
Überblickt man die vielen Übungen des Hatha-Yoga und konzentriert sich auf ihr Wesentliches, dann fällt auf, daß der überwiegende Teil die Gesundheit a) des Verdauungssystems und b) des Beckenbodens und der Unterleibsorgane betrifft.
Die wichtigsten Übungen des therapeutischen Yoga sind Agnisara Dhauti (das Baucheinziehen) und Ashvini Mudra bzw. Mula Bandha (die Kraft für den Beckenboden); auf dem Gebiet der Heilkunde die genialste Erfindung der alten Yogameister und Yogameisterinnen, ihr größtes Geschenk an eine kranke Menschheit.
»Frauengesundheit« betrifft vor allem die Gesundheit des Unterleibs und das naturgemäße, also gut brennende innere Feuer. Genau darauf liegt das Hauptgewicht des therapeutischen Yoga. Daß Beckenboden und Bauchorgane in gutem Zustand sein müssen, ist generell bekannt. Das mangelnde innere Feuer, die herabgesetzte körperliche und geistige Energie ist jenes allgemeine Syndrom, welches indischen und chinesischen Ärzten an vielen westlichen Frauen als erstes auffällt.
»Agni ist die Flamme des Lebens, der ständigen Bewegung und Umwandlung, der Körperwärme, der geistigen Energie und Widerstandskraft. Brennt diese Flamme in richtiger Weise, dann sind wir körperlich und geistig gesund.« Das ist die Grundaussage der östlichen Medizin.
Unter »Störungen des Feuers« ist zu verstehen: Es brennt zu stark oder zu schwach; es brennt nicht gleichmäßig, verbreitet sich nicht durch den ganzen Körper. Einer der Aspekte des Agni ist der Samana-Vayu. Er konzentriert sich als treibende Kraft des Verdauungssystems in Magen und Dünndarm und fließt wärmend durch alle Meridiane (samana = gleichmäßig). Die Gründe für die Störungen des Feuers sind: zuwenig Bewegung, falsche Ernährung, nichtbeherrschte Gefühle, nichtgeordnete Gedanken. Das zu starke Feuer manifestiert sich in Entzündungen usw., sein in Europa häufiger vorkommende Mangel in kalten Händen und Füßen, Abneigung gegen Kälte, Schmerzlinderung durch Wärme, allgemeine Schwäche, usw. Die Pflege des Agni ist entscheidend für die körperliche und geistige Gesundheit.
Gefördert wird Agni durch ein rechtes Leben (Bewegung, Ernährung, Selbstbeherrschung, Konzentration); durch energetisch wärmende Nahrungsmittel und Gewürze; durch Darmreinigungskuren; durch körperliche Bewegung jeder Art; durch die Übungen des Hatha-Yoga; durch naturheilkundliche Methoden wie Bäder, Sauna, Massagen, Wasserbehandlungen; durch bestimmte Atemtechniken. Die überragende Methode ist Agnisara Dhauti.
Der muskuläre Beckenboden ist der Gegenpol zum Zwerchfell; die beiden begrenzen den Bauchraum. Während das Zwerchfell eine über das Atmen frei schwingende Kuppel ist, wird der Beckenboden durch das Gewicht der Bauchorgane belastet. Eine Schwäche dieser Abschlußplatte hat gravierende Folgen. Sie führt zum Verlust der Spannkraft, zu Organsenkungen und zum Organvorfall, zur stockenden Durchblutung, zum gestörten Fluß der Energien, zur Schwächung des Verdauungs- und des Nierenfeuers. Die Blutüberfüllung und Energiestauung im Bauchraum ist die Ursache zahlloser Krankheiten; schuld daran sind die mangelnde Spannkraft der Gewebe und die Fehlatmungen. Die Schwäche des Beckenbodens hängt mit der Mutter aller Leiden, mit der Verdauungsstörung zusammen, und ist daher genauso krankheitsfördernd.
Übungen für den Beckenboden gibt es viele; der Hatha-Yoga empfiehlt deren zwei, und ihre Effizienz übertrifft alle anderen, denn sie sind der Kern aller anderen Übungen: Ashvini Mudra und Mula Bandha.
Die tägliche Praxis des Hatha-Yoga, insbesondere der zwei größten Frauenübungen (Agnisara Dhauti und Ashvini Mudra), behebt Regelstörungen, bewirkt die gute Durchblutung und den harmonischen Fluß des Prana im Unterleib, fördert das innere Feuer, wirkt gegen die mangelnde Spannkraft der Gewebe im Bauchraum, gegen eine Schwäche des Beckenbodens, gegen Organsenkungen. Der Hatha-Yoga ist ein Segen für die Frauen. Man lasse sich durch den Hinweis auf ein tägliches Üben nicht entmutigen und fange einfach an. Mit wachsender Kraft wächst von alleine der Antrieb, sich immer mehr dem wundervollen Yoga zu widmen!
Vorsicht: Mula Bandha hat einen therapeutischen und einen Kundalini-Aspekt. Der gefahrvolle Kundalini-Teil bleibt jenen vorbehalten, die den geistigen Weg unter Führung eines Gurus gehen. Man praktiziere den Mula Bandha nur in milder, therapeutischer Form, denn als Teil des Pranayama und in Verbindung mit dem Uddiyana Bandha erweckt der Verschluß schnell die Kundalini, und davor wird gewarnt.
Einfach ausgedrückt sind in den Tagen der monatlichen Regel Blut und Energie »auf dem Abwärtskurs«. Anstrengende, erwärmende, energiesteigernde Übungen würden hier den Organismus verwirren, ihn in seiner naturgemäßen Funktion behindern.
Auch wenn in vielen Yogabüchern etwas anderes steht (wie: frau fühle selbst, was machbar ist), wird hier betont: Während der Menstruation sind nur das fließende Atmen, die Entspannung und ruhige, einfache Dinge wie die Arbeit mit dem Nacken usw. erlaubt. Der größte Fehler wäre es, während der Regel die Umkehrhaltungen einzunehmen (Kerze, Kopfstand, Pflug, Berg …)
Oft hört man: »Da kann ich ja acht Tage keinen Yoga machen!« Nun, wenn das Schlechte normal geworden ist, ist es noch lange nicht natürlich. Wie viele Leiden in unserer Zeit eines völlig künstlichen Lebensstils weist eine Regel, die länger als drei Tage dauert, auf Hormonstörungen hin. Die Sache kann jedoch relativ einfach ins Lot gebracht werden: durch eine fleißige, tägliche (!) Yogaübung, durch das Schiele-Fußbad, durch das Kuhnsche Frauenbad, durch bestimmte Heilkräuter und orthomolekulare Substanzen, durch die Therapie mit natürlichem (!) Progesteron.
Der Hatha-Yoga umfaßt die Bereiche Kraft, Beweglichkeit, Entspannung, Atmung, Reinigung, Ernährung, psychische Hygiene, innere Ruhe. Er ist das beste von allen Gesundheitssystemen, und er ist die beste von allen Methoden für die Zeit der Schwangerschaft.
In dieser Zeit unterbreche man den normalen Unterricht und nehme an einem Yogakurs für Schwangere teil – bei einer Lehrerin und Mutter. Die Betonung liegt auf »Mutter«; eine Yogalehrerin, die nicht ein oder mehrere Kinder geboren hat, ist ebenso eine Theoretikerin wie es ein Lehrer zwangsläufig ist. Generell ist eigentlich zu sagen, daß Frauen nur zu Frauenärztinnen gehen sollten, und genaugenommen ja auch: Frauen zu Yogalehrerinnen, Männer zu Yogalehrern. In der heutigen Welt ist das aber nicht realistisch.
»Zur Vermeidung einer Frühgeburt sollte eine Schwangerengymnastik nur mit Zustimmung des betreuenden Gynäkologen durchgeführt werden.« Diesen wichtigen Satz liest man im Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch). Auf der anderen Seite: Wenn eine Schwangere wirklich bewußt übt, wenn sie jede Kleinigkeit spürt, dann ist sie stets auf der sicheren Seite und kann selbständig arbeiten. In diesem Sinne folgen daher nur wenige Details:
1. Das Herz des Schwangerschaftsyoga sind das Heilatmen und die Autosuggestion. Zum ersten: Das betrifft nicht nur die speziellen Übungen, sondern vor allem die Normalisierung einer gestörten Atmung, das Erreichen des gelösten natürlichen Atmens. Noch einmal: Kein anderer Aspekt ist wichtiger als das – fließende – Atmen.
2. Von Anfang an verboten sind Uddiyana Bandha und Agnisara Dhauti; das andere ist in den ersten drei Monaten erlaubt, mit Ausnahme der Asanas in Bauchlage (Kobra …). Ab dem 4. Monat ist alles verboten, was den Bauchraum unter Druck setzt.
3. Von den aktiven Umkehrhaltungen ist nur die einfache schiefe Ebene erlaubt (eine grundlegende Kraftübung). Kopfstand, Kerze und die aktive halbe Kerze sollte man nicht machen.
4. Die drei bedeutendsten körperlichen Übungen sind Bhadrasana, der heilsame Sitz; Utkata, die Hocke; Ashvini-Mudra, das Training des Beckenbodens.
5. Wegen Gefahr der Kompression der unteren Hohlvene mache man ab dem 5. Monat keine länger dauernden Übungen mehr in Rückenlage. Als kurze Kreuzdehnung die Knie heranzuziehen ist problemlos; viel länger sollte man nicht verweilen. Die Atemübungen macht man dann im Sitzen; zur Entspannung dient die mit Kissen unterstützte Seitenlage. Das Verbot ist nicht absolut. Man mag in Rückenlage üben, wenn man ein gutes Gefühl dabei hat; ein Unwohlsein oder Schlimmeres (das kann bis zur Ohnmacht gehen) zeigen aber, daß die vergrößerte Gebärmutter auf die untere Hohlvene drückt. Man beachte dann den Hinweis. Auf den Einwand »man schläft doch auch in Rückenlage, das kann nicht so gravierend sein« ist zu sagen: In Yogakreisen und im gesamten Osten wird von alters her empfohlen, nicht auf dem Rücken zu schlafen, sondern auf der Seite, bevorzugt auf der rechten (das hat mit »Sonne« und »Mond« zu tun). Wenn dies grundsätzlich gilt, wieviel mehr gilt es für die Zeit der Schwangerschaft.
6. Ab dem 8. Monat macht man überwiegend sanfte Dinge wie das therapeutische Atmen, die Autosuggestionen, und weiterhin die drei wichtigsten körperlichen Übungen (Punkt 4); von ihnen soll die Hocke im letzten Monat nur noch mit Hilfe eines hohen Sitzkissens gemacht werden, um einen übermäßigen Druck auf den Gebärmuttermund zu vermeiden.
7. Nach der Entbindung beginne man mit dem normalen Hatha-Yoga erst nach der Rückbildungsgymnastik, und zwar wiederum nur leichte Dinge; die klassischen höheren Asanas dürfen ungefähr drei Monate später wieder angegangen werden.
Von einer mangelnden Durchblutung der Extremitäten sind auch Männer betroffen, besonders aber das weibliche Geschlecht. 4 von 5 Frauen haben häufig kalte Füße, und etwa die Hälfte leidet an einem chronischen Kaltfuß. Da 95 Prozent meiner Kursteilnehmer weiblich sind, ist das Thema auf dieser Webseite unter »Speziell für Frauen« zu finden.
Kalte Füße sind die Ursache zahlloser Störungen und echter Krankheiten. Man mache sich klar, daß die wichtigsten Organmeridiane über Hände und Füße laufen; daß sich an den Händen und Fußsohlen Reflexzonen finden, die eine Fernwirkung auf viele Bereiche des Körpers haben; daß Füße und Beine eine zentrale Rolle im Kreislaufsystem spielen – im Falle kalter Extremitäten eine in stärkstem Maße negative Rolle.
Um die Theorie nicht übermäßig zu betonen, gehe ich nicht näher auf die klar ersichtlichen Folgen des Kaltfußes ein, wie: Bronchialasthma, chronischer Schnupfen, häufige Erkältungen, Katarrhe der Nasennebenhöhlen, Kopfschmerzen und die Migräne, Kreislauf- und Durchblutungsstörungen, chronischer Magen- und Darmkatarrh, Reizdarm, Darminsuffizienz, Entzündungen von Nieren und Blase, Nerven-, insbesondere Ischiasschmerzen, Muskel- und Gelenkrheumatismus. Konzentrieren wir uns hier auf zwei Dinge, auf die Gesundheit des Unterleibs und auf die energetisch-psychischen Folgen des chronischen Kaltfußes.
1. Der chronische Kaltfuß als Ursache urologisch/gynäkologischer Probleme, muß man das genauer ausführen? Der disharmonische Energiefluß im Bauchraum, die »Unterleibskälte« hängen mit der schlechten Durchblutung der Extremitäten zusammen. Man mag sich fragen: Ist die Unterleibskälte die Ursache für eine schlechte Durchblutung der Füße, oder ist die Fußkälte die Ursache der Unterleibskälte? Aber das ist praktisch ohne Belang. Die psychophysischen Elemente des Organismus beeinflussen sich gegenseitig; die Behandlung der Fußkälte wird eine positive Wirkung auf den Unterleib haben, und umgekehrt. Zur Unterleibskälte sei noch erwähnt: Der gestörte Blut- und Energiefluß führt zu einer gewissen Stauung des Blutes, zur Blockierung der Energieströme im Bauchraum. Die pathogene Blutfülle im Bauch und die Kälte des Unterleibs sind kein Widerspruch. Blutfülle meint stockendes Blut, und Stillstand ist Kälte. Die Wärme im Organismus setzt Bewegung voraus, das naturgemäße Fließen von Prana und Blut.
2. Der Kaltfuß als Ursache energetischer und psychischer Probleme: Das schwache innere Feuer zeigt sich an den klassischen Symptomen: kalte Hände und Füße, blasses Gesicht, Abneigung gegen Kälte, Schmerzlinderung durch Wärme, Schlafen in zusammengerollter Position, Darmträgheit, häufiger Harndrang, Inkontinenz, Ödeme, Asthenie, geringe Widerstandskraft. Auch hier ist es müßig darüber nachzudenken, ob der Kaltfuß Ursache oder Wirkung ist; entscheidend ist der therapeutische Ansatz: durch Bekämpfung der Fußkälte ist es möglich, das Gesamtbild positiv zu verändern. Was nichts bringt ist der oft geäußerte Satz: »Mit dieser Anlage bin ich geboren und kann nichts tun.« Wer das Denken des Yoga und das Wissen vom Karma verinnerlicht hat, weist solche Gedanken zurück. Es mag schwierig und anstrengend sein, der Erfolg mag vielleicht nicht hundertprozentig sein, aber man kann vieles verändern; die kleinste Anstrengung trägt ihre Früchte.
Die Medizin unterscheidet zwischen erworbenem und angeborenem Kaltfuß. Die Unterscheidung ist ohne Belang in Hinsicht auf die Praxis. Erworben oder angeboren, man muß etwas dagegen tun. Die Bekämpfung der Fußkälte bedingt zunächst allgemeine vernünftige Dinge wie das Aufgeben des Rauchens (das Gefäßgift Nummer 1), eine gesunde Ernährung, viel Bewegung in frischer Luft, das Trinken von reinem Wasser, das Tragen von Naturtextilien. Weiter werden empfohlen: Fußmassagen, Fußgymnastik, Wechselgüsse, Fußcremes, Thermosohlen … Das alles ist wichtig und nützlich, jeder wird hier zustimmen. Von mir wird man zugunsten der Einfachheit besonders einen Hinweis hören: die Therapie des chronischen Kaltfußes und der damit verbundenen urologischen, gynäkologischen, energetisch-psychischen Probleme mit Hilfe des Schiele-Bades.
Dr. med. Fritz Becker schrieb in »Der Naturarzt« (der Jahrgang ist mir entfallen): »Die Bedeutung der Fußsohle ist den Ärzten, aber auch dem Laien erst so recht klar geworden durch die von Amerika zu uns herübergekommene Fußreflexzonenmassage. Es gibt aber einen Mann in der Bundesrepublik, der die große Bedeutung der Fußsohle bereits vor den Amerikanern erkannt hat, das ist der Hamburger Arzneibäderfabrikant Fritz Schiele. Für mich gehört Fritz Schiele zu den Menschen, die sich große Verdienste um die Naturheilkunde erworben haben. Ich denke dabei an Laien, wie Prießnitz, Kneipp, Schroth, Rikli …, alle diejenigen, welche einstmals bis aufs Blut von der Hochschulmedizin bekämpft wurden, deren Behandlungsmethoden aber heute zu einem festen Bestandteil unserer heutigen naturärztlichen Praxis geworden sind. Was war die geniale Erfindung von Fritz Schiele? Er erkannte den bedeutungsvollen Zusammenhang zwischen der Fußsohle und dem menschlichen Blutkreislauf und damit zugleich auch allen Organen und Geweben. Beim ansteigenden Fußbad nach Kneipp wird in Fünf-Minuten-Abständen heißes Wasser von oben in die Fußbadewanne zugelassen, es erfolgt ein Wärmestoß von 36 Grad Celsius angefangen, ansteigend auf 40 bis 45 Grad Celsius, je nach Verträglichkeit. Die Wärme erreicht aber damit nicht die aufstehende Fußsohle, und die Wärmezufuhr erfolgt nicht langsam, sondern stoßartig. Schiele, der den Bau der Fußsohle genau studiert hatte, erkannte, daß dicht unter der Haut der Fußsohle, ohne Fettpolster, feine Blutgefäße und Nerven sowie viele Thermorezeptoren lagern und daß man eine weit intensivere Wirkung mit dem ansteigenden Fußbad erzielen kann, einmal, wenn die ansteigende Wärme direkt an die Fußsohle herangebracht wird, und zweitens, wenn der Wärmeanstieg ganz langsam und nicht stoßartig erfolgt. So konstruierte er eine niedrige Stahlwanne, die vom Boden her elektrisch geheizt wird. Es war vorauszusehen, daß bei der kombinierten Verwendung von Wasser und Elektrizität bei den Menschen sofort Bedenken auftreten würden. Obwohl ich in meinen Kuranstalten die Wanne Tausende von Malen benutzt habe, ohne daß auch nur das Geringste passiert wäre, wurde Schiele von der Gesundheitsbehörde gezwungen, noch ein Spezial-Aggregat einzubauen, was bedauerlicherweise den Preis des Gerätes verdoppelte. Auch Schiele benutzt, genau wie Kneipp, für seine Bäder spezielle Badezusätze, und zwar das Solectron-, das Frauen- und das Placentabad.
(…) Die Erfolge mit der Schiele-Badekur sind einmalig, nicht nur bei den Herz- und Kreislauferkrankungen, sondern auch bei Stoffwechselleiden, Magen-, Darm-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenerkrankungen sowie bei Bronchialleiden, Rheuma und Arthrosen, vor allem auch bei Blasen- und Prostataerkrankungen. Günstig beeinflussen lassen sich auch Kopfschmerzen der verschiedensten Art und die Migräne. Das mag übertrieben klingen, ja marktschreierisch, ist aber ganz leicht zu erklären: Alles hängt ja von der Durchblutung ab! 36 Jahre Erfahrung mit dem Schiele'schen Kreislaufgerät in meiner Praxis haben mich zu diesem Optimismus kommen lassen. Viele Kuranstalten und ein großer Teil unserer deutschen Heilpraktiker werden meine Angaben bestätigen. Die Firma Schiele hat vor kurzem ein Kompendium mit Tausenden von Erfolgsberichten veröffentlicht, darin werden 65 Indikationen für das Fußbad angegeben. Daran zweifle ich nicht, denn ich kenne Fritz Schiele als einen ganz reellen, aufrichtigen Menschen, dem weniger am Geschäft, als an der Hilfe für Kranke liegt. Das Kreislauftraining ist ja nichts Außergewöhnliches, kein Wunder, sondern ein genau erklärbares, natürliches Behandlungsverfahren.«
So weit Dr. Becker. Ich widerspreche nur in einem Punkt: Das Schiele-Bad ist etwas Außergewöhnliches; korrekt ausgeführt, ist es ein Wunder. Wir werden von Fachleuten ermahnt, nicht von Wundermitteln zu sprechen; wenn man dieses Wort in den Mund nimmt, verliert man anscheinend seine Seriosität. Ich brauche darauf keine Rücksicht zu nehmen und sage: Es gibt therapeutische Wundermittel. Der Hatha-Yoga ist eines, die Mayr-Kur gehört zu ihnen, das Frauenbad nach Kuhne, der Dermapunktur-Roller, die Nadelreizmatte, und auch das Schiele-Bad.
Um Mißverständnisse auszuschließen: Ich bin unabhängig; ich vertrete keine Firmen, arbeite für niemanden auf Provision, verdiene keinen Cent mit meinen Empfehlungen.
Wie beim Hatha-Yoga, bei den Kuhne-Bädern usw. ist beim Schiele-Bad zu betonen: Es muß korrekt ausgeführt werden! Alle großen Naturheiler beklagten, wie ungenau viele Patienten die verordneten Methoden in die Praxis umsetzten. Liest man, was Pfarrer Kneipp über falsch ausgeführte Wasseranwendungen berichtete (derart falsch, daß sie ausgesprochen schädlich waren), kann man nur den Kopf schütteln. Nun gibt es beim Schiele-Bad nicht viel falsch zu machen, hier ist mehr die Tatsache von Bedeutung, daß die meisten Anwender nicht oft und nicht regelmäßig genug praktizieren. Dennoch kann man auch beim Schiele-Bad Haarsträubendes nicht ausschließen. Im Internet fand ich eine Beschreibung des Schiele-Bades mit dem Hinweis: »Nicht geeignet für Diabetiker, da aufgrund gestörter Nervenempfindungen es unbemerkt zu Verbrühungen kommen kann.« Der Hinweis ist verständlich, der Autor will sich absichern. Andererseits: Sind Patienten Idioten? Das Schiele-Bad wurde früher für Diabetiker empfohlen. Wie kann es »unbemerkt« zu Verbrühungen kommen? Hat ein Mensch keine Augen, um auf das mitgelieferte Wasserthermometer zu schauen und rechtzeitig den Ausschalter zu drücken? Den Einwand, daß es blinde Diabetiker gibt, könnte ich nur als böswillige Spitzfindigkeit betrachten; ein Blinder ist nicht in der Lage, ohne Begleitperson ein Schiele-Bad durchzuführen.
»Korrekt ausgeführt« bezieht sich also mehr auf eine mangelnde Anwendung des Schiele-Bades. Daß man »ab und zu (!), etwa im Winter, eine Schiele-Bad als angenehm« empfindet; daß man merkt, wie gut es bei Erkältung und bei einem Migräneanfall wirkt, und so fort – das ist die eine Sache. Die andere ist: Zur Bekämpfung der chronischen Fuß- und Unterleibskälte muß das Schiele-Bad, mit Ausnahme vielleicht der Monate Juli und August, täglich angewendet werden; beim angeborenen Kaltfuß jahrelang, und zwar so lange, bis das Grundübel beseitigt ist! Falsche Erwartungen an die Schnelligkeit eines Erfolges – dies ist in den meisten Fällen der Grund dafür, daß viele Besitzer einer Schiele-Badewanne zu früh aufgeben. Der Naturarzt Johann Abele schrieb in einem Artikel zum Schiele-Bad: »Es stimmt, daß man gerade bei rheumatischen Krankheiten die Bäder nicht zu früh als wirkungslos abbrechen sollte. Drei Monate Badekur sind das Mindeste, und ein Jahr das Übliche. Man muß bedenken, daß der Organismus seine rheumatische Erkrankung meist in einer 20jährigen Anlaufzeit erworben hat.«
Es gibt mehrere gute Methoden zur Förderung der inneren Wärme; die konsequente Praxis des Hatha-Yoga wäre eine von ihnen. Chinesische Ärzte empfehlen zur Stärkung des Nieren-Yang Kräuter, Akupunktur und insbesondere die Moxibustion. Vor allem die Moxibustion ist hochwirksam, setzt aber immer die Behandlung durch einen Therapeuten voraus. »Yoga« steht für Unabhängigkeit, für die eigene Aktivität; eine einstündige tägliche Yogapraxis ist jedoch nicht jedermanns Sache, während ein tägliches Fußbad nach Schiele selbst schwachen und gebrechlichen Menschen zugemutet werden darf.
Unter den von Dr. Becker erwähnten 65 Indikationen seien einige herausgehoben; sie betreffen nicht die spektakulären Fälle von Heilungen schwerer Krankheiten, sondern den Alltag der Halbgesunden, zu denen wir alle gehören. Das allgemeine Wohlsein, das Gefühl gesteigerter Energie und Leichtigkeit nach einem Schiele-Fußbad ist das erste, was auffällt. Bei Migräne wirkt ein rechtzeitig (!) durchgeführtes Schiele-Bad wie ein Wundermittel; logisch, wenn man an die Ableitung von Blut und Prana aus dem oberen Teil des Körpers denkt. Die gleiche Bemerkung – ein rechtzeitig durchgeführtes Schiele-Bad – gilt für den Fall einer nahenden Erkältung. Das beste Mittel gegen Schlaflosigkeit ist ein Schiele-Bad; wer sich im Bett stundenlang mit kalten Füßen plagt oder nur mit einer Wärmeflasche imstande ist, Schlaf zu finden, weiß das zu schätzen. Bei Arthrose der Ellbogen-, Hand- und Fingergelenke, bei rheumatischen Händen gibt es nichts Besseres als ein Armbad in der Schiele-Badewanne. Die Wirkung des Schiele-Bades auf Nieren, Unterleibsorgane und Darm bezeichne ich als die wichtigste Wirkung überhaupt für Frauen.
Eine Auswahl an Patientenberichten, entnommen aus verschiedenen Bänden der Zeitschrift »Der Naturarzt«:
»Ich lag seit einigen Jahren mit primär chronischer Polyarthritis fest. Ein Bekannter erzählte, daß er seine Eltern vierzig Jahre lang wegen dieser schrecklichen Krankheit betreuen mußte. Sollte auch bei mir alles hoffnungslos sein? Die scharfen Medikamente der Fachärzte vertrug mein Magen nicht. So verlegte ich mich auf eine strenge Diät nach Bircher-Benner und begann mit den Schiele-Bädern. Nach etwa 140 Bädern traf mich mein früherer Hausarzt auf der Straße. Überrascht hielt er an und sagte: ›Na, auf der Straße hätte ich Sie am wenigsten vermutet.‹ ›Wo denn, Herr Doktor?‹ ›Im Bett oder Rollstuhl natürlich!‹ Ich war gesund geworden.«
»3 Jahre litt ich an Kopfschmerzen über dem linken Auge. Dazu seit 10 Monaten an Schmerzen im Bein. Wenn ich 2 bis 3 Stunden gegangen war und mal stehen mußte, waren die Beine steif und schwer. Nach 10 Schiele-Bädern nahmen die Schmerzen zunächst sehr zu. Zur gleichen Zeit löste sich in der Brust viel Schleim, so daß ich besser atmen konnte. Allmählich ließen die Schmerzen im Kopf nach, darauf in den Beinen. Fühle mich seitdem vollkommen gesund und frei.«
Patient, 73 Jahre alt. Er litt an ständiger Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwindel bei der Arbeit. Augenflimmern und Ohrensausen machten sein Leben zur Qual. Er benutzte 14 Tage lang das Schiele-Fußbad, und die Beschwerden nahmen zu, so daß er kaum »bei der Stange« gehalten werden konnte und ihm auch seine Ehefrau zusetzte, diese »schädigenden Bäder« wegzulassen. In der dritten Woche der Behandlung kräftigte sich sein Zustand, und nach der vierten Woche nahm er die ihm verbotene Berufstätigkeit wieder auf: »Es geht mir glänzend.«
Dr. med. Johann Abele berichtet: »Kind von sechs Jahren. Befund: Der gesamte Hinterkopf ist dick mit Schorf bedeckt. Starker Haarausfall. Vorangegangene erfolglose Behandlungen: mehrmonatige Salbenanwendungen, die keine Besserung herbeiführten. Dauer der Schiele-Kur: 14 Tage. Kurerfolg: Bereits nach 10 Bädern war das Exzem vollständig abgeheilt. Aus Vorsichtsgründen wurden noch weitere 5 Bäder gebraucht. Das Haar wuchs in alter Fülle wieder nach. Nachfrage nach 3 Jahren: Das Kind ist gesund geblieben, es ist kein Rückfall eingetreten. Ähnliche oder gleiche Geschichten habe ich bei der Therapie der Schuppenflechte (Psoriasis) gesehen.«
Dr. med. Johann Abele berichtet: »Patient, 45 Jahre alt, litt jahrelang an einer schweren Psoriasis und konnte nirgends Hilfe finden, auch bei keinem Hautspezialisten. Mit 45 Schiele-Bädern wurde eine vollständige Heilung erzielt. Nach eineinhalb Jahren kein Rezidiv. Ebenso: Patientin, 20 Jahre, litt seit ihrem 10. Lebensjahr an Psoriasis (von väterlicher Seite erblich belastet). Keine Hautklinik, kein Hautspezialist konnte ihr im Laufe von 10 Jahren helfen. Mit 45 Solectron-Bädern wurde auch hier vollständige Heilung erzielt. Nach eineinhalb Jahren ebenfalls kein Rezidiv (Solectron heißt einer der Badezusätze für das Schiele-Bad).«
Dr. med. Herbert Flaskamp berichtet: »Asthenikerin, die jahrelang wegen ihrer Hypotonie und einer Leistungsschwäche mit Vitaminpräparaten und blutdrucksteigernden Medikamenten behandelt wurde. Im weiteren bestand eine Neigung zu Harnwegsinfekten und eine allgemeine Infektanfälligkeit. Ständig kalte Füße. Im September 1982 wurde mit Schiele-Fußbädern begonnen, einmal täglich, abends mit Placenta-Arzneibäderzusätzen. Die Behandlung wurde regelmäßig über drei Monate konsequent durchgeführt mit dem Ergebnis, daß die zuvor notwendigen Antihypotonika und Roborantia abgesetzt werden konnten. Die Festigung der körperlichen Gesamtsituation zeigte sich auch in einer Abnahme der Infektanfälligkeit, so daß die Patientin sich, angetan durch den positiven Verlauf, zum Kauf eines eigenen Schiele-Gerätes entschloß.«
Dr. med. Herbert Flaskamp berichtet: »Patient mit Multipler Sklerose; ein Krankheitsbild, wobei neben den ataktischen Störungen die Regelung der Blasenfunktion vielfach Schwierigkeiten bereitet. Im Rahmen der Kombinationsbehandlung kam auch hier die Kreislaufbehandlung mit dem Schiele-Gerät zur Anwendung. Der Patient klagte vor allem über eine Blasenschwäche mit aufsteigenden Harnwegsinfektionen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Gangunsicherheit. Durch täglich zweimalige Anwendung morgens und abends mit Solectron-Zusätzen kam es soweit, daß der Spontanabgang von Urin vermieden werden und die Verordnung von Antibiotika zur Desinfizierung der ableitenden Harnwege reduziert werden konnte.«
Fritz Schiele erhielt viele Dankesbriefe; einen Teil davon ließ er allen Käufern einer Fußbadewanne zukommen. Aus diesem hilfreichen Material sei kurz zitiert:
»Mit Ihrem Gerät ist es gelungen, innerhalb von einigen Wochen ein diabetisches Gangrän am Großzeh zum Abheilen zu bringen.«
»Mein Prostata- und Blasenleiden hat sich wesentlich gebessert, ebenso Krampfaderbeschwerden. Mein Sohn hatte einen Ischiasanfall, auch er hat die Fußbadewanne mit Erfolg benutzt.«
»Ich war mit meinem Rheumatismus vergeblich in Behandlung. Keine Kur und kein Medikament wollten helfen. Ich vermochte nicht mehr, mich im Bett auf die andere Seite zu legen vor Schmerzen und konnte mich nicht mehr alleine anziehen. Erst die Schiele-Bäder bewirkten eine Wendung. Zuerst wurde es schlimmer, aber dann besserte es sich von Tag zu Tag. Nach 50 Bädern fühlte ich mich wieder jung, frisch, kräftig und trotz meiner 62 Jahre lebenslustig wie mit 20 Jahren.«
»Meine Schmerzen in den Hüftgelenken haben aufgehört. Auch die Fuß- und Wadenkrämpfe, die mich vorher jede Nacht so plagten, daß ich aufstehen und umhergehen mußte, sind verschwunden. Ich habe auch mehr Energie und Lebensfreude.«
»Inzwischen bedient sich die ganze Familie des Schiele-Gerätes. Mein Vater, Diabetiker, hatte bereits schwarze Stellen an den Zehen, und man sprach schon von Abnahme einzelner Zehen. Inzwischen sind die schwarzen Stellen verschwunden, und er kann wieder laufen, sogar weite Spaziergänge machen. Auch hat die starke Schlaflosigkeit bei meiner Mutter vollkommen aufgehört.«
Bericht: Sechsjähriger Junge, Riesentonsillen, Knochenschmerzen, Polypen der Nase, chronischer Husten, nachts Schwitzen, Bauchweh, eitrige Conjunctiven. Vom Haus- und Kinderarzt vergeblich seit Jahren behandelt. Durch Symbioselenkung und Homöopathie gebessert. Erst durch den Einsatz des Schiele-Gerätes völlig saniert und widerstandsfähig. Therapie ein Vierteljahr.
»Mein Sohn leidet seit dem achten Lebensjahr in sechswöchigen Abständen unter Migräneanfällen, die immer 24 Stunden anhielten, mit Erbrechen und mit allem, was dazugehört. Seit er die Bäder macht, hat er keinen Anfall mehr bekommen, keinen Tag in der Schule gefehlt.«
Bericht: Dreijähriges Mädchen, chronische Harnwegsinfekte, Vaginitis chronica, Dauer-Antibiotica, Ekzeme, Daueranginen. Neben Symbioselenkung und Diätumstellung tut das Schiele-Bad die besten Dienste. Erst durch seinen Einsatz wird das Kind innerhalb eines Vierteljahres stabil. Beobachtung 1 Jahr.
»Mein kranker Fuß (drei offene große Geschwüre) ist geheilt. Es war äußerst schlimm und schmerzhaft, so daß ich manchmal verzweifelte, aber nach jedem Schiele-Bad wurde es besser. Bin so glücklich darüber, daß ich wieder gesund bin. Bedaure nur, daß ich die Bäder und dieses Gerät nicht früher kannte, dann hätte ich mich sicher nicht frühzeitig invalidieren lassen müssen.«
»Die Anwendungsgebiete für die Fußbadekuren nach Schiele sind vielfältig. So ist eine Fußbadekur bei chronischem Kaltfuß (viele Mädchen und Frauen leiden darunter), mit Gefäß- und Kreislauflabilität, Beckenbodenneuralgie, Darm-, Blasen- und Unterleibskrämpfen vergesellschaftet, sehr oft das Heilmittel für diese Beschwerden. Wir konnten allein mit der konsequent durchgeführten Fußbadekur völlige Beschwerdefreiheit erreichen« (ein Heilpraktiker).
Für jene, die verstehen wollen, reicht das Gesagte; für die anderen wären weitere 100 Seiten nicht überzeugend. Ich halte das Schiele-Bad für eines der wenigen wichtigen Dinge auf dem Gebiet der Gesundheit. Wenn Du willst, liebe Leserin, wende Dich an: Fritz Schiele Bäder-Fabrik GmbH (Jürs Gerätebau); Industriestraße 8b; 25462 Rellingen; Telefon (04101) 3 42 39; www.schiele-baeder.de. Leider sind die Schiele-Geräte, selbst das von mir verwendete Grundmodell A relativ teuer, was soll man machen. Bedenkt man jedoch, wieviel Geld Frauen Monat für Monat für schädliche Kosmetika ausgeben, dann sind die Schiele-Geräte geradezu billig. Ich schließe mit der erneuten Bemerkung: Ich vertrete keine Firmen, arbeite für niemanden auf Provision, verdiene nicht einen Cent mit meinen Empfehlungen.
Der Naturheilkundler Louis Kuhne (Leipzig, 1835–1901) veröffentlichte gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Werk: »Die neue Heilwissenschaft oder die Lehre von der Einheit aller Krankheiten.« Ich bin glücklicher Besitzer eines Exemplars von 1894 und ein vorbehaltloser Bewunderer des Altmeisters Kuhne, der mit seinem Buch einen zeitlosen Klassiker geschrieben hat (Neuauflage: Turm-Verlag Bietigheim 1966).
Dr. Alexander Rosendorff schrieb in seinem eigenen, höchst empfehlenswerten Werk »Neue Erkenntnisse in der Naturheilbehandlung aus fünfzigjähriger Praxis« (Turm-Verlag Bietigheim) eine Abhandlung über Kuhne, die er mit folgenden Worten schließt: »Das ist in Kürze die Quintessenz der Heilwissenschaft von Louis Kuhne. Es ist erstaunlich, mit welchem Scharfsinn und strenger Logik Kuhne bereits vor 100 Jahren eine Gesundheitslehre aufstellte, welche noch heute und wohl in alle Zukunft ihre Gültigkeit behalten wird. Ich habe in Tausenden Fällen die unumstößliche Richtigkeit seiner Lehre nachprüfen können.« Die Worte haben noch größeres Gewicht, wenn man bedenkt, wie gut hier ein Dr. med. über einen Laien der Heilkunst spricht; welcher Mediziner wagt dies heute noch.
Da Dr. Rosendorffs Buch leider vergriffen ist, sei es erlaubt, eine weitere kleine Passage daraus zu zitieren, die keine Frage offenläßt, zumindest nicht für jene Menschen, die bereit sind, verstehen zu wollen: »Ich habe auch nachprüfen können, daß man, wie Kuhne lehrt, Masern, Scharlach, Diphterie, Pocken auf dieselbe Weise behandeln und heilen kann, so in einem Fall von schwerer Diphterie bei einem zehnjährigen Knaben, dessen Zustand von einem Facharzt für aussichtslos erklärt worden war: Das Gesicht war zyanotisch, also bläulich verfärbt, der Hals dick geschwollen, der Rachen voller Belag, der Puls schwach und sehr beschleunigt, die Atmung behindert, das Sensorium war stark getrübt. Ich ließ sofort einen Einlauf machen, der nur schwachen Erfolg hatte. Dann erhielt der Patient einen Leibwickel mit kaltem Wasser und wollener Bedeckung, eine Wärmeflasche an die Füße und je eine an beide Körperseiten, über das Ganze ein Federbett. Nach 20 Minuten trat reichlicher Schweiß auf. Nachdem das Schwitzen eine Viertelstunde gedauert hatte, wurde der Patient schnell entkleidet und erhielt ein Rumpfreibebad von zehn Minuten Dauer, in welchem er anfing, stark zu husten und Schleimfetzen mit Belag auszuspeien. Darauf folgte sofort wieder eine Schwitzpackung und darauf wiederum ein Rumpfreibebad. Währenddessen hatte sich der Zustand bedeutend verändert, die Zyanose war starker Gesichtsröte gewichen, die Somnolenz war geschwunden, der Kranke blickte klar um sich, er spie noch große Schleimmassen aus und hatte spontan einen voluminösen Stuhlgang. Die Temperatur war binnen zwei Stunden von 40 auf 37 Grad herabgesunken. Der Puls war voll bei 90 Schlägen, im Rachen kein Belag mehr zu sehen. Nach der dritten Schwitzprozedur mit nachfolgendem Rumpfreibebad verlangte der Patient zu essen und schlief ein. Am dritten Tag konnte er bereits aufstehen; eine leichte Nierenentzündung wurde durch die Rumpfreibebäder in 14 Tagen behoben.«
Die Essenz von Kuhnes Lehre heißt Toxämie: die Vergiftung des Blutes. Sein zusammenfassender Hauptsatz lautet: »Jedes Kranksein wird bedingt durch das Vorhandensein von Fremdstoffen im Körper. Es gibt nur eine Krankheitsursache, es gibt auch nur eine Krankheit, die sich durch verschiedene Erscheinungen offenbart. Alle Krankheiten haben ihre Entstehungsquelle im Unterleib infolge einer mangelhaften Verdauung.«
Kuhne hat damit betont, was alle großen Naturheilkundigen sagten; bevor die Schulmedizin ihren Siegeszug antrat, war dies der Grundgedanke der hippokratischen Lehre von den Säften:
»Krankheit ist der Versuch der Natur, die schlechten Stoffe hinauszuwerfen.« (Leopold Emanuel Felke)
»Krankheiten sind Giftabwehrkämpfe. Alle krankhaften Vorgänge im Körper zeigen an, daß seine Abwehrsysteme im Kampf mit Giften liegen.« (Dr. Erich Rauch)
»Gibt es wirklich Hunderte von Krankheiten? Nein. Der Ursprung aller ist und bleibt nach Hippokrates einheitlich und liegt in der Blut- und Lymphverderbnis und der durch sie letzten Endes eingeleiteten allgemeinen Gewebsentzündung und Körperzellenverschlackung.« (Dr. Reinhard Steintel)
»In unserem Lande wird oft das Wetter verantwortlich gemacht für rheumatische Leiden. Wäre jedoch das Blut frei von Fremdstoffen, hätten Wetter oder Wetterwechsel keinen Einfluß auf den Organismus.« (John Armstrong)
»Alle Krankheiten, welchen Namen sie immer führen mögen, haben ihren Grund, ihre Entstehungsursache, ihren Keim in Störungen des Blutes, mag dieses nun in seiner Zirkulation gestört oder in seiner Zusammensetzung, in seinen Bestandteilen durch nicht dahingehörige, schlechte Säfte verdorben sein.« (Sebastian Kneipp)
»Jeder kranke Mensch verdankt sein Krankwerden, die Schwere seiner Erkrankung und ihres Verlaufes in erster Linie der Trägheit seines Darmes. Die Darmträgheit ist das folgenreichste, das verbreitetste und doch unbekannteste aller Übel.« (Dr. Franz Xaver Mayr)
»Man kann es von Kopf bis Fuß an allen Organen verfolgen, wie gestörte Magenverdauung zu einer der häufigsten und wichtigsten Krankheitsursachen überhaupt wird, und wie alle diese Erkrankungen in solchen Fällen nur durch die richtige Magenbehandlung geheilt werden können.« (Dr. Bernhard Aschner)
Die Existenz von »Schlacken« in Blut und Geweben wird heute bestritten. Es gilt als Errungenschaft der modernen Medizin, daß man zehntausende von Krankheiten kennt – und die Ursache der meisten ist angeblich unbekannt. Es gibt keinen Grund, darauf stolz zu sein und die Säftelehre als überholt zu bezeichnen; hier wird vor lauter Bäumen der Wald nicht mehr gesehen. Die Praxis gibt einer im gesunden Menschenverstand gründenden Richtung der Naturheilkunde recht, welche sagt: Es gibt nur eine Ursache für (fast) alle Krankheiten: die Verschlackung des Blutes und der Gewebe, die Erstickung der Zellen durch Gifte und Fremdstoffe, durch Gärungs- und Fäulnisprodukte eines mangelhaft arbeitenden Darms. Die verschiedenen Krankheiten zeigen Ort und Grad der Belastung an und sind der Versuch des Körpers, sich von diesen Giften zu befreien. Es kann nur eine ursächliche Therapie geben: die Ausleitung der Fremdstoffe, die Entgiftung und Reinigung des Organismus mit Hilfe natürlicher Methoden.
Louis Kuhne ging konsequent diesen Weg, und der Erfolg gab ihm recht. Seine Therapie stand auf mehreren Säulen: die rechte Ernährung als Grundlegendes, denn in seinen Augen war die Verdauungsstörung die Mutter aller Krankheiten; die Ausleitung der Fremdstoffe durch Dampfbäder und andere Schwitzkuren; Sonnenbäder; und die von ihm entwickelten beiden Gesundheitsbäder, das Rumpfreibebad und das Reibesitzbad.
Die ersten drei Punkte sind bekannt und müssen nicht erörtert werden; ebensowenig das Rumpfreibebad für Männer. 95 Prozent meiner Kursteilnehmer sind weiblich, ich beschränke mich daher auf das Kuhnebad für Frauen.
Um das Reibesitzbad richtig einschätzen zu können muß man wissen, daß Kuhne wie ein Yogin von der »Lebenskraft« sprach. Was er über die Nervenströme, über die Funktion der Lebenskraft bei Verdauung und Assimilierung der Nahrung usw. sagte, entspricht der ayurvedischen Vorstellung. Die Kuhnebäder regen die Ausscheidungstätigkeit des Körpers über Haut, Nieren usw. an, unterdrücken die krankhaften Gärungsvorgänge im Verdauungstrakt und so fort, vor allem aber bringen sie die Ströme der Lebenskraft wieder zum naturgemäßen, harmonischen Fließen. Das Frauenbad von Kuhne, das 20minütige Waschen der Genitalien mit 12–14 Grad kaltem Wasser, läßt sich nur im Zusammenhang mit der Lebenskraft verstehen. Mit Kuhnes eigenen Worten: »Durch das Reibesitzbad werden die Nerven, die Träger des Lebens, also die Lebenskraft selber im ganzen Körper in bis jetzt unbekannter Weise stärkend beeinflußt. An keiner anderen Stelle des Körpers, als gerade an der von mir angegebenen, laufen viele Enden der wichtigsten Nerven im Körper zusammen. Es sind dies besonders die Ausläufer vieler Rückenmarksnerven und des Nervus sympathicus, welche die Hauptnerven des Unterleibs sind und durch ihren Zusammenhang mit dem Gehirn eben eine Beeinflussung des gesamten Nervensystems des Körpers auf diese Weise zulassen. Nur an den Geschlechtsteilen der Menschen ist das ganze Nervensystem des Organismus beeinflußbar. Hier ist gewissermaßen die Wurzel des ganzen Lebensbaumes. Durch die kalten Waschungen findet nun eine sehr erhebliche Stärkung der Nerven statt, oder mit anderen Worten gesagt, die Lebenskraft des ganzen Körpers, auch die des kleinsten Teils, wird dadurch angefacht.«
Das Kuhnsche Frauenbad hat sehr viele Indikationen; ich will sie hier nur zum Teil und im Telegrammstil wiedergeben. Die Stoffwechselwirkungen betreffen die Anregung des Verdauungsapparates im Sinne von Kuhne (Unterdrückung der pathogenen Gärungsprozesse im Darm) und die generelle Entgiftung über Haut, Nieren, Darm und Lymphe. In Sachen Kreislaufsystem ist die bedeutendste Wirkung des Kuhnebades die Ableitung von Blut und Prana, ein Segen beispielsweise bei der gefürchteten Migräne (diese Anmerkung gilt ebenso für das wundervolle Schiele-Fußbad)! Auf dem Gebiet der Gynäkologie/Urologie kommt das Frauenbad in stärkstem Maße zur Wirkung. Beschwerden von Nieren, Harnleiter und Blase verschwinden, ebenso die Infektionen mit Bakterien und Pilzen aller Art, Ausfluß und Entzündungen. Es ist ein Wundermittel bei Menstruationsstörungen und bei den Beschwerden im Klimakterium (Hitzewallungen). Schließlich wirkt es tonisierend, gegen die mangelnde Spannkraft im Unterleib, gegen Organsenkungen.
Die Praxis. Die Originalbeschreibung ist etwas kompliziert, zumal Kuhne von einer speziellen Rumpfbadewanne ausging, welche man praktisch nicht mehr findet; hier sei der Einfachheit halber die Anweisung zweier moderner Naturärzte wiedergegeben.
Dr. Erich Rauch schrieb in seinem wegweisenden Werk »Blut- und Säftereinigung« (Haug-Verlag; eines der besten und wichtigsten Gesundheitsbücher): »Dieses Bad darf nur im durchwärmten Zustand genommen werden! Ein Kübel, Schaff oder eine Kinderwanne wird mit Wasser gefüllt. Die Badende befreit sich ihrer Beinkleidung und setzt sich auf einen nicht einschneidenden Kübel oder auf ein Brettchen, das sie über Schaff oder Kinderwanne gelegt hat. Beine und Gesäß bleiben außerhalb des Wassers. Beine und Oberkörper können bekleidet sein; es kann auch eine Decke umgenommen werden; die Badende darf auf keinen Fall frieren! Sie taucht einen Naturschwamm oder ein altes lockeres Leinentuch in das Wasser und spült damit, möglichst viel Wasser hochnehmend, leicht von unten nach aufwärts streichend, über die äußeren Geschlechtsteile; diese werden ständig bespült, auch sanft hin- und hergewaschen, nicht jedoch kräftig gerieben. Am wirkungsvollsten ist die Wassertemperatur von 12 bis 14 Grad. Diese wird nicht von allen Frauen sogleich vertragen. Große Kälteempfindlichkeit in der Schamgegend beweist eine mangelhafte Genitaldurchblutung und Genitalgesundheit. Solche Frauen müssen daher mit einem oft wesentlich wärmeren Wasser, wie sie es vertragen, beginnen, nehmen es aber allmählich kühler. Das Bad wird 1–3mal täglich 15–20–30 Minuten genommen, in schweren akuten Fällen (Blutvergiftung, lebensbedrohliche Zustände, hohes Fieber) auch öfter und länger, bis 60 Minuten, bei mehrfacher Erneuerung des Wassers. In vielen verzweifelten Fällen hat dieses Bad, kombiniert mit dem Rumpfreibebad und anderen Entgiftungsmaßnahmen Kindern und Erwachsenen schon das Leben gerettet.«
Dr. W. E. Loeckle schrieb in der Reform-Rundschau (der Jahrgang ist mir entfallen) einen sehr guten Artikel über das Kuhnebad, hier seine Erklärung der Ausführung: »Das Reibesitzbad ist überraschend einfach in seiner Anwendung. ›Sie‹ sitzt morgens, noch mit ihrer Bettwärme und nach einem Glas warmen Tee, auch mit Kleidung oder doch warmer Hülle, auf einer Stuhl- oder Hockerkante über einem möglichst großen Eimer Kaltwasser. Dieser wird belebt durch eine frische Zitrone in dreierlei Art: Abreiben der Zitrone durch eine Küchenraspel, damit das Gelbe mit den ätherischen Ölen ins Wasser gelangt. Durchschneiden der immer noch gelben Zitrone, beide Hälften aus der hohlen Hand in das Wasser auspressen. Beide Schalen ebenfalls in den Eimer. Jetzt Waschlappen eintauchen und damit die Scham benetzen. Erneut eintauchen, erneut die Schamgegend äußerlich berühren. Gemächlich auf und nieder vom Eimer zur Haut, zwanzig Minuten lang: feuchtkühl benetzen, Eintauchphase, feuchte Kühle, Pause – weiter nichts. Das erfolgt bald unbewußt, fast automatisch.«
Von Louis Kuhne selbst sei noch hinzugefügt: »Es wird besonders betont, daß nur die äußeren, nicht etwa die inneren Schamteile zu waschen sind, und daß kein scharfes Hin- und Herscheuern, sondern nur ein sanftes Waschen, mit möglichst vielem Wasser zu erfolgen hat. Das Wasser wird bei den Reibesitzbädern stets so kalt, wie die Natur es bietet, genommen (8–12 Grad), doch kann eine etwas mildere Temperatur, bis 15 Grad in besonderen Fällen angewendet werden. Je kälter das Wasser während des Reibesitzbades ist, desto wirksamer sind diese Bäder. Man nehme das Wasser jedoch nie kälter als man es an den Händen bequem ertragen kann.« Eventuell ist der Hinweis von Dr. Rauch wichtig, daß nämlich ständig frierende Frauen zunächst das heiße Reibesitzbad durchführen sollten: »Es wird die gleiche Prozedur wie oben durchgeführt, jedoch mit so heißem Wasser, als noch vertragen wird. Das Bad wird mit einer kühlen Abwaschung des Geschlechtsteils abgeschlossen. Auf diese Weise wird das Wärmedefizit des Körpers beseitigt, und Durchwärmung, Entkrampfung und Abhärtung des Unterleibs erzielt. Dadurch können die meisten Frauen nach einiger Zeit … auf das kühle Bad übergehen. Bei Blutungsneigung, Schwangerschaft und großen Hämorrhoiden ist das heiße Bad untersagt.«
Das Kuhnsche Reibesitzbad ist ein Segen für die Frauen; es muß aber korrekt ausgeführt werden! Kuhne selbst sah sich schon veranlaßt zu notieren, seine Bäder seien »so einfach, daß ich es nicht begreifen kann, wie trotz der genauen Beschreibung dieselben so vielfach falsch ausgeführt werden.« Dazu einige Anmerkungen von Dr. Loeckle: »Über das einfache Reibesitzbad ist reichlich Ärgernis in die Welt gebracht worden, auch durch leichtfertige Schreibereien vom grünen Tisch und ohne fundierte Erfahrung. Verwirrend ist zunächst der untreffliche Name, da man weder ›reibt‹ noch irgendwo ›drinsitzt‹; er hat sich nun einmal eingebürgert. Aber auch individuell und mit Skizze unterrichtete Damen warten gelegentlich mit Fehlinterpretationen auf und mit eigenen ›Zutaten‹. So wurde einmal berichtet, daß die Füße im kalten Wasser stehen sollten dabei; und das zwanzig Minuten lang! Oder man könne doch gut die leere Badewanne verwenden! Man könne statt des Waschlappens die kalte Brause benutzen! Stück für Stück schädlicher Wärmeentzug, ja Unterkühlung. Ebenso wenn der Raum zu kalt ist, die Füße nicht warm gehalten werden (bei Bedarf Wollstrümpfe!). Oder man solle das Bidet benutzen, gar ein spezielles Einhänge-Gefäß für die Toilette kaufen: Dann wäre die Wassermenge zu gering und erwärmt sich zu rasch. Oder es wurde der Unterbauch gerieben: zu intensive, zu großflächige, falsche Kälteeinwirkung.«
Wer trotz der Beschreibung Probleme mit der Ausführung hat, sollte sich das Buch »Blut- und Säfte-Reinigung« von Dr. med. Erich Rauch besorgen (Haug-Verlag). Dort ist die Beschreibung der Kuhnebäder – auch des wichtigen Rumpfreibebades für die Männer – jeweils mit Abbildungen versehen; jeder Irrtum wäre damit ausgeschlossen. Ebenfalls in höchstem Maße empfehlenswert, vom selben Autor und Verlag, ist: »Heilung der Erkältungs- und Infektionskrankheiten durch natürliche Behandlung.« Diese zwei Bücher dürfen in keinem deutschen Haushalt fehlen.
(erst einmal die Kurzfassung; später erscheint dieser Artikel ausführlicher)
Die unerfreulichen Symptome dieser Zeit der Umstellung im Hormonhaushalt wie Hitzewallungen … rechtfertigen nicht die Hormonersatztherapie; es gibt immer mehr Ärzte, die wegen der gravierenden Nebenwirkungen der HRT auf naturheilkundliche Behandlungen übergehen. Doch selbst die Therapie mit natürlichen Mitteln (Vitamine, Kräuter, Sojaprodukte …) darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Symptome der Menopause durch noch natürlichere (!) Methoden zu lindern sind. Das Paradebeispiel Hitzewallungen: Anstatt »wie gewohnt« fünf und mehr Tassen Kaffee täglich zu trinken (Kaffee ist erhitzend) und gegen die Wallungen irgendein vom Arzt verschriebenes Mittel zu nehmen wäre es besser, auf Kaffee und andere erhitzende Nahrungs- und Reizmittel zu verzichten. Mit einer naturgemäßen Lebensweise – viel Bewegung in frischer (!) Luft, Diät, Wassertherapien, usw. – kann man sich selber und sehr effektiv helfen.
Was unser Hauptthema angeht: Eine tägliche (!), systematische Praxis des Hatha-Yoga, selbstverständlich unter Auswahl der hier geeigneten Übungen, stellt eine wunderbare Therapie gegen die Beschwerden in der Menopause dar.
Zum Thema »gynäkologische Beschwerden« sei kurz und allgemein gesagt: Generell findet man alle unter dem Begriff »Frauenprobleme« zu findenden Leiden eigens aufgezählt, getreu der lebensfernen Annahme der Schulmedizin, daß Tausende von Krankheiten Tausende von Ursachen haben müssen. Ob es die verschiedenen Arten der Inkontinenz oder der Regelbeschwerden angeht, Uterusprobleme, und auch fibrozystische Brusterkrankungen usw., für alles gibt es diverse Erklärungen unter dem Dach »Störungen des Hormonhaushalts« und unterschiedliche Behandlungen und Medikamente.
Über die wahre Ursache der Hormonstörungen gibt es jedoch mehrere Meinungen. Mir leuchtet die alte Säftelehre ein (das Blut ist rein oder unrein). Es ist sinnlos hinter jedem Frauenleiden eine andere Ursache zu suchen. Man ernähre sich richtig, bewege sich viel, lebe naturgemäß. »Man kann die Einrichtung der Natur nie ohne Schaden überspringen!« So hören wir vom großen Christoph Wilhelm Hufeland. In diesem Sinne ist es auch beim vorliegenden Thema nicht nötig, auf die einzelnen Frauenleiden einzugehen. Die tägliche Praxis des Hatha-Yoga sorgt für eine gute Durchblutung des Unterleibs und für das harmonische Fließen des Prana, fördert das innere Feuer, wirkt gegen die mangelnde Spannkraft der Gewebe im Bauchraum, gegen Organsenkungen, gegen die Beckenhyperämie, usw. Der Hatha-Yoga ist wie geschaffen für Frauen.
Neben der Yogapraxis, einer rechten Ernährung und genügend Bewegung gibt es zwei weitere Dinge, die bei Frauenleiden – im weitesten Sinne – dermaßen effektiv sind, daß sie die Bezeichnung Wundermittel verdienen: das Fußbad nach Fritz Schiele und das Frauenbad nach Louis Kuhne. Wir werden von »Fachleuten« ermahnt, nicht von Wundermitteln zu sprechen; wenn man dieses Wort in den Mund nimmt, verliert man anscheinend seine Seriosität. Ich brauche darauf keine Rücksicht zu nehmen und sage mit Nachdruck: Es gibt therapeutische Wundermittel. Der Hatha-Yoga ist eines; die Mayr-Kur gehört zu ihnen, das Kuhnsche Frauenbad, das Schiele-Fußbad, der Dermapunktur-Roller, die Nadelreizmatte, das natürliche Progesteron, und noch einige andere. Das Schiele-Bad und das Kuhne-Bad sind weiter oben genau beschrieben, und man sollte, falls man sich zur Praxis entschließt, beide Bäder wirklich genau durchführen.
Wie man der medizinischen Literatur entnehmen kann, sind die Ursachen für die Osteoporose »weitgehend ungeklärt«. In der Naturheilkunde ist man anderer Meinung; es handelt sich bei der Osteoporose wie bei den rheumatischen Leiden, bei der Arteriosklerose usw. um eine Zivilisationskrankheit, deren Ursache eine mangelnde Bewegung, eine schlechte Ernährung und eine insuffiziente Verdauung sind. Auch die schulmedizinische Theorie vom menopausalen Östrogenmangel bei Frauen als eine der Ursachen für die Osteoporose steht auf wackligen Füßen; in der Fachliteratur gibt es Hinweise darauf, daß Östrogen nicht die Neubildung von Knochensubstanz fördert, und daß dafür, genau umgekehrt, der Gegenspieler des Östrogens, das natürliche Progesteron hilfreich ist. Außerdem ist die Therapie mit Östrogenen mit schweren Nebenwirkungen behaftet. Die Theorie vom Kalziummangel schließlich ist nur auf den ersten Blick logisch; je mehr man darüber nachdenkt, desto substanzloser wird sie.
Bei der Osteoporose geht es vor allem um Bewegung und Ernährung. Zum ersten: Die Knochen müssen gefordert, angestrengt, belastet werden! Schwimmen und ähnliches hilft wenig; nützlich sind das Krafttraining mit Gewichten, westliche Gymnastik, die Kraftübungen des Hatha-Yoga, das aerobe Laufen. Im Körper geht es um das Gleichgewicht zwischen den anabolen (aufbauenden) und katabolen (abbauenden) Kräften. Es mag sein, daß mit zunehmendem Alter die katabolen Kräfte dominieren; andererseits beweisen uns nicht wenige Menschen, daß man bis ins hohe Alter aktiv, fit und gesund sein kann. Das Gehirn will gefordert werden bis zum letzten Tag, und in beträchtlichem Maße auch der Körper.
Der zweite Aspekt, die Ernährung, ist komplizierter; es gibt keine zwei »Fachleute«, die sich hier einig sind. Angesichts so vieler Theorien wird treffend vom Irrgarten der Ernährung gesprochen. Wo liegt die Wahrheit? Das Rätsel löse jeder für sich. In meinem Buch Ernährung und Gesundheit wird man eine Menge nützlicher Hinweise finden. Hier in Kurzform:
Die Osteoporose gehört zu den degenerativen Leiden, die auf einer Übersäuerung der Gewebe beruhen. Störungen des Säure-Basen-Haushaltes sind hauptsächlich eine Frage der Ernährung bzw. der schlechten Verdauung. Man lese dazu das ausreichend ausführliche Kapitel »Säuren und Basen« in meinem Ernährungsbuch; in zwei Sätzen läßt sich dieses hochkomplexe Thema nicht erklären.
Eine kohlenhydratreiche Ernährung, das wissen wir von Dr. Wolfgang Lutz (»Leben ohne Brot«), fördert die Osteoporose, weil sie unter anderem eine Verminderung des anabolen (aufbauenden) Wachstumshormons bewirkt. Dessen ungenügende Ausschüttung wirkt sich auf das Immunsystem, auf Muskulatur, Knorpel und Knochen und auf die Arterien negativ aus. Siehe auch dazu eine Abhandlung über Dr. Lutz in »Ernährung und Gesundheit.« Aber: Der übermäßige Fleischgenuß in der wohlhabenden westlichen Welt ist unbestritten einer der Faktoren, die zur Übersäuerung der Gewebe und damit auch zur Entmineralisierung der Knochen führen!
Die Empfehlung, reichlich Milch zu trinken ist unsinnig. In den Ländern mit dem größten Milchverbrauch gibt es die meisten Fälle von Osteoporose. Das Calcium der Milch wird schlecht vom Körper aufgenommen; außerdem ist der Genuß von ungesäuerter Milch schädlich. Der Merksatz von Dr. med. Reinhard Steintel lautet: »Durch nichts kann man schneller altern, verschlacken und verkalken als durch den täglichen Vollmilchgenuß.«
Die Meinung, man müsse einem osteoporotischen Knochen Calcium zuführen ist umstritten. Ein Knochen mag dadurch härter werden, aber es geht um seine Elastizität. Ein harter aber unelastischer Knochen ist spröde und bruchgefährdet. Die knochenaufbauenden Zellen werden nicht durch Zugaben von Calcium gefördert, sondern durch anabol wirkende Mineralstoffe wie Magnesium und Silizium (siehe den Verweis auf Dr. Köhler). Es sei hier das im Abschnitt »Krampfadern« Betonte wiederholt, nämlich die Wichtigkeit einiger für das Bindegewebe essentiellen Nährstoffe:
Ohne Vitamin C keine Bildung von Kollagen! Diese Grundsubstanz von Knochen, Knorpel, Sehnen, Bändern, Faszien und Blutgefäßen ist sozusagen der Leim, welcher den Körper zusammenhält. Die klassische Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut ist, schlicht gesagt, ein »Zerfallen« der Gewebe. Über die Bedeutung des Vit. C kann man nicht oft genug sprechen; ich verweise auf die außergewöhnlich gute, fleißig aktualisierte, atemberaubend umfangreiche Webseite www.vitamincfoundation.org. Was man uns offiziell verschweigt, das müssen wir uns selber aneignen, im Sinne des Yogagedankens von Selbststudium und Selbstbehandlung.
Schwefel ist unerläßlich bei der Synthese des Kollagens generell und für gesunde Gelenkknorpel speziell; auf diesen Aspekt hat auch Frau Dr. Budwig hingewiesen, deren Öl-Eiweiß-Kost (= Quark-Leinöl), eine Quelle von Schwefel, hier therapeutisch wirkt.
Silizium ist neben dem Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erde, allein dies müßte Grund zum Nachdenken sein. Obwohl man generell liest: »Silizium ist eine elementare Substanz für Bindegewebe, Haut, Knochen und Knorpel« und ähnliches, wird selten von einer Therapie mit Kieselsäure gesprochen. Vielleicht deshalb weil es heißt, die Nahrung enthielte genügend Silizium. Theoretisch ist das richtig; die Frage ist, welche Nahrung man meint. Es steht fest, daß die Fast-Food-Generation und auch die meisten älteren Menschen an einem Mangel an Silizium leiden. Empfohlen wird daher die tägliche Einnahme von Kieselsäure; entweder als Kieselerde, besser als Kieselsäure-Gel.
Magnesium ist bei Osteoporose wichtiger als Calcium. In unserer sich katastrophal ernährenden Fast-Food-Gesellschaft erhalten viele Menschen zwar auch wenig Calcium, gewichtiger ist jedoch der Mangel an Magnesium. Calcium findet sich normalerweise (!) genug in der Nahrung; die Frage ist, ob der Körper es verwerten kann. Fehlt es ihm an essentiellen Substanzen wie Magnesium, Silizium, Zink, Kupfer, Bor, Vitamin C, Vitamin D …, kann er es nicht verwerten. In den Knochen vermindert sich dann das Calcium; in den Arterien, in den Nieren, in den weichen Geweben lagert es sich als Müll ab, wie will man dies erklären? Der Calciumhaushalt ist wie die anderen biochemischen Prozesse sehr komplex, von vielen Faktoren abhängig. Jedenfalls: Da der Gehalt der Lebensmittel an Magnesium in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat (wie man einigen Studien und Berichten entnehmen konnte), wird von vielen Fachleuten die Einnahme einer gewissen Menge von Magnesium als Nahrungsergänzung empfohlen. Es werden nicht wenige Präparate angeboten; ich rate zum vergleichsweise billigen und sehr guten Magnesiumcitrat.
Dr. med. Bodo Köhler aus Freiburg veröffentlichte einen wichtigen Artikel: »Osteoporose – einer der großen Irrtümer in der Medizin« (Erfahrungsheilkunde 1/2003). Von ihm hören wir: »Osteoporose wird schulmedizinisch so verstanden, daß durch eine Knochenentkalkung der Knochen spröde und brüchig wird. Wer so etwas behauptet, sollte mal einen Tierknochen für einige Stunden in Essig legen. Dadurch wird bekanntermaßen Calcium herausgelöst. Das Ergebnis ist zur Überraschung jedoch nicht ein spröder brüchiger, sondern ein hochelastischer Knochen! Dieser besteht nämlich wie alles Bindegewebe primär aus Silizium. Erst sekundär werden zur Versteifung Calciumapatitkristalle eingelagert. Hier liegt also ein grober Denkfehler vor. Es müßte primär das Siliziumgerüst erneuert werden. Osteoporose ist – wie alle degenerativen Leiden – eine katabole Stoffwechselentgleisung, die anabol unterstützend behandelt werden soll. Wenn hier also Calcium gegeben wird, dann verschlechtert sich die Katabolie. Der Gegenspieler ist Magnesium. Nur dieses wirkt anabol und sollte zusammen mit Silizium zugeführt werden, dann bessert sich jede Osteoporose!«
Schließlich nenne ich einen Arzt aus den USA, Dr. John Lee, der einige Bücher über das natürliche Progesteron geschrieben hat; eines ist in deutscher Übersetzung erhältlich: John R. Lee. Natürliches Progesteron. Ein bemerkenswertes Hormon. Deutsche Bearbeitung: Dr. Wolfgang Gerz; AKSE-Verlag München 1997. In diesem Buch gibt es ein Kapitel »Progesteron und Osteoporose.« Ich zitiere nur einen Satz daraus: »Altern ist also nicht der Grund für die Osteoporose. Die Hauptfaktoren sind schlechte Ernährung, zuwenig körperliche Bewegung und Progesteronmangel.« Vorherrschend ist die These von der Osteoporose als Östrogenmangelkrankheit; Dr. Lee stellt sich mit seiner Meinung einer Mehrheit entgegen. Der Herausgeber der deutschen Ausgabe des Buches, Dr. med. Wolfgang Gerz, beginnt sein Vorwort mit dem Satz: »Als ich das erste Mal über die Arbeiten des amerikanischen Kollegen John Lee gehört habe, erschienen mir seine Thesen so unglaublich, daß ich den Artikel einfach zur Seite legte …« Zwei nützliche Adressen:
www.naturodoc.com/library/hormones/osteo_rev.htm (englisch, speziell zur Osteoporose)
www.npis.info/German/buchladen.htm (deutsch; mit vielen nützlichen Informationen)
Zusammenfassend: Zur Bekämpfung der Osteoporose bewege man sich viel und fordere mit einem intelligenten Krafttraining die Knochen. Man ernähre sich laktovegetarisch, nehme nur die gesäuerten Formen der Milch und die geeigneten Käse zu sich, vorzugsweise Quark. Die Öl-Eiweiß-Kost von Dr. Budwig ist im Bereich der Ernährung das Wichtigste. Die Ernährung sei reich an Enzymen, ein Argument für ein vernünftiges Maß an roher, an Lebenskraft reicher Nahrung. Man schränke erheblich die Kohlenhydrate ein. Man trinke reines, mineralarmes, hochohmiges Wasser. Man achte auf eine genügende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen, hier mit den Schwerpunkten Magnesium und Silizium. Man informiere sich über Dr. John Lee und seine Therapie mit natürlichem (!) Progesteron.
»Frauen haben ein weniger festes Bindegewebe als Männer«; »Ich leide an einer angeborenen Bindegewebsschwäche«. Das sind die zwei klassischen Äußerungen, welche man zum Problem Krampfadern hört. Dabei schwingt der unausgesprochene Gedanke mit: »Ich kann nichts dafür.« Das ist nicht wahr und hindert an der Erkenntnis, daß hier andere Gründe eine größere Rolle spielen. Ein weiteres Beispiel. »Frauen haben weniger Muskelmasse als Männer, daher frieren sie mehr.« Das klingt nach: So ist es, man kann nichts machen. Was immer man über Biochemie und Physiologie weiß ist aber nur die Hälfte des Wissens. Es gibt so viele Frauen, die keine Krampfadern haben, und so viele Männer, die welche haben. Und das gleiche gilt für die fehlende innere Wärme. Verständlicher ist das Denken der Naturheilkunde und der östlichen Energielehre: Die fehlende Wärme liegt am mangelnden inneren Feuer (Agni), und dieses wird, bei Frauen und Männern, vor allem durch eine schlechte Verdauung verursacht; es ist nicht »von Natur aus so«. Und: Die Hauptursache von Krampfadern ist nicht ein schwaches Bindegewebe, vielmehr die chronische Blutfülle des Bauchraums und die Bewegungsarmut.
Die chronische Blutfülle und Energiestauung in Bauch und Unterleib entsteht durch die schlechte Verdauung; durch Fehlatmungen (unzureichende Bewegung des Zwerchfells, daher ungenügendes Ansaugen des Blutes aus den Beinen); durch die chronischen Fehlhaltungen (Behinderung des Prana im Bauchraum); durch die mangelnde Spannkraft der Gewebe in Bauch und Unterleib. Die Armut an Bewegung schließlich ist das Kennzeichen unserer Zeit. Aus dem einstigen Steppenläufer hat sich der »zivilisierte« Mensch in ein sitzendes Wesen verwandelt und wundert sich über die vielen Störungen und Leiden, unter anderem über das Phänomen Krampfadern. Viele Betroffene sehen die oberflächlichen nur als kosmetisches Problem an, aber oberflächliche und tiefe Krampfadern sind beide ein Zeichen einer ernsten gesundheitlichen Störung.
Das Leben erfordert eine ständige Anstrengung. Man muß die Gewebeschwäche bekämpfen! Biochemisch heißt dies: Das Bindegewebe benötigt Vitamin C, hochwertige Proteine, bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente, im speziellen Schwefel und Silizium, und weitere Stoffe wie das Rutin und andere Bioflavonoide (man esse nicht nur das Fleisch der Zitrusfrüchte; das Weiße der Schalen – natürlich von Biofrüchten mit unbehandelter Schale – ist noch wertvoller). Wer sagt: »Vitamin C habe ich genug, ich esse täglich Obst und Gemüse«, der hat einige Dinge nicht verstanden; unterem anderem, daß etwa Orangen heute weniger Vitamin C enthalten als vor fünfzig Jahren und daß sie nach einiger Zeit der Lagerung nicht mehr allzu vitaminreich sind, um es milde zu formulieren. Von den Erkenntnissen eines Frederick Klenner, Linus Pauling, Robert Cathcart und anderer großer Ärzte und Forscher haben viele Menschen noch nie etwas gehört; oder sie können nicht daran glauben, verwirrt von den gezielten negativen Meldungen, mit denen wir täglich von den Medien überschüttet werden. Der Merksatz lautet hier: Ohne Vitamin C gibt es keine Bildung von Kollagen! Diese Grundsubstanz von Knochen, Knorpel, Sehnen, Bändern, Faszien und Blutgefäßen ist sozusagen der Leim, der den Körper zusammenhält. Die klassische Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut ist, schlicht gesagt, ein »Zerfallen« der Gewebe.
Wenig hört man über die Wichtigkeit von Schwefel und Silizium. Schwefel ist unerläßlich bei der Synthese des Kollagens generell und für gesunde Gelenkknorpel speziell; auf diesen Aspekt hat auch Frau Dr. Budwig hingewiesen, deren Öl-Eiweiß-Kost (= Quark-Leinöl), eine Quelle von Schwefel, hier therapeutisch wirkt. Bei einem Mangel an Schwefel empfiehlt sich zusätzlich die Einnahme organischer Schwefelpräparate. Im Grunde aber ist der Mangel an Schwefel, wie so viele andere Probleme in Sachen Gesundheit, eine Frage der Ernährung.
Silizium ist neben dem Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erde, allein dies müßte Grund zum Nachdenken sein. Obwohl es in Büchern heißt: »Silizium ist eine elementare Substanz für Bindegewebe, Haut, Knochen und Knorpel«; »Die Elastizität der Blutgefäßwände ist vom Silizium abhängig«, wird selten von einer Therapie mit Kieselsäure gesprochen. Vielleicht deshalb weil gesagt wird, die Nahrungsmittel enthielten genügend Silizium. Theoretisch stimmt das; die Frage ist, welche Nahrung man meint. Die Fast-food-Generation und die meisten älteren Menschen leiden an einem Mangel an Silizium. Empfohlen wird die Einnahme von Kieselsäure; entweder als Kieselerde, besser als Kieselsäure-Gel.
Daß Frauen häufiger Krampfadern haben als Männer liegt auch am Hormonhaushalt, aber nicht am natürlichen (andernfalls hätte sich die Natur geirrt), sondern an den künstlichen Hormongaben zur Empfängnisverhütung und in der Menopause. Und daß Frauen mittlerweile genausoviel rauchen wie Männer, das zählt zu den ausgesprochenen Dummheiten der »Emanzipation«. Rauchen ist das Gefäßgift Nummer 1.
Schließlich: Das Bindegewebe muß »belastet«, in Anspruch genommen werden durch Bewegung! Was die Beine betrifft: Man denke an eine fleißige tägliche Fuß- und Wadengymnastik; an das bewußte Gehen mit korrektem Abrollen; an das langsame, aerobe Laufen. Es sei angemerkt: Mit dem von Frauen heißgeliebten schädlichen Schuhwerk zu laufen und sich über den mangelnden Rückfluß des Blutes aus den Beinen zu wundern zeugt wahrlich von Einfalt.
Das stundenlange Sitzen auf Stühlen und Sofas ist nicht nur eine Katastrophe für die Hüft- und Kniegelenke, es ist das reinste Gift für die Beinvenen. Gerade hier zeigt sich die Widersprüchlichkeit des Arguments vom »ererbten schwachen Bindegewebe«; man verwechselt Ursache und Wirkung. Zuerst müssen sich die Beinvenen durch stauendes Blut weiten; dann wird die Festigkeit oder eben die Schwäche des Bindegewebes – die man trotz der zweifellos vorhandenen Anlage positiv beeinflussen kann – über die Folgen entscheiden. Um es zusammenfassend noch einmal zu betonen: Der einstige Steppenläufer hatte mit Sicherheit keine Krampfadern.
Als Buchempfehlung sei ein kleiner Band aus dem emu-Verlag genannt: Dr. med. M. O. Bruker + Ilse Gutjahr. »Krampfadern. Schnelle, erfolgreiche und dauerhafte Beseitigung.« Hier gibt Dr. Bruker auch wichtige Hinweise zu Operationen und Verödungen.
Der Grundgedanke kann nicht einfacher sein: Wenn ein Mensch immer nur das macht, was er schon kann, und wenn er den Dingen aus dem Weg geht, welche er nicht kann, dann wird er immer einseitiger. Der Yoga strebt das Gleichgewicht aller Kräfte an. Auf den Körper bezogen heißt dies: Dehnung, Beweglichkeit, Entspannung auf der einen Seite; Widerstandsfähigkeit, Festigkeit, Spannkraft auf der anderen Seite. Es entspricht nicht dem Ideal, als spindeldürrer Yogin zirkusreife Verrenkungen zu beherrschen, aber zu versagen, wenn die Kraft gefordert ist. Und das gleiche gilt für den umgekehrten Fall: der westliche Kraftmensch mit Muskeln, die selbst im Ruhezustand angespannt und aufgeblasen wirken, der aber mit den einfachsten Yogaübungen Schwierigkeiten hat, weil es ihm an Beweglichkeit fehlt. Beides ist als unnatürlich abzulehnen.
So weit das Grundsätzliche. Was bedeutet dies nun speziell für die Frauen? In der Regel ist es so: Männer haben viel bis sehr viel Kraft und eine sehr schlechte Dehnfähigkeit; Frauen sind gut bis sehr gut dehnfähig, haben jedoch bedenklich wenig Kraft. Die richtige Folgerung wäre hier: Männer müssen mehr dehnen, Frauen mehr kräftigen. In Wirklichkeit hört man von den Männern, sie würden die Kraftübungen des Hatha-Yoga lieben, das Dehnen dagegen nicht so sehr; und bei den Frauen ist es umgekehrt. Eben: was mir leichtfällt, das liebe ich; was mir schwerfällt, dem gehe ich aus dem Weg. Vernünftig ist eine solche Anschauung nicht.
Man mag einwenden, so ist die Natur; Frauen haben soundsoviel Prozent weniger Muskelmasse als Männer; Frauen neigen ungleich mehr zur Asthenie (allgemeine Schwäche) als Männer … Wieviele Argumente es auch sind, wie logisch sie auch klingen mögen: man muß etwas tun. Wir haben genügend Beispiele von dynamischen, vor Energie strotzenden Frauen, und von asthenischen, kraftlosen Männern mit sehr wenig Muskelmasse usw. um sagen zu können: Die »Natur« ist nichts Festgeschriebenes, sondern etwas unaufhörlich Dynamisches, Wandlungsfähiges.
In diesem Sinne und im Hinblick auf den Hatha-Yoga: Daß den Frauen – um ein Beispiel zu nehmen – der indische Liegestütz (dandasana) schwerer fällt als den Männern ist »normal«, aber nicht unbedingt »natürlich«, und das gleiche gilt für die vielen anderen Kraftübungen des Hatha-Yoga und anderer Disziplinen. Absolut gesehen haben Männer mehr Muskelmasse und sind beim Gewichtheben und ähnlichem Kraftsport den Frauen überlegen, aber darum geht es hier nicht. Um beim erwähnten Beispiel zu bleiben: Der Liegestütz bedeutet eine relative Kraft oder Anstrengung, denn jeder Mensch hat ja nur das eigene Gewicht zu tragen; eine fünfzig Kilogramm schwere Frau hat mit ihren Arm- und Schultermuskeln so gesehen nicht mehr Kraft aufzubringen als ein hundert Kilogramm schwerer Mann mit seinen Arm- und Schultermuskeln. Hier ist die Natur gerecht.
In den Kursen klagen Frauen – meistens still – oft über ihre »schwachen Handgelenke«. Dazu ist zu sagen: Wer bereits im natürlichen Vierfüßlerstand, auf Händen und Knien stehend, Schmerzen in den Handgelenken verspürt, darf sich nicht schonen (es sei denn, man leidet an einer fortgeschrittenen Arthrose in den Handgelenken); die betroffenen Muskeln und Sehnen müssen trainiert werden! In der Natur ist alles in Bewegung; Stillstand bedeutet Verfall. An keinem anderen Beispiel wird dies so deutlich wie beim Problem Osteoporose. Jede Schonung macht die Sache noch schlimmer; die Knochen, die Gewebe wollen »belastet«, wollen in Anspruch genommen werden! Gerade für ältere Personen ist ein systematisches Krafttraining essentiell.
Nach wie vor denken die meisten Menschen bei dem Begriff »Hatha-Yoga« vor allem an drei Dinge: an den Kopfstand; an die Entspannung; an die zum Teil fakirisch anmutenden Dehnungen. Zu einseitig. Die Urform des Hatha-Yoga sind die alten Heldenübungen – die seit jeher zur Volksgymnastik gehörenden kombinierten Dehn-Kraft-Stellungen. »Kombiniert« bedeutet, daß sie stets mehrere Aspekte vereinen – sie sind statisch und dynamisch, und sie sind zur gleichen Zeit Dehn- und Kraftübungen. In der Hauptsache fördern sie die körperliche und auch, enorm wichtig, die psychische Kraft, das heißt die kämpferische Energie des gesunden, widerstandsfähigen Geistes. Und ich sehe in meinen Kursen täglich und immer aufs Neue erfreut, daß die Frauen auf diesem Gebiet genauso gut, genauso ausdauernd, genauso kraftvoll sein können wie die Männer.
Ohne Zweifel: Es ist anstrengend sich immer wieder auf das zu konzentrieren, was einem fehlt, was man entwickeln muß; es gibt aber keinen anderen Weg, wenn man die Dinge verbessern will. Schließlich: Mühsam ist ja nur der Anfang; für jede gute Arbeit wird man nach einiger Zeit belohnt. Der schmerzfreie, kraftvolle, energiegeladene Körper ist ein Pfeiler der Gesundheit und hat einen starken positiven Einfluß auf den Geist, auf die innere Widerstandskraft, auf die Lebensfreude. Die kleinste Mühe lohnt sich!
Als Leser-Service an dieser Stelle nur kurz, im Telegrammstil für die tägliche Praxis. Allgemein (ohne Berücksichtigung spezieller Probleme) sind dies die fünf therapeutisch wichtigsten Körperübungen des Hatha-Yoga für Frauen (das sehr wichtige Atmen und einige Reinigungen nicht mitgezählt):
Die Theorie dazu mag interessant sein, aber was wirklich zählt, das ist allein die Praxis. Die tiefgreifende, wunderbare Macht des Hatha-Yoga enthüllt sich nur durch tägliches Üben!
Die Fertigstellung meines neuesten Buches erfordert im Moment meine ganze Zeit und Konzentration; nach seiner Veröffentlichung werde ich hier über dieses außerordentlich bedeutsame Thema – das wichtigste in Sachen Gesundheit überhaupt – schreiben.
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Diese Seite wurde am 04.02.2010 zuletzt geändert.