Das Buch »Die Heilwirkungen des Yoga« umfaßt 512 Seiten. Eigentlich zuviel, denn mein Bestreben war, nur das Wichtigste zu sagen, um das Buch nicht zu umfangreich werden zu lassen. Das Ergebnis dieser Beschränkung:
– einige Asanas wurden nicht vorgestellt;
– auf viele Bilder, insbesondere auf viele der sogenannten Fehler-Fotos mußte verzichtet werden (sehr bedauerlich, aber gerade Fotos sind »Platzräuber« ersten Grades);
– manche Dinge konnten nicht in der gebotenen Ausführlichkeit behandelt werden. Dies betrifft vor allem eines der wichtigsten Kapitel, nämlich »Hathayoga und Therapie«. Hätte ich dort den Gedanken freien Lauf gelassen, dann wäre das Buch 700 bis 800 Seiten dick geworden: unmöglich.
Zum Glück gibt es das Internet. Auf diesem Wege folgt hier für jene, die so freundlich waren die »Heilwirkungen« zu kaufen, einiges an Hinzufügungen und Präzisierungen.
Drei Bemerkungen vorweg:
1. Alle Zahlen im folgenden beziehen sich selbstverständlich auf das Buch. 2. Ich beschränke mich auf kurze Tipps, versuche im Telegrammstil zu ergänzen, wofür in den »Heilwirkungen« kein Platz war. 3. Ich bin verpflichtet darauf hinzuweisen, daß ich als Nicht-Arzt keine Ratschläge für individuelle Gesundheitsprobleme erteilen darf. Betrachte das hier Gesagte (genauso wie den gesamten Inhalt der »Heilwirkungen«) als reine Information. Findest Du diese Informationen nützlich, dann arbeite damit – auf eigene Verantwortung. Bei gesundheitlichen Beschwerden aller Art wende Dich an den Arzt Deines Vertrauens!

(wird fortgesetzt)

Unter den »acht progressiven Lotusübungen«(Nr. 26) ist mir bei der Lotusübung 7 (Nr. 26g) ein Schreibfehler unterlaufen.
Es steht geschrieben (Seite 303 unten, 304 oben): »Das als Kissen dienende untere Knie wird nach vorne gezogen; so ist der Weg des oberen Knies zum Boden weiter, die Dehnung intensiver [Bild 120].«
Selbstverständlich muß es richtig heißen: »Der als Kissen dienende untere Fuß wird nach vorne gezogen; so ist der Weg des oberen Knies zum Boden weiter, die Dehnung intensiver [Bild 120].«
Nach Rückmeldungen über »Kreuzschmerzen bei der hohen Kobra« und Bedenken, ob diese Kobra nicht »eine Überstreckung der Wirbelsäule« und damit schädlich wäre, muß ich an das erinnern, was dazu auf Seite 275 geschrieben steht:
»Wer durch fleißige Praxis der anderen Kobras (20a–d) die Arme und die Handgelenke gekräftigt, den Rücken stark und die Wirbelsäule beweglich gemacht hat, der mag an diese fünfte Art von Bhujanga gehen …«
Das ist klar genug formuliert. Zur Sicherheit aber noch einmal:
Diese hohe Kobra bedarf erstens einer gründlichen Vorbereitung; sie ist zweitens nicht für jeden Rücken gut (die Menschen sind nun einmal unterschiedlich) – so darf sie etwa nicht bei einer Blockierung in der Brustwirbelsäule ausgeführt werden (und zwar so lange, bis diese Blockierung behoben ist); man muß also spüren, ob sie »in Ordnung ist«, andernfalls beschränke man sich auf die grundlegende klassische Art (Seite 268–269).
Auf den Einwand: »Die hohe Kobra ist eine schädliche Überstreckung der Wirbelsäule« ist zu sagen: Wer hier eine Überstreckung sieht, darf selbstverständlich auch nicht andere »Überstreckungen« praktizieren wie das Kamel (Nr. 40) , den Bogen (Nr. 22), die halbe Kobra (Nr. 36), die Schulterstellung (Nr. 37) …, welche von den meisten Yogalehrern als gesund für den Rücken empfohlen werden.
Noch eine Kleinigkeit: die nicht ganz korrekte Handstellung auf dem Umschlagbild. Da habe ich den Auslöser der Kamera zwei Sekunden zu früh gedrückt. Auch im Buch selbst wird man einige Fotos finden, die »nicht 100prozentig« sind, und dies, obwohl ich auf die Genauigkeit äußersten Wert lege. Aber wenn man bedenkt, daß ich als Sechzigjähriger zum ersten Mal in meinem Leben fotografiert habe, dann sind solche Unvollkommenheiten vielleicht verzeihlich?
(in Vorbereitung)
Ich habe auf Seite 239 erwähnt, daß viele Bauchmuskelübungen schädlich für den unteren Rücken sind, vor allem die Sit-ups. In diesem Sinne ist die im Buch empfohlene Übung 16 unproblematisch. Auf den Seiten 240–241 wird aber gesagt, daß auch diese empfohlene Übung schädlich für Unterleib und Beckenboden sein kann, wenn sie nicht absolut korrekt ausgeführt wird.
Vergegenwärtige Dir den Satz auf Seite 241, Absatz 2: »Es ist sehr wichtig, hier nach hinten zu kippen, bis eine Art Mulde auf der Bauchseite zu sehen ist. Dieses Kippen des Beckens ist unmittelbar verbunden mit der Spannung des Beckenbodens.« Trotz der unmißverständlichen Beschreibung sieht man immer wieder im Unterricht, daß das korrekte Beckenkippen bei Übung 16 nicht bedacht wird. Deswegen an dieser Stelle nun ganz genau, Schritt für Schritt:
1. die Zehen anziehen;
2. mit angezogenen Zehen das Becken nach hinten kippen = Kreuz in den Boden pressen, Steißbein hebt sich;
3. mit dem Ausatmen die Schließmuskeln anspannen;
4. erst jetzt Kopf und Schultern heben;
5. im Moment des Hebens darf sich der Bauch nicht wölben, man muß ihn einziehen;
6. die Bauchspannung wenige Sekunden halten, dabei weiteratmen;
7. langsam sinken, dabei ist der Beckenboden immer noch in Spannung;
8. Kopf ablegen, Bauch entspannen, und erst jetzt den Mula-Bandha lösen;
9. die Zehen sinken, das Becken kippt ganz leicht zurück nach vorne (Ausgangsstellung).
Eine ergänzende Feststellung. Auf Seite 240 steht: »Es ist kein Fehler, die Füße stehenzulassen wie in Bild 43.« Dazu sei präzisiert: Ja – aber nur, wenn man trotz liegender Fußsohlen das Becken korrekt nach hinten kippen kann.
Noch einmal: Wenn diese an sich extrem einfache, oft unterschätzte und dabei so wichtige Übung nicht korrekt gemacht wird, belastet man das Kreuz, schwächt den Beckenboden und schädigt die Unterleibsorgane. Wie heißt es am Anfang des Übungsteils, Seite 176: Das Beckenkippen ist der Schlüssel zu allen Übungen!
(in Vorbereitung)
Nach einer Rückmeldung frage ich: Kann man das wirklich mißverstehen? »Bremsen« darf nicht heißen den Ausatem zu blockieren, zu unterbrechen und auf diese Weise zu behindern! Siehe Seite 209, dritter Absatz: »Man versucht den Ausatem ein wenig zu bremsen, bewußt langsamer auszuatmen.« Die Luft geht zwar von selbst hinaus, aber »nicht so schnell wie sie es vielleicht möchte«, man dosiere, verlängere das Ausatmen, werde langsam leer und verweile dann kurz mit leeren Lungen.
Seite 310 unten und 311 oben: »Viele Betroffene sehen die oberflächlichen nur als kosmetisches Problem an, aber oberflächliche und tiefe Krampfadern sind beide ein Zeichen einer ernsten gesundheitlichen Störung.«
Dazu die Präzisierung: Natürlich ist der Ausdruck »tiefe Krampfadern« medizinisch nicht ganz korrekt; ich habe jedoch der Einfachheit halber diesen volkstümlichen, schnell verständlichen Ausdruck für die »sekundäre Varikose« (Insuffizienz der tiefen Beinvenen) bevorzugt.
Ich beziehe mich auf eine per E-Mail gestellte Frage. Gemeint ist auf Seite 434 eine besondere, schlecht erklärbare Form der Entspannung. Diese Form hat nichts mit der klassischen Yoga-Nidra zu tun (nidrâ – Schlaf – ist im Sanskrit weiblich). Yoga-Nidra ist ein Zustand des Geistes, welcher nur den sehr weit fortgeschrittenen Yogis und den Erleuchteten vorbehalten ist.
Und generell: Im modernen Yoga wurden viele angeblich Begriffe des alten Yoga aufgeweicht oder verfremdet, anders interpretiert als ursprünglich gedacht; es mögen hier die Stichworte Tantra, Dharana, Brahmacharya, Samyama, Nirvikalpa Samadhi genügen. Zu diesen Begriffen gehört auch Yoga-Nidra. Heute soll das eine spezielle Form der Tiefenentspannung sein. In alten Zeiten war Yoga-Nidra der erholsame Kurzschlaf der weit fortgeschrittenen Yogis und der Erleuchteten; keine Technik die man erlernt, sondern ein Zustand, der sich bei solchen Menschen spontan ergibt. Heute hingegen liest man: »Jeder kann Yoga-Nidra erlangen.« Oder gar: »Es ist leicht, Yoga Nidra zu praktizieren. Man liegt ganz still auf dem Rücken und hört den Anleitungen zu.« Das ist die Tiefenentspannung des Hatha-Yoga; Yoga-Nidra ist es nicht.
Wenn schließlich zu lesen ist: »Teachers such as ... (Namen gestrichen) define yoga nidra as a state of conscious deep sleep«, dann ist man geneigt zu antworten: Wer Yoga-Nidra als bewußten Tiefschlaf definiert, der hat nicht genug darüber nachgedacht, was er damit sagt. Der Zustand des bewußten Tiefschlafs ist einzig der Moment, in dem der Yogin in den Samadhi eintaucht, und nichts weniger. Sieht man deswegen eine Aussage wie die folgende (aus dem Internet): »Yoga Nidra means Yogic Sleep. It is a state of conscious Deep Sleep. In Meditation, you remain in the Waking state of consciousness, and gently focus the mind, while allowing thought patterns, emotions, sensations, and images to arise and go on. However, in Yoga Nidra, you leave the Waking state, go past the Dreaming state, and go to Deep Sleep, yet remain awake«, dann mag man feststellen: Das ist entweder eine mangelhafte Selbstbeobachtung oder reine Theorie.
Yoga-Nidra im ursprünglichen Sinn, das hört sich so an: »This is a state between the waking- and dream-states. The experiencer of this state is conscious of his environments and, at the same time, he sleeps also. Generally an advanced Yogi experiences this kind of sleep. During this state, the mind works in-between the brain-centre and the lower brain.« [Quelle: Swami Narayanananda. ›The End of Philosophy.‹ Narayana Press Gylling 1976] »When a man after attaining Nirvikalpa Samadhi comes down to the plane of relative consciousness and when he wants to take rest, he goes to this state. The state of Yoga-Nidra is neither a waking-state nor is it a dream-state also. It is neither a deep-sleep-state, nor is it a Samadhi-state. A man under Yoga-Nidra can hear the sounds of people speaking, walking, etc., in the same room, not clearly but dimly and he cannot respond to them. And when he wakes up, he has the full benefit of a nap. Thus, he never gets tired.« [Quelle: Swami Narayanananda. ›Consciousness under Different States.‹ Narayana Press Gylling 1982]
Vorbemerkung
Das Thema Leistenbruch habe ich in den »Heilwirkungen« stiefmütterlich behandelt; erstens aus Platzgründen, zweitens weil 9 von 10 Yogaübenden Frauen sind; der Leistenbruch andererseits ist ein überwiegend männliches Problem (Verhältnis 8 zu 1). Unter den wenigen Sätzen die dazu im Buch stehen erscheint mir einer in seiner Kürze unklar: »Kontraindiziert sind alle Haltungen mit intensiverer Dehnung der Bauchgegend, helfend sind Übungen mit Flexion in den Hüftgelenken (Rumpfbeugen).« Dabei dachte ich eben auch an den Bauchwand- und Nabelbruch, wo eine Straffung und nicht die Dehnung der Muskulatur wichtig ist. Und das Wort Rumpfbeuge wurde in diesem Zusammenhang nur erwähnt um deutlich zu machen, was mit Flexion gemeint ist. Es könnte aber auch mißverstanden werden, denn die Kräftigung der Bauchmuskeln (erlaubt) oder die Beinstreckung (erlaubt) ist eine Flexion, die Embryohaltung (bei Leistenbruch verboten) aber auch …
AUS DIESEM GRUNDE DIE FOLGENDEN KLARSTELLUNGEN:
Erste Bemerkung
80 Prozent der Hernien betreffen die Leistengegend, deswegen beschränke ich mich hier auf die Hernia inguinalis. Bei Leistenproblemen muß man generell vorsichtig und gezielt arbeiten; mindestens die Hälfte des Hatha-Yoga ist verboten. Das sollte kein Grund zur Entmutigung sein, denn es bleiben genügend Übungen, um täglich vielfältig und intensiv an sich zu arbeiten.
Zweite Bemerkung
Es ist schwierig, allgemeingültige Tipps zu geben. Die Hinweise zu »Yoga und Leistenbruch « im Internet sind unterschiedlich und verwirrend. Die einen empfehlen etwa die Kobra (Bhujanga) und die Heuschrecke (Shalabha), die anderen warnen davor. Die einen empfehlen Pawanamuktasana, die anderen finden es schädlich. Es gibt gar Empfehlungen, den Seitenspagat (Upavishta Konasana) und den Längsspagat (Hanumanasana) zu praktizieren, was anderen wiederum unbegreiflich ist. Die Widersprüche sind auffallend, die Unsicherheit ist groß. Entsprechend die dritte Bemerkung:
Dritte Bemerkung
Ich bin kein Arzt. Ich gebe hiermit keine verbindlichen Ratschläge und Hinweise; das folgende ist eine reine Information. Wer mit diesen Informationen arbeiten will, tut dies auf eigene Verantwortung!
Der wichtigste Merksatz
ist dieser: Übungen, bei denen es zum Druck im Bauch kommt sind streng zu meiden. Der gesteigerte Druck wird zwangsläufig auf die Schwachstelle im Leistenband »ausweichen«, das müßte einleuchten. Das Beispiel par excellence stellt hier die Kobra (Bhujanga) dar. Nun gibt es zwar bei Bhujanga auch Varianten, bei denen der Bauch unter Zug, nicht unter Druck steht (die hohe Art). Allgemein gilt jedoch: Das klassische Bhujanga setzt die Bauchorgane erheblich unter Druck. Ein höchst willkommener Effekt beim Normalübenden, schädlich beim Leistenpatienten. Nicht zu sprechen von Bogen (Dhanura), Heuschrecke (Shalabha), Pfau (Mayura) …
Man verwechsle aber nicht den negativen »Druck im Bauch« von der positiven »Kräftigung der Bauchmuskulatur«. Die korrekt (!) ausgeführte Bauchmuskelübung (Nr. 16) ist also nicht kontraindiziert. Ich will an diesem Punkt nicht zu weit ausholen (man begreife das Prinzip und wende es auf alle diesbezüglichen Übungen an) und nur noch dieses Beispiel anführen: Das klassische Krokodil (Seite 257) ist wegen des Bauchdrucks verboten; das gleiche Krokodil ohne Bauchspannung (Seite 258, letzter Absatz) ist erlaubt, ebenso das Krokodil mit Armstreckung – vorausgesetzt, man verwendet dabei ein Kissen zwischen den Knien, damit die Beinstellung nicht ganz so eng ist.
Die fünf Grundgedanken
1. Um es noch einmal zu betonen: Übungen, bei denen es zum Druck in den Bauchorganen kommt sind zu meiden (siehe oben).
2. Der »dynamische Yoga« ist generell verboten. Natürlich ist »dynamisch« ein weiter Begriff. Hier ist speziell der Ashtanga/Vinyasa-Yoga gemeint; die typischen Übungen im breiten Stand wie Virabhadra usw., und ganz besonders das beliebte »Hineinspringen« in solche Haltungen.
3. Alle intensiveren Dehnungen der Vorderseite (gemeint ist die Leistengegend; die Dehnungen von Brustkorb und Schultern sind in Ordnung und überaus wichtig) sind verboten. Und natürlich ist auch hier der Begriff »intensiv« ein weiter Begriff. Der yogaübende, im »bewußt sein« geschulte Leistenpatient wird aber – so ist zu hoffen – sofort spüren: das eine ist schädlich, das andere harmlos. Ein Beispiel: Das halbe Kamel im Bild 184 wäre erlaubt, sofern es korrekt, mit Entlastung der Bauchgegend (Uddiyana) ausgeführt wird. Die gleiche Bemerkung gilt für die Schulterstellung (schiefe Ebene). Die sehr intensiven Dehnungen wie die Kriegerübungen sollte ein Betroffener meiden.
4. Bei Atemübungen achte man darauf, den Bauchdruck und die Schwächung des Beckenbodens zu vermeiden. Man kann beim Pranayama große Fehler machen. Die fließenden Übungen, welche im Buch beschrieben werden, sind problemlos; natürlich sollten auch sie korrekt praktiziert werden.
5. Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei festgehalten: »Heilen« lassen sich Leistenprobleme mittels des Hatha-Yoga nicht; man konzentriere sich darauf daß die Sache nicht schlimmer wird und daß man eine relative Beschwerdefreiheit erreicht.
Ich erwähne im folgenden nur Übungen aus den »Heilwirkungen«.
Negativ
Aufwärmen im Stand (2a), weil durch die schnellen Bewegungen eine Bauchkontrolle kaum möglich ist
Aufwärmen im Liegen (2b), selbe Begründung
klassische Krokodil mit Bauchspannung (Seite 257)
Krokodil mit Beinstreckung (19c); ist zu intensiv
Kobra (20, alle Formen mit Bauchdruck)
Heuschrecke (21)
Bogen (22)
Boot (21c)
fortgeschrittene Katzenstreckung (24b)
Embryohaltung (25); es sei denn, man gehört zu den sehr schlanken und in den Hüftgelenken sehr beweglichen Menschen
Lotusübung Nr. 4 (26d)
Lotusübungen Nr. 5, 6 (26e, 26f) sind nur erlaubt wenn die Bauchspannung erhalten bleibt (siehe die Anmerkung auf Seite 207)
liegender Held (28b); er wäre nur bei wirklich perfekter Dehnung in Ordnung
Frosch (29), weil die meisten dabei eine Entlastung des Bauches mittels Uddiyana vergessen
Überkreuzsitz (32); er wäre nur in Ordnung bei perfekter Dehnung, bei völliger Beherrschung
Drehsitz (33); der Bauchdruck ist zu intensiv
halbe Kobra (36)
Brücke (39); ist zu intensiv
Kamel (40); nur erlaubt bis zu einer bestimmten Höhe (Bild 184)
passives Öffnen der Vorderseite (Bild 192); die Dehnung des unteren Rumpfes ist zu intensiv
klassischer Kuhkopf (44): Begründung: siehe beim Überkreuzsitz
klassischer Adler (45); Begründung: siehe beim Überkreuzsitz, denn auch hier überkreuzt man die Beine
Stuhl (48a), weil die meisten Übenden dabei das Einziehen (»Festhalten«) des Bauches vergessen
Liegestütz und Stock (47), weil das für die meisten zu schwierig ist und eine unkontrollierte »Überspannung« hervorruft
Hocke (48b); es sei denn, man gehört zu den sehr schlanken und in den Hüftgelenken sehr beweglichen Menschen
Rumpfbeuge im Stand (49), weil die meisten dabei eine Entlastung des Bauches mittels Uddiyana vergessen
einseitige Rumpfbeuge im Stand (50b); ist zu intensiv
Dreieck (51)
König des Tanzes (53)
Gruß an die Sonne (54)
Kriegerübungen (55a–d)
Erlaubt
Beckenkippen (Übung 1)
Strecken und Lockern im Liegen (3)
Knie zur Brust (4), aber nur mit etwas breiterem Kniestand und in sanfter (!) Form
alle Atemübungen (6 bis 14)
einfache schiefe Ebene (15)
Bauchmuskelkräftigung (16), aber bitte korrekt geübt …
einfache Beinstreckung im Liegen (17a)
große Beinstreckung im Liegen (17b); aber nur sehr mild, nicht so intensiv wie auf Bild 60
Beinheben in Seitenlage, nur wenig hochkommen (18)
Krokodil (19); siehe aber die Anmerkung oben!
halber Bogen, nur (!) die erste Dehnung (Bild 93)
Kraft für Arme und Schultern (23)
Katzenstreckung (Bild 102); durch die umgekehrte Haltung fehlt der Bauchdruck
Katzenbuckel und Pferderücken ( (Bilder 100, 101)
Lotusübungen Nr. 1, 2, 3 (26a– c), bei denen die Bauchorgane nicht auf Beckenboden und Leisten drücken
Fersensitz (27a), mit Tonus des Bauches (wird oft vergessen)!
Beugung und Streckung der Kniegelenke (27b, alle drei Arten)
Heldensitz (28a); der liegende Held 28b wäre nur bei perfekter Dehnung in Ordnung
freier Meditationssitz (30), aber nur erlaubt wenn die Bauchspannung erhalten bleibt (siehe die Anmerkung auf Seite 207)
heilsamer Sitz klassisch (31a); aber nur erlaubt wenn die Bauchspannung erhalten bleibt
heilsamer Sitz im Liegen (31c)
Löwe (34); man achte aber auf ein gewisses Uddiyana (Bauchbeherrschung)
Streckung nach oben (35)
einseitige Dehnung an der Wand (35b)
Schulterzug mit Stütze (35c)
Überkreuzgriff hinten (35d)
Überkreuzgriff vorne (35e)
Schulterstellung (37), aber nicht so hoch wie in Bild 178
große schiefe Ebene (38), in milder Form
Kamel (Bild 184), nur die Anfangsstufe
Halbmond (41)
passives Öffnen der Vorderseite (Bild 191), nur für den oberen Rumpf
Kraft für den Beckenboden (43), sehr wichtig
Berg (46); durch die umgekehrte Haltung problemlos
Rumpfbeuge im Stand (49), unter der Bedingung daß man dabei den Bauch mittels Uddiyana entlastet (siehe oben)
Gebetshaltung auf dem Rücken (50a)
Baum (52)
Baucheinziehen (56 a, 56b), sehr wichtig
halbe Kerze (57)
Entspannung (58)
Still sitzen, ruhig atmen (59)
Reinigung am Morgen (60)
Besonders wichtig
Beckenkippen im Liegen (Bilder 1, 2); mit Spannung von Bauch und Beckenboden, oft genug (!) wiederholt
Bauchmuskelkräftigung (16); aber bitte korrekt ausgeführt, siehe weiter oben die ausführliche Erklärung
Uddiyana Bandha (56). Das Uddiyana ist für Leistenpatienten das Wichtigste
Ashvini Mudra und Mula Bandha (43)
halbe Kerze (57), am besten in der entspannten Form (Bild 257)
Es darf die Anmerkung nicht fehlen:
Das Gesagte betrifft den Hatha-Yoga. Selbstverständlich gilt es auf weiteres zu achten, wie
das Vermeiden von Übergewicht und Organsenkungen (Darm und Unterleib). Das letzte erklärt auch die überragende Bedeutung des Uddiyana Bandha
Noch mehr als beim Thema Leistenbruch gilt: Über »Yoga und ISG-Probleme« ausführlicher zu schreiben war aus Platzgründen nicht möglich. Beispiel: Das Dreieck umfaßt im Buch fünf Seiten. Mit Erwähnung des ISG wären es zehn, denn es müßte sorgfältig argumentiert und angeleitet werden. Und die letzte Bemerkung gilt für nicht wenige andere in diesem Fall problematische Asanas.
Erneut sei also dieser Platz für Hinweise praktischer Art genutzt. Auf Anatomie des ISG, betroffene Bänder und Muskeln, Gründe für ISG-Probleme gehe ich auch hier nicht ein, darüber kann man sich gut im Internet informieren. Ich muß zugeben, in Sachen Theorie mittlerweile eine natürliche (Alters-)Grenze des Widerwillens erreicht zu haben. So viele Worte …
(wird fortgesetzt)
Bildnachweis: ©Helmuth Maldoner
Diese Seite wurde am 14.02.2012 zuletzt geändert.