Yoga Helmuth Maldoner Karlsruhe - Fragen/Hinweise
Yoga-Institut Helmuth Maldoner Karlsruhe

Fragen/Hinweise

 

Was heißt Prasâda?
Die Rückengesundheit
Was ist therapeutischer Yoga?
»Lehren Sie Prânâyâma-Techniken?«
Kein Yoga während der Menstruation
Was bedeutet Meditation im klassischen Yoga?
»Lehren Sie Meditation?«
Der Zugang zur spirituellen Welt
Aus der Atemschule von Dr. Parow
Die Wichtigkeit der vollständigen Atmung
Himmlisches Atmen

 


Was heißt Prasâda?

prasâda = Klarheit; Helligkeit; Reinheit; Durchsichtigkeit; Ruhe; Gnade; Güte; Gunst. Heute denkt man mehr an die letzten drei Begriffe. Prasâda ist aber ein alter zentraler Ausdruck aus der spirituellen Welt und bedeutet »Klarheit, Reinheit, Ruhe, Frieden« des Geistes.

prasâde sarvaduhkhânâm hânir asyopajâyate ... »In der Ruhe entsteht das Schwinden aller Leiden« [Bhagavad-Gîtâ II, 65].

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Die Rückengesundheit

Gegen Rückenschmerzen gibt es nichts Besseres als den Hatha-Yoga. Wählt man aber die ungeeigneten Übungen, oder praktiziert man die geeigneten Übungen nicht korrekt, kann man sich schaden. Dieser Umstand erklärt auch die Tatsache, daß viele Ärzte negativ darüber denken. Man sieht in vielen Stellungen gelenkschädigende Überdehnungen und rückenfeindliche Haltungen. Der Vorwurf ist objektiv falsch und zum Teil dennoch berechtigt.

Warum falsch? Die richtigen Körperübungen, korrekt ausgeführt, sind niemals gelenk- und rückenfeindlich, vielmehr von höchstem therapeutischem Wert. Warum zum Teil berechtigt? Man stelle sich vor: Jemand klagt beim Orthopäden, daß ihm während einer Yogaübung ein heftiger Schmerz in den Rücken gefahren sei. Der Arzt läßt sich die Übung zeigen und reagiert negativ: In seinen Augen ist sie unphysiologisch, rückenfeindlich. Wie kann er auch wissen, daß sie entweder nicht zum therapeutischen Yoga gehört oder zu diesem gehört, jedoch nicht korrekt ausgeführt wurde. Die Erfahrung des Patienten genügt ihm für ein Urteil, und fertig ist das Bild vom schädlichen Hatha-Yoga. Den Ärzten ist kein Vorwurf zu machen. Woran sollten sie sich halten? Der Yoga ist ein Selbstbedienungsladen; zehn Yogalehrer, das sind zehn Methoden. Selbst wenn man eine therapeutisch sinnvolle Übung vor sich hat, ist noch nichts gewonnen; sie muß eben auch korrekt ausgeführt werden.

Die korrekte Ausführung der therapeutisch wertvollen Übungen – darum geht es in der Yogaschule.

Was korrekt hinsichtlich des Rückens bedeutet, sei an der Rumpfbeuge im Stand geklärt. Mit rundem Rücken den Rumpf zu beugen, nach vorne zu sinken, ist der schlimmste Fehler, die größte Gefahr für die Bandscheiben. Bei allen Rumpfbeugen liegt der Drehpunkt nicht im Rücken, sondern in den Hüftgelenken. Den Rumpf mit hängendem Kopf, ohne Spannung im Rücken, Wirbel für Wirbel runder werdend schwer sinken zu lassen – dies ist ein fahrlässiges Spiel mit der Gesundheit des Rückens. Und noch gefährlicher ist die Rückkehr aus dieser falschen Haltung. Wirbel für Wirbel, rund bei einem derart instabilen Zustand der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur hochzukommen: verrückt. Dagegen ist die Rumpfbeuge mit gespreizten Beinen und mit geradem Rücken eine physiologisch korrekte und wichtige Dehn-Kraft-Übung des Hatha-Yoga. Dieses eine Beispiel genügt für ein Verständnis.

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Was ist therapeutischer Yoga?

Die Bezeichnung eignet sich, um diesen Aspekt von den anderen Aspekten des Hatha-Yoga zu unterscheiden. Auch der Ausdruck traditionell ist keine Garantie dafür, daß im Laufe der Zeit alles seine Richtigkeit bewahrt.

Wenn man unvoreingenommen auf die überlieferten Übungen des Hatha-Yoga blickt, fallen einige Ungereimtheiten auf. Wie lange z.B. soll man in einem Âsana verweilen? Das häufig zu lesende so lange wie möglich ist in gesundheitlicher Hinsicht niemals korrekt. Viele der Âsanas erkennt man auf Anhieb als für den Rücken nicht physiologisch. Wie harmoniert dies mit den therapeutisch wertvollen Rückenübungen? Die Antwort liegt auf der Hand: Sie müssen aus anderen Disziplinen stammen. Im Lauf der Zeit haben sich durch mangelnde Sorgfalt und durch die pragmatische Natur des Menschen Dinge vermischt die nicht zusammengehören.

Es haben sich Zirkus-Elemente in den Yoga eingeschlichen. Zwei Beispiele: 1. In Bauchlage beugt man die Knie und zieht die Füße so weit über den Rücken zu sich, bis sie vor dem Gesicht stehen (merudandâsana): eine schädliche Überstreckung des Rückens mit Belastung der HWS. 2. Man sitzt auf dem Steißbein in schädlicher Lendenkyphose, zieht die Beine nach oben bis die Füße am Hinterkopf überkreuzt werden und drückt sich hoch, so daß nur noch die Hände den Boden berühren (dvipâda kandharâsana). Mit so etwas kann man in der Tat auf dem Marktplatz sein Geld verdienen.

Man mag das als artistische Leistung bewundern; mit der Gesundheit ist es unvereinbar. Von jeder Übung kann gesagt werden, sie kräftige hier, sie dehne dort, aber welcher ist ihr eigentlicher Sinn? Die Praxis des Hatha-Yoga sei: vernünftig, sinnvoll, heilsam. Ist dies der Fall, wenn eine Übung nur um ihrer Schwierigkeit willen gemacht wird? Man sollte nicht alles glauben, was in vielen Büchern steht. Von  der Kopfbrücke (setubandhâsana) wird gesagt, sie stärke den Nacken, belebe Kopf und Gehirn, usw. De facto stellt diese alte Übung ignoranter, übermütiger Krieger und Mönche eine hochgradig schädliche Belastung der Nackenwirbel dar.

Die Aufzählung weiterer negativer Beispiele erübrigt sich. Wer mit gesundem Menschenverstand auf die angebotenen Stellungen blickt, dem kann nicht verborgen bleiben, was für den Körper gut und was schädlich ist.

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»Lehren Sie Prânâyâma-Techniken?«

Nein. In alter Zeit war es verboten öffentlich den Prânâyâma zu lehren, und ich halte mich daran.

Die Yoga-Atmungen sind zweierlei: a) die fließenden, sanften Übungen, bei denen die Luft nach der Einatmung nicht angehalten wird. Sie fördern den harmonischen Fluß des Prâna und sollten von allen an der Gesundheit Interessierten praktiziert werden; b) Prânâyâma, die Techniken mit längerem Anhalten der Luft. Sie sind auch therapeutisch, ihr eigentliches Ziel aber ist die Erweckung der Kundalinî. Daher darf der Prânâyâma nur von völlig gesunden, intensiv Übenden unter Anleitung eines Meisters praktiziert werden, er gehört nicht an die Öffentlichkeit.

Die Prânâyâmas sind Kumbhakas, mit Anhalten der Luft, speziell nach dem Einatmen. Jedes längere Atemanhalten erhitzt die im untersten Chakra schlafende Urkraft, zwingt sie zum Aufsteigen. Falsch praktiziert können diese Übungen gefährliche Folgen haben. Sollte jemand daran denken in den Prânâyâma einzusteigen, muß ihm klar sein:

1. Primäres Ziel des Prânâyâma ist nicht die Gesundheit, vielmehr das Erwachen und der Aufstieg der Kundalinî, und damit gehört er zu den geistigen Übungen.

2. Der Aufstieg ist nur möglich, wenn Körper, Nâdis und Geist durch lange intensive Übung des gesamten Yoga die nötige Reinheit erlangt haben. Daher gehören die Einhaltung der ethischen Gebote, ein Leben in Reinheit und Enthaltsamkeit, die Praxis der Meditation und die Atemübungen zusammen. Der Prânâyâma darf nicht für sich geübt werden, losgelöst von den anderen Teilen der Yogapraxis.

3. Niemals darf der Prânâyâma ohne Führung durch einen Meister praktiziert werden. Er allein kennt die Gefahren des spirituellen Weges. Ein vernünftiger Schüler läßt sich persönlich unterweisen, er lernt nicht aus Büchern; und mit gutem Grund verweigert er in einem Yogakurs Prânâyâma-Übungen, die ihm ein unwissender Lehrer beibringen will.

4. Wenn man die zum Schutze des Übenden aufgestellten Regeln und Warnungen in egozentrischer Besserwisserei und Arroganz vom Tisch fegt, sind Probleme unvermeidbar. Bedingt durch die Unreinheit von Körper und Geist steigt die zu früh erweckte Urkraft nur teilweise auf, und ihre Ströme fließen chaotisch durch den Körper. Die Folgen sind Störungen der Verdauung, Herz- und Lungenprobleme, allerlei Schmerzen, Schlaflosigkeit, psychische Probleme, geistige Verwirrung.

Das letzte sei besonders betont. Krankheiten, Schmerzen, Schlaflosigkeit sind schlimm genug, aber sie betreffen eine einzige Person; damit verglichen hat die geistige Verwirrung die tragischeren Folgen. Menschen, in denen Teilströme der Urkraft das Gehirn erreicht haben, halten die auf diese Weise erlangten kleineren Erkenntnisse für die »Wahrheit« und machen sich zu ihren Verkündern, weil sie den Versuchungen der Ehre und der Macht nicht widerstehen können. So geraten nicht nur sie selber in die Irre, sondern noch andere schwache Menschen, die zu belehren und zu führen sie sich anmaßen.

Dennoch wird überall unbekümmert der Prânâyâma gelehrt. Man mag sich wundern warum es dabei nicht so häufig zu Problemen kommt, wie sie eigentlich zu erwarten wären. Die Erklärung ist einfach: Die wenigsten Kursteilnehmer üben daheim intensiv weiter. Gott sei Dank, es schützt sie vor Gefahr. Wenn aber nur einer von zehn Menschen sich ernsthaft mit dem Prânâyâma beschäftigt, müßte dies für den Lehrer, der solches öffentlich unterrichtet, ein Grund zur Beunruhigung sein, denn er wird karmisch für die dann entstehenden Schwierigkeiten seines »Schülers« verantwortlich sein.

Ich zitiere zum Thema Atmen aus einem der besten Bücher: Stephan Palos, Atem und Meditation. Von Stephan Palos können weniger seriöse Autoren, »Atem- und Meditationslehrer« lernen was Verantwortung bedeutet. Da das Buch zur Zeit vergriffen ist sei es erlaubt, einige kurze Ausschnitte wiederzugeben.

»Wir halten es für notwendig, einiges auch über die Yoga-Atemübungen zu sagen, weil sie Ähnlichkeiten mit den chinesischen Methoden aufweisen. Der größere Teil der diesbezüglichen Werke hat populärwissenschaftlichen Charakter. Unter ihnen befinden sich sicherlich manche, von denen angenommen werden kann, daß sie im guten Glauben geschrieben wurden; aber sie vermitteln die Übungen oft in einem falschen Licht und unter unrichtigen Voraussetzungen, so daß ihr therapeutischer Wert nur gering einzuschätzen, oder sogar gefährlich ist. Diese Werke verursachen meist mehr Schaden, als daß sie Nutzen bringen. Das bezieht sich besonders auf die physischen, als Hatha-Yoga bekannten Übungen. Dem Autor sind mehrere Fälle bekannt geworden, wo beispielsweise der Kopfstand zu Lähmungen geführt hat oder übertriebene Atemübungen den Tod herbeiführten. Der Laie, der damit begonnen hat, nach irgendwelchen Büchern die Übungen selbst zu praktizieren, weiß niemals, welchen unberechenbaren Weg er eingeschlagen hat.

Die atemtherapeutischen Ärzte im Westen … bestätigen im Einklang mit den Yogis, daß die Interessenten sich nur unter Anleitung eines erfahrenen Führers mit diesen Übungen beschäftigen dürfen. Ohne eine praktische Unterrichtung können die Atemübungen nicht nur für einen Kranken äußerst schädlich sein, sondern auch bei dem Gesunden zu Schäden führen. Das gilt auch für die Ausübung der Meditation.

Der Beginn der Atemübungen ist stets mit Gefahren verbunden, wenn die geeignete Führung fehlt. Solche Übungen nehmen äußere Energie auf und setzen innere Kräfte frei, die einen übermäßigen Einfluß auf den Betreffenden ausüben. Sie erheben ihn zu einer ekstatischen Erfahrung oder treiben ihn in die Tiefe der Verzweiflung. Ohne Führung können die Atemübungen gefährlicher sein als ein unüberwachter Versuch mit LSD.

Weder Akupunktur noch Atemtherapie sollten von Menschen ausgeführt werden, die nicht genügend unterrichtet sind in der traditionellen Medizin, und die keinen Sinn für Verantwortung und Berufsmoral haben. Die westliche Medizin öffnet nicht das Tor zu den Geheimnissen der orientalischen Medizin. Viele westliche Mediziner, die über dieses Thema schreiben, wissen nicht, daß Nadelstiche oder auch nur ein 10 bis 15 Sekunden andauernder Druck auf bestimmte therapeutische Zentren Gehirnschaden, Frühgeburt, selbst Tod hervorrufen können, während Mißbrauch der Atemmethoden augenblicklich zur Spaltung der Persönlichkeit führen kann … und die Einlieferung in ein Nervensanatorium notwendig macht.«

Soweit Stephan Palos.

Von Swâmî Nârâyanânanda hören wir: »Es kam ein buddhistischer Mönch zu mir, um Yoga zu lernen. Er war mit der Leitung von ungefähr vierzig Klöstern betraut. Er ging auch auf Universitäten und hielt Vorlesungen über Buddhismus. Doch das lustigste war, daß er nicht wußte, wie man meditiert. Weiterhin gab eine der großen Organisationen eine Zeitschrift heraus, in der Lektionen in Prânâyâma veröffentlicht wurden. Und im Jahre 1950 wollte einer dieser Leute von mir Prânâyâma erlernen. Er war einer von denen, die Prânâyâma-Lektionen erteilen – und er wollte Prânâyâma erlernen! Ich wurde ungehalten. Eine Stunde lang machte ich ihm Vorwürfe; ich sagte z.B.: ›Ihr Gauner, was macht ihr? Ihr lehrt Prânâyâma und könnt es nicht einmal selbst. Ihr habt Prânâyâma-Übungen an die Öffentlichkeit gebracht. Was für eine schändliche Sache!‹ Dann sagte ich: ›Heute werde ich dir gar nichts beibringen. Komme morgen oder übermorgen, dann will ich sehen.‹ Darauf bekam er Angst und kam nicht wieder. Dennoch sind sie alle große ›Gurus‹, die Prânâyâma-Lektionen erteilen usw. So geht es heute überall. So viele Gurus gibt es, große Gurus. Die Zeitungspropaganda bringt sie groß heraus – selbst das Universum erblaßt vor ihrer Größe! Schreckliche Gurus sind das. Das ganze ist ein seltsamer Spaß. Es ist eher ein Unglück. Und wieviele werden verrückt? Das wird man noch sehen müssen. Erst wenn sie tiefer gehen, werden sie verstehen.«

Da der Prânâyâma eine Haupttechnik des Kundalinî-Yoga ist, sollten auch diese Worte des Psychiaters C. G. Jung nachdenklich machen: »Man hört und liest oft über die Gefahren des Yoga, insbesondere des verrufenen Kundalinî-Yoga. Der absichtlich hervorgerufene psychotische Zustand, der bei instabilen Menschen leicht zu einer echten Psychose führen kann, ist eine Gefahr, die in der Tat sehr ernst genommen werden muß. Diese Praktiken sind wirklich gefährlich und sollten nicht mit unserer typisch westlichen Lebensweise zusammengebracht werden. Sie sind eine Einmischung in das Schicksal, die die Wurzeln der menschlichen Existenz trifft und eine Flut von Leiden freisetzen kann, von denen kein vernünftiger Mensch jemals geträumt hat.« [aus: Einführung in Das Tibetanische Totenbuch]

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Kein Yoga während der Menstruation

Einfach ausgedrückt sind in den Tagen der monatlichen Regel Blut und Energie auf dem Abwärtskurs. Der Yoga zieht die Energie nach oben; das würde hier den Organismus in seiner naturgemäßen Funktion behindern. Auch wenn in vielen Yogabüchern etwas anderes steht wird hier betont: Während der Menstruation sind nur das fließende Atmen, die Entspannung und ruhige Dinge wie die Arbeit mit dem Nacken erlaubt. Der größte Fehler wäre es, die Umkehrhaltungen einzunehmen wie Kerze, Kopfstand, Pflug. Obwohl es im besonderen für Ashtanga-, Iyengar-, Power-Yoga und ähnliche gilt, ist es besser, während der Regel überhaupt keinen Yoga zu praktizieren. Yoga während der Menstruation, das ist gegen die Natur. Es gibt Rückmeldungen von Frauen (sogar von Yogalehrerinnen, seltsam), die sich über diesen Ratschlag geradezu empören. Was ist dann zu sagen außer: Man kann sich emotionslos informieren, etwa in den alten Schriften der indischen und chinesischen Medizin. Oder in den Schriften von Ärzten, die mit der hippokratischen Säftelehre vertraut waren, wie Dr. Bernhard Aschner. Aber wenn das Ego hier querschießt, ist nichts zu machen.

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Was bedeutet Meditation im klassischen Yoga?

Fragt man mehrere Personen, was Meditation ist, erhält man mehrere Antworten. »Wir gehen zur Meditation« – dieser Ausdruck ist in der allgemeinen Bedeutung praktisch, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß nur die wenigsten Menschen während der Zeit ihrer »Meditation« sich wirklich mit dem beschäftigen, was der Yoga darunter versteht.

Meditation (dhyâna) ist der Folgezustand einer überragenden Fähigkeit zur Konzentration (dhâranâ). In der Regel ist es so, daß ein »Meditierender« nur versucht, seinen Geist auf einen Punkt zu richten und dort zu halten; man hat am Ende, im idealen Fall einen einzigen Gedanken (dies wäre dann die Meditationsstufe) und kann dank der geistigen Kraft verhindern, daß sich andere Gedanken dazwischenschieben. Konzentration ist die Vorstufe zur Meditation, und auch über diese Fähigkeit gibt es eine Vielzahl von Meinungen, dabei kann man die Sache eigentlich nicht falsch verstehen: Wie lange vermag ich meinen Geist in einem Gedanken, in einem Punkt zu halten, ohne daß sich andere Gedanken, andere Bilder dazwischenschieben? Shrî Patañjali sagt: »Yoga ist die Stillegung der Bewegungen des Geistes.« Und im nächsten Satz versichert er uns: Dann ruht man in der eigenen wahren Natur, im Zustand der Selbst-Erkenntnis. Was aber heißt »dann«? Hier macht sich so mancher Übende falsche Vorstellungen von seinen Fortschritten. Für die Dauer von wenigen Sekunden (!) alle Kräfte des Geistes in einem Punkt halten zu können, das ist eine überragende Stufe; Aussagen anderer Art zeugen von einer fehlerhaften Selbstbeobachtung (zu ihr gehört beispielsweise die Behauptung, man schaffe es, den Geist für einige Zeit leer zu machen, also an nichts zu denken. Das ist in diesem Stadium unmöglich; selbst »die Leere« ist nur eine Vorstellung des Geistes, ein Gedanke).

Unter »Konzentration« versteht der Yoga die Fähigkeit, den Geist zwölf Sekunden lang in einem Punkt, im Objekt der Konzentration halten zu können: eine überragende Stufe, ein himmelhoher Gipfel. Vermag man die Konzentration auf die Dauer von zwölf Dhâranâs (mehr als zwei Minuten) zu verlängern, dann erst ist man bei der Meditation. Läßt man den Geist, durch nichts mehr abgelenkt, weiter sich vertiefen und schafft eine alle menschlichen Dimensionen sprengende Dauer von zwölf Dhyanas (etwa eine halbe Stunde), dann geht man in den Zustand der vollkommenen Versenkung (samâdhi) ein.

In der landläufigen Bedeutung mag Meditation auch aus Gebeten und ähnlichem bestehen, das ist wichtig und wertvoll. Die Essenz des Yoga ist dennoch die Fähigkeit zur willentlichen Konzentration; es gibt auf dem spirituellen Weg nichts Höheres als ihre unablässige Übung.

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»Lehren Sie Meditation?«

Nein. Eine Einweihung in die Meditation ist die spirituell größte Sache und steht nur dem Erleuchteten zu; alles andere wäre ein gefährliches Spiel mit dem Karma.

Es zeugt von Unreife jemanden in die eigene geistige Welt hineinführen zu wollen. Sich anzumaßen andere Menschen zu leiten, während man im selben Ozean der Unwissenheit schwimmt, das ist die wahre Verblendung. Die Welt ist voll von selbsternannten »Meistern«, die in ihrem Halbwissen nicht verstehen wollen, was sie durch solche Aktivitäten anrichten. Der Yoga sagt: »Gib niemals ungebeten Ratschläge, und wenn dich jemand um Rat fragen sollte, überlege sorgfältig, was du äußern wirst, denn du wirst dafür karmisch verantwortlich sein. Warum mischst du dich in das Karma anderer ein, wo du deine eigenen Verstrickungen noch nicht gelöst hast?«

Yoga-Lehrer  sind gut beraten, lediglich »Kursteilnehmer« zu haben, nicht »Schüler«, damit sie nicht in die Gefahr geraten, Guru zu spielen. Wohl ist es so, daß in Indien unter guru traditionell jeder Lehrer verstanden wird; nehme ich also dort etwa Musikunterricht, bin ich Schüler eines Gurus, selbst wenn er ein gewöhnlicher, weltlicher Mensch ist. Aber in Indien wird sorgfältig unterschieden: Es gibt viele Gurus, aber nur einen sadguru: der erleuchtete, wahre Guru. Ihm steht es zu, Führer auf dem spirituellen Pfad zu sein und Schüler anzunehmen, indem er sie in die Meditation einweiht. Er ist der einzige der weiß, was im Moment der Einweihung wirklich geschieht.

Ein Yogalehrer mag einem Kursteilnehmer rein technisch klassische Sitzhaltungen zeigen. Fünf Minuten mit geradem Rücken still zu sitzen ist eine Grundübung, die zur Disziplin des therapeutischen Yoga zählt. Das Reich der Meditation dagegen darf man nicht ohne die Hilfe eines Gurus betreten. Die Frage, warum die Welt überquillt von Unwissenden, die sich für erleuchtet halten und meinen, der Menschheit »helfen« zu müssen, ist ein anderes Thema.

Es gibt keine unverbindliche »Einweisung« in die Meditation; sie ist eine Einweihung; ein verborgener Vorgang, bei dem es zur Karmavermischung, zur Seelenverbindung kommt. Nur der Erleuchtete vermag ohne Schaden das schlechte Karma seiner Schüler auf sich zu nehmen. Warum weiht dann ein gewöhnlicher Mensch Menschen ein? Wieso glaubt ein Blinder, andere Blinde führen zu können? Welche Gründe es sein mögen, sie wurzeln im »Ich« und »Mein«. Auch die ohne Anleitung durch einen wahren Meister praktizierte Meditation führt nur zum gefahrvollen teilweisen Aufstieg der Kundalinî, der die ohnehin vorhandenen Probleme auf dem religiösen Pfad vervielfacht.

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Der Zugang zur spirituellen Welt

Jeder Mensch muß von selbst auf den für ihn richtigen Pfad gelangen, durch eigenes Wissen, vorangetrieben durch das eigene Karma. Wenn es jemandes Schicksal ist, auf diesen oder jenen Weg zu kommen, dann wird er zwangsläufig diese Richtung einschlagen; da braucht es niemanden der ihn überzeugen muß.

»Selbst der Einsichtige handelt gemäß seiner eigenen Natur. Die Wesen folgen der Natur. Was soll (angesichts dessen) die Unterdrückung (der eigenen Natur) bewirken?« (Bhagavad-Gîtâ)

»Die Wesen folgen der Natur« (= ihrem Karma) – diese tiefgründigste Aussage erklärt alle sonst unerklärbaren Dinge. Wer sie verinnerlicht hat ist nicht mehr fähig andere zu belehren, beeinflussen und überzeugen zu wollen; er hält sich sogar mit Ratschlägen zurück und kann nur den Worten von Shrî Krishna folgen: Lasse jeden tun, wozu ihn sein Karma zwingt; lasse jeden gehen, wohin es ihn treibt, während du selbst versuchst, im Geist des Yoga zu handeln! Das rechte Verstehen ist der Weg zur Erlösung, und diesen Weg muß jeder für sich gehen.

Es mag sein, daß ein kleiner Anstoß von außen hilfreich ist. Dann kann man auf mehrmalige Nachfrage eine Buchempfehlung aussprechen oder eine Adresse vermitteln. Das ist alles; jedes tiefere Eingreifen in die Seelenwelt anderer wäre von Übel.

Ich führe niemanden in die Meditation ein. Wer sich zum Spirituellen hingezogen fühlt wird nicht abgewiesen; er sollte aber verstehen daß es schwierig ist die wahre geistige Welt zu betreten, und daß ich dabei nur indirekt helfen könnte, siehe oben.

Eines sei klargestellt: Wer sagt »Ich will meditieren, um zur Ruhe zu kommen«, der hat nicht verstanden, worum es beim spirituellen Yoga geht. Wer vom Alltag abschalten, in diesem Sinne ruhig werden will, sollte im Liegen zwanzig Minuten entspannen, oder zehn Minuten bewußt atmen, oder bei beruhigender Musik eine Tasse Tee trinken, aber gewiß nicht »meditieren«. Der wahre geistige Yoga ist der größte Streß; hier geht es um Konzentration (das Schwierigste überhaupt), Selbstbeherrschung, Askese, Verzicht; um das Elend des Kreislaufs der Geburten und Tode, um die Überwindung dieser armseligen Welt, um die Sehnsucht nach Freiheit, um das Finden eines echten Gurus; um das alles beherrschende Thema Karma, um Religion, um das Heil der Seele. Wer diese Begriffe nicht zu seinem Wortschatz zählt sollte sich nicht mit Meditation und geistigem Yoga beschäftigen.

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Aus der Atemschule von Dr. Parow

Vor allem der erste der folgenden Punkte sorgt für Verwirrung, weil man uns von Kindheit an das Gegenteil gelehrt hat. Die Prinzipien des Arztes Julius Parow harmonieren mit der Essenz des Yoga-Atmens. Tatsache ist, daß heute die meisten Menschen in ständiger Ausatmungsschuld sind (sie atmen zuviel ein und zuwenig aus), bewirkt durch chronischen Streß und die dadurch entstehenden Verspannungen.

Im Ruhezustand, so liest man, atmet der Erwachsene etwa 15mal pro Minute. Man mag dagegen argumentieren (ob dies wirklich Ruhe bedeutet) oder nicht; der Yogin jedenfalls bemüht sich den Atem zu verlangsamen, zur Förderung der Gesundheit, des harmonischen Fließens des Prana. So mancher ist hier verunsichert und sagt: Ich kriege nicht genug Sauerstoff, wenn ich »weniger« atme! Die Äußerung beweist, daß er weder über die westliche Physiologie noch über das Yoga-Atmen nachgedacht hat. Das ist viel Theorie; hier geht es an die Praxis, an die wichtigsten 7 Punkte aus Dr. Parows Empfehlungen:

Wird das genau eingehalten, ist es nach Dr. Parow nur eine Frage der Zeit und des Übens, bis sich diese im Ruhezustand normale Atmung so gut eingeprägt hat, daß sie als Gewohnheit automatisch abläuft.

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Die Wichtigkeit der vollständigen Atmung

Wenn es heißt »nicht tief atmen; nur mit wenig Luft atmen«, könnte man denken daß die vollständige Yoga-Atmung schädlich ist. Sie ist jedoch die Mutter aller Atemübungen, eine grundlegende Technik und darf nicht vernachlässigt werden.

Es gibt die ruhige, recht verstanden »flache« Normalatmung des Gesunden, und es gibt die verminderte Atmung des nicht mehr Gesunden bzw. Kranken. Wenn man die flache Normalatmung auch als verminderte Atmung ansieht, dann ist man Opfer eines Mißverständnisses geworden.

Die Ursachen für eine verminderte, krankhafte Atmung sind zahlreich, wie chronischer Streß, Übergewicht, Darmprobleme, der Blutstau im Unterleib, das blockierte Zwerchfell, Probleme mit Herz, Lungen und Nieren. Über die Essenz, die Blut- und Energiestauung im Bauchraum, wird man in den Heilwirkungen vieles finden.

Bei verminderter Atmung ist die regelmäßige, tägliche Praxis der vollständigen Atmung außerordentlich wichtig.

Erstens in der klassischen Art, siehe Heilwirkungen Seite 226, zweitens nach Dr. Tirala. Dazu heißt es in den Heilwirkungen: »Der Autor hält die Anwendung der ›übertriebenen‹ vollständigen Atmung für wichtig, beschreibt sie aber nicht im Detail weil er glaubt, daß sie nur im Unterricht korrekt zu erlernen ist. Er ermuntert Leser, die mit dieser Information verständlicherweise unzufrieden sind, sich das Buch zu besorgen: Prof. Dr. Lothar G. Tirala, Heilatmung bei Blutdruck-, Herz- und Kreislaufkrankheiten.« Update: Das lange vergriffene Buch ist wieder erhältlich, es heißt jetzt »Heilatmung – Gesundheit ohne Medikamente«. Ich weiß aber nicht, ob es sich um eine unveränderte Neuauflage des Originals handelt.

Die von Prof. Tirala empfohlene Dauer der Übung war: 3 mal 15 Minuten täglich.

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Himmlisches Atmen

»Man soll nur essen, wenn man hungrig ist, aber ehe man satt ist, soll man aufhören zu essen. Man soll spazierengehen so viel, bis der Bauch entleert ist, und wenn dies geschehen ist, soll man in sein stilles Zimmer gehen, sich in der rechten Weise hinsetzen und dann schweigend den Atem zählen, bis zehn, dann bis hundert, dann bis tausend. Dann wird der Körper so unerschütterlich fest, die Seele so still und ruhig wie ein leerer Himmel. Wenn man länger in diesem Zustand verweilt, dann hört allmählich das Atmen auf, und wenn es kein Ausatmen und Einatmen mehr gibt, als ob der Atem durch die vierundachtzigtausend Haarlöcher wie Wolken … aus- und einziehe, dann wird einem klar, daß alle seit anfangloser Ewigkeit bestehenden Krankheiten von selbst verschwinden, und vielerlei Schäden und Schwächen sich wie von selbst auflösen. Das ist dann so, wie wenn ein Blinder plötzlich sehen könnte. Man braucht dann nicht mehr zu fragen, wo der Weg den man geht, hinführt, man braucht nur die eigene Kraft zu pflegen, ohne zu sprechen. Darum heißt es: Wer wirklich daran ist, seine Augen zu pflegen, der macht die Augen zu, und wer seine Ohren pflegen will, wünscht nichts mehr zu hören. Wer seine Seele und die wahre Kraft pflegt, der bleibt im Schweigen.«

Diese wundervollen Worte stammen aus dem Yasen-Kanna des Zenmeisters Hakuin. Quelle: Karlfried Graf Dürckheim, Hara – die Erdmitte des Menschen

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Der Zugang zur spirituellen Welt

Jeder Mensch muß von selbst auf den für ihn richtigen Pfad gelangen, durch eigenes Wissen, vorangetrieben durch das eigene Karma. Wenn es jemandes Schicksal ist, auf diesen oder jenen Weg zu kommen, dann wird er zwangsläufig diese Richtung einschlagen; da braucht es niemanden der ihn überzeugen muß.

»Selbst der Einsichtige handelt gemäß seiner eigenen Natur. Die Wesen folgen der Natur. Was soll (angesichts dessen) die Unterdrückung (der eigenen Natur) bewirken?« (Bhagavad-Gîtâ)

»Die Wesen folgen der Natur« (= ihrem Karma) – diese tiefgründigste Aussage erklärt alle sonst unerklärbaren Dinge. Wer sie verinnerlicht hat ist nicht mehr fähig andere zu belehren, beeinflussen und überzeugen zu wollen; er hält sich sogar mit Ratschlägen zurück und kann nur den Worten von Shrî Krishna folgen: Lasse jeden tun, wozu ihn sein Karma zwingt; lasse jeden gehen,  wohin es ihn treibt, während du selbst versuchst, im Geist des Yoga zu handeln! Das rechte Verstehen ist der Weg zur Erlösung, und diesen Weg muß jeder für sich gehen.

Es mag sein, daß ein kleiner Anstoß von außen hilfreich ist. Dann kann man auf mehrmalige Nachfrage eine Buchempfehlung aussprechen oder eine Adresse vermitteln. Das ist alles; jedes tiefere Eingreifen in die Seelenwelt anderer wäre von Übel.

Ich führe niemanden in die Meditation ein. Wer sich zum Spirituellen hingezogen fühlt wird nicht abgewiesen; er sollte aber verstehen daß es schwierig ist die wahre geistige Welt zu betreten, und daß ich dabei nur indirekt helfen könnte, siehe oben.

Eines sei klargestellt: Wer sagt »Ich will meditieren, um zur Ruhe zu kommen«, der hat nicht verstanden, worum es beim spirituellen Yoga geht. Wer vom Alltag abschalten, in diesem Sinne ruhig werden will, sollte im Liegen zwanzig Minuten entspannen, oder zehn Minuten bewußt atmen, oder bei beruhigender Musik eine Tasse Tee trinken, aber gewiß nicht »meditieren«. Der wahre geistige Yoga ist der größte Streß; hier geht  es um Konzentration (das Schwierigste überhaupt), Selbstbeherrschung, Askese, Verzicht; um das Elend des Kreislaufs der Geburten und Tode, um die Überwindung dieser armseligen Welt, um die Sehnsucht nach Freiheit, um das Finden eines echten Gurus; um das alles beherrschende Thema Karma, um Religion, um das Heil der Seele. Wer diese Begriffe nicht zu seinem Wortschatz zählt sollte sich nicht mit Meditation und geistigem Yoga beschäftigen.

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Diese Seite wurde am 20.11.2018 zuletzt geändert.

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