Yoga-Institut Helmuth Maldoner Karlsruhe

Weisheit

»So wie man denkt, so wird man; das ist das ewige Geheimnis!« [Maitri-Upanishad 6, 34 ]

»Verliere niemals die Hoffnung. Sei voll von hohen Hoffnungen und hab hohe Ideale vor Augen. Habe unendlichen Glauben, Glauben an dich selbst, Glauben an Gott, Glauben an die Worte deines Guru und Glauben an die Heiligen Schriften. Betrachte dich niemals als minderwertig. Grüble niemals nach über deine Schwächen, deine Schattenseiten, Sünden und Niederlagen. Wenn du auch heute ein Sünder bist, schon morgen kannst du, wenn du nur willst, ein Heiliger sein. Selbstvertrauen wird dir unendliche Kraft und Stärke geben. Gute Gedanken und edles Tun werden dich groß machen; unrechte Wünsche, Gedanken und Taten lassen dich tiefer sinken. Die Welt ist nichts anderes als eine Projektion deines eigenen Geistes. So wie du denkst, so wirst du.« [Shri Swami Narayanananda]

»In wen alle Begierden eingehen so wie in den Ozean – sich ständig füllend (dennoch) ruhig verharrend – die Wasser eingehen, der erlangt den Frieden; nicht (aber) der nach Wünschen Begehrende. Der Mensch, der alle Begierden aufgibt, der ohne Verlangen (nach Genuß und Macht) lebt, ohne den Gedanken an das ›Ich‹ und ›Mein‹ – er erlangt den Frieden.« [Bhagavad-Gita 2, 70–71]

»Sogenannte Intelligenz ist nur ein anderer Name für Unwissenheit. Die wahre Intelligenz ist, zu wissen wer man selbst ist, warum man geboren wurde und welchen Zweck dieses Leben hat.« [Swami Brahmananda]

»Die Menschen vergießen Ströme von Tränen für Frau, Mann, Kinder, Geld … Wer aber weint eine Träne um Gottes willen?« [Shri Ramakrishna]

»Wenn die Menschen mit ihrem Geist ebensosehr an Gott hingen wie sie an den Sinnesobjekten hängen, wer würde dann nicht aus seiner Gefangenschaft befreit?« [Maitri-Upanishad]

»Die Gnade des Meisters trägt mehr zur Selbstverwirklichung bei als Lehren, Vorlesungen, Meditation, usw. Diese sind nur zweitrangige Hilfen, während die Gnade des Meisters die erste und wesentliche Ursache ist.« [Shri Ramana Maharshi]

»Wer zur Quelle gehen kann geht nicht zum Wassertopf.« [Leonardo da Vinci]

»Wir können unser Leben an tausend einfachen Dingen erproben, zum Beispiel daran, daß dieselbe Sonne, die meine Bohnen zur Reife bringt, gleichzeitig ein System von Welten wie unsere Erde beleuchtet. Hätte ich mich daran erinnert, dann wären einige Irrtümer vermieden worden. Solche Erleuchtung besaß ich nicht, als ich meine Bohnen hackte. Wie wundervoll sind die Dreiecke, deren Spitzen von Sternen gebildet werden! Wieviele verschiedene und weit voneinander entfernte Wesen betrachten sie im selben Augenblick aus den mannigfaltigen Wohnungen des Weltalls!« [Henry David Thoreau]

»Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr. Der Gute redekünstelt nicht, der Redekünstler ist nicht gut. Der Erkennende ist nicht vielwissend, der Vielwisser erkennt nicht. Der heilige Mensch sammelt nicht an. Je mehr er für die Menschen tut, desto mehr hat er. Je mehr er den Menschen gibt, desto viel mehr hat er. Des Himmels Weg ist, wohltun und nicht schaden. Des heiligen Menschen Weg ist, tun und nicht streiten.« [Lao Tse] 

»Es gibt zu viele Intellektuelle auf der Welt / Die haben ausgiebig studiert und wissen einfach alles / Doch kennen sie ihr ursprüngliches Wahres-Wesen nicht / Und wandeln fern, so fern vom WEG! / Wie eingehend sie auch die Wirklichkeit erklären / Was nützen denn alle die leeren Formeln? / Wenn du ein einzig mal dein Selbst-Wesen erinnerst / Dann tut sich dir des Buddhas Einsicht auf.« [Han Shan]

»Lebe im Verborgenen!« [Epikuros]

»Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang, der günstige Augenblick ist flüchtig, die Erfahrung ist trügerisch, das Urteil ist schwierig.« [Hippokrates]

»Eine tugendhafte, aber alleinstehende und führerlose Seele gleicht einer brennenden Kohle; anstatt sich mehr zu entzünden, erkaltet sie.« [Juan de la Cruz]

»Das eine ist das Gute, das andere ist das Angenehme; beide führen zu verschiedenen Zielen. Wer sich an das Gute hält wird gut; wer das Angenehme wählt verliert das Glück.« [Katha-Upanishad]

»Es gibt drei Wege (zur Erkenntnis): Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.« [Kungfutse]

»Gemessen am Zweck der Natur, ist Armut ein Reichtum; Reichtum aber, der keine Grenzen kennt, ist große Armut.« [Epikuros]

»Dreifach ist das Tor zur Hölle, das zur Selbstzerstörung führt: Wollust, Zorn und Gier. Darum gebe man diese drei auf! Der Mensch, der von diesen, den drei Toren zur Finsternis, sich befreit hat, wirkt für sein Heil und geht den höchsten Weg.« [Bhagavad-Gita 16, 21–22]

»Die Verehrung des Weisen ist ein großes Gut für die, die ihn verehren.« [Epikuros]

»Ich hatte drei Kalksteine auf meinem Pult liegen, fand aber zu meinem Entsetzen, daß sie tägliches Abstauben benötigten, während mein geistiger Hausrat noch unabgestaubt dastand, und voller Abscheu warf ich sie zum Fenster hinaus.« [Henry David Thoreau] 

»Für den Unbeherrschten gibt es keine Einsicht, und für den Unbeherrschten (gibt es) keine (Kraft der) Verinnerlichung. Für den Nichtmeditierenden (gibt es) keinen Frieden. Woher (aber soll) das Glück (kommen) für den, der keinen Frieden hat?« [Bhagavad-Gita 2, 66]

»Der Yogin übe dies(en Yoga) im Geheimen, an einem einsamen Ort, ohne die Gesellschaft von Menschen. Um den Schein zu wahren, bleibe er in der Gemeinschaft, sei aber mit dem Herzen nicht in ihr. Er vernachlässige nicht die Pflichten seines Berufes und Standes, erfülle sie jedoch nur als ein Werkzeug Gottes, ohne an ihnen zu haften. Wenn er so handelt, lädt er keine Schuld auf sich. Auch Ehemann und Ehefrau können durch verständiges Befolgen dieser Methode die Vollendung erreichen, daran ist kein Zweifel. Inmitten der Familie lebend, stets seine familiären Pflichten (ohne Anhaftung) erfüllend, erlangt, wer frei von Verdienst und Schuld ist und seine Sinne beherrscht, die Erlösung.« [Shiva-Samhita]

»Geht man nicht aus der Tür, kennt man die Welt. Blickt man nicht aus dem Fenster, sieht man des Himmels Weg. Je weiter man ausgeht, desto weniger kennt man.« [Lao Tse]

»Man soll nur essen, wenn man hungrig ist, aber ehe man satt ist, soll man zu essen aufhören. Man soll spazierengehen so viel, bis der Bauch entleert ist, und wenn dies geschehen ist, soll man in sein stilles Zimmer gehen, sich in der rechten Weise hinsetzen und dann schweigend den Atem zählen, bis zehn, dann bis hundert, dann bis tausend. Dann wird der Körper so unerschütterlich fest, die Seele so still und ruhig wie ein leerer Himmel. Wenn man länger in diesem Zustand verweilt, dann hört allmählich das Atmen auf, und wenn es kein Ausatmen und Einatmen mehr gibt, als ob der Atem durch die vierundachtzigtausend Haarlöcher wie Wolken … aus- und einziehe, dann wird einem klar, daß alle seit anfangloser Ewigkeit bestehenden Krankheiten von selbst verschwinden, und vielerlei Schäden und Schwächen sich wie von selbst auflösen. Das ist dann so, wie wenn ein Blinder plötzlich sehen könnte. Man braucht dann nicht mehr zu fragen, wo der Weg den man geht, hinführt, man braucht nur die eigene Kraft zu pflegen, ohne zu sprechen.« Darum heißt es: »Wer wirklich daran ist, seine Augen zu pflegen, der macht die Augen zu, und wer seine Ohren pflegen will, wünscht nichts mehr zu hören. Wer seine Seele und die wahre Kraft pflegt, der bleibt im Schweigen.« [dieser wundervolle Text stammt aus dem Ya-Sen-Kan-Na des Zenmeisters Hakuin. Quelle: Karlfried Graf Dürckheim, Hara – die Erdmitte des Menschen]

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