-3 aufgenommen werden. Daraus ergibt sich eine Tagesmenge von etwa 15 ml Leinöl (ein großer Esslöffel) für den Erwachsenen und 30 ml (zwei EL) für Schwangere und andere Personen mit erhöhtem Bedarf. Bei Kranken kann der Bedarf deutlich über zwei Esslöffel pro Tag liegen.«

1–2 Esslöffel Leinöl, 2 Esslöffel Milch, 125–150 g Magerquark – man vergleiche dieses Rezept der Budwig-Stiftung mit den drei Originalvorschlägen von Johanna Budwig, siehe → hier. Das Rezept enthält mehr Quark und gleichzeitig weniger Leinöl. = Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 6,5:1.

Johanna Budwig empfahl also mehr Leinöl. Allein durch das Budwig-Frühstück erhält man ca. 30 g Öl = ~ 18 g Alpha-Linolensäure (Omega-3). Man zähle noch hinzu: Das Leinöl für die Salatsaucen, das Omega-3 aus den geschroteten Leinsamen, die streichfähige Leinöl-Kokosöl-Mischung »Oleolux«.

Zur Erinnerung: Meine Mischung enthält weniger Leinöl als jene von Dr. Budwig angegebene.

♦ ♦ ♦

Wieviel Creme soll man essen? Einige sagen, mehr als 2 Esslöffel Leinöl täglich dürfen es nicht sein (nach dem Budwig-Rezept sind das nicht einmal 100 Gramm Creme), andere, man sollte 4 Esslöffel nicht übersteigen. Johanna Budwig empfahl Schwerkranken bis zu 6 Esslöffel Leinöl (nicht 6 Esslöffel Creme, sondern tatsächlich 6 Esslöffel Öl). Da mögen meine Angaben verwundern, daher eine Präzisierung:

Meine Empfehlung, ein Schälchen davon (100 Gramm, 3 leicht gehäufte Esslöffel der fertigen Creme) einmal, vielleicht zweimal täglich zu essen, bezieht sich nicht auf Dr. Budwigs Rezept (~ 5:1), sondern auf meine Mischung (~ 9:1). Noch einmal zur Sicherheit: nicht 3 Esslöffel Leinöl, sondern 3 Esslöffel der fertigen Creme.

Das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 ist im Leinöl 1:3 bis 1:4, etwas zuviel Übergewicht an Omega-3. Gutes (nicht verarbeitetes) Omega-6 also nicht vergessen! 

Nach Beschäftigung mit Brian Peskin bin ich überzeugt, mit meiner Quark-Leinöl-Mischung richtigzuliegen. Konkret: Ich nehme weniger Leinöl (~ 9:1 statt 5:1) und achte auf eine qualitativ hohe Linolsäure-Versorgung (Omega-6) aus nicht verarbeiteten, nicht erhitzten Lebensmitteln, bevorzugt Sonnenblumenkerne in Rohkostqualität.

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Merksätze

»Erhitze niemals Öle!« [Lothar Hirneise – Budwig-Schüler und Autor von Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe]

»Hinsichtlich der Gesundheit ist Frittieren das Dümmste, was wir je für unsere Lebensmittel erfunden haben. Wir tun damit unseren Lebensmitteln das Schlimmste an. Wir fügen den empfindlichsten Molekülen (= Öle) den größten Schaden zu. Das ist der Inbegriff menschlicher Dummheit.« [Dr. Udo Erasmus]

»Fette sind die alle Lebenserscheinungen beherrschenden Faktoren, so ein Physiologe aus dem Jahre 1911, Ivar Bang. Heute können wir darüber hinaus sagen: Jawohl, Fette in Übereinstimmung mit den Photonen der Sonnenenergie, elektronenreiche Fette in Resonanz mit der Wellenlänge der Sonnenenergie beherrschen in der Tat die gesamten Lebensfunktionen!« [Dr. Johanna Budwig]

»Alles ist nichts, wenn nicht in der Fettfrage ganz klare Sache gemacht wird!« [Dr. Johanna Budwig]

»Quark-Leinöl stellt heute etwas Ungeheures dar.« [Dr. Johanna Budwig]

♦ ♦ ♦

In der Küche:

↓↓↓ Braten/Frittieren: nie.

↑↑  Kochen mit wenig Wasser – kaltes Öl nachträglich den Speisen zufügen.

↑↑↑ Dampfgaren – kaltes Öl nachträglich den Speisen zufügen.

↑↓  Kochen mit Bio-Kokosöl/Ghee: akzeptabel, wenn mengenmäßig stark begrenzt.

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Geschroteter Leinsamen im Handel

»Ballaststoffe, Mineralien, Omega-3-Fettsäuren – geschrotete Leinsaat glänzt durch ihren Inhalt an wichtigen Nährstoffen. Einfach und gesund genießen!« So lese ich im Bioladen auf einer Packung mit geschroteter Leinsaat. Ehrlicherweise müsste es heißen: »Ballaststoffe und Mineralien. Omega-3-Fettsäuren leider verdorben, weil oxydiert. Vorsicht – dieses Produkt schadet Ihrer Gesundheit!«

In ihrem Büchlein »Fette als wahre Hilfe« sagt Johanna Budwig ausdrücklich:

»Zur Leinsaat noch ein kurzes Wort, weil die Gefahren da groß sind. Die optimalsten Fette sind ja die sauerstoffaktiven. Wenn man die Leinsaat schrotet, dann werden die so guten Fettsäuren, die dreifach ungesättigten, die ja die besten sind, sehr schnell zerstört, innerhalb von 10–15 Minuten. Und wenn Sie im Reformhaus geschrotete Leinsaat kaufen und diese nach Hause bringen, ist das Beste zerstört.«

Es ist schwer zu begreifen dass sich diese Tatsache nicht zumindest im Biohandel herumgesprochen hat. Die Frage aus Ernährung und Gesundheit sei wiederholt: Wie alt ist eine im Handel befindliche geschrotete Leinsaat? Vom Prozess des Schrotens und Verpackens über den Transport und die Lagerung im Geschäft? Die Antwort kann man sich denken.

Dr. Budwig empfahl seinerzeit ein Produkt namens Linomel (heute noch erhältlich). Sie schrieb dazu: »Bei Leinsaat-Präparaten sollte man sehr vorsichtig sein. Es gibt eines, welches Honig als Konservierungsmittel enthält. Dies scheint mir immer noch das Beste zu sein.« An dieser Stelle erlaube ich mir die kritische Bemerkung, dass ich erstens nicht glaube, dass jeder einzelne geschrotete Samen der Leinsaat mit einem »schützenden Honigmantel« umgeben ist, dass also im Linomel ein gewisser Anteil an oxydiertem Leinsamen enthalten ist; dass mir zweitens der entsprechende Arbeitsprozeß suspekt erscheint. Mischt man daheim selber geschrotete Leinsaat mit Honig, ergibt das nichts anderes als einen Klumpen. In der Fabrik muss mit Walzen und daher wohl mit erhitztem Honig gearbeitet werden, neuerdings sogar – »zur Erhaltung der Rieselfähigkeit des Produkts« – unter Zugabe von Magermilchpulver, noch schlimmer. Das ergibt in meinen Augen insgesamt kein gutes Produkt. Was ich nicht zuletzt auch an Dr. Budwigs eher zaghafter Formulierung »dies scheint mir immer noch das Beste zu sein« sehe.

Es ist so einfach Leinsaat selber zu schroten, und man hat damit immer die Gewissheit, ein gesundes, nicht oxydiertes Produkt mit der Quark-Leinöl-Creme zu vermischen.

Ein weiteres erhältliches Produkt ist Linufit. Zitat von der Budwig-Stiftung: »Dr. Budwig Linufit Pur ist das ursprüngliche Omega-3 Naturprodukt, die frisch und schonend geschrotete Leinsaat aus kontrolliert biologischem Anbau. Dr. Budwig Linufit Pur ist reich an der lebenswichtigen, pflanzlichen Omega-3 Fettsäure Alpha-Linolensäure sowie Ballaststoffen, den Lignanen und wertvollem pflanzlichen Eiweiß. Zutaten: 100 % Leinsamen aus kontrolliert biologischem Anbau, kalt geschrotet.« Hier sieht man mich mehr als skeptisch. Denn es fehlt der Hinweis: »… kalt geschrotet und durch die Methode XY vor Oxydation geschützt.« Solange das nicht glaubhaft deklariert wird, so lange rate ich vom Kauf des Linufit ab.

Der Fairness halber sei hinzugefügt: Dies gilt für das Präparat Linufit Pur. Angeboten wird auch Linufit Energiemix, von dem es heißt: »Die Leinsamen im Dr. Budwig Linufit Energiemix sind bereits geschrotet. Das bedeutet dass sie geschützt werden müssen. Dafür wird die geschrotete Leinsaat mit Apfelsaftkonzentrat ummantelt.« Ich kann nicht ermessen ob dadurch die Leinsaat wirklich geschützt ist, jedenfalls werde ich auch dieses Produkt nicht erwerben angesichts der deklarierten Zutaten: »Leinsaat gelb, aufgebrochen (28 %), Leinsaat braun, aufgebrochen (28 %), Sonnenblumenkerne, Maisstärke, Reismehl, Erdmandeln, Heidelbeerpüree, Rohrohrzucker und Saftkonzentrate (Ananas, Aronia, Granatapfel, Orange, Apfel).« Konkret: Nur die Hälfte des Produkts besteht aus Leinsamen, die andere Hälfte aus Zucker und Stärke – nein danke.

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Omega-3: Leinöl, Fischöl, Algenöl

[Wiederholungen aus früheren Abschnitten sind Absicht.]

Es wird seit einiger Zeit in den Vordergrund gestellt dass die Alpha-Linolensäure (ALA) des Leinöls wichtig, die zwei marinen (aus dem Meer stammenden) Omega-3-Fettsäuren aber – Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), generell »Fischöle« genannt – noch wichtiger seien. Und dass man deswegen auf Fischöl bzw. Algenöl angewiesen sei, da die ALA im Organismus nur zum kleinen Teil und damit nicht ausreichend in EPA und DHA umgewandelt werde.

Wobei man anmerken muss dass Leute, die von einer »Minderwertigkeit der ALA« sprechen, die grundlegende Elektronen-Photonen-Theorie von Dr. Budwig und die entsprechende Wichtigkeit der Verbindung Quark-Leinöl entweder nicht zur Kenntnis genommen oder nicht verstanden haben.

Es gibt mehrere Argumente für den Leinsamen und gegen die marinen Fisch- und Algenöle.

EPA und DHA sind langkettiger und noch weit instabiler als ALA (ALA = 3 ungesättigte Bindungsstellen; EPA 5, DHA 6). Schon das Leinöl ist höchst empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht und Wärme, es oxydiert (verdirbt) sehr schnell. Durch ihre größere Anzahl an freien Bindungsstellen sind EPA und DHA in noch größerem Maße davon betroffen. Bedenkt man Verarbeitung und Zustand der Fischöle (Extraktion, Reinigung, Raffination, Entfernung der Schwermetalle, Abfüllung in Kapseln, Transport, Lagerung), dann sind Aussagen glaubwürdig, dass 90 Prozent der Fischöle oxydiert sind, bevor sie den Verbraucher erreichen. Und genau davor hat Dr. Johanna Budwig bereits vor Jahrzehnten gewarnt, sie bezeichnete die Fischöle als bedenklich.

Dass ALA »nicht ausreichend« in EPA/DHA umgewandelt wird, wurde »bewiesen«. Aber wie das mit Studien so ist, man kommt zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die einen sagen, 10 Prozent von ALA werden zu EPA und 5 Prozent zu DHA; die anderen, nur 5 Prozent zu EPA und winzige 0,5 Prozent zu DHA. Es spielen viele Faktoren eine Rolle, der wichtigste ist die Funktion der Enzyme Delta-6-Desaturase und Delta-5-Desaturase (zu den Enzymen siehe Brian Peskins Anmerkung fünf Absätze weiter unten). Aussagekräftig ist das Fazit von Studien die besagen, dass der Körper selbst reguliert und dass bei abnehmenden EPA/DHA-Spiegel sich die Umwandlungsrate der ALA erhöht. Außerdem, wie der Fett-Experte Dr. Udo Erasmus (Kanada) erklärt, hängt die Umwandlungsrate davon ab, wie der Mensch sich ernährt: Nimmt er zuviele Omega-6-Fette zu sich, hat er zuwenig Magnesium, Vitamin B, Vitamin C, Zink …, dann sinkt die Umwandlungsrate von ALA zu DHA.

Es bleibt die Frage, wieviel EPA/DHA man – angeblich! Siehe im Folgenden – benötigt. Es gibt auch sehr hochdosierte Fischölkapseln, aber in der Regel werden Produkte mit Mengen von 150–300 Milligramm pro Kapsel angeboten. Da lohnt sich der Vergleich: Menge an Leinöl, die man beim Frühstück mit der Budwig-Creme (→ meine 9:1-Mischung) zu sich nimmt: ca. 7 Gramm. Davon ALA = ca. 3 Gramm. Von den 3 Gramm werden – nehmen wir die unterste Umwandlungsrate – 5 Prozent in EPA umgewandelt = 150 Milligramm; 0,5 Prozent in DHA umgewandelt = 15 Milligramm.

Der Forscher Brian Peskin ist der Meinung, dass tatsächlich nur winzige Mengen der ALA in EPA/DHA umgewandelt werden, dass dies aber keine »Fehlfunktion« ist (etwa durch Beeinträchtigung des erwähnten Enzyms) sondern absolut natürlich, weil der Organismus eben nur minimale Mengen davon braucht und die heutzutage empfohlenen Dosierungen an zusätzlich einzunehmenden marinen EPA/DHA je nach Präparat eine 20- bis 500-fache Überdosierung darstellen.

Peskin spricht von PEO, «Parent Essential Oils», auf gut Deutsch »Mutter-Öle«, welche essentiell sind. Essentiell bedeutet, der Körper kann sie nicht selber herstellen, sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Die beiden Mutter-Öle oder ›Parents‹ sind → Omega-3 (Alpha-Linolensäure, ALA) und Omega-6 (Linolsäure, LA). Die anderen, die heute gepriesenen marinen EPA und DHA sind → nicht essentiell, sondern Derivate der Mutter-Öle, sie werden nach Bedarf vom Körper produziert. Es ist daher nach Peskin nicht nur unnötig, sie aus einer Meeresquelle extra zuzuführen, er bezeichnet die marinen Öle als schädlich.

Zitat Peskin [Quelle: → Link, PDF]: »Um die Sachlage allgemein zu verdeutlichen, bezeichne ich die Linolsäure (LA) und die Alpha-Linolensäure (ALA) als ›Parent Essential Oils‹ (Mutterfettsäuren) oder kurz als ›Parents‹. Alle langkettigen Metaboliten bezeichne ich als ›Derivate‹ (Abkömmlinge). Der Körper bildet diese wichtigen Derivate bei Bedarf in winzigen Mengen aus den ›Parents‹. In der Fachliteratur wird oft nicht klar zwischen diesen beiden grundlegend unterschiedlichen Stoffgruppen unterschieden. Die physiologischen und biochemischen Unterschiede zwischen den ›Parents‹ und ihren Derivaten sind für den Menschen von erheblicher Bedeutung. Im 20. Jahrhundert unterlief der Forschung ein schwerwiegender Fehler, der sie in die Irre führte: Man nahm fälschlicherweise an, dass der überwiegende Teil der ›Parents‹ in Derivate umgewandelt würde. Da dies jedoch nicht geschah, verbreitete sich in der medizinischen Forschung die Auffassung, es lägen weitverbreitete Stoffwechselstörungen vor, welche die Enzyme Delta-6- und Delta-5-Desaturase beeinträchtigten. Durch moderne quantitative Analysemethoden des 21. Jahrhunderts konnte jedoch nachgewiesen werden, dass diese Annahme grundlegend falsch ist. Zwar können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes diese Stoffwechselwege beeinflussen, doch ist das Ausmaß der Beeinträchtigung weitaus geringer, als man vor Jahrzehnten annahm. Beim Menschen werden in der Regel nicht mehr als ein Prozent (1 %) der ›Parents‹ auf natürliche Weise in Derivate umgewandelt. Der Fischöl-Wahn geht fälschlicher- und gefährlicherweise vom Gegenteil aus.« [Brian Scott Peskin. Warum Fischöl, DHA und »fetter Fisch« entzündungsfördernd sind und zu einem Anstieg von Prostatakrebs, epithelialen Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. ©The International PEO Society, Houston, USA]

Dr. Udo Erasmus argumentiert grundsätzlich: Rehe, Rinder usw. haben genügend DHA in ihrem Körper, obwohl sie nur Gras fressen; oder: 300 Millionen Inder leben vegetarisch, nehmen niemals Fisch oder Fischöle zu sich, trinken nur Milch (mit sehr wenig DHA), und man kann nicht sagen, dass ihre Gehirne, ihre Augen beeinträchtigt sind durch einen DHA-Mangel … Würde der Organismus nicht genügend DHA aus ALA produzieren, wären Völker die keinen Fischverzehr kennen längst ausgestorben.

Zitat Udo Erasmus:

»Die Behauptung, dass der Körper ALA nicht in EPA und DHA umwandeln kann, war vor 20 Jahren nicht wahr und ist auch heute nicht wahr. Diese Behauptung dient jedoch dazu, den Fischölmarkt zu schützen. Denn wenn die Menschen wüssten dass der Körper die pflanzliche Omega-3-ALA in die langkettigen Omega-3-Derivate umwandelt, die in Fisch vorkommen, würden sie aufhören ranzige, verunreinigte, beschädigte Fischöle zu verwenden, sondern stattdessen Omega-3-reiche Pflanzenöle, die mit Blick auf die Gesundheit hergestellt wurden.« [Die genaue Quelle ist mir leider entfallen.]

♦ ♦ ♦

(Gutes) Omega-6 nicht vergessen!  

Dr. Erasmus sagt, dass er persönlich große gesundheitliche Probleme verschiedener Art bekam, als er ausschließlich Leinöl (Omega-3) verwendete. Sobald er genügend Omega-6 (in Form von Sonnenblumenkernen und Sesamsamen) hinzufügte war alles wieder in Ordnung [→ Minute 41 im Video*]Diese Information von Dr. Erasmus ist ein Augenöffner.

[* Alle Videos mit Dr. Erasmus sind großartig, aber dieses Video ist (Englisch, 83 Minuten) wundervoll.]

Brian Peskin erwähnt als einzigen Kritikpunkt an der von ihm geschätzten Dr. Johanna Budwig, dass eine einseitige Betonung des Leinöls (= zuviel Omega-3, Alpha-Linolensäure) nicht gesund sein kann, wenn nicht gleichzeitig genügend – qualitativ hohes, unverarbeitetes – Omega-6 verwendet wird. Das passt zur obigen Aussage von Udo Erasmus. Wobei Peskin auch falsch verstanden werden dürfte, denn Johanna Budwig hat Omega-6-Öle wie das unverarbeitete (!) Sonnenblumenöl nicht abgelehnt, sie bezeichnete es als wichtigen Lieferanten der lebensnotwendigen Linolsäure.

Eines der besten Videos mit den Erklärungen von Brian Peskin (Englisch, 68 Minuten) erfordert vom Hörer etwas Geduld – die Lawine an Fakten mag anstrengend sein, aber es lohnt sich. Nebenbei: die deutsche KI-Übersetzung  ist schlecht. • Ein Kommentar unter dem Video: »Auch wenn diesem Interview nicht ganz einfach zu folgen ist: Der  Gast ist absolut brillant. Er teilt hier wahre Goldstücke. Vielen Dank  für dieses Gespräch – es war wahrlich sehr aufschlussreich.« Hier ein weiteres gutes Video mit Prof. Peskin (Englisch, 80 Minuten).

Im Einklang mit Johanna Budwig und Udo Erasmus sagt auch Brian Peskin, dass Omega-6 (Linolsäure) in der ärztlichen Wissenschaft deshalb negativ bewertet wird (es soll Entzündungen fördern usw.), weil man → nur die industriell verabeiteten, raffinierten, mit Chemikalien behandelten, erhitzten, schädlichen Öle in Betracht gezogen hat.

Die unverarbeiteten, naturbelassenen Omega-6-Öle dagegen sind nach Budwig, Erasmus und Peskin lebenswichtig.

Zitat Brian Peskin:

[Quelle: → Link, PDF]: »Zunächst müssen wir die Verwirrung bezüglich pflanzlicher essentieller EFA-Öle ausräumen (EFA, «essential fatty acids»). Prozessierte pflanzliche Samenöle sind schädlich. Wenn man nicht zwischen ›prozessierten‹ Omega-6-Mutterfettsäuren und ›nicht prozessierten‹/voll funktionsfähigen pflanzlichen Omega-6-Mutterfettsäuren unterscheidet, wird dies großen Schaden anrichten. Wenn pflanzliche Omega-6-Samenöle biologisch/unverarbeitet sind, so wie die Natur es vorgesehen hat, sind sie essentiell und für eine optimale Gesundheit notwendig.« [Alzheimer & Demenz – Eine neue kardiovaskuläre Perspektive. ©Brian Scott Peskin, Houston, USA] 

Durch Prozessierung der Öle wird die Molekularstruktur der Fettsäuren verändert, es entstehen die schädlichen Trans-Fette. Dazu ein weiteres prägnantes Zitat von Peskin:

[Quelle: → Link, PDF]: »Ein einziger Esslöffel (14 g) verarbeitetes Speiseöl enthält etwa 100.000-mal so viele fehlerhafte Linolsäure-Moleküle (die Omega-6-Mutterfettsäure), wie der Körper Zellen besitzt. Auf dem Lebensmitteletikett darf rechtlich zulässig ›0 Gramm‹ angegeben werden, da der Anteil unter 1 % liegt. Doch schon der Verzehr von lediglich 0,5 Gramm eines zu 1 % verunreinigten Öls (eine konservative Schätzung) führt dazu, dass pro Zelle 3.600 fehlerhafte Transfettmoleküle aufgenommen werden. Es ist physiologisch erwiesen, dass Gewebe und Organe sowohl funktionelle Linolsäure als auch fehlerhafte, veränderte Linolsäure (wie sie in Transfetten vorkommt) entsprechend ihrem Anteil in der Nahrung einlagern; wird beispielsweise eine Nahrung mit 3 % Transfettanteil aufgenommen, so weisen Gewebe und Organe einen Gehalt von etwa 3 % an schädlichen Transfetten auf.« [Brian Scott Peskin. Warum Fischöl, DHA und »fetter Fisch« entzündungsfördernd sind und zu einem Anstieg von Prostatakrebs, epithelialen Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. ©The International PEO Society, Houston, USA]

Erwähnt werden sollte noch, dass die Deklaration »kaltgepresstes« Leinöl nicht immer eine Garantie dafür ist, dass es nicht erhitzt wurde. Die Samen werden vor dem Pressen nicht erhitzt, in Ordnung. Aber beim »Kaltpressen« der Samen kann im Presszylinder durch Druck und Reibung eine Temperatur von 60 bis 80 und noch mehr Grad entstehen. Es gilt darauf zu achten, Leinöl und auch die anderen wertvollen Öle in Rohkostqualität zu kaufen. Mehrere Firmen garantieren, dass durch spezielle Vorrichtungen (langsamere Drehzahlen, Wasserkühlung) die sogenannte Auslauftemperatur im Presszylinder 28 Grad, höchstens um die 35 Grad beträgt.

Der Anregung von Dr. Erasmus folgend sorge ich für eine adäquate Omega-6-Zufuhr (Linolsäure) durch das sorgfältige Kauen und Einspeicheln von 1–2 Esslöffel (~ 20 Gramm) naturbelassener (→ nicht gerösteter) Sonnenblumenkerne.

Dabei ist selbstverständlich darauf zu achten Dinge zu meiden, welche unter Verwendung von industriell verarbeitetem, schädlichem Sonnenblumenöl (und Maisöl, und Rapsöl, und …) hergestellt worden sind, das sind vor allem Fertigprodukte: Fastfood und Frittiertes; Chips und anderes Knabberzeug; Kekse und anderes Gebäck (auch aus dem Bioladen); Salat- und andere Dressings; Mayonnaisen; Streichfette wie Margarine; Fertigpizzen und Ähnliches; Fertigsalate; Schoko-Streichcremen und und und.

Brian Peskin betont: Omega-3 (Alpha-Linolensäure) ist wichtig, aber Omega-6 (Linolsäure) ist wichtiger. Das spiegelt sich in dem Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 wider, welches je nach Gewebe im Körper (kurzgefasst, nicht ganz genau) natürlicherweise zwischen 12:1 bis 2:1 liegt. Das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 ist im Leinöl 1:3 bis 1:4, etwas zuviel Übergewicht an Omega-3. Gutes (unverarbeitetes) Omega-6 also nicht vergessen! 

Nach Beschäftigung mit Brian Peskin bin ich überzeugt, mit meiner Quark-Leinöl-Mischung richtigzuliegen. Konkret: Ich nehme weniger Leinöl (~ 9:1 statt 5:1) und achte auf eine qualitativ hohe Linolsäure-Versorgung (Omega-6) aus nicht verarbeiteten, nicht erhitzten Lebensmitteln, bevorzugt Sonnenblumenkerne in Rohkostqualität.

Es gilt aber hinzuzufügen: Dr. Udo Erasmus legt die Betonung klar auf das Leinöl, auf ein geringes Übergewicht an Omega-3 (Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 = 1:2), weil die heutige Ernährung zuviel Omega-6 enthält, allerdings → Omega-6 der schädlichsten Art (prozessiert). Dadurch sind seiner Meinung nach praktisch alle Menschen defizitär an Omega-3; dies sagte Johanna Budwig bereits vor Jahrzehnten.

Nimmt man dagegen die von Budwig, Erasmus und Peskin geforderten biologisch/unverarbeiteten Omega-6-Fettsäuren, dann gilt für mich Brian Peskins Leitsatz: Etwas mehr Omega-6 als Omega-3 (Idealwert 2,5 zu 1).

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Gepriesen, aber fragwürdig: die marinen Öle EPA/DHA

[Wiederholungen aus früheren Abschnitten sind Absicht.]

 

 »Nicht nur sind marine Öle nicht nützlich;

in den empfohlenen, viel zu hohen Dosierungen schaden sie.«

(Brian Peskin, USA)

 

Im Folgenden verwende ich bewusst den Begriff »fragwürdig« und nicht, wie Brian Peskin, »schädlich« – ich bin kein Arzt und verfüge nur über oberflächliche Kenntnisse. Die Mehrheit der Wissenschaftler betont die Wichtigkeit der marinen EPA/DHA-Fettsäuren für die Herz- und Hirngesundheit, Brian Peskin (USA) steht mit seinen Gegenargumenten einsam auf weiter Flur. Das ändert nichts an der Tatsache, dass mir seine Erklärungen einleuchten.

Ich bin persönlich der Mehrheitsmeinung gefolgt und habe über lange Zeit hochdosierte marine Öle (als Algenöl) zu mir genommen (mein zeitweiliges Vorhofflimmern hatte stark vermutlich damit zu tun).

Weil ich als Yogalehrer die marinen Öle anderen Personen empfohlen habe erachte ich es jetzt als karmische Pflicht, die neue Position zur Sache klarzustellen.

♦ ♦ ♦

Neben dem »Papst« Johanna Budwig kommen auf dieser Webseite die zwei modernen Öl/Fett-Experten Udo Erasmus (Kanada) und Brian Peskin (USA) zu Wort. Ihre große Übereinstimmung: Beide kritisieren heftig – wie die Wegbereiterin Johanna Budwig vom 70 Jahren – die industriell verarbeiteten Samenöle.

Bei aller Gemeinsamkeit weisen Erasmus und Peskin zwei unterschiedliche Standpunkte auf.

Standpunkt 1: Verhältnis Omega-6 (Linolsäure, LA) zu Omega-3 (Alpha-Linolensäure, ALA)

(1) Udo Erasmus empfiehlt einen leichten Überschuss an Omega-3 (Alpha-Linolensäure) in Form des Leinöls. Das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 sollte seiner Meinung nach 1:2 sein. Er begründet dies damit, dass die moderne Ernährung einen extremen Überschuss an – schädlicher, weil prozessierter – Linolsäure (Omega-6) hat und der Organismus deswegen einen dringenden Bedarf an Omega-3 aufweist.

Man sollte dies dennoch nicht missverstehen. Erasmus betont, dass alle verarbeiteten Samenöle schädlich sind. Seine Kritik am »extremen Omega-6-Überschuss« stellt daher eine Kritik der modernen Ernährung dar, nicht der lebensnotwendigen Linolsäure. Er sagt dass er persönlich große gesundheitliche Probleme verschiedener Art bekam, als er ausschließlich Leinöl (Omega-3) verwendete. Sobald er genügend Omega-6 (in Form von Sonnenblumenkernen und Sesamsamen) hinzufügte war alles wieder in Ordnung [→ Minute 41 im Video]Diese Information von Dr. Erasmus ist ein Augenöffner.

(2) Brian Peskin ist anderer Meinung. Er empfiehlt einen gewissen Überschuss an Omega-6. Das Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 sollte seiner Meinung nach 2:1 bis 5:1 sein, Idealwert 2,5:1. Er begründet dies damit, dass der physiologische Gehalt der diversen Körpergewebe mehr Omega-6 als Omega-3 aufweist (in manchen Geweben ist das Verhältnis sogar 12:1).

Auch Brian Peskin betont, dass alle verarbeiteten Samenöle schädlich sind. Damit kritisiert er wie Udo Erasmus die moderne Ernährung mit ihrem extremen Überschuss an geschädigten, raffinierten, desodorierten, erhitzten, mit Chemikalien behandelten Samenölen. Auch an dieser Stelle noch einmal seine Feststellung: »Wenn man nicht zwischen verarbeiteten Omega-6-Mutterfettsäuren und unverarbeiteten/voll funktionsfähigen pflanzlichen Omega-6-Mutterfettsäuren unterscheidet, wird dies großen Schaden anrichten. Wenn pflanzliche Omega-6-Samenöle biologisch/unverarbeitet sind, so wie die Natur es vorgesehen hat, sind sie essentiell und für eine optimale Gesundheit notwendig.«  

Standpunkt 2: Die marinen (aus dem Meer stammenden) Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA

(1) Udo Erasmus ist ein Gegner von Fischöl, aber nicht von Algenöl. Fischöle sind – auch dies hat Dr. Budwig bereits vor Jahrzehnten gesagt – industriell verarbeitet, oft erhitzt, was sie beschädigt und damit jeglichen gesundheitlichen Wertes beraubt. Als zweiten Grund nennt Dr. Erasmus das Problem der Überfischung und die Umweltproblematik, nichts auf dieser Welt ist dermaßen mit Giften belastet wie die Meeresfische. Unter den von Udo Erasmus angebotenen Öl-Rezepturen (»Udo's Choice«) gibt es ein Präparat mit DHA aus Algen. Allerdings sind diese Algenöl-Zusätze vergleichsweise moderat und Erasmus setzt voraus, dass sie absolut geschützt vor Oxydation sind.

(2) Brian Peskin lehnt alle marinen Öle strikt ab.

Erstens betrachtet er es als → wissenschaftlich nicht korrekt, dass auch die marinen Öle als EFA (‹essential fatty acids›) bezeichnet werden. Essentiell sind nur ALA (Alpha-Linolensäure, Omega-3) und LA (Linolsäure, Omega-6). EPA/DHA sind → nicht essentiell, sondern Derivate der Mutter-Öle, sie werden nach Bedarf vom Körper produziert.

Zweitens kritisiert er die in der Regel viel zu hohen Dosierungen. Hier ist Brian Peskin radikal. Auf der einen Seite formuliert er relativ mild: »Nicht nur sind marine Öle nicht nützlich; in den empfohlenen Dosierungen schaden sie.« Dann aber, mit Blick auf die, wie er sagt, sehr (!) schädlichen Wirkungen, hat er keine Scheu öffentlich ausrufen: »Marine Öle sind Gift.« Entsprechend diskreditiert ist Brian Peskin in der Fachwelt; das reicht von abweisenden Kritiken bis hin zum völligen Verriss. Da denke ich spontan an die tapfere, von Prozessen überzogene, allein gegen die gesamte Fett-Industrie stehende Johanna Budwig …

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Argumentation

In dieser Sache gibt es einen entscheidenden Punkt und eine entscheidende grundsätzliche Frage.

Der entscheidende Punkt

Es gibt einen – jetzt negativ gemeint – »Omega-3-Mainstream«. Die globale, wirtschaftlich mächtige Fischöl-Industrie propagiert mit mehr als 15.000 wissenschaftlichen Publikationen ihre teuren Produkte, zahlreiche Ärzte empfehlen diese ihren Patienten. Was ist Mainstream? Die Aussage, dass die pflanzliche Omega-3-Alpha-Linolensäure nicht genügend in die noch ungesättigteren, längerkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA umgewandelt wird; deswegen benötigt der Mensch unbedingt eine Zufuhr an marinen Ölen (Fisch, neuerdings auch Algen). Die nicht genügende Umwandlung erklärt die Wissenschaft mit einer Beeinträchtigung der Enzyme Delta-6- und Delta-5-Desaturase im Körper.

Brian Peskin: »Diese Annahme ist grundlegend falsch.«

»Im 20. Jahrhundert unterlief der Forschung ein schwerwiegender Fehler, der sie in die Irre führte: Man nahm fälschlicherweise an, dass der überwiegende Teil der ›Parents‹ (Mutterfettsäuren, Alpha-Linolensäure/Linolsäure) in Derivate umgewandelt würde. Da dies jedoch nicht geschah, verbreitete sich in der medizinischen Forschung die Auffassung, es lägen weitverbreitete Stoffwechselstörungen vor, welche die Enzyme Delta-6- und Delta-5-Desaturase beeinträchtigten. Durch moderne quantitative Analysemethoden des 21. Jahrhunderts konnte jedoch nachgewiesen werden, dass diese Annahme grundlegend falsch ist. Zwar können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes diese Stoffwechselwege beeinflussen, doch ist das Ausmaß der Beeinträchtigung weitaus geringer, als man vor Jahrzehnten annahm. Beim Menschen werden in der Regel nicht mehr als ein Prozent (1 %) der ›Parents‹ auf natürliche Weise in Derivate umgewandelt. Der Fischöl-Wahn geht fälschlicher- und gefährlicherweise vom Gegenteil aus.« [Brian Scott Peskin. Warum Fischöl, DHA und ›fetter Fisch‹ entzündungsfördernd sind und zu einem Anstieg von Prostatakrebs, epithelialen Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. ©The International PEO Society, Houston, USA]

Brian Peskin ist der Meinung, dass tatsächlich nur winzige Mengen der Alpha-Linolensäure in EPA/DHA umgewandelt werden, dass dies aber keine »Fehlfunktion« ist (etwa durch Beeinträchtigung der erwähnten Enzyme) sondern absolut natürlich, weil der Organismus eben nur minimale Mengen davon braucht und die heutzutage empfohlenen Dosierungen an zusätzlich einzunehmenden marinen EPA/DHA je nach Präparat eine 20- bis 500-fache Überdosierung darstellen.

Brian Peskin: »Die Annahme über den Bedarf an EPA/DHA ist grundlegend falsch.« 

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Peskin spricht von PEO, «Parent Essential Oils», auf gut Deutsch »Mutter-Öle«, welche essentiell sind. Essentiell bedeutet, der Körper kann sie nicht selber herstellen, sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Die beiden ›Parents‹ sind Omega-3 (Alpha-Linolensäure, ALA) und Omega-6 (Linolsäure, LA). Die anderen, die heute gepriesenen marinen EPA und DHA sind nicht (!) essentiell, sondern Derivate der Mutter-Öle, sie werden nach Bedarf vom Körper produziert. Es ist daher nach Peskin nicht nur unnötig, sie aus einer Meeresquelle extra zuzuführen; er bezeichnet die marinen Öle als schädlich.

Zitat Dr. Erasmus: »Die Behauptung, dass der Körper ALA nicht in EPA und DHA umwandeln kann, war vor 20 Jahren nicht wahr und ist auch heute nicht wahr. Diese Behauptung dient jedoch dazu, den Fischölmarkt zu schützen. Denn wenn die Menschen wüssten dass der Körper die pflanzliche Omega-3-ALA in die langkettigen Omega-3-Derivate umwandelt, die in Fisch vorkommen, würden sie aufhören ranzige, verunreinigte, beschädigte Fischöle zu verwenden, sondern stattdessen Omega-3-reiche Pflanzenöle, die mit Blick auf die Gesundheit hergestellt wurden.«

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Bis auf Eier, Bio-Milch und Bio-Fleisch von Weidetieren mit lediglich Spuren von EPA/DHA findet man die beiden Fettsäuren in größeren Mengen ausschließlich im Meer.

Die grundsätzliche Frage

Warum benötigt der Mensch »unbedingt« die Öle von Fischen aus polaren, eiskalten Gewässern? 

Brian Peskin sagt, die Natur ist weise, diese Öle dienen den dortigen Fischen als überlebenswichtiger »Frostschutz«, damit das Blut in ihren Gefäßen nicht gefriert. Manche halten Peskins Äußerung für einen Witz, aber er weist darauf hin, dass Fische in den wärmeren Gewässern 14-mal weniger EPA/DHA haben als Fische des hohen Nordens und tiefen Südens. Hunderte Millionen Menschen dieser Erde haben aufgrund von Geografie und Kultur keinen Zugang zu Fisch. Sind sie weniger gesund als Bewohner der Küstenregionen?

Erneut Dr. Erasmus: Rehe, Rinder usw. haben genügend DHA in ihrem Körper, obwohl sie nur Gras fressen; 300 Millionen Inder leben vegetarisch, nehmen niemals Fisch oder Fischöle zu sich, trinken nur Milch (mit sehr wenig DHA), und man kann nicht sagen, dass ihre Gehirne, ihre Augen beeinträchtigt sind durch einen DHA-Mangel … Würde der Organismus nicht genügend DHA aus ALA produzieren, wären Völker die keinen Fischverzehr kennen längst ausgestorben. 

Zitat Peskin [Quelle: → Link, PDF]: »Fettreicher Kaltwasserfisch (die Sorte, die uns als besonders wertvoll empfohlen wird) lebt bei Temperaturen von bis zu 0 °C, während Warmwasserfische in Gewässern mit etwa 21 °C leben und einen 14-mal geringeren EPA/DHA-Gehalt aufweisen als ihre Verwandten aus kalten Gewässern. Bei der normalen menschlichen Körpertemperatur wird Fischöl spontan ranzig. Allein diese Tatsache sollte Anlass zu großer Besorgnis geben. Ein Mensch, der in eisiges Wasser geriete, würde an Unterkühlung leiden und wahrscheinlich erfrieren. Fische erfrieren nicht, da sie über höhere Konzentrationen der EFA-Derivate EPA und DHA verfügen als der Mensch. Unsere Umgebungs- und physiologischen Bedingungen sind nicht vergleichbar. Forscher auf dem Gebiet des Fischöls haben diesen wichtigen Umstand nie berücksichtigt. Für Fische, die in eiskalten Gewässern leben, wirken EPA und DHA wie ein biologisches Frostschutzmittel. Der Mensch benötigt keine derart großen Mengen, da unsere Körpertemperatur bei 37 °C liegt.«

DHA ist lebenswichtig für das Gehirn. Das Gehirn eines Erwachsenen enthält ungefähr 4–5 g (Gramm) DHA. An dieser Zahl richtet man sich aus um den Bedarf an täglich zuzuführendem DHA aus Fisch- bzw. Algenöl zu errechnen. Momentan lautet die Empfehlung: 250 Milligramm (offizieller Mindestrichtwert der EFSA, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit).

Soweit so gut, oder so schlecht? Peskin argumentiert nämlich anders:

Das Gehirn benötigt täglich → nur ca. 4 mg (Milligramm) DHA, um das verbrauchte zu ersetzen – die sogenannte Netto-Rate, der tägliche Verlust und damit der reale Bedarf. Dies steht in scharfem Gegensatz zu den Dosierungsempfehlungen. Und wenn man an die sogenannte Halbwertzeit von DHA im Gehirn denkt: Sie ist mit 2,5 Jahren außergewöhnlich lang; weise wie die Natur ist, geht das Gehirn höchst sparsam mit dem kostbaren Stoff um. Warum also sollte man täglich mindestens 250 Milligramm zuführen?

Es gibt Fischölkapseln mit 150–300 mg EPA/DHA, aber auch viel höher dosierte. Meine lange Zeit genutzte Marke enthält als täglich gemeinte Dosis 600 mg EPA und fast 1200 mg DHA, zusammen 1800 mg Omega-3 – kein Wunder dass Peskin kritisch vermerkt: Das ist das 300-fache des tatsächlichen Bedarfs. Und es kann ja noch weitergehen – Zitat aus dem Internet:

»Verbindliche allgemeine Obergrenzen existieren hingegen nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt vorsorglich, pro Tag insgesamt nicht mehr als 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA aufzunehmen. Gemeint ist die Gesamtmenge aus Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln. Die EFSA kommt hingegen zu dem Schluss, dass Aufnahmen von bis zu etwa 5 Gramm EPA und DHA pro Tag aus Nahrung und Nahrungsergänzungsmitteln als sicher gelten.« Tja …

Brian Peskin sieht das anders:

»Fischölpräparate führen in ihren »normalen« (gemeint ist: »empfohlenen«, Anmerkung von H. Maldoner), wenn auch supraphysiologischen Mengen zu Veränderungen der Membraneigenschaften, die den Sauerstofftransport in die Zelle und durch die Zelle hindurch beeinträchtigen. Diese Mengen werden häufig verschrieben und gehen mit der Einlagerung von verfälschten, nicht sauerstoffspendenden oder ungeeigneten mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFAs) in die Phospholipide der Zell- und Mitochondrienmembranen einher. Transfette, teilweise oxidierte PUFA-Verbindungen und ungeeignete Omega-6/Omega-3-Verhältnisse (verursacht durch die Einnahme von Meeresölpräparaten) sind allesamt potenzielle Quellen für ungesättigte Fettsäuren, welche die normale Membranstruktur stören und das Krebsrisiko erheblich erhöhen können. Der gesamte supraphysiologische Überschuss an EPA/DHA kann nicht durch Beta-Oxidation abgebaut werden. Daher wird ein erheblicher Teil des Überschusses physiologisch in alle Zellmembranen eingebaut, mit schädlichen Folgen.«

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Brian Peskins Publikation [→ Link, PDF] endet – wie es die Regel ist – mit »Diskussion« und »Fazit«.

Diskussion

»Die Einnahme von Fischölpräparaten und der Verzehr von ›fettem‹ Fisch mit ihren ›Wirkstoffen‹ EPA und DHA wurden als Lösung für gesundheitliche Probleme von Patienten empfohlen. Solche Empfehlungen beruhten zum Teil auf trügerischen ›Zusammenhängen‹ zwischen Fischverzehr und besserer Gesundheit bei Bevölkerungsgruppen wie den Eskimos/Inuit. Tatsächlich zeigte jedoch die größte und aussagekräftigste Studie, die jemals zu Schlaganfall und Hirninfarkt durchgeführt wurde (obwohl dies 2011 kaum Beachtung fand), dass ein hoher Verzehr von magerem Fisch (mit deutlich geringerem Ölgehalt) mit einem signifikant verringerten Risiko für Schlaganfälle insgesamt verbunden war – was den Erwartungen widersprach. Dieser Befund steht im Einklang mit den Ergebnissen einer Screening-Studie aus Iowa (2010), wonach bei der Einnahme von Fischöl eine verminderte Gefäßelastizität (›Arterienverhärtung‹) auftritt.

Auf der Grundlage der menschlichen Physiologie und Biochemie kann Fischöl nicht wirksam sein. Menschen leben nicht in eisigen Gewässern, in denen ein ›Frostschutzmittel‹ erforderlich ist, d.h. EPA/DHA. Diese sogenannten ›Wirkstoffe‹ oxidieren spontan bei Raumtemperatur und sind bei physiologischen Körpertemperaturen noch problematischer; sie führen zur Bildung zahlreicher schädlicher Aldehyd-Zwischen- und Endprodukte, unabhängig vom Antioxidantiengehalt. Wertvolle Antioxidantien werden von den Bereichen, die sie normalerweise schützen, abgezogen, um die unnatürliche, durch Supplementierung verursachte Überlastung mit EPA/DHA zu bewältigen. Keine noch so große Menge an Antioxidantien kann den Patienten vor dieser Überlastung durch Nahrungs(ergänzungs)mittel schützen. Selbst ein relativ ›geringer‹ supraphysiologischer Anstieg der EPA/DHA-Spiegel in den Plasmaphospholipiden ist katastrophal für die Gesundheit des Patienten.«

Fazit

»Fischöl ist in den oft eingenommenen supraphysiologischen, prophylaktischen Mengen schädlich; möglicherweise sogar schädlicher als Transfette. Die Ärzteschaft muss die Physiologie und Biochemie des 21. Jahrhunderts gründlich überprüfen und den Patienten entsprechende Warnhinweise geben. […] Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Forscher sich der Kontroverse um das Fischöl mit einem umfassenderen Verständnis der zugrundeliegenden Biochemie und Physiologie sowie mit einer gesunden Skepsis gegenüber Schlussfolgerungen nähern, die auf dem vereinfachenden ›Mehrheit von Studien (die für Fehlinterpretationen anfällig sind)‹ beruhen, während unbestreitbare, etablierte medizinische Erkenntnisse außer Acht gelassen werden.«

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Zusammenfassung von Brian Peskins Theorie

Eine geschädigte Zellmembran ist die Hauptursache für die Entstehung von Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten. Peskin stützt sich auf die Nobelpreis-prämierte Arbeit des Biochemikers Otto Warburg über den zellulären Sauerstoffmangel.

Industriell verarbeitete, denaturierte Fette (Transfettsäuren, erhitzte Pflanzenöle) schädigen die Lipiddoppelschicht der Zellmembranen, wodurch die Sauerstoffübertragung in die Zelle blockiert wird.

Der Verzehr von künstlich veränderten Fetten führt dazu, dass die Funktion der Zellmembranen irreparabel blockiert wird.

Gesunde Zellmembranen bestehen laut Peskin zu 25 bis 33 Prozent aus nichtprozessierten essenziellen Fettsäuren, den sogenannten Parent Essential Oils (PEOs), »Mutter- oder Eltern-Fettsäuren«. Das sind die beiden ungesättigten Fettsäuren Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Sie ziehen Sauerstoff an und transportieren ihn in das Zellinnere. Im intakten Zustand fungieren diese Fette als Strukturbausteine, die die Zellmembran elastisch, durchlässig und funktionsfähig halten. Eine der wichtigsten Aufgaben intakter Parent Essential Oils in der Zellmembran ist es, Sauerstoff anzuziehen und wie ein Magnet in das Zellinnere zu transportieren. Dies war auch der alles entscheidende, zentrale Aspekt in Johanna Budwigs Gedankengebäude.

Durch den Konsum von Fast Food, Fertiggerichten und raffinierten (prozessierten) Ölen nehmen wir massenhaft chemisch veränderte, erhitzte oder hydrierte Fette (Transfette) auf. Der Körper kann diese schädlichen nicht von den gesunden Fetten unterscheiden. Er baut die beschädigten, veränderten Fettmoleküle direkt als Baustoff in die Doppel-Lipidschicht der Zellmembranen ein.

Durch die fehlerhaften Bausteine verliert die Zellmembran ihre Flexibilität und Durchlässigkeit. Sie verhält sich laut Peskin wie eine Plastikfolie, die die Zelle regelrecht erstickt.

Weil die geschädigte Zellmembran den Sauerstoff nicht mehr durchlässt, sinkt der Sauerstoffgehalt in der Zelle dramatisch (oft um mehr als die kritischen 35 % nach Otto Warburg). Eine der wichtigsten Funktionen intakter Parent Essential Oils in der Zellmembran ist es, Sauerstoff anzuziehen und wie ein Magnet in das Zellinnere zu transportieren. Eine gestörte Zellmembran blockiert diesen Transfer.

Fällt der Sauerstoffgehalt in der Zelle dauerhaft um 35 Prozent, schaltet die Zelle, um im Sauerstoffmangel zu überleben, von der aeroben Atmung auf auf die sogenannte Glykolyse (Zuckervergärung ohne Sauerstoff) um (Prof. Otto Warburg). Dies ist der Startschuss für die Entstehung von Tumoren.

Die geschädigte Zellmembran blockiert nicht nur den Import von Nährstoffen und Sauerstoff, sondern verhindert auch das Ausschleusen von Stoffwechselabfällen und Toxinen aus der Zelle.

Brian Peskins Empfehlungen

(1) Verzicht auf verarbeitete Öle: Raffinierte Pflanzenöle sind durch Erhitzung und Haltbarmachung oxidiert und schädigen die Zellmembran. Erlaubt sind nur naturbelassene, kaltgepresste Bio-Samenöle, um dem Körper die reinen »Mutter-Fettsäuren« Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3) zuzuführen.

(2) Brian Peskin ist ein absoluter Gegner der hochdosierten marinen Öle EPA und DHA (Fischöle und Algenöle). Er nennt EPA und DHA »Derivate« (Abkömminge) der Mutter-Fettsäuren (PEOs), sie werden nach Bedarf vom Körper hergestellt und müssen nicht extra zugeführt werden. Hochdosierte, als Nahrungsergänzung eingenommene marine Öle sind extrem instabil, oxidieren sehr schnell und schädigen die Zellmembranen zusätzlich. Peskin fordert deswegen ausschließlich die Zufuhr der nichtprozessierten »Mutter-Fettsäuren« Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3) im richtigen Verhältnis (1:1 bis 4:1 zugunsten von Omega-6).

(3) Keine Angst vor Omega-6: Entgegen der Mainstream-Meinung, Omega-6 sei entzündungsfördernd, betont Peskin, dass der Körper unverarbeitetes (!) Omega-6 als lebenswichtigen Hauptbaustein (!) für die Gesundheit der Gewebe und der Zellmembranen benötigt.

Ich kann nicht WISSEN ob Prof. Brian Peskin recht hat. Ich GLAUBE es. Seine Argumente haben mich überzeugt.

Um es noch einmal zu sagen: 

Ich bin persönlich der Mehrheitsmeinung gefolgt und habe über lange Zeit hochdosierte marine Öle (als Algenöl) zu mir genommen. Weil ich als Yogalehrer die marinen Öle anderen Personen empfohlen habe erachte ich es jetzt als karmische Pflicht, die neue Position zur Sache klarzustellen.

Auszug aus dem Abschnitt »Atemtherapie«: die Zellatmung

»Die Zellatmung ist die zentrale biochemische Funktion im Organismus.« [Johanna Budwig]

Oberster Punkt des westlichen gesundheitlichen Denkens ist die Zellatmung. Energie ist das Ergebnis chemischer und elektrischer Vorgänge in den Zellen. In ihnen wird die im Darm in ihre kleinsten Bestandteile zerlegte Nahrung weiter abgebaut zu einer Grundsubstanz, aus welcher in den Mitochondrien der Wasserstoff herausgelöst wird. In der sogenannten Atmungskette werden der Wasserstoff und der über das Blut in die Zellen gebrachte Sauerstoff durch Übertragung von Elektronen aktiviert. Am Ende der Atmungskette verbrennt (oxydiert) der Sauerstoff den Wasserstoff zu Wasser. Die dabei freiwerdende Energie wird, sofern nicht sofort als Wärme verbraucht, in Form der chemischen Verbindung ATP wie in einer Batterie gespeichert, bis sie für alle nötigen Vorgänge im Körper abgerufen wird. Das wird innere Atmung, Zellatmung, biologische Oxydation genannt. Jede Störung derZellatmung führt zur Krankheit.

Die Zellatmung hängt vom guten elektrischen Potential der Zellen und der Zwischenzellflüssigkeit ab; darunter versteht man die Kraft der Bewegung, mit deren Hilfe die Zellen optimal ernährt und entgiftet werden. Entscheidend dafür ist die Zellmembran, das Tor, durch welches die Ernährung und die genauso lebenswichtige Entschlackung einer Zelle gewährleistet wird. Durch mehrere Faktoren werden Zellmembranen geschädigt und zerstört; die schlimmsten sind: Tausende von Umweltgiften und eine falsche Ernährung. Mit der Schädigung der Membranen kommt es zu Auflösungserscheinungen in den Zellen und schließlich zum Zerfall der Enzymsysteme in den Zellen – die Zellatmung bricht zusammen.

Die Zellatmung ist die alles überragende Sache; sie kann hier nur angedeutet werden. Der Organismus besitzt zwei Methoden zur Energiegewinnung: die primitive anaerobe Gärung (Abbau von Glukose zu Milchsäure ohne Sauerstoff) und den höheren, weit mehr Energie liefernden aeroben Atmungsstoffwechsel. Durch Schädigung der Zellmembranen und durch Zerstörung der in den Zellen befindlichen Atmungsenzyme schaltet die normalerweise atmende Zelle, um zu überleben, auf den anaeroben Vorgang der Glykolyse um; sie gärt. Eine gärende Zelle aber wird, wie wir seit Jung, Warburg und Seeger wissen, zur Krebszelle.

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Zitate von Johanna Budwig

Die Zellatmung ist die zentrale biochemische Funktion im Organismus.

Ohne schwefelhaltige Proteine und hochungesättigte Fettsäuren gibt es keine funktionierende Zellatmung.

Die beiden Stoffe müssen gemeinsam wirken.

Atmung ist Verbrennung. Dazu sind Sauerstoff und der energieliefernde Sauerstoffakzeptor nötig. Die Sauerstoffaufnahme erfolgt im Redoxsystem (Cytochromsystem), in dem die schwefelhaltigen Eiweiße und die ungesättigten Fettsäuren die Gegenpole darstellen. Sie müssen gemeinsam wirken! Die Zellatmung wird grundlegend gestört, wenn einer der beiden Pole fehlt. Sowohl aktivierter Wasserstoff als auch aktivierter Sauerstoff setzen die innere Verbrennung in Gang. Zu ihrem geordneten Ablauf ist als Dehydrogentransportase die Sulfhydrilgruppe (schwefelhaltiges Eiweiß) nötig, als Cytochromoxydase die ungesättigte Fettsäure, welche auch als wasserlösliches Lipoproteid die Rolle der Atmungserregung erfüllt. Die biologische Oxydation stellt in ihrem Synergismus zwischen dem Eiweiß- und Fettstoffwechsel eine derart zentrale biochemische Funktion dar, daß die Auswirkungen dieser Kenntnisse sich auf die gesamte Physiologie und Pathologie erstrecken.

Der Mensch, der die Elektronensysteme in seiner Nahrung und in der Umwelt zerstört, schneidet sich nicht nur den Sauerstoff ab, sondern auch die Sonnenwirkung. Er verliert die Fähigkeit, Lichtenergie aufzunehmen und gerät in eine Energiemulde. Nun wirken sich Krebsnoxen, Chemikalien, Viren oder psychischer Stress intensiv aus.

Durch Zufuhr elektronenreicher Lebensmittel gelingt es, die Aufnahme von Lichtphotonen als Energiequelle wieder zu beleben. Die Elektronen in den Lebensmitteln ziehen mit ihrem elektromagnetischen Feld die Photonen an. Das Zusammenspiel der Photonen und der Elektronen in den Samenölen beherrscht alle Lebensfunktionen. Diese sind eng verbunden mit den Membranfunktionen. In Sauerstoffaufnahme und Sauerstoffverwertung (Zellatmung), in der Zellteilung, in allen normalen Wachstumsprozessen, in Nervenbahnen und Gehirn, in allen Organen – überall sind die steuernden Funktionen der Zellmembranen mit ihrer elektromotorischen Kraft wirksam.

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Schlussabsatz aus dem Kapitel »Johanna Budwig«

Die ungenügende Verwertung des Sauerstoffs gilt in der biologischen Krebsmedizin als Ursache der Störung und des Zusammenbruchs der biologischen Oxydation (Zellatmung). Dr. Budwigs Präzisierung dazu wirft jedoch ein besonderes Licht auf die Sache: Verminderte Auswertung des Sauerstoffs, Störung des elektromagnetischen Feldes und Energielosigkeit begleiten den Symptomenkomplex … Als entscheidende Ursache dieser Phänomene bezeichnet Johanna Budwig die Störung des Fettstoffwechsels durch das Fehlen der in den Samenölen enthaltenen Pi-Elektronen-Systeme. 

»Fette sind die alle Lebenserscheinungen beherrschenden Faktoren, so ein Physiologe aus dem Jahre 1911, Ivar Bang. Heute können wir darüber hinaus sagen: Jawohl, Fette in Übereinstimmung mit den Photonen der Sonnenenergie, elektronenreiche Fette in Resonanz mit der Wellenlänge der Sonnenenergie beherrschen in der Tat die gesamten Lebensfunktionen!« [Dr. Johanna Budwig]

Der allem zugrundeliegende und epochale Satz lautet bei Dr. Budwig folgerichtig:

»Alles ist nichts,

wenn nicht in der Fettfrage ganz klare Sache gemacht wird!«

[Johanna Budwig]

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Kapitel »Zusammenfassung und Empfehlungen«: letzte Präzisierungen

Update Juni 2026 – Da es mit Sicherheit nicht mehr zu einer Neuauflage des Buches kommen wird, sei hier das abschließende Kapitel »Zusammenfassung und Empfehlungen« mit den endgültigen Präzisierungen wiedergegeben. Sie sind in Farbe und eingerückt erkennbar. Mit diesen Präzisierungen habe ich meine Pflicht als Autor erfüllt.

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Kapitel 10 – Zusammenfassung und Empfehlungen

Bei aller nötigen Theorie enthalten die vorausgegangenen 124 Seiten eine Unmenge an praktischen Ratschlägen. Zum Schluss genügen eine gedrängte Zusammenfassung und einige Empfehlungen.

(1) Der Grundgedanke. Die Gesundheit hat einen energetischen und einen biochemischen Aspekt. Die beste Methode für den harmonischen Fluss des Prana ist der Hatha-Yoga. Die gesunde Biochemie des Blutes erfordert eine geeignete Ernährung, reines Wasser und die ständige Ausscheidung der Umwelt-, Nahrungs- und Stoffwechselgifte.

(2) Die fünf westlichen Grundgedanken. Übernimm die für Dich wichtigen Dinge. Bei den angegebenen Namen sollten folgende Merkbilder sofort präsent sein: MAYR – Esskultur. STEINTEL – keine Aufbau-Eiweiße. LUTZ – weniger Kohlenhydrate. VAN AAKEN– wenig essen, viel bewegen. BUDWIG – Quark-Leinöl.

Verbinde diese fünf, und mit dem YOGA sechs Systeme in harmonischer Weise. Wenn man keine Haarspalterei betreibt, widerspricht sich nur sehr wenig oder gar nichts. Beispiele: Steintel + Lutz + Budwig = Öl-Eiweiß-Kost ohne Aufbau-Eiweiße und mit wenig Kohlenhydraten; Yoga + Mayr + van Aaken = wenig essen; und anderes.

(3) Yoga. Beherzige möglichst viele der allgemeingültigen, durch und durch vernünftigen Ratschläge in den Abschnitten »Wie soll man essen« und »Was soll man essen«.

Yoga – Wiederholung und nachdrückliche Betonung einer früher gemachten Anmerkung: »Das Thema Ernährung ist höchst umstritten. Je mehr Jahre vergehen, desto mehr reduziert es sich für mich auf das, was der Yoga dazu sagt.«

Die zentralen Ernährungsempfehlungen des Yoga sind eindeutig: Iss maßvoll. Kaue die Speisen gut. Iss reine, sattvische Nahrung. Iss Leichtverdauliches. Die Pflege des Agni ist das allem Zugrundeliegende.

Die Erschlaffung und Senkung des Magens und des Darms (Gastro- und Enteroptose) – die großen Krankmacher, auf die Dr. Mayr und andere Naturheilärzte hingewiesen haben – lassen sich mit Hilfe des Hatha-Yoga einfach und schnell beheben. Denke dabei neben der auch für den Yoga typischen Esskultur an das Wunder namens Agnisara-Dhauti, die wichtigste Gesundheitsübung. Auf dem Gebiet der Heilkunde ist sie die genialste Erfindung der alten Yogameister, ihr größtes Geschenk an eine kranke Menschheit. Welch tiefe Einsicht hatten sie nicht nur in die verborgenen geistigen, sondern auch in alle körperlichen Vorgänge und Zusammenhänge!

Die Schriften empfehlen jenen, die sich intensiv mit dem spirituellen Yoga beschäftigen, den ausschließlichen Verzehr sattvischer Nahrung. Dies kann aber missverstanden werden. Sattva-Nahrung besteht, auf das kürzeste zusammengefasst, aus Früchten, Gemüsen und (gesäuerter) Milch. Nun ist Rohkost in den kalten Ländern als Dauernahrung nicht geeignet; es sei denn, man hat ein gleichmäßig auf hohem Niveau brennendes inneres Feuer. Wer ist überhaupt ein »intensiv Übender«? Ein vollkommen Gesunder mit widerstandsfähigem Körper und Geist, mit einem perfekt arbeitenden Agni, ein zurückgezogen und in strengster Enthaltsamkeit Lebender, ständig das höchste Ziel vor Augen. Wer von uns im geschäftigen, völlig nach außen gerichteten Westen kann sich dazu zählen? Das schwache Feuer, die herabgesetzte körperliche und geistige Energie ist jenes allgemeine Syndrom, welches chinesischen und indischen Ärzten an vielen Europäern als erstes auffällt. Bei schwachem Agni ist zunächst nicht die Reinheit (Sattva) erstrangig, vielmehr die Therapie, die Pflege und Förderung des inneren Feuers; dieser herausragende Aspekt wurde im 3. Kapitel klar genug dargelegt.

(4) Mayr. Die Essdisziplin des Yoga hat viel mit dem extrem wichtigen Grundgedanken von Dr. Mayr zu tun: Kaue die Speisen sorgfältig; iss nicht zuviel auf einmal; iss nicht zuviel durcheinander; iss nicht zu oft; iss nicht zu spät am Abend. Abgesehen von Agnisara-Dhauti steht unter den anderen Methoden zur Tonisierung eines erschlafften Verdauungsapparates jene der Esskultur natürlich an oberster Stelle, denn die mangelnde Essdisziplin ist ja die eigentliche Ursache der Magen- und Darmsenkung!

Die Essdisziplin des Yoga hat mit Dr. Mayr zu tun – dies kann nicht genug betont werden. In Mayrs Hauptwerk Darmträgheit steht auf Seite 216 eine fast versteckte zentrale Aussage. Bei der Fülle an wichtigen Gedanken in dem Buch mag dies fast untergehen, dabei ist es die Aussage par excellence: »Um den Darm rein zu machen gibt es nur ein Mittel: ihn gesund zu machen. Nur ein gesunder Darm ist rein und hält sich rein.« Alle Diäten, Naturheilmittel, Darmwaschungen und was sonst noch mögen zu »momentanen« (so Dr. Mayr) Besserungen führen, aber ohne Essdisziplin bringen sie nicht den wahren Erfolg. Erneut: Mayr ist keine »Diät«; es geht nicht um das WAS soll man essen, sondern ausschließlich um das WIE.   

(5) Steintel. Als Gesunder muss man vielleicht seine Konsequenz nicht hundertprozentig übernehmen. Ab und zu einige wenige Nüsse zu naschen oder ein, zwei Scheiben Brot zu essen ist keine Katastrophe, wenn man sich ansonsten vernünftig ernährt und bewegt. Auch die Reserviertheit Steintels den Samenölen gegenüber ist übertrieben, da sich die Menge der bei der Pressung ins Öl gelangenden Eiweiße im Promillebereich bewegt und der tägliche Verbrauch an Öl vergleichsweise gering ist.

Die Reserviertheit Steintels den Samenölen gegenüber – Ich hatte bereits eine kleinere Anmerkung zu Dr. Steintel angebracht [→ Link]. Auch bei ihm halte ich alles für eine Frage der Quantität. Paracelsus: »Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.« Es sind die Berge (!) an Brot- und sonstigen Getreideprodukten, die Eier und Hülsenfrüchte welche auf der Negativliste stehen sollten, nicht die extrem bescheidenen Mengen an Leinsamen, Aprikosen- und Sonnenblumenkerne.  

Als gute Grundlage kann gelten: Iss niemals Eier und eierhaltige Speisen; vermeide genauso streng die normale, ungesäuerte Milch; gehe dem Weizen und Roggen aus dem Weg, so gut es Dir möglich ist; verzichte auf Hülsenfrüchte; beschränke Dich beim Verbrauch von Nüssen. Als »Getreide« magst Du, wenn es für Dich wichtig ist, Reis, Hirse und Buchweizen essen.

Solltest Du jedoch zu den Magen-Darmpatienten gehören, dann bist Du gut beraten, Dich streng an die Prinzipien Dr. Steintels zu halten, denn der erste Ort, an dem die Aufbau-Eiweiße ihr Entzündungswerk beginnen, ist die Schleimhaut des Darms. So wie Nierenpatienten eine direkte Gehirnschaltung zu dem Gedanken haben sollten: Ich benötige reinstes, mineralarmes Wasser! – so sollten Magen-Darm-Patienten sich programmieren: Ich esse keine Eier, keine ungesäuerte Milch, keine Hülsenfrüchte, keine Nüsse, keine glutenhaltigen Getreide und deren Produkte wie Brot, Kuchen, Kekse, Nudeln; den Rest kaue ich auf das sorgfältigste!

(6) Lutz. Ob man ein »Leben ohne Brot« aushält, mag die Frage sein; wichtig ist, mit den Kohlenhydraten sparsam umzugehen. Iss eine Scheibe Brot anstelle von zwei Brötchen; zwei Kartoffeln anstatt vier; eine Banane und nicht zwei oder drei; drei Esslöffel Reis und nicht einen halben Teller … Das darf aber nicht zu einer Eiweißmast führen; es geht um die gute Mischung aus konzentrierten Grundstoffen (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate) und nicht konzentrierten, stark wasserhaltigen Obst und Gemüse. Außerdem stellt sich die Frage: Welche Eiweiße sind richtig, welche Fette und Kohlenhydrate? Viele Ernährungsstudien sind wegen der Verwendung schädlicher Proteine und Fette wertlos.

(7) van Aaken. Vergegenwärtige Dir den fundamentalen Satz: Was nützt die beste Nahrung, wenn sie nicht durch Bewegung »veratmet« wird. Das von Dr. van Aaken betonte aerobe, langsame Laufen und das energische schnelle Gehen sind gleichermaßen empfehlenswert und nebenbei die ideale Ergänzung zu den ruhigen Übungen des Hatha-Yoga.

(8) Budwig. Im entsprechenden Kapitel ist alles gesagt, hier eine letzte Anregung: Die Quark-Leinöl-Creme sei das Herz der täglichen Ernährung. Ein Schälchen (100 g, 3 leicht gehäufte Esslöffel der fertigen Creme) einmal, vielleicht zweimal täglich sollte es schon sein. Kannst Du Dich für die Öl-Eiweiß-Kost begeistern, dann vergrößere leicht die Portion und vermindere den Rest. Verwende Leinöl auch für Salatsaucen und Brotaufstriche (Rezepte nach Dr. Budwig). An guten Tagen, wenn Dir die Askese leichtfällt, versuche es bei den Mahlzeiten nur mit der Creme und einer Möhre, einem Apfel, einer Mandarine … und prüfe, wie es Dir geht. Mache nach dem Essen der Budwig-Creme einen Spaziergang an der Sonne; auf diese Weise tankst Du Photonen, lädst Du Dich mit neuer Energie auf. Motiviere Dich immer wieder mit den Worten von Johanna Budwig: »Quark-Leinöl stellt heute etwas Ungeheures dar!«

Die Quark-Leinöl-Creme sei das Herz – dieser Ausdruck kann missverstanden werden angesichts der bescheidenen Menge. Gewiss ist die Creme der Schwerpunkt, aber gemeint war selbstverständlich die Budwig-Kost insgesamt. Also: »Die Ernährung nach Johanna Budwig sei das Herz …«. [Dr. Johanna Budwig. Öl-Eiweiß-Kost. Diverse Verlage]

Ein Schälchen (100 g, 3 leicht gehäufte Esslöffel) – hier verweise ich auf den Artikel Wieviel Leinöl taglich?. Im Telegrammstil: Erstens, nicht 3 Esslöffel Leinöl, sondern 3 Esslöffel der fertigen Creme; zweitens, meine Mischung enthält weniger Leinöl als jene von Dr. Budwig; siehe Ergänzung 5: Die Budwig-Creme.

Kannst Du Dich für die Öl-Eiweiß-Kost begeistern, vergrößere leicht (!) die Portion – JA, wenn man meine Mischung zugrundelegt (Verhältnis Quark/Yoghurt zu Öl ~ 9:1). NEIN, wenn die Mischung von Johanna Budwig gemeint ist (Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 5:1). Der Forscher Brian Peskin (USA) erwähnt als einzigen Kritikpunkt an der von ihm geschätzten Dr. Budwig, dass eine einseitige Betonung des Leinöls (= zuviel Omega-3) nicht gesund sein kann, wenn nicht gleichzeitig genügend (gutes, unverarbeitetes) Omega-6 verwendet wird. Das passt zur Aussage des Fett-Experten Dr. Udo Erasmus (Kanada), dass er persönlich große gesundheitliche Probleme verschiedener Art bekam, als er ausschließlich Leinöl (Omega-3) verwendete. Sobald er genügend Omega-6 (in Form von Sonnenblumenkernen und Sesamsamen) hinzufügte war alles wieder in Ordnung. Diese Information von Udo Erasmus ist ein Augenöffner.

Verwende Leinöl auch für Salatsaucen – dazu zweierlei: (1) Leinöl »pur« in den Salat: NEIN. Es sei der Hinweis Dr. Budwigs von Seite 79 wiederholt: »Auch bei der Verwendung der unraffinierten Öle stimmt Dr. Budwig mit der Reform überein. Aber es ist unbedingt erforderlich, dass die entsprechenden eiweißhaltigen Nahrungsmittel mitverabreicht werden, sonst schlägt die günstige Wirkung der Öle in das Gegenteil um!« (2) Salatsauce mit Leinöl-Sauermilch-Kräutern: JA = das Leinöl wird durch die Vermischung mit der Sauermilch zu einem wasserlöslichen Lipoprotein, was die Verwertbarkeit im Körper entscheidend verbessert. NEIN = siehe Brian Peskin; die einseitige Betonung des Leinöls kann nicht gesund sein, sofern nicht auch genügend gutes (nicht verarbeitetes) Omega-6 verwendet wird. Für Salatsaucen eignet sich Olivenöl besser.

Erwähnt werden muss noch, dass die Deklaration »kaltgepresstes Leinöl« nicht grundsätzlich bedeutet, dass es nicht erhitzt wurde. Die Samen werden vor dem Pressen nicht erhitzt, in Ordnung. Aber beim »Kaltpressen« der Samen kann im Presszylinder durch Druck und Reibung eine Temperatur von 60 bis 80 und noch mehr Grad entstehen. Es gilt also darauf zu achten, Leinöl und auch die anderen wertvollen Öle  in Rohkostqualität zu kaufen. Mehrere Firmen garantieren, dass durch spezielle Vorrichtungen (langsamere Drehzahlen, Wasserkühlung) die sogenannte Auslauftemperatur im Presszylinder 28 Grad, höchstens um die 35 Grad beträgt.

(9) Budwig und Steintel. Die Öl-Eiweiß-Kost läßt sich gut mit den Prinzipien von Dr. Steintel kombinieren. Dass Dr. Budwig für die Quark-Leinöl-Creme Milch empfiehlt ist unerheblich, da man Sauermilch oder Yoghurt verwenden kann. Eine andere Divergenz wäre der Verzehr von (frisch!) geschroteter Leinsaat: Sie enthält die wertvolle elektronenreiche Linolensäure; andererseits handelt es sich um Samen. Auch dies erweist sich jedoch als unerheblich. Isst man weder Eier noch Hülsenfrüchte und vermeidet Weizen und Roggen, dann ist gegen die geringe Menge von täglich ein, zwei Teelöffeln geschroteter Leinsaat nichts einzuwenden.

Dass Dr. Budwig für die Quark-Leinöl-Creme Milch empfiehlt, ist unerheblich – das habe ich missverständlich ausgedrückt; es ist nicht unerheblich. Johanna Budwig hat unendliche Verdienste, aber gemäß dem ebenfalls verdienstvollen Dr. Steintel soll man alle nichtgesäuerten Formen der Milch strengstens vermeiden. Es ist also sehr wichtig, für die Quark-Leinöl-Creme Sauermilch, idealerweise Yoghurt zu verwenden, um die erwünschte sämige Konsistenz der Creme zu erreichen.

… dann ist gegen ein, zwei Teelöffel frisch (!) geschroteter Leinsaat nichts einzuwenden (1) – JA; bei meiner Mischung (Verhältnis Quark/Yoghurt zu Öl ~ 9:1) sind zwei Teelöffel in Ordnung. Bei der Mischung von Dr. Budwig (Verhältnis Quark/Milch zu Öl ~ 5:1) lieber nur 1 Teelöffel. Wohlgemerkt: Teelöffel. Ein einziger Teelöffel Leinsamenschrot enthält bereits 1 Gramm Omega-3 (Alpha-Linolensäure), das kommt ja zur Quark-Leinöl-Creme noch dazu. Von der oft zu hörenden Empfehlung »2 Esslöffel Leinsamen« halte ich nichts, das wird alles in allem zuviel Leinöl, siehe Brian Peskin.

… dann ist gegen ein, zwei Teelöffel frisch (!) geschroteter Leinsaat nichts einzuwenden (2) – der Ausdruck »nichts einzuwenden« bezog sich ausschließlich auf Dr. Steintel (siehe weiter oben) und erscheint mir jetzt etwas unglücklich gewählt. Die Zugabe von Leinsamenschrot zur Creme ist ausdrücklich zu empfehlen (Achtung allerdings auf die Menge). In der Regel wird bei der Pressung der Leinsamen das gewonnene Öl anschließend gefiltert (nur wenige Firmen verkaufen ungefiltertes Öl). Damit werden die sogenannten Schweb-, Trüb- und Schleimstoffe entfernt, welche das Öl bitterer machen und auch schneller oxydieren lassen. Das gefilterte, klare, goldgelbe Öl schmeckt besser und die Haltbarkeit wird verlängert. So weit, so eigentlich gut. Allerdings handelt es sich bei den ausgefilterten Schwebeteilchen um wertvollste Substanzen (Lecithin, Lignane, Schleimstoffe). Aus diesem Grund ist es bei gefiltertem Leinöl von Vorteil, der Budwig-Creme frisch geschrotete Leinsaat zuzufügen, so dass das klare Öl zumindest in geringen Mengen insbesondere durch die Lignane zusätzlich aufgewertet wird und damit gesundheitlich noch bedeutsamer ist. Dass Leinsamen grundsätzlich frisch geschrotet sein müssen, darauf wurde mehrfach hingewiesen, das ist extrem wichtig. Siehe Geschroteter Leinsamen im Handel

(10) Wasser. Habe als Ideal das Gletscherwasser vor Augen. Natürliches weiches, hochohmiges Wasser erhält man aus Quellen und über die Reinigungsverfahren der Umkehrosmose und der Wasserdampfdestillation. Verwechsle dabei auf keinen Fall das fälschlicherweise destilliert genannte, in Wahrheit chemisch enthärtete Wasser für Autobatterien und Bügeleisen mit dem absolut reinen dampfdestillierten Wasser. Laß dich gegebenenfalls nicht beunruhigen durch die Behauptung, das Trinken von dampfdestilliertem Wasser sei gefährlich; hilfreich ist hier das Argument Regenwasser. Im lebenden Organismus laufen viele Dinge anders ab als im Reagenzglas.

Es muss allerdings ein wichtiger Hinweis folgen. Der Genuss von destilliertem Wasser ist bei uns höchst umstritten. Um einer rechtlichen Problematik aus dem Weg zu gehen, wird in diesem Buch vom Autor ausdrücklich nicht gesagt: Trinke destilliertes Wasser. Vielmehr, angelehnt an namhafte Ärzte und Forscher, darunter Prof. Vincent: Trinke reines, hochohmiges, mineralarmes Wasser, weil es besser für Deine Gesundheit ist.

Mittels Umkehrosmose gereinigtes weiches Wasser ist dagegen nicht umstritten; es wird von Ärzten empfohlen und seit einiger Zeit überall in Drogeriemärkten usw. kostenlos angeboten. Kein Mensch nimmt daran Anstoß; dabei sind die heutigen Osmosegeräte so gut, dass das mit ihnen gereinigte Wasser im Mineralgehalt dem dampfdestillierten Wasser praktisch gleichkommt. Logisch ist die Ablehnung des letzten daher nicht.

Hast Du auch bei der Umkehrosmose irgendwelche Bedenken, dann besorge Dir natürliches mineralarmes Quellwasser. Nach Prof. Vincent muss gutes Trinkwasser einen Ohm-Wert von mindestens 6.000 haben; oft genannte Beispiele sind das französische Volvic mit 8.000 und das belgische Spa mit 17.000 Ohm.

Leider wird Trinkwasser zunehmend nur noch in Plastikflaschen angeboten; ein weiterer Sieg des Profitgedankens über den Verstand. Bedauerlich ist – auch hier – nicht das Verhalten von Industrie und Handel, vielmehr die Sorglosigkeit des Verbrauchers, der das hinnimmt.

Noch in Glasflaschen erhältlich und empfehlenswert sind: »Plose« (Quelle auf 1800 m Höhe) mit einem Calciumanteil von 2,4 mg/l, einem Gesamtmineralgehalt von 21 mg/l und einem Ohm-Wert um 35.000; »Lauretana« mit einem Calciumgehalt von 1,6 mg/l, einem Gesamtmineralgehalt von 14 mg/l und 60.000 Ohm. Das erwähnte Gletscherwasser der Hunzas (es ist im Mineralgehalt praktisch identisch mit Umkehrosmose- und dampfdestilliertem Wasser) hat einen Ohm-Wert von über 80.000.

Nützlich ist die Wasserverwirbelung; entweder durch die angebotenen, leider teuren Geräte; oder durch die geniale und billige Implosionsspirale (ein Trichtereinsatz, der einen rechtsdrehenden Strudel bewirkt); oder auf einfachste Weise: Fülle eine Flasche etwa halbvoll, schüttle kräftig, drehe die Flasche um, lasse das Wasser rechtsdrehend in ein Glasgefäß laufen und stelle es ans Sonnenlicht; die mehrmalige Wiederholung der Prozedur wirkt noch besser. Alle Formen der Energetisierung von Wasser sind aber nur dann wirklich wirksam, wenn es mineralarm ist.

Rechtsdrehend – der Begriff ist umstritten. ZENTRIPETAL ist wichtig (zentripetal = zum Mittelpunkt strebend, sich von außen nach innen bewegend; zentrifugal = vom Mittelpunkt wegstrebend, nach außen gerichtet).

Fülle eine Flasche halbvoll – das war ein Lapsus. Zu drei Vierteln voll, so sollte es heißen. Das Ganze wirkt aber nur mit Kurzhalsflaschen. Bei Langhalsflaschen ist der zentripetale Wirbel ungenügend, da das Wasser viel zu schnell durchrauscht.

(11) Enzyme und Zeta-Potential. Sie sind das Argument für die Rohkost. Angesichts unseres Klimas und des schwachen Verdauungsfeuers so vieler Europäer kann als vernünftige Empfehlung gelten, 50 % der Mahlzeit in Form roher, frisch zubereiteter und gut gekauter (!) Nahrung zu sich zu nehmen. Mache Gebrauch von fermentierten (enzymhaltigen) Speisen und Getränken mit rechtsdrehender L(+)-Milchsäure; sie entgiftet den Körper und regt die Zellatmung an.

(12) Säuren und Basen. Bei einem einigermaßen vernünftigen Lebensstil ist eine chronische Azidose nahezu ausgeschlossen. Was aber ist heute noch vernünftig. Um es auf den Punkt zu bringen: Massiv übersäuernd sind Weißbrot, Marmelade, Kaffee, Zucker, die Süßigkeiten mit weissem Zucker (Feigen, Rosinen usw. sind Basenspender), erhitzte Fette, Fast-Food, Softdrinks, Ketchup, Fertigsaucen … Außerdem der Aufenthalt in Gaststätten, das Sitzen vor Fernseher und Computer, das stundenlange Fahren auf der Autobahn, was insgesamt bedeutet: Bewegungsarmut, Alkohol, Rauch, Abgase, Elektrosmog, Stress, Kaffee, Süßigkeiten, Softdrinks. Zu einem Massenproblem ist die Gewebeübersäuerung erst in unserer Zeit geworden.

(13) Biologische Waren. Kaufe Gemüse und Obst aus biologischem Anbau. Die wenige nötige Rohkost sollte von bester Qualität sein (das gilt auch für Quark, Öl, Gewürze, Tee, …). Der gebetsmühlenartig wiederholte Hinweis von »Fachleuten«, die Pestizid- und andere Chemierückstände seien gesundheitlich unbedenklich ist eine Lüge; es handelt sich ja größtenteils um Zellgifte.

Biologische Waren sind verständlicherweise teurer als die normalen. Es gilt aber zu bedenken dass die Menschen der Wohlstandsgesellschaft viel zuviel essen; das macht nicht nur krank, es kostet auch viel Geld. Ernährt man sich im Sinne des Yoga und Dr. Mayrs (= hochwertige Nahrung, gut gekaut), dann genügen relativ kleine Mengen. Das gleicht sich finanziell aus und ist wesentlich gesünder.

(14) Die Mundverdauung. Der enzymatische Abbau von Stärke beginnt im Mund durch die im Speichel enthaltene Alpha-Amylase. Wenn Du es versäumst, Brot, Kartoffeln, Reis usw. gut einzuspeicheln, dann kann der Darm den Abbau nicht mehr vollständig nachholen. Die halbverdaute Stärke wird zu einem belastenden Bestandteil, von manchen zu Recht »Darmkleister« genannt.

(15) Rohkost. Nach allem was gesagt wurde, kann die Sache kaum missverstanden werden: a) Rohkost ist als lebende Nahrung (Enzyme, Zeta-Potential, Sattva) wichtig. b) Die meiste Rohkost hat eine kühlende Wirkung; dies muss bei schwachem Agni bedacht werden. Vier Punkte seien festgehalten:

Erstens: Welche Rohkost? Beschränke Dich beim Gemüse nach dem Gedanken: »Was von Natur aus, ohne jegliche Zubereitung schmeckt, ist wichtig; was eine Sauce benötigt, ist zweitrangig.« So gesehen ist die Möhre die Königin unter den Gemüsen. Auch der köstliche Geschmack des rohen Fenchels wird durch keine Sauce verbessert; selbst die Tomate benötigt weder Öl noch Essig, sofern man sich einen Rest von Natürlichkeit bewahrt hat. Beim Obst fällt die Wahl leicht; praktisch alle Arten schmecken von Natur aus gut. Früchte, Wurzeln und etwas Naturgrün (wie der Löwenzahn, aber gewiss nicht die klassischen Salate) gehören zur gesunden Urnahrung des Menschen.

Zweitens: Wieviel Rohkost? Besinne Dich auf die Prinzipien des Yoga und Dr. Mayrs: Iss nicht zuviel, iss nicht zu sehr durcheinander …

Drittens: Wie isst man Rohkost? a) Langsam, unter sorgfältigem Einspeicheln. Mit einem halbverschlungenen Steak werden die meisten Menschen eher fertig als mit ungenügend gekauter Rohkost; sie führt zur Darmgärung. b) Bei zuviel Hitze im Körper (ayurvedisch: bei einem Übermaß an Pitta) ist die kühlende Rohkost das Richtige; bei wenig innerer Wärme aber musst Du ihre kühlende Wirkung durch Gewürze ausgleichen. Es ist nicht richtig, bei schwachem Agni ausschließlich gekochte Nahrung zu essen; sie führt zur Verarmung an Enzymen und ist durch die Herabsetzung der Zellatmung der eigentliche Grund für die Schwächung des Agni. »Warme«, gekochte Nahrung – gewiss angenehm für den Magen – ist nicht immer gleichbedeutend mit »energetisch wärmend«. Die Budwig-Creme ist eine Kaltspeise und wirkt dennoch erwärmend. Beginne bei innerer Kälte die Mahlzeit mit einer heißen Suppe oder mit einem Ingwertee. Füge jeder Rohkost wärmende Gewürze zu: frischen Ingwer in Scheiben oder gerieben, gemahlenen schwarzen Pfeffer, Zimt … Lauch und Zwiebeln gehören zu den erwärmenden Gemüsen; mache Gebrauch von ihnen, wenn Dein Magen es erlaubt. Öl und Essig sind sinnvoll als Sauce, weil erwärmend. Der klassischen französischen Salatsauce wird Senf beigefügt; dies hat seinen guten Grund.

Viertens: Wann isst man die Rohkost? In den Gesundheitsbüchern heisst es übereinstimmend: Die rohe Nahrung sollte bei jeder Mahlzeit zuerst gegessen werden. Ist das richtig? Ja, wenn das Verdauungsfeuer bereits angeregt, wenn der Magen und wenn die Füße (!) warm sind. Ja, in den Sommermonaten. Nein, wenn man allgemein wenig innere Wärme und wenn man vor dem Essen kalte Füße hat. Nein in der kühlen und kalten Zeit. Die weise Sitte, zu Beginn der Mahlzeit eine heiße Suppe zu essen oder einen Aperitif zu trinken entsprang der einfachen Erfahrung, dass es den Magen wärmt, das Verdauungsfeuer entfacht.

(16) Der Alltag. Mache nach dem Aufstehen die indische Zungen- und Nasenreinigung. Trinke dann ¼ Liter heißes, weiches Wasser (nicht zu heiß, aber keinesfalls lauwarm); bei zuviel Hitze im Körper und bei Verstopfung muss es (nicht zu) kaltes Wasser sein. Diese drei Dinge sollten zur Gewohnheit werden. Hast Du keinen Hunger, iss nicht aus reiner Gewohnheit; begnüge Dich mit einem Orangensaft, oder grünem Tee, Ingwertee, Kräutertee. Ein mit Honig gesüßter Zitronensaft ist ein großer Reiniger. Brauchst Du Kaffee, dann verwende die beste Arabica-Sorte und nimm ihn ohne Milch und ohne Sahne. Willst Du morgens essen, dann frühestens zehn Minuten nach dem Trinken von Tee oder Kaffee. Denke an die Förderung des Agni. In Japan begann man traditionell den Tag mit heißer Misosuppe, das ist in diesem Sinne. Höchst empfehlenswert ist die Budwig-Creme. Mit Quark-Leinöl im Magen hat man bis mittags keinerlei Hungergefühle. Solltest Du Obst essen, dann in bescheidener Menge; ein Apfel ist entsäuernd, drei Stück jedoch haben die gegenteilige Wirkung. Bringe die Obstsäuren möglichst nicht mit Stärke zusammen. Apfel mit Brot, und schlimmer, Zitrusfrüchte oder Zitrussäfte mit Getreidemüsli oder Brot, das hört man zwar oft; dadurch wird es aber nicht besser. Hier werden viele Fehler gemacht (zu ihnen gehört auch der Obstkuchen). An einem rumpelnden Darm ist nicht das Obst schuld, sondern das »Wie wurde es gegessen«.

Trinke heißes, weiches Wasser (nicht zu heiß, aber keinesfalls lauwarm) – erstens, in mehreren Etappen, ruhig getrunken; zweitens, »nicht zu heiß« versteht sich von selbst, ich wollte es nur pflichtgemäß erwähnen; drittens, »keinesfalls lauwarm« = lauwarmes Wasser verursacht bei manchen Menschen einen Widerwillen oder sogar Brechreiz. Es sollte also schon gut warm sein.

Bringe die Obstsäuren möglichst nicht mit Stärke zusammen – das »möglichst« bitte streichen. Iss niemals Obst mit stärkehaltigen Lebensmitteln. Dies ist einer der wichtigsten Ratschläge überhaupt. Persönlich bin ich da radikal, ich esse Obst immer nur alleine, für sich als eigene wertvolle Mahlzeit; ich füge nicht einmal der Budwig-Creme Obst bei (wohl aber Gewürze/Kräuter). Gerne wiederhole ich hier den Satz aus dem Buch, Seite 135: »An einem rumpelnden Darm ist nicht das Obst schuld, sondern das »WIE wurde es gegessen«. 

Zentraler Punkt des Mittagessens sollte erneut die Förderung des Agni sein; siehe die Anmerkungen zur Rohkost, um Wiederholungen zu vermeiden. Ein wenig (!) Reis, Hirse oder Buchweizen, oder zwei, drei kleine bis mittelgroße, in der Schale gedämpfte Pellkartoffeln mit ebenfalls schonend gedämpften Gemüsen ergeben ein warmes Gericht. Nimm je nach Stärke Deines Agni weniger oder mehr Rohkost (negativer Merksatz: gekochte Nahrung ist enzymfrei). Das Wichtigste ist die Budwig-Creme.

Für das Abendessen gilt: a) Iss wirklich wenig. b) Iss Leichtverdauliches. c) Drei, vier Stunden sollten nach dem Essen vergangen sein, ehe Du Dich ins Bett legst. Wobei aber noch der weise Ratschlag aus dem alten China anzubringen wäre: »Das Abendessen überlasse deinen Feinden.«

(17) Zitrusfrüchte. Vor allem biochemisch gesehen gehören sie zu den Wohltätern. Bedenke aber auch hier, dass aus Positivem schnell Negatives wird, wenn man quantitativ, qualitativ und esstechnisch Fehler macht. Der Saft einer Orange entsäuert, drei gepresste Orangen dagegen übersäuern – Sätze wie dieser sollten verstanden werden. Kaufe nur Zitrusfrüchte aus biologischem Anbau; die handelsüblichen werden etwa zwanzigmal pro Saison einer chemischen Dusche unterzogen. Auch das Konservierungsmittel Diphenyl, mit dem die Schalen behandelt werden, ist ein starkes Zellgift, ein Inhibitor der biologischen Oxydation. Ziehe zur Schonung des Zahnschmelzes die Säfte vor und trinke sie mit Halm.

Ziehe zur Schonung des Zahnschmelzes die Säfte vor – JA, wichtig. Aber empfehlenswert ist auch, die weiße Schicht zwischen den Zitrusschalen und dem Fruchtfleisch und sogar die Schalen zu verzehren; beide enthalten wertvollste Substanzen. Logischerweise von Bio-Früchten mit unbehandelter, essbarer Schale.

(18) Milch und Milchprodukte. Folge hier Dr. Steintels Prinzipien: Die ungesäuerte Milch (Voll- und Magermilch, von der H-Milch nicht zu sprechen) und die damit hergestellten Produkte (Pudding, Cremen, Speiseeis, Schokoladen usw.) schaden der Gesundheit; alle sauren Formen der Milch und die meisten Käsesorten (ausgenommen die sogenannten laufenden und stinkenden) sind zu empfehlen. Dies wurde erläutert; es folgen noch kleine Anmerkungen.

Sauermilch und Sauermilchprodukte. Achte darauf, dass sie nicht aus homogenisierter Milch stammen. Es bleibt für den Autor ein Rätsel welcher Fortschritt das sein soll, dass die natürlichen Fettkügelchen der Vollmilch unter Hochdruck förmlich zerfetzt werden, damit die Milch nicht mehr aufrahmen kann. Zunehmend mehr Ärzte und Forscher halten die homogenisierte Milch für gefährlich, weil die unnatürlich kleinen Fettpartikelchen ohne Verdauung die Darmwand passieren und direkt ins Blut gehen.

Die Homogenisierung der Milch ist eine der vielen Formen des Wahnsinns auf dem Gebiet der Nahrungsmittelindustrie. Extra Betonung.

Zur allgemeinen Pasteurisierung sind kritische Äußerungen nicht willkommen; sie macht die Nahrungsmittel länger haltbar und »rettet« uns vor allen möglichen krankmachenden Bakterien, Pilzen, Viren etc. Ja, und sie zerstört nebenbei auch die gesunderhaltenden Mikroorganismen, die unser Darm dringend benötigt. Nun gut. Aber beim Pasteurisieren von Obstsäften, Yoghurt (!), Sauerkraut (!) … steige ich komplett aus, dies ist in meinen Augen nicht in Ordnung. Auf Seite 93 des Buches ist erwähnt: »Alle pasteurisierten Flaschensäfte dienen mehr dem Umsatz des Handels und weniger unserer Gesundheit.«

Das 8. Kapitel des Buches handelt von den Enzymen als »Lebenskraft«. Zitat Seite 117: »Enzyme bestehen aus Eiweißmolekülen. Alle Proteine sind temperaturempfindlich, sie gerinnen bei über 42 Grad. Ab dieser Grenze wird ihre Funktionsfähigkeit irreversibel zerstört. Bei 54 Grad wird das Leben der meisten Enzyme ausgelöscht. Damit ist das Urteil über das Kochen und über die Hitzebehandlung und Raffination der Lebensmittel in der industriell gefertigten Nahrung gesprochen.« Es sind nur noch Nahrungsmittel, aber keine Lebensmittel mehr.  

Yoghurt. Dem im Handel erhältlichen Yoghurt wird in den meisten Fällen Magermilchpulver zugesetzt; die eine Frage ist, warum das sein muss (angeblich wegen der sogenannten Stichfestigkeit); die andere, noch dringlichere Frage ist, ob dies wirklich immer deklariert wird. Auf Dauer ist es besser, selbstgemachtes Yoghurt zu verwenden, denn Magermilchpulver enthält 35 % hochmolekulare, nach Dr. Steintel bekanntlich schädliche Aufbauproteine. Warum eigentlich muss Yoghurt »stichfest« sein?

ob dies wirklich immer deklariert wird – zu meinem Bedauern habe ich herausgefunden, dass niemand verpflichtet ist, einen Magermilchzusatz im Yoghurt auf der Verpackung anzugeben, nicht einmal die Hersteller biologischer Milchwaren (Demeter etc.). Traurig! 

Käse. Neben Quark und Frischkäse gehören Emmentaler, Bergkäse, Comté und ähnliche weiterhin zu den empfehlenswerten, natürlichen Sorten. Man sollte die Inhaltsangaben auf den Packungen lesen! Dinge wie Natrium- und Kaliumnitrat (sie verlängern die Haltbarkeit von Schnitt- und abgepacktem Käse), die verschiedenen Phosphate (Derivate der Phosphorsäure), Carrageen (ein Dickungsmittel bei Frischkäse) haben in einem gesunden Produkt nichts zu suchen. Das fungizide Antibiotikum Natamycin, »normalerweise« ein rezeptpflichtiges Medikament, gibt es frei erhältlich im Lebensmittelladen, zu finden in der Käseabteilung (es unterbindet die Schimmelbildung auf Hart- und Schnittkäse) – in welcher Welt leben wir.

Käse und Magnesium. Alle Milch- und besonders die Käseprodukte enthalten, gemessen am Calciumgehalt, zuwenig Magnesium. So finden sich in 100 g Emmentaler 1000 mg (1 g) Calcium, aber nur etwa 40 mg Magnesium. Das Verhältnis zwischen Calcium und Magnesium sollte 2 zu 1 sein. Sind Milchprodukte allgemein (Quark, Yoghurt) und Käsesorten wie der Emmentaler ein Schwergewicht Deiner Ernährung, dann musst Du Dir genügend Magnesium zuführen. Da die essbare Menge an gut magnesiumhaltiger Nahrung wie Sojamehl, Weizenkleie, brauner Reis, Bierhefe, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Bananen und Avocados verständlicherweise begrenzt ist, empfiehlt sich die tägliche Einnahme von 200 Milligramm elementarem Magnesium als Nahrungsergänzung. »Elementar« bedeutet: tatsächliche 200 mg. Beispielsweise enthält Magnesiumcitrat, eine der besten Magnesiumverbindungen, nur etwa 16 % Magnesium. Eine Tablette mit 200 mg Magnesiumcitrat versorgt Dich also mit 32 mg elementarem Magnesium.

nur etwa 16 % Magnesium – das war meinerseits nicht korrekt formuliert, denn: Als »Magnesiumcitrat« werden zwei Arten bezeichnet: (1) Magnesiumhydrogencitrat und (2) Trimagnesiumdicitrat. Das erste schmeckt leicht sauer und enthält ~ 8 % Magnesium. Das zweite schmeckt leicht bitter und enthält ~ 16 % Magnesium. Man benötigt also vom zweiten nur die Hälfte der Pulvermenge, dafür ist es teurer.

(19) Milchsäure. Laß Dich nicht verwirren durch die Behauptung, Milchsäure sei schädlich, weil sie den Körper übersäuere; das ist eine einseitige Aussage.

Es gibt drei Arten Milchsäure: a) die physiologische, rechtsdrehende L(+), sie entsteht beim Abbau des Glykogens während der Muskelkontraktion und heißt daher auch Fleischmilchsäure; b) die linksdrehende D(-), pathogen ist sie als Folge der herabgesetzten, unphysiologischen Zellatmung, der anaeroben milchsauren Gärung; c) die Verbindung beider als DL-Milchsäure, das Razemat, welches unter anderem im Sauerkraut enthalten ist. Die in Krebszellen gehäuft vorkommende D-Linksmilchsäure wird von der L-Rechtsmilchsäure durch Überführung in die razemische Form unschädlich gemacht. L(+)-Milchsäure ist ein vielgerühmtes Therapeutikum in der biologischen Krebsmedizin; sie entgiftet und entsäuert. Schädlich wird sie nur im Übermaß – aber dies gilt bekanntlich für alle Dinge, selbst für die Linksmilchsäure.

Ein vernünftiges Quantum an Milchsäure – die rechtsdrehende und auch die razemische Form – ist lebensnotwendig und gehört zu einer urgesunden Ernährung; zahlreiche noch naturverbundene Völker geben uns hier ein Beispiel. Die milchsaure Gärung ist als einfachstes und billigstes Verfahren der Lebensmittelkonservierung in allen Ländern der Erde zu finden. Ein letztes Mal sei mit Nachdruck gesagt, dass die rechtsdrehende L(+)-Milchsäure ein wichtiges Mittel bei Krebserkrankungen darstellt.

Es gibt viele Möglichkeiten der Milchsäurezufuhr: Sauerkrautsaft (1 bis 2 Gläser täglich werden auch von Dr. Budwig empfohlen) und rohes Sauerkraut (beide von chemisch unbehandeltem Kohl); milchsaure Gurken, rote Bete, Möhren und andere Gemüse; Dickmilch, Buttermilch, Schwedenmilch, Quark, Yoghurt (Bioghurt hat einen besonders hohen Anteil an Rechtsmilchsäure), Kefir. Denke auch an den nützlichen Original-Brottrunk von Wilhelm Kanne.

(20) Fehler in der normalen Ernährung. Es sind derart viele, dass man nicht weiss, wo man anfangen soll. In Stichworten: Industriell gefertigte Nahrung ohne Lebenskraft, das Kennzeichen unserer Zeit; Zellgifte wie Konservierungsmittel, Pestizide usw.; die Zuckerflut; die hochmolekularen Eiweiße und die raffinierten, gehärteten, erhitzten Fette; die mangelnde Essdisziplin; die wildesten Mischungen; zu große Mengen; zu reichhaltige Mahlzeiten; zuviel konzentrierte Nahrung (d. h. zuwenig Obst und Gemüse); die schlechtesten Getränke; zuviele Genussmittel.

(21) Fehler in der Vollwerternährung. Reformkost ist besser als die übliche Ernährung, auch wenn man uns einreden will, dass dies nicht so ist. Vollwertköstler ernähren sich bewusster, die Lebensmittel sind natürlicher – von welchen Fehlern ist dann hier zu sprechen?

a) Ein Zuviel an Zucker und Stärke – hier ist der Begriff »Reform« bedeutungslos. Brauner Zucker, Honig, Ahornsirup, Apfel-, Birnen- und Agavendicksaft sind nun einmal Zucker; Vollkornnudeln, Vollkornbrot usw. sind nun einmal Stärke; und zuviel ist zuviel. b) Der Verzehr von Eiern und eierhaltigen Speisen, von ungesäuerter Milch, von Weizen und Roggen, von Hülsenfrüchten, von zuviel Nüssen – die Unwissenheit über die Prinzipien von Dr. Steintel ist bei Vollwertköstlern der auffälligste Punkt. c) Übertreibungen bei der Rohkost – Hauptgrund für die Darmgärung. d) Die falsche Essweise schließlich – man isst zu schnell, man trinkt während der Mahlzeit, man kombiniert Speisen, die sich nicht vertragen – findet man bei praktisch allen Menschen.

(22) Die Umstellung. Stelle Deine Ernährung nicht zu schnell und zu radikal um. So verhinderst Du die oft unangenehmen Reaktionen. Gewöhne den Körper langsam an die neuen Dinge. Verbessere heute diese Sache, später jene und so fort. Wichtig ist die längerfristige Änderung insgesamt; beginne mit kleinen Schritten und überfordere Dich nicht. Lass Dich andererseits von den unvermeidbaren Hindernissen auf dem Weg nicht entmutigen.

die oft unangenehmen Reaktionen – bei der Umstellung auf eine gesunde Ernährung versucht der Körper in seiner Weisheit sofort, die in den verschiedenen Geweben angesammelten Toxine loszuwerden und bringt sie daher zur Ausscheidung zurück in den Blutstrom usw. Erfreulich, aber unangenehm und oft problematisch (sogenannte Heilkrisen).

(23) Die kurze Zusammenfassung. 9 von 10 Krankheiten entstehen durch eine falsche Ernährung und durch mangelnde Bewegung. Dies schwächt Agni, das zentrale Feuer und damit das Verdauungssystem; es kommt zur Schädigung des Darms und zur intestinalen Autointoxikation; das unreine Blut verdirbt alle anderen Gewebe. Und dann gilt: kranker Körper = kranker Geist.

(24) Die Blitzempfehlung. Iss maßvoll. Speichele die Speisen sorgfältig ein. Iss genügend enzymhaltige Nahrung. Betone die Quark-Leinöl-Creme. Trinke reines Wasser. Bewege Dich in frischer Luft. Praktiziere den Hatha-Yoga. Sorge dafür, dass Dein Agni richtig brennt – nicht zu stark, vor allem aber nicht zu schwach. Das ganze Leben ist nur eine Frage der harmonisch fließenden Energie.

(25) Nachwort. Liebe Leserin, lieber Leser, oft ist ein Arzt geradezu lebenswichtig, aber … 

Oft ist ein Arzt geradezu lebenswichtig – damit meine ich: Erfolgreich ist die moderne Medizin in den überragenden Bereichen Notfall und Chirurgie; das andere vermag nicht zu befriedigen.

Was ist »das andere«? Wie in Kapitel 11 der Heilwirkungen des Yoga ausgeführt:

»Die Ärzte des Westens betonen das biochemische System zwangsläufig deshalb, weil sie über die subtileren Vorgänge im Organismus nichts wissen (genauer: weil sie, im Gegensatz zu den großen westlichen Ärzten des Altertums, nichts davon wissen wollen). Hinsichtlich der Gesundheit haben sich die Zeiten gewaltig verändert. Der Schwerpunkt des Ayurveda lag in der Behandlung der Darmkrankheiten und Infektionen; verständlich in einem subtropischen Land. Andere Leiden werden erwähnt, aber ihre Häufigkeit steht in keinem Verhältnis zu den heutigen Zuständen. Wer hatte vor 2000 Jahren Krebs, Rheuma, Arteriosklerose etc.? Sie sind Zivilisationskrankheiten und werden durch Fehlernährung, Bewegungsmangel, Umweltgifte und chronischen Stress verursacht. Man setzt große Hoffnungen in die Wissenschaft; Positives ist aber nur auf technischem Gebiet (Notfallmedizin, Chirurgie) sichtbar. Die längst gefundenen Ursachen der meisten Leiden werden ignoriert, um einen milliardenschweren Forschungsmarkt zu rechtfertigen …« 

Zur Linderung und Heilung vieler Leiden benötigen wir weder Fremdhilfe noch Medikamente. Es steht in unserer Macht die meisten Dinge zu verändern; so heißt es in der Lehre des Yoga, und es gilt auch für den Bereich der Ernährung. Trotz anderer pathogener Faktoren ist eine falsche Ernährung die größte Krankheitsquelle, und hier einzugreifen ist einfach. Stören wir die naturgemäßen energetisch-biochemischen Vorgänge im Körper nicht durch unnatürliche Dinge, und unterstützen wir sie durch verschiedene Entgiftungs- und Entschlackungsprozeduren. Das andere regelt, auch unter den widrigen Umständen der heutigen Zeit, die wunderbare Selbstheilungskraft des Organismus.    

Ich wünsche Dir ein Leben in Gesundheit und inneren Frieden!

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Reinigungen

(1) Vorwort

Das Vorwort für das neue Buch war bereits fertig geschrieben:

»Die Unreinheit des Blutes und der Gewebe hat natürlich auch mit der Belastung der Umwelt, mit der Verschmutzung von Luft, Wasser und Erde zu tun, in erster Linie jedoch – man kann dies nicht oft genug sagen – mit der täglichen Ernährung, mit einer insuffizienten Verdauung. Was der Autor diesbezüglich für wichtig hält, steht in seinem Werk »Ernährung und Gesundheit«; von Ausnahmen abgesehen ist es nicht sinnvoll, die dort stehenden Dinge hier zu wiederholen.

Die lebenswichtige Ausleitung der Stoffwechselschlacken ist der Schwerpunkt sowohl des Âyurveda (»Alle Krankheiten gehen auf Ama zurück«) als auch der westlichen Naturheilkunde, der alten hippokratischen Lehre von den Säften.

Die Vertreter der modernen »wissenschaftlichen« Medizin haben eine andere Sicht über das Wesen der Krankheiten. Auf der einen Seite heißt es – nach wie vor, ohne wirkliche Aussicht auf Besserung – bei sehr vielen Leiden (man denke zum Beispiel an die primäre Hypertonie): »Ursache unbekannt.« Andererseits ist man zu stolz (andere Gründe kann der Autor nicht erkennen), sich mit der »primitiven, überholten« Säftelehre zu beschäftigen. »Es gibt überhaupt keine Schlacken; der menschliche Körper ist doch kein Ofen!« – so lautet ihre stereotype Behauptung. Dies widerspricht dem gesunden Menschenverstand und ist außerdem eine Wortklauberei. Natürlich ist der Körper, so sagen östliche und westliche Naturheilkunde, ein Ofen – oder wie will man den Bauch und die Tätigkeit des Agni, des zentralen Feuers der Verdauung nennen? Und natürlich kann auch dieser Ofen bei mangelnder Pflege »verschlacken« – oder wie will man alle die ausscheidungspflichtigen Substanzen des Stoffwechsels, die unvermeidlich täglich sich ansammelnden Fremd- und Giftstoffe im Blut und in den Geweben nennen? Wie, wenn nicht mit dem Ausdruck »Schlacken« definiert man den ekelerregenden, weiß-gelblichen und sonstwie farbigen Belag auf der Zunge, der jeden Morgen zu sehen ist? Hat der Körper in seiner Weisheit nicht versucht, auf diese Weise zu entgiften? Das ist nur ein Beispiel von vielen, doch wozu soll man hier fortfahren und weiterfragen. Die Sache ist für jeden Menschen der schulmedizinisch nicht völlig verbogen ist, offensichtlich. Dr. Norman W. Walker, eine amerikanische Leuchte der Naturheilkunde, weigerte sich stets, sich auf Diskussionen solcher Art einzulassen. In einem seiner Bücher (über Entgiftung, Darmpflege usw.) schrieb er: »Ich finde es verrückt, etwas beweisen zu müssen, was dermaßen klar ist.« Besser kann man es nicht sagen.

Um einem Missverständnis vorzubeugen: »Entschlackung« hat nicht das Geringste mit einer Gewichtsabnahme zu tun. Durch keine Diät ist es möglich, dauerhaft an Gewicht zu verlieren. Wer sich nichts vormacht, der weiß: Abnehmen kann man allein dadurch, dass man weniger isst und sich mehr bewegt.«

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(2) Einige Hinweise

Erneut: »Als Leser-Service seien hier einige Methoden der Reinigung dargelegt, selbstverständlich in stark verkürzter Form. Ein Service für jene die so freundlich waren das Buch zu erwerben. Die dort stehenden Dinge werden als bekannt vorausgesetzt.«

Eine rechte Ernährung. Wer das Buch gelesen hat, benötigt an dieser Stelle keine weiteren Einzelheiten mehr. Der Mensch isst zwei- bis dreimal am Tag, da sollte es einleuchten dass es entscheidend darauf ankommt, welche Stoffe, welche Substanzen in welcher Qualität der Körper erhält. Eine reine Nahrung hält den Organismus rein. Um das mit einem etwas drastischen Beispiel zu beleuchten: Currywurst mit Pommes frittes, das braucht der Körper nicht, es befriedigt aber wohl den Geist; die Budwig-Creme (schwefelhaltiges Eiweiß + ungesättigte Fettsäuren), das will der Körper, das ist die beste Nahrung für die Zellen. Essen ist in den reichen Ländern des Westens – viele Völker in anderen Ländern haben ja keine Wahl – ein mentales Problem.

Das Einspeicheln der Speisen. Es sei auf den Artikel zu F. X. Mayr auf dieser Webseite verwiesen. Er hat uns klargemacht dass das Einspeicheln der Nahrung (also nicht einfach nur das Kauen, das wird häufig missverstanden) der alles entscheidende Faktor zu einer guten, naturgemäßen, also gesundheitsfördernden Verdauung ist. Die »intestinale Autointoxikation« (Originalton Dr. Mayr) – die Vergiftung des Blutes vom Darm aus – ist die Hauptursache fast aller Krankheiten.

Das absolute Fasten. Auch hier reicht eine kurze Erwähnung des Kapitels Restliches in Kurzform im Buch (Seite 119). Die beste, intelligenteste und gleichzeitig unproblematischste Art des Fastens ist das Überspringen einer Mahlzeit (Punkt 4 im Kapitel).

Das Saftfasten. Dieses spezielle Fasten dauert ein oder maximal zwei Tage. Ich empfehle es zur Reinigung des Organismus im Hinblick auf die enormen Heilkräfte der gelborangen und blauroten Farbstoffe frischgepresster (!), nicht pasteurisierter (!) Säfte. Man lese das dazu Gesagte mit Beginn auf Seite 92 des Buches (Kapitel 6, Wasser, Abteilung Obst- und Gemüsesäfte).

Die Glaubersalzlösung. Dies gehört strenggenommen in die Abteilung »F. X. Mayr« – die Säuberung des Darms durch Berieselung von oben mit Salzlösungen. Glaubersalz schmeckt nicht gut (es gibt hier Alternativen), ist aber der Klassiker schlechthin. Um Missverständnisse zu vermeiden: Es ist nicht eine starke Glaubersalzlösung zum Abführen gemeint, sondern eine vergleichsweise milde, schwach dosierte, so dass Dr. Mayrs Ausdruck »Berieselung« zum Tragen kommt. Das macht man kurmäßig, immer mal wieder einige Tage lang zur Reinigung des Darms, idealerweise kombiniert mit einer Bauchmassage.

Die morgendliche Bauchmassage. Die von Dr. Mayr propagierte Darmmassage kann nur von einem entsprechend geschulten Arzt bzw. Therapeuten ausgeführt werden, sie ist sehr speziell. Das ist insofern kein Problem, als es die von einem anderen Naturheilarzt, dem verdienstvollen Dr. med. Alexander Rosendorff mit Nachdruck empfohlene Selbstmassage gibt, die jeder Laie ohne Schwierigkeit durchführen kann, sie dauert wenige Minuten. Ich zitiere aus einem Merkblatt für Patienten der Schloßpark-Klinik Gersfeld (Dr. med. Jürgen von Rosen): »Zur Anregung der Verdauungsorgane, Magen-, Darmtonisierung und Verbesserung der Darmfunktion hat sich die Selbstmassage nach Dr. Rosendorff während und außerhalb der F. X. Mayr-Kur sehr bewährt. Sie wird regelmäßig nüchtern am frühen Morgen gleich nach dem Erwachen im Bett durchgeführt. Man liegt flach auf dem Rücken mit angezogenen Beinen und streicht rasch abwechselnd mit den Handtellern in der Mittellinie des Körpers vom Brustbein nach abwärts bis zum Schambein hinunter, wobei man auf den Bauch einen leichten Druck ausübt. Die Hände streichen nacheinander in raschem Wechsel etwa 2–3 Minuten lang von oben nach unten und erzeugen so ein angenehmes wohlig-wärmend-belebendes Reibegefühl. Darauf legt man die Hände übereinander und lässt sie gemeinsam zwischen Schambein und Nabel durch 2–3 Minuten im Uhrzeigersinn kreisen. Zuletzt folgen größere Kreisbewegungen um den ganzen Bauch durch weitere 2–3 Minuten.«

Das Trinken von warmem Wasser. »Erträglich warm«, auf jeden Fall nicht kalt. Dies ist eine grundlegende, also wichtige Empfehlung aus der chinesischen (TCM) und indischen (Âyurveda) Medizin.

Das Trinken von reinem Wasser. Helmuth Maldoners Lieblingsthema. Entsprechend detailliert habe ich im Buch darüber geschrieben: Kapitel 6. Wasser ist (noch) wichtiger als die Ernährung!

Zitronensaft mit Honig. Gemeint ist damit nicht die »Zitronensaftkur«, die in Deutschland viel Anklang gefunden hat. Kurzbeschreibung: Man fastet dabei vier bis – am besten: zehn Tage (!) lang und trinkt täglich 2 Liter (!) mit Ahornsirup gesüßtes und Cayennepfeffer gewürztes Zitronenwasser. Ich sehe das als schnellste Art, sich eine Übersäuerung einzuhandeln, bin also weit davon entfernt einen solchen Unsinn zu empfehlen. Von den Anhängern dieser Kur wird behauptet, dass man dadurch den Körper entsäuert. Ich stimme zu, dass Fruchtsäuren basisch verstoffwechselt werden, aber das ist eine Frage der Menge. Im Ernährungsbuch (Seite 94) schrieb ich zum Genuss von Obstsäften: »In bescheidenem Maße genossen, tragen sie nicht zur Übersäuerung des Körpers bei. Fruchtsäuren und die rechtsdrehende Milchsäure sind Anreger der Zellatmung, sie wirken letztlich entsäuernd.« In bescheidenem Maße = das entspricht der âyurvedischen Empfehlung, morgens vor (!) dem Frühstück ein Glas warmes Zitronenwasser, leicht mit Honig gesüßt, zu trinken. Und bitte: Nicht mit einem »großen Schluck« in drei Sekunden in den Magen gestürzt, sondern in kleinen Portionen getrunken, langsam, am besten mit Strohhalm zur Schonung des Zahnschmelzes. Das Ganze idealerweise mit destilliertem Wasser zubereitet. Dies ist in der Tat ein heilsamer Reiniger des Organismus.

Die kurmäßige Entsäuerung. Erwartet man dieser Stelle ein kurzes und einfaches »Rezept«, wird man enttäuscht sein. Ich schrieb im Buch, dass »Säuren und Basen« das komplizierteste aller Themen der Physiologie darstellt. Ich bitte daher darum, das gesamte Kapitel im Buch aufmerksam durchzulesen (Seiten 105–113) und auch die kurze Anmerkung auf Seite 131. Da finden sich viele nützliche Hinweise zu einer Therapie der Entsäuerung, welche man mit Gewinn eine gewisse Zeit lang – ein, zwei Wochen, das ist abhängig von der eigenen Disziplin und Durchhaltekraft – durchführen kann.

Der Dunst-Termophor. Ich kann nicht genug von diesem Wundermittel zur Entgiftung schwärmen. Extrem einfach anzuwenden und extrem heilsam. Wörtliches Zitat aus einem der besten Gesundheitsbücher aller Zeiten – Dr. med. Erich Rauch. Blut- und Säfte-Reinigung. Haug Verlag: »Man sollte sich kurweise täglich vor dem Mittagessen eine halbe Stunde hinlegen. Ein Handtuch wird im warmes Wasser getaucht, ausgewunden, gefaltet und auf den Bauch gelegt. Darauf kommt eine heiße Wärmeflasche. Ein trockenes Frottiertuch wird über die Wärmeflasche und rund um den Körper gelegt. Der Dunst-Termophor sollte nicht verwendet werden 1. während der Menstruation und Schwangerschaft, 2. bei Erkrankungen mit Unterleibs- oder Darmblutungen. Der Dunst-Termophor fördert die Durchblutung, Entgiftung und Gesundung aller Bauchorgane, besonders der Leber, Galle, des Magens und Dünndarms. Bei Leberschaden und Darmentzündung ist er unentbehrlich. Um die Bedeutung dieser Maßnahme zu betonen sei bemerkt, dass viele Ärzte ihren Patienten, die sich niederlegen müssen, erklären, dass sie jede weitere Behandlung ablehnen würden, sollte gerade diese Anordnung nicht strikt durchgeführt werden.«

Die entgiftenden Überwärmungsbäder. Ich bitte um Verständnis wenn im folgenden eine genaue Anleitung fehlt. Von Sebastian Kneipp ist bekannt wie schockiert er war als sich Patienten über »von Pfarrer Kneipp empfohlene« Wasseranwendungen beklagten, die sie »noch kranker machten« – und es sich herausstellte, dass diese Anwendungen völlig falsch ausgeführt wurden. Die meisten Leser lesen einen Text nicht aufmerksam genug; es ist die Regel, dass Ratschläge aus Büchern nicht annähernd so in die Praxis umgesetzt werden wie sie gegeben wurden. Das heißt, an dieser Stelle werden diese Bäder nur erwähnt, nicht beschrieben. Anders gesagt, ich möchte nicht für eine »Anleitung« verantwortlich gemacht werden. Jeder Interessierte hat die Möglichkeit, sich ausführlich im Internet zu informieren und in eigener Verantwortung tätig zu werden. Überwärmungsbäder, so wundervoll sie auch wirken, sind relativ anstrengend und sollen daher bei Bluthochdruck bzw. Herz-Kreislaufproblemen nicht durchgeführt werden. Oder, wie oft notiert wird, höchstens »unter Aufsicht«. Bei den Überwärmungsbädern geht es um eine Wassertemperatur von 39–42 Grad. Zu ihnen gehören das weltberühmte japanische Bad (41–42 Grad). Dr. Ernst van Aaken, der verdienstvolle deutsche Laufpapst, empfahl genau dieses Bad unter Zusatz von »Aachener Sulfat« (ich habe es lange Jahre benutzt, finde es jedoch heute – 2024 – nicht mehr im Angebot), andere Ärzte sprechen sich für die entsäuernden Badezusätze Natron, Magnesium und ähnliche aus. »Basische Badezusätze« werden inzwischen massenweise angeboten. Mein Favorit ist das Salz vom Toten Meer. Die Schwefelbäder sind vermutlich noch besser. Wichtig ist aber die Wassertemperatur. Erwähnens- und lobenswert ist das Überwärmungsbad nach Maria Schlenz. Nur: Die »Schlenz-Kur« kennt heute fast niemand mehr, und das Buch von Frau Schlenz findet man nur antiquarisch.

Das Schiele-Fußbad. Siehe die ausführliche Beschreibung auf dieser Webseite. Es ist dann unnötig an dieser Stelle mehr zu sagen. Mit Nachdruck: ein Wundermittel.

Das Kuhne-Bad für Frauen. Siehe die ausführliche Beschreibung auf dieser Webseite. Im Gegensatz zum eher heroischen »Kuhne-Bad für Männer« ist jenes für Frauen kinderleicht und angenehm. Auf das Männerbad gehe ich daher gar nicht mehr ein. Der interessierte Leser findet eine ausführliche Beschreibung und genaue Anleitung des Männerbads in dem sagenhaften Werk von Dr. med. Erich Rauch, Blut- und Säfte-Reinigung.

Die Sauna (ohne Aufguss). Über die wohltätigen vielen Wirkungen einer Sauna-Anwendung, unter anderem eben die reinigende Entgiftung, gibt es Artikel wie Sand am Meer. Überflüssig daher, an dieser Stelle mehr zu sagen, bis auf eine Bemerkung: Den allseits beliebten Aufguss halte ich für einen Mode-Gag, welcher ausgesprochen schädlich, weil extrem kreislaufbelastend ist. Man verzichte der Gesundheit zuliebe darauf, gleichgültig was »Aufgussbegeisterte« anderes behaupten.

Die Reinigungstechniken des Hatha-Yoga. Die Reinigungsverfahren (Kriyas) sind wichtiger als die Âsanas. Auch bei Zeitknappheit praktikabel sind die Reinigung der Zunge (täglich, wenige Sekunden); die Spülung der Nase (täglich, drei Minuten); der kleine Einlauf (mehrmals wöchentlich, wenige Minuten); die Feuerreinigung des Darmes (täglich, fünf Minuten); die große Wasserreinigung des Darmes (einmal im Jahr, einen halben Tag). Noch einmal bitte ich um Verständnis, wenn dazu eine genaue Anleitung auf dieser Webseite fehlt. Was das Internet und seine (Schnell-)Leser angeht habe ich stets Bedenken. Ich verweise auf »Heilwirkungen des Yoga«, wo mehr als ausführlich, 18 Seiten lang (S. 116–133) alles beschrieben wird. Für das was dort steht übernehme ich gerne die Verantwortung. Der Schlüsselsatz lautet: »Die Reinigungstechniken (Kriyas) des Hatha-Yoga sind viel wichtiger als die Körperübungen (Âsanas).« Im Westen spricht man bezüglich des Hatha-Yoga zu 95 Prozent von den Âsanas. Ich halte dies für ein großes Missverständnis. Der Ur-Yoga war eng mit dem Âyurveda verbunden, da ging es in erster Linie um eine korrekte Ernährung, um die Macht des Fastens, um die Wirkung der Heilkräuter, um die täglichen Reinigungen des Organismus und in zweiter Linie eben auch um die Körperübungen ...

Die körperliche Bewegung. Was dieses Thema angeht, sehe ich als ideale Kombination a) die Körperübungen des Hatha-Yoga plus b) das aerobe Laufen. Über die Vorzüge des rein körperlichen Hatha-Yoga habe ich genug geschrieben, hunderte von Seiten müssten ausreichen. Was Technik und Wirkungen des aeroben Laufen angeht, beziehe ich mich auf Dr. Ernst van Aaken, den deutschen Laufpapst. Sein großes Thema ist der ewige Kampf zwischen dem Wasserstoff und dem Sauerstoff. Die meisten Leiden entstehen durch den Wasserstoffüberschuss, welcher durch den Sauerstoff nicht verbrannt (oxydiert) werden kann. Die Sauerstoffarmut in den Zellen führt zur pathologischen milchsauren Gärung (Glykolyse), die Zellatmung bricht zusammen. Das Endstadium des Vorgangs sind die Krebszellen. Wobei der allgemein verwendete Begriff »Sauerstoffarmut« etwas missverständlich sein kann; das eigentliche Problem ist nach Ansicht der maßgebenden Forscher die durch unterschiedliche Faktoren bewirkte mangelnde Verwertung des vorhandenen Sauerstoffs. Der Wasserstoff als »der universale Betriebsstoff« (so Dr. van Aaken) stammt aus der Nahrung, der Sauerstoff aus der Atemluft – davon ausgehend klingt es einleuchtend wenn gesagt wird, keine Ernährung schafft es, den Zellen genügend Sauerstoff zuzuführen; dies ist allein durch körperliche Bewegung und die dadurch geförderte tiefere Atmung möglich. Als beste Art der Bewegung wird das langsame, aerobe Laufen empfohlen. Aerob heißt, man gerät nie in Sauerstoffschuld. Dieses Prinzip wird von vielen Läufern aus falschem Ehrgeiz nicht beachtet. Die Sauerstoffschuld beim Laufen erkennt man an den tiefroten Gesichtern und am hechelnden Atem. Dr. van Aakens hervorragende Begründungen für das aerobe Laufen lese man unter anderem in seinen Büchern »Programmiert für 100 Lebensjahre« und »Die schonungslose Therapie«. Der Merksatz des aeroben (sauerstoff-freundlichen) Laufens lautet, ich zitiere: »Man kann gar nicht langsam genug laufen!« Dieses aerobe Laufen zähle ich ebenfalls zu den machtvollen Wundermitteln, Stichworte Reinigung und Entgiftung.

Das Heilatmen. Im ersten Moment mag die Frage auftauchen, was die Lungen mit der Reinigung/Entgiftung des Organismus zu tun haben. Nun, vom Atmen hängt alles andere ab. Ohne Nahrung stirbt der Mensch nach mehreren Wochen; ohne Wasser nach mehreren Tagen; ohne Atmung nach wenige Minuten, wenn überhaupt Minuten (hängt vom Training ab). Atmung ist die Essenz des Lebens. Zitat aus einem Klassiker der Atemheilkunde (Dr. Johannes Ludwig Schmitt. Atemheilkunst) zur heutigen Situation: »Kein Mensch atmet richtig.« Trifft dieser Satz zu, und daran habe ich nicht den mindesten Zweifel, dann ist auch alles andere im Körper in Unordnung, wie der Säure-Basen-Haushalt, die Entgiftungsfunktionen der Leber und viele weitere existentielle physiologische Prozesse. Entsprechend steht das Heilatmen im Mittelpunkt der Yogapraxis. Bei Punkt 16 steht: »Die Reinigungstechniken (Kriyas) des Hatha-Yoga sind viel wichtiger als die Körperübungen (Âsanas).« Ja, und die Atemübungen (Prânâyâma) sind noch wichtiger als die Kriyas. Svâmî Kuvalayânanda (1883–1966), einer der ersten Inder, der sich mit dem Yoga als Therapie beschäftigt hat, stammt die Aussage: »Aus Erfahrung können wir mit Sicherheit sagen, dass keine körperliche Praxis auch nur ein Hundertstel der Wirksamkeit des Prânâyâma hat.« Wobei der Svâmî mit »Prânâyâma« sicherlich das gesamte Heilatmen meinte und nicht nur die acht klassischen Übungen mit Anhalten des Atems. Ich darf der Genauigkeit halber dennoch bemerken: Die Yoga-Atmungen müssen zweigeteilt werden:1. Die fließenden Übungen, bei  denen der Atem, speziell nach dem Einatmen nicht angehalten wird. Sie fördern das harmonischen Fließen des Prâna, sind therapeutisch wertvoll. Die fließenden Übungen fallen unter den großen Begriff »Heilatmen«.2. Prânâyâma, die Techniken mit Anhalten des Atems, speziell nach der Einatmung. Sie sind auch gesundheitlich gut, ihr eigentliches Ziel aber ist die Erweckung der Kundalinî-Shakti. Damit ist der Prânâyâma ein Teil des geistigen Yoga und darf nur unter Anleitung eines wahren Meisters praktiziert werden. Prânâyâma-Übungen gehören nicht an die Öffentlichkeit. Die zwei Hauptübungen der Heilatmung sind 1. die vollständige Atmung und 2. die Atmung nach Prof. Dr. Buteyko. Die Vollatmung findet man in genauer Beschreibung in den »Heilwirkungen«, Seite 226; und auf dieser Webseite in Form einer Zusammenfassung alls Wirkungen [→ Link]. Die Buteyko-Atmung wird in den »Heilwirkungen« (ab Seite 216) und auch auf dieser Webseite [→ Link] dargelegt.

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(3) Schlussbemerkung

Eines der besten Gesundheitsbücher aller Zeiten und das beste überhaupt in Sachen Reinigung und Entgiftung ist: »Blut- und Säfte-Reinigung« des unvergessenen Dr. med. Erich Rauch, ein direkter Schüler von Dr. med. Franz Xaver Mayr. Medizinalrat Dr. Rauch war der Gründer und langjährige Leiter des Gesundheitszentrum für die Mayr-Kur am Wörther See.

Diese Buchempfehlung halte ich für die beste überhaupt.

Soviel ich weiß, ist auch dieses Buch – wie alle wirklich guten Klassiker über Gesundheit – nicht mehr neu erhältlich; die 22. und wie ich annehme letzte Auflage ist von 2005. Zum Glück ist Dr. Rauchs Glanzstück in zahlreichen Exemplaren antiquarisch zu finden.

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Diese Seite wurde am 09.08.2026 zuletzt geändert.

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