Yoga-Institut Helmuth Maldoner Karlsruhe

zur Gesundheit

 

Vermischtes
Das ansteigende Fußbad nach Fritz Schiele
Das Reibesitzbad für Frauen nach Louis Kuhne
Die Darmreinigung nach Dr. F. X. Mayr
Zur Osteoporose
Informationsflut und Gesundheit
Wechseljahre und Naturheilkunde
Yoga und Bluthochdruck
Das Schlafen in Kamelhaar

 

 

Vermischtes

»Der Gesunde hat tausend Wünsche; der Kranke nur einen.« [aus Indien]

»Wenn du nicht bereit bist dein Leben zu ändern, kann dir nicht geholfen werden!« [Hippokrates]

»Iß maßvoll. Kaue die Speisen sorgfältig. Iß genügend enzymhaltige Nahrung. Betone die Quark-Leinöl-Creme. Trinke reines Wasser. Bewege Dich in frischer Luft. Praktiziere den Hatha-Yoga. Sorge dafür, daß Dein Agni richtig brennt – nicht zu stark, aber vor allem nicht zu schwach. Das ganze Leben ist nur eine Frage der harmonisch fließenden Energie.« [Zusammenfassung des Buches Ernährung und Gesundheit von Helmuth Maldoner]

»Die Heilerfolge aller natürlichen Methoden sind in erster Linie auf die innere Entgiftung und Reinigung des Organismus zurückzuführen.« [Dr. med. Erich Rauch]

»Gibt es wirklich Hunderte von Krankheiten? Nein. Der Ursprung aller ist und bleibt nach Hippokrates einheitlich und liegt in der Blut- und Lymphverderbnis und der durch sie letzten Endes eingeleiteten allgemeinen Gewebsentzündung und Körperzellenverschlackung. (…) Von dieser Zellengewebsentzündung gehen alle vielgestaltigen, nichts miteinander scheinbar zu tun habenden und deshalb fein in tausenden Schublädchen mit tausenden Namen auf den Etiketten versehenen und ein Heer von hunderttausenden Mittelchen heraufbeschwörenden Krankheitserscheinungen aus.« [Dr. med. Reinhard Steintel]

»Nicht das, was wir essen, sondern das, was wir verdauen kommt uns zugute und gereicht uns zur Nahrung. Folglich, wer alt werden will, der esse langsam, denn schon im Munde müssen die Speisen den ersten Grad von Verarbeitung und Verähnlichung erleiden. Dies geschieht durch das gehörige Zerkauen und die Vermischung mit Speichel, welches beides ich als ein Hauptstück des ganzen Restaurationsgeschäfts betrachte, und daher einen großen Wert zur Verlängerung des Lebens darauf lege.« [Christoph Wilhelm Hufeland]

»Man versäume nicht das nötige Trinken. Es geschieht häufig, daß man durch Unachtsamkeit auf die Erinnerungen der Natur zuletzt das Trinken ganz verlernt, und nun gar nicht mehr von der Natur erinnert wird, welches eine Hauptursache der Trockenheit, Verstopfung des Unterleibes, und einer Menge von Krankheiten ist. Aber man merke: Nicht unter dem Essen ist die beste Zeit zum Trinken, denn dadurch wird der Magensaft zu sehr verdünnt und die Kraft des Magens geschwächt, sondern nach Tische, etwa eine Stunde nachher.« [Christoph Wilhelm Hufeland]

»Daß Mineralwasser mit reichlich Mineralien sowie kalkhaltiges Trinkwasser für die Gesundheit des Menschen vorteilhaft sein soll, hat sich als eine Irrlehre erwiesen. Professor Louis-Claude Vincent und seine Schüler haben nachweisen können, daß weiches, mineralarmes Wasser für das gesunde Leben wesentlich besser wirkt. Dies gilt für das Reich der Pflanzen, der Tiere und des Menschen. Jeder Gärtner weiß, daß weiches Wasser die Pflanzen optimaler gedeihen läßt als hartes Wasser. Lieferant für die benötigten Mineralstoffe ist der Erdboden. Tiere und Menschen können die im Wasser gelösten Mineralstoffe nur ungenügend utilisieren und müssen sie deshalb durch die Nieren – mit einer entsprechenden Belastung – wieder ausscheiden. Die für das Leben benötigten utilisierbaren Mineralstoffe gewinnen das Tier und der Mensch aus dem Pflanzen- und Tierreich, nicht aus dem Wasser. Die eigentliche Bedeutung des Wassers ist mit seinen elektromagnetischen Eigenschaften, als Lösungsmittel und für die Ausscheidung der nierenpflichtigen Schlacken gegeben.« [Dr. med. Helmut Elmau]»

»Reine Kartoffeltage, nur mit Pellkartoffeln und Butter, sind die einfachste und wirksamste Maßnahme bei Übersäuerung. Sie bringen Erfolg bei allen Erkrankungen, die das Bindegewebe betreffen und Harnsäurebildung im Körper hervorrufen, wie Rheuma und Gicht. Auch bei Kreislauf- und Nierenerkrankungen mit Wasseransammlungen haben sie eine gute Wirkung. Die Kartoffelkost ist die wirksamste Ausgleichskost bei entgleisten Stoffwechselabläufen, Fehlregulationen des Säure-Basen- und des Elektrolythaushaltes. Die beste Art der küchenmäßigen Zubereitung ist das Dämpfen oder Dünsten im Dampf in der Schale. Kein anderes Kartoffelgericht übertrifft die Pellkartoffel.« [Karl O. Glaesel]

»Leider muß ich die zu raffinierte Kochkunst, diese Freundin unseres Gaumens, als die größte Feindin unseres Lebens, als eine der verderblichsten Erfindungen zur Abkürzung desselben anklagen. Eine Hauptmaxime dieser Kunst besteht darin, durch die überhäuftesten und unnatürlichsten Zusammensetzungen ganz neue Schöpfungen und neue Reize hervorzubringen. Und daraus entsteht, daß Dinge, welche, jedes für sich, äußerst unschuldig und unschädlich wären, nun durch diese Verbindung ganz neue und nachteilige Eigenschaften bekommen. Man kann es als Grundsatz annehmen: Je zusammengesetzter eine Speise ist, desto schwerer ist sie zu verdauen und, was noch schlimmer ist, desto schlechter werden die Säfte, die daraus bereitet werden.« [Christoph Wilhelm Hufeland]

»Salbeitee halte ich für den wichtigsten Tee überhaupt. Ein römischer Wissenschaftler schrieb einmal: ›Warum noch sterben, da es Salbei gibt im Garten.‹ Damit meinte er natürlich wieso früh sterben! Zum Trinken muß man den Salbeitee genau 3 Minuten kochen. Ein bis maximal zwei Teelöffel voll Salbei in einen halben Liter kochendes Wasser geben und 3 Minuten kochen, dann wegstellen; Johanniskraut, Pfefferminze, Melisse usw. zugeben und noch 10 Minuten ziehen lassen. Im Salbei ist viel ätherisches Öl, was zum Gurgeln notwendig ist, aber zum Trinken darf es nicht dabei sein, und darum muß dieser Tee genau 3 Minuten gekocht werden. Nach 3 Minuten ist das Öl verkocht und in diesem Moment löst sich ein Lebensferment, das für alle Drüsen, Rückenmark und Bandscheiben lebenswichtig ist. Aus diesem Grund sollte man das ganze Leben lang jeden Tag Salbeitee trinken. Wer immer Salbeitee trinkt, wird kaum einmal krank.« [Rudolf Breuß]

»Sollten Sie Naphtalin, künstlichen Kampher, (chemische) Mittel gegen Motten und Schaben, Fliegenspray, Luftreiniger in WC usw. haben, dann müssen Sie diese Gifte restlos entfernen und nachher die Wohnung 14 Tage lang jeden Tag einmal mit Duftharzrauch tüchtig ausräuchern, z.B. mit Weihrauch. Wo obengenannte Gifte in einer Wohnung sind, ist eine Krankheit kaum zu heilen.« [Rudolf Breuß]

»Osteoporose wird schulmedizinisch so verstanden, daß durch eine Knochenentkalkung der Knochen spröde und brüchig wird. Wer so etwas behauptet, sollte mal einen Tierknochen für einige Stunden in Essig legen. Dadurch wird bekanntermaßen Calcium herausgelöst. Das Ergebnis ist zur Überraschung jedoch nicht ein spröder brüchiger, sondern ein hochelastischer Knochen! Dieser besteht nämlich wie alles Bindegewebe primär aus Silizium. Erst sekundär werden zur Versteifung Calciumapatitkristalle eingelagert. Hier liegt also ein grober Denkfehler vor. Es müßte primär das Siliziumgerüst erneuert werden. Osteoporose ist wie alle degenerativen Leiden eine katabole Stoffwechselentgleisung, die anabol unterstützend behandelt werden soll. Wenn hier also Calcium gegeben wird, dann verschlechtert sich die Katabolie. Der Gegenspieler ist Magnesium. Nur dieses wirkt anabol und sollte zusammen mit Silizium zugeführt werden, dann bessert sich jede Osteoporose!« [Dr. med. Bodo Köhler]

»Sobald man diese Anzeichen (von Krankheit) bemerkt, so ist nichts nötiger, als dem Feinde, der Krankheit, die Nahrung zu entziehen, und dem wohltätigen natürlichen Instinkt zu folgen, den jedes Tier in diesem Fall zu seinem großen Vorteil befolgt. Man esse nicht, denn die Natur zeigt uns durch ihre Abneigung, daß sie jetzt nicht verdauen kann; man trinke desto mehr, aber wässrige verdünnende Getränke. Man halte sich ruhig, und am besten liegend, denn die Mattigkeit zeigt uns zur Genüge, daß die Natur jetzt ihre Kraft zur Bearbeitung der Krankheit braucht. Diese einfachen Mittel, die uns die Natur selbst so deutlich vorschreibt, wenn wir nur ihre Stimme hören wollen, sind es, wodurch unzählige Krankheiten gleich in der Entstehung behoben werden können.« [Christoph Wilhelm Hufeland]

»Achte darauf, keine homogenisierte Milch zu kaufen. Es bleibt ein Rätsel welche Verbesserung das sein soll, daß die natürlichen Fettkügelchen der Vollmilch unter Hochdruck zerfetzt werden, damit die Milch nicht mehr aufrahmen kann. Törichte neue Zeit, törichter ›Fortschritt‹. Zunehmend mehr Ärzte und Forscher halten die homogenisierte Milch für gefährlich, weil die unnatürlich kleinen Fettpartikelchen ohne Verdauung die Darmwand passieren und direkt ins Blut gehen.« [Helmuth Maldoner]

»Dem im Handel erhältlichen Joghurt wird meist Magermilchpulver zugesetzt; die eine Frage ist, warum (angeblich wegen der ›Stichfestigkeit‹); die andere, noch dringlichere Frage, ob dies immer deklariert wird (die traurige Antwort: nein, selbst nicht von den Bio-Firmen). Es ist besser Joghurt selber herzustellen, denn Magermilchpulver enthält 35 % hochmolekulare, schädliche Aufbauproteine, und 50 % Laktose, für viele Menschen ein großes Problem.« [Helmuth Maldoner]

»Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.« [Sebastian Kneipp]

»In einem seiner letzten Texte erwähnt Albert Szent-Györgyi (Entdecker des Vitamins C, Nobelpreisträger) ein persönliches Erlebnis: Letztes Jahr sammelte ich eine ziemlich unglückliche Erfahrung. Eine Lungenentzündung schlug mich nieder, welche ich monatelang nicht loswerden konnte. Erst spät wurde mir klar, daß die Menge an Ascorbinsäure (Vitamin C), welche ich einnahm, nämlich 1 Gramm täglich, in meinem Alter von 84 Jahren offensichtlich nicht ausreichend war. Als ich auf 8 Gramm steigerte, war mein Leiden vorbei.« [aus den Memoiren von Linus Pauling]

»Lezithin ist ein Stabilisator der Zellstrukturen und ein Regulator des Zellstoffwechsels. Es fördert die Knochenbildung und die Blutbildung, beeinflußt das Blutbild, aktiviert die Phagozytose, steigert die Leistung des Herzmuskels und anderer Muskeln und verkürzt die Erholungsphase; es regeneriert die Nervensubstanz und normalisiert den Nervenstoffwechsel; stärkt die Lebertätigkeit und wirkt der Leberverfettung entgegen. Als wichtigstes Phosphatid dient das Lezithin als Vehikel für den Transport der Fettsäuren, indem es diese in seinem Molekül aufnimmt, durch die Darmschranke schleust und über die Darmlymphbahnen in die Blutbahn transportiert. Aufgrund dieser vielseitigen Funktionen der Lezithine können diese mit gutem Gewissen als geriatrische Substanzen, als Verjüngungsmittel für die Zellen betrachtet werden.« [Dr. med. Paul G. Seeger]

»Wenn ich daran denke, wievielen Krebspatienten allein durch einen Schlafplatzwechsel Beschwerden gelindert werden könnten, wieviele Rezidive nicht auftreten, wieviele Metastasen ausbleiben würden, und wievielen man das Leben verlängern könnte, dann bin ich erschüttert, daß man die von uns empfohlene, nichts kostende Maßnahme mißachtet, belächelt und verspottet. Daß durch Vermeiden der spezifischen Krebspunkte die meisten Krebsleiden nicht mehr entstehen würden, ist eine Behauptung, die ich und meine Freunde weiterhin aufrechterhalten.« [Dr. med. Ernst Hartmann]

»Leider wird Trinkwasser zunehmend nur noch in Plastikflaschen angeboten; ein weiterer Sieg des Profitgedankens über den Verstand. Bedauerlich ist – auch hier – nicht das Verhalten von Industrie und Handel, vielmehr die Sorglosigkeit des Verbrauchers, der das hinnimmt.« [aus dem Buch Ernährung und Gesundheit von Helmuth Maldoner]

»Man kann es … von Kopf bis zu Fuß, an allen Organen verfolgen, wie gestörte Magenverdauung zu einer der häufigsten und wichtigsten Krankheitsursachen überhaupt wird, und wie umgekehrt alle diese Erkrankungen in solchen Fällen nur durch die richtige Magenbehandlung geheilt werden können. « [Dr. med. Bernhard Aschner]

»Quark-Leinöl stellt heute etwas Ungeheures dar.« [Dr. Johanna Budwig]

»Durch nichts kann man schneller altern, verschlacken und verkalken als durch den täglichen Vollmilchgenuß.« [Dr. med. Reinhard Steintel]
Gemeint ist die normale, ungesäuerte Milch; gesäuerte Milchprodukte
(Yoghurt, Sauermilch, Buttermilch, Quark) hielt Dr. Steintel für sehr gesund und empfahl sie allen seinen Patienten.

»Die FDA (die Lebens- und Arzneimittelbehörde der USA) hält Aluminium für ungefährlich, doch Studien zum Zeta-Potential (vereinfacht: das elektrische Vermögen des Blutes, die Lebenskraft) zeigen, daß dies nicht richtig ist. Aluminium tötet nicht schnell, es zerstört langsam. In kolloidalen Systemen führen Aluminium-Ionen in einer Konzentration von 4 ppm zu einer vollkommenen Zerstörung der Kolloidstabilität. Aluminium wird in Backpulvern, Antazida, Deodorants und Getränkedosen verwendet. Millionen von Menschen essen Speisen, die in Aluminiumtöpfen gekocht wurden, und trinken Kaffee und Wasser aus Aluminiumkannen. Der erste Schritt zu bestmöglicher Gesundheit ist, Aluminium aus dem Ernährungsbereich auszuschließen.« [Dr. Patrick Flanagan]

»Daß es unzählige Krankheiten gibt, ist nicht verwunderlich; man braucht nur die Köche zu zählen.« [Seneca]

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Das ansteigende Fußbad nach Fritz Schiele

Von einer mangelnden Durchblutung der Extremitäten sind auch Männer betroffen, besonders aber das weibliche Geschlecht. Vier von fünf Frauen haben häufig kalte Füße, und etwa die Hälfte leidet an einem chronischen Kaltfuß.

Kalte Füße sind die Ursache zahlloser Störungen und echter Krankheiten. Man mache sich klar, daß die wichtigsten Organmeridiane über Hände und Füße laufen; daß sich an den Händen und Fußsohlen Reflexzonen finden, die eine Fernwirkung auf viele Bereiche des Körpers haben; daß Füße und Beine eine zentrale Rolle im Kreislaufsystem spielen – im Falle kalter Extremitäten eine in stärkstem Maße negative Rolle.

Um die Theorie nicht übermäßig zu betonen, gehe ich nicht näher auf die klar ersichtlichen Folgen des Kaltfußes ein, wie: Bronchialasthma, chronischer Schnupfen, häufige Erkältungen, Katarrhe der Nasennebenhöhlen, Kopfschmerzen und die Migräne, Kreislauf- und Durchblutungsstörungen, chronischer Magen- und Darmkatarrh, Reizdarm, Darminsuffizienz, Entzündungen von Nieren und Blase, Nerven-, insbesondere Ischiasschmerzen, Muskel- und Gelenkrheumatismus. Konzentrieren wir uns hier auf zwei Dinge, auf die Gesundheit des Unterleibs und auf die energetisch-psychischen Folgen des chronischen Kaltfußes.

1. Der chronische Kaltfuß als Ursache urologisch/gynäkologischer Probleme, muß man das genauer ausführen? Der disharmonische Energiefluß im Bauchraum, die Unterleibskälte hängen mit der schlechten Durchblutung der Extremitäten zusammen. Man mag sich fragen: Ist die Unterleibskälte die Ursache für eine schlechte Durchblutung der Füße, oder ist die Fußkälte die Ursache der Unterleibskälte? Aber das ist für die Praxis ohne Belang. Die psychophysischen Elemente des Organismus beeinflussen sich gegenseitig; die Behandlung der Fußkälte wird eine positive Wirkung auf den Unterleib haben, und umgekehrt. Zur Unterleibskälte sei noch erwähnt: Der gestörte Blut- und Energiefluß führt zu einer Stauung des Blutes, zur Blockierung der Energieströme im Bauchraum. Die pathogene Blutfülle im Bauch und die Kälte des Unterleibs sind kein Widerspruch. Blutfülle meint stockendes Blut, und Stillstand ist Kälte. Die Wärme im Organismus setzt Bewegung voraus, das naturgemäße Fließen von Prâna und Blut.

2. Der Kaltfuß als Ursache energetisch-psychischer Probleme: Das schwache innere Feuer zeigt sich an den klassischen Symptomen: kalte Hände und Füße, blasses Gesicht, Abneigung gegen Kälte, Schmerzlinderung durch Wärme, Schlafen in zusammengerollter Position, Darmträgheit, häufiger Harndrang, Inkontinenz, Ödeme, Asthenie, geringe Widerstandskraft. Auch hier ist es müßig darüber nachzudenken, ob der Kaltfuß Ursache oder Wirkung ist; entscheidend ist der therapeutische Ansatz: durch Bekämpfung der Fußkälte ist es möglich, das Gesamtbild positiv zu verändern. Was nichts bringt ist der oft geäußerte Satz: »Mit dieser Anlage bin ich geboren und kann nichts tun.« Wer das Denken des Yoga und das Wissen vom Karma verinnerlicht hat, weist solche Gedanken zurück. Es mag schwierig und anstrengend sein, der Erfolg mag vielleicht nicht hundertprozentig sein, aber man kann vieles verändern; die kleinste Anstrengung trägt ihre Früchte.

Die Medizin unterscheidet zwischen erworbenem und angeborenem Kaltfuß. Die Unterscheidung ist ohne Belang in Hinsicht auf die Praxis. Erworben oder angeboren, man muß etwas dagegen tun. Die Bekämpfung der Fußkälte bedingt zunächst allgemeine vernünftige Dinge wie das Aufgeben des Rauchens (das Gefäßgift Nummer 1), eine gesunde Ernährung, viel Bewegung in frischer Luft, das Trinken von reinem Wasser, das Tragen von Naturtextilien. Weiter werden empfohlen: Fußmassagen, Fußgymnastik, Wechselgüsse, Fußcremes, Thermosohlen … Das alles ist wichtig und nützlich, jeder wird zustimmen. Von mir wird man zugunsten der Einfachheit besonders dies hören: die Therapie des chronischen Kaltfußes und der damit verbundenen urologischen, gynäkologischen, energetisch-psychischen Probleme mit Hilfe des Schiele-Bades.

Dr. med. Fritz Becker schrieb in »Der Naturarzt« (der Jahrgang ist mir entfallen): »Die Bedeutung der Fußsohle ist den Ärzten, aber auch dem Laien erst so recht klar geworden durch die von Amerika zu uns herübergekommene Fußreflexzonenmassage. Es gibt aber einen Mann in der Bundesrepublik, der die große Bedeutung der Fußsohle bereits vor den Amerikanern erkannt hat, das ist der Hamburger Arzneibäderfabrikant Fritz Schiele. Für mich gehört Fritz Schiele zu den Menschen, die sich große Verdienste um die Naturheilkunde erworben haben. Ich denke dabei an Laien, wie Prießnitz, Kneipp, Schroth, Rikli …, alle diejenigen, welche einstmals bis aufs Blut von der Hochschulmedizin bekämpft wurden, deren Behandlungsmethoden aber heute zu einem festen Bestandteil unserer heutigen naturärztlichen Praxis geworden sind. Was war die geniale Erfindung von Fritz Schiele? Er erkannte den bedeutungsvollen Zusammenhang zwischen der Fußsohle und dem menschlichen Blutkreislauf und damit zugleich auch allen Organen und Geweben. Beim ansteigenden Fußbad nach Kneipp wird in Fünf-Minuten-Abständen heißes Wasser von oben in die Fußbadewanne zugelassen, es erfolgt ein Wärmestoß von 36 Grad Celsius angefangen, ansteigend auf 40 bis 45 Grad Celsius, je nach Verträglichkeit. Die Wärme erreicht aber damit nicht die aufstehende Fußsohle, und die Wärmezufuhr erfolgt nicht langsam, sondern stoßartig. Schiele, der den Bau der Fußsohle genau studiert hatte, erkannte, daß dicht unter der Haut der Fußsohle, ohne Fettpolster, feine Blutgefäße und Nerven sowie viele Thermorezeptoren lagern und daß man eine weit intensivere Wirkung mit dem ansteigenden Fußbad erzielen kann, einmal, wenn die ansteigende Wärme direkt an die Fußsohle herangebracht wird, und zweitens, wenn der Wärmeanstieg ganz langsam und nicht stoßartig erfolgt. So konstruierte er eine niedrige Stahlwanne, die vom Boden her elektrisch geheizt wird. Es war vorauszusehen, daß bei der kombinierten Verwendung von Wasser und Elektrizität bei den Menschen sofort Bedenken auftreten würden. Obwohl ich in meinen Kuranstalten die Wanne Tausende von Malen benutzt habe, ohne daß auch nur das Geringste passiert wäre, wurde Schiele von der Gesundheitsbehörde gezwungen, noch ein Spezial-Aggregat einzubauen, was bedauerlicherweise den Preis des Gerätes verdoppelte. Auch Schiele benutzt, genau wie Kneipp, für seine Bäder spezielle Badezusätze, und zwar das Solectron-, das Frauen- und das Placentabad.

(…) Die Erfolge mit der Schiele-Badekur sind einmalig, nicht nur bei den Herz- und Kreislauferkrankungen, sondern auch bei Stoffwechselleiden, Magen-, Darm-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenerkrankungen sowie bei Bronchialleiden, Rheuma und Arthrosen, vor allem auch bei Blasen- und Prostataerkrankungen. Günstig beeinflussen lassen sich auch Kopfschmerzen der verschiedensten Art und die Migräne. Das mag übertrieben klingen, ja marktschreierisch, ist aber ganz leicht zu erklären: Alles hängt ja von der Durchblutung ab! 36 Jahre Erfahrung mit dem Schiele'schen Kreislaufgerät in meiner Praxis haben mich zu diesem Optimismus kommen lassen. Viele Kuranstalten und ein großer Teil unserer deutschen Heilpraktiker werden meine Angaben bestätigen. Die Firma Schiele hat vor kurzem ein Kompendium mit Tausenden von Erfolgsberichten veröffentlicht, darin werden 65 Indikationen für das Fußbad angegeben. Daran zweifle ich nicht, denn ich kenne Fritz Schiele als einen ganz reellen, aufrichtigen Menschen, dem weniger am Geschäft, als an der Hilfe für Kranke liegt. Das Kreislauftraining ist ja nichts Außergewöhnliches, kein Wunder, sondern ein genau erklärbares, natürliches Behandlungsverfahren.«

So weit Dr. Becker. Ich widerspreche nur in einem Punkt: Das Schiele-Bad ist etwas Außergewöhnliches; es ist ein Wunder. Wir werden von Fachleuten ermahnt, nicht von Wundermitteln zu sprechen; wenn man dieses Wort in den Mund nimmt, verliert man angeblich seine Seriosität. Ich brauche darauf keine Rücksicht zu nehmen und sage: Es gibt therapeutische Wundermittel. Der Hatha-Yoga ist eines, die Mayr-Kur gehört zu ihnen, das Frauenbad nach Kuhne, das Schiele-Bad.

Um Mißverständnisse auszuschließen: Ich vertrete keine Firmen, arbeite für niemanden auf Provision, verdiene nichts mit meinen Empfehlungen, welche ich nur aufgrund persönlicher Überzeugung gebe.

Wie beim Hatha-Yoga, bei den Kuhne-Bädern usw. ist beim Schiele-Bad zu betonen: Es muß korrekt ausgeführt werden! Alle großen Naturheiler beklagten, wie ungenau viele Patienten die verordneten Methoden in die Praxis umsetzten. Liest man, was Pfarrer Kneipp über falsch ausgeführte Wasseranwendungen berichtete (derart falsch, daß sie direkt schädlich waren), kann man nur den Kopf schütteln. Nun gibt es beim Schiele-Bad nicht viel falsch zu machen, hier ist mehr die Tatsache von Bedeutung, daß die meisten Anwender nicht oft und nicht regelmäßig genug praktizieren. Dennoch kann man auch beim Schiele-Bad Haarsträubendes nicht ausschließen. Im Internet fand ich eine Beschreibung des Schiele-Bades mit dem Hinweis: »Nicht geeignet für Diabetiker, da aufgrund gestörter Nervenempfindungen es unbemerkt zu Verbrühungen kommen kann.« Der Hinweis ist verständlich, der Autor will sich absichern. Andererseits: Sind Patienten Idioten? Das Schiele-Bad wurde früher für Diabetiker empfohlen. Wie kann es »unbemerkt« zu Verbrühungen kommen? Hat ein Mensch keine Augen, um auf das mitgelieferte Thermometer zu schauen und rechtzeitig den Ausschalter zu drücken? Den Einwand, daß es blinde Diabetiker gibt, könnte ich nur als böswillige Spitzfindigkeit betrachten; ein Blinder ist nicht in der Lage, ohne Begleitperson ein Schiele-Bad durchzuführen. [Update Mai 2014: Das Thema hat sich insofern erledigt als die Schiele-Geräte seit neuestem ein eingebautes Thermometer besitzen mit automatischer Abschaltfunktion bei 43 Grad.]

[Daß von der Firma Schiele unter den Gegenanzeigen Dinge aufgeführt werden wie akute Blinddarmentzündung, akute Thrombose, Blutungen im Magen-Darm-Bereich, Zustand nach frischer Operation … ist zwar pflichtgemäß, aber das sind ja wohl Selbstverständlichkeiten. Bei Unsicherheit über solche Punkte wende man sich an die Firma Schiele oder frage einen Arzt oder Heilpraktiker.]

»Korrekt ausgeführt« bezieht sich also mehr auf eine mangelnde Anwendung des Schiele-Bades. Daß man »ab und zu (!), etwa im Winter, eine Schiele-Bad als angenehm« empfindet; daß man merkt, wie gut es bei Erkältung und bei einem Migräneanfall wirkt, und so fort – das ist die eine Sache. Die andere ist: Zur Bekämpfung der chronischen Fuß- und Unterleibskälte muß das Schiele-Bad, mit Ausnahme vielleicht der Monate Juli und August, täglich angewendet werden; beim angeborenen Kaltfuß jahrelang, und zwar so lange, bis das Grundübel beseitigt ist. Falsche Erwartungen an die Schnelligkeit eines Erfolges – dies ist in den meisten Fällen der Grund dafür, daß viele Besitzer einer Schiele-Badewanne zu früh aufgeben. Der Naturarzt Johann Abele schrieb in einem Artikel zum Schiele-Bad: »Es stimmt, daß man gerade bei rheumatischen Krankheiten die Bäder nicht zu früh als wirkungslos abbrechen sollte. Drei Monate Badekur sind das Mindeste, und ein Jahr das Übliche. Man muß bedenken, daß der Organismus seine rheumatische Erkrankung meist in einer 20jährigen Anlaufzeit erworben hat.«

Es gibt mehrere gute Methoden zur Förderung der inneren Wärme; die konsequente Praxis des Hatha-Yoga wäre eine von ihnen. Chinesische Ärzte empfehlen zur Stärkung des Nieren-Yang Kräuter, Akupunktur und insbesondere die Moxibustion. Vor allem die Moxibustion ist hochwirksam, setzt aber immer die Behandlung durch einen Therapeuten voraus. »Yoga« steht für Unabhängigkeit, für die eigene Aktivität; eine einstündige tägliche Yogapraxis ist jedoch nicht jedermanns Sache, während ein tägliches Fußbad nach Schiele selbst schwachen und gebrechlichen Menschen zugemutet werden darf.

Unter den von Dr. Becker erwähnten 65 Indikationen seien einige herausgehoben; sie betreffen nicht die spektakulären Fälle von Heilungen schwerer Krankheiten, sondern den Alltag der Halbgesunden, zu denen wir alle gehören. Das allgemeine Wohlsein, das Gefühl gesteigerter Energie und Leichtigkeit nach einem Schiele-Fußbad ist das erste, was auffällt. Bei Migräne wirkt ein rechtzeitig (!) durchgeführtes Schiele-Bad wie ein Wundermittel; logisch, wenn man an die Ableitung von Blut und Prâna aus dem oberen Teil des Körpers denkt. Die gleiche Bemerkung – ein rechtzeitig durchgeführtes Schiele-Bad – gilt für den Fall einer nahenden Erkältung. Das beste Mittel gegen Schlaflosigkeit ist ein Schiele-Bad; wer sich im Bett stundenlang mit kalten Füßen plagt oder nur mit einer Wärmeflasche imstande ist, Schlaf zu finden, weiß das zu schätzen. Bei Arthrose der Ellbogen-, Hand- und Fingergelenke, bei rheumatischen Händen, Durchblutungsstörungen (Morbus Raynaud) … gibt es nichts Besseres als ein regelmäßig (!) durchgeführtes Armbad in der Schiele-Badewanne.

Die Wirkung des Schiele-Bades auf Nieren, Unterleibsorgane und Darm bezeichne ich als die wichtigste Wirkung überhaupt für Frauen.

Die positive psychische Wirkung des Schiele-Bades wurde oben unter Punkt 2, »der Kaltfuß als Ursache energetisch-psychischer Probleme« zumindest angedeutet. Angesichts seiner Bedeutung würde dies eine eigene ausführliche Abhandlung verdienen. Doch wozu – die Praxis alleine zählt. Man spüre und genieße die Wohltat einer gesteigerten Durchblutung und inneren Wärme auf den Geist. Bei einem Spaziergang nach dem Schiele-Bad hat man das Gefühl auf Wolken zu gehen, da sind alle Worte überflüssig.

Eine Auswahl an Patientenberichten, entnommen aus verschiedenen Bänden der Zeitschrift »Der Naturarzt«:

»Ich lag seit einigen Jahren mit primär chronischer Polyarthritis fest. Ein Bekannter erzählte, daß er seine Eltern vierzig Jahre lang wegen dieser schrecklichen Krankheit betreuen mußte. Sollte auch bei mir alles hoffnungslos sein? Die scharfen Medikamente der Fachärzte vertrug mein Magen nicht. So verlegte ich mich auf eine strenge Diät nach Bircher-Benner und begann mit den Schiele-Bädern. Nach etwa 140 Bädern traf mich mein früherer Hausarzt auf der Straße. Überrascht hielt er an und sagte: ›Na, auf der Straße hätte ich Sie am wenigsten vermutet.‹ ›Wo denn, Herr Doktor?‹ ›Im Bett oder Rollstuhl natürlich!‹ Ich war gesund geworden.«

»3 Jahre litt ich an Kopfschmerzen über dem linken Auge. Dazu seit 10 Monaten an Schmerzen im Bein. Wenn ich 2 bis 3 Stunden gegangen war und mal stehen mußte, waren die Beine steif und schwer. Nach 10 Schiele-Bädern nahmen die Schmerzen zunächst sehr zu. Zur gleichen Zeit löste sich in der Brust viel Schleim, so daß ich besser atmen konnte. Allmählich ließen die Schmerzen im Kopf nach, darauf in den Beinen. Fühle mich seitdem vollkommen gesund und frei.«

Patient, 73 Jahre alt. Er litt an ständiger Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwindel bei der Arbeit. Augenflimmern und Ohrensausen machten sein Leben zur Qual. Er benutzte 14 Tage lang das Schiele-Fußbad, und die Beschwerden nahmen zu, so daß er kaum »bei der Stange« gehalten werden konnte und ihm auch seine Ehefrau zusetzte, diese »schädigenden Bäder« wegzulassen. In der dritten Woche der Behandlung kräftigte sich sein Zustand, und nach der vierten Woche nahm er die ihm verbotene Berufstätigkeit wieder auf: »Es geht mir glänzend.«

Dr. med. Johann Abele berichtet: »Kind von sechs Jahren. Befund: Der gesamte Hinterkopf ist dick mit Schorf bedeckt. Starker Haarausfall. Vorangegangene erfolglose Behandlungen: mehrmonatige Salbenanwendungen, die keine Besserung herbeiführten. Dauer der Schiele-Kur: 14 Tage. Kurerfolg: Bereits nach 10 Bädern war das Exzem vollständig abgeheilt. Aus Vorsichtsgründen wurden noch weitere 5 Bäder gebraucht. Das Haar wuchs in alter Fülle wieder nach. Nachfrage nach 3 Jahren: Das Kind ist gesund geblieben, es ist kein Rückfall eingetreten. Ähnliche oder gleiche Geschichten habe ich bei der Therapie der Schuppenflechte (Psoriasis) gesehen.«

Dr. med. Johann Abele berichtet: »Patient, 45 Jahre alt, litt jahrelang an einer schweren Psoriasis und konnte nirgends Hilfe finden, auch bei keinem Hautspezialisten. Mit 45 Schiele-Bädern wurde eine vollständige Heilung erzielt. Nach eineinhalb Jahren kein Rezidiv. Ebenso: Patientin, 20 Jahre, litt seit ihrem 10. Lebensjahr an Psoriasis (von väterlicher Seite erblich belastet). Keine Hautklinik, kein Hautspezialist konnte ihr im Laufe von 10 Jahren helfen. Mit 45 Solectron-Bädern wurde auch hier vollständige Heilung erzielt. Nach eineinhalb Jahren ebenfalls kein Rezidiv (Solectron heißt einer der Badezusätze für das Schiele-Bad).«

Dr. med. Herbert Flaskamp berichtet: »Asthenikerin, die jahrelang wegen ihrer Hypotonie und einer Leistungsschwäche mit Vitaminpräparaten und blutdrucksteigernden Medikamenten behandelt wurde. Im weiteren bestand eine Neigung zu Harnwegsinfekten und eine allgemeine Infektanfälligkeit. Ständig kalte Füße. Im September 1982 wurde mit Schiele-Fußbädern begonnen, einmal täglich, abends mit Placenta-Arzneibäderzusätzen. Die Behandlung wurde regelmäßig über drei Monate konsequent durchgeführt mit dem Ergebnis, daß die zuvor notwendigen Antihypotonika und Roborantia abgesetzt werden konnten. Die Festigung der körperlichen Gesamtsituation zeigte sich auch in einer Abnahme der Infektanfälligkeit, so daß die Patientin sich, angetan durch den positiven Verlauf, zum Kauf eines eigenen Schiele-Gerätes entschloß.«

Dr. med. Herbert Flaskamp berichtet: »Patient mit Multipler Sklerose; ein Krankheitsbild, wobei neben den ataktischen Störungen die Regelung der Blasenfunktion vielfach Schwierigkeiten bereitet. Im Rahmen der Kombinationsbehandlung kam auch hier die Kreislaufbehandlung mit dem Schiele-Gerät zur Anwendung. Der Patient klagte vor allem über eine Blasenschwäche mit aufsteigenden Harnwegsinfektionen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Gangunsicherheit. Durch täglich zweimalige Anwendung morgens und abends mit Solectron-Zusätzen kam es soweit, daß der Spontanabgang von Urin vermieden werden und die Verordnung von Antibiotika zur Desinfizierung der ableitenden Harnwege reduziert werden konnte.«

Fritz Schiele erhielt viele Dankesbriefe; einen Teil davon ließ er allen Käufern einer Fußbadewanne zukommen. Aus diesem hilfreichen Material sei kurz zitiert:

»Mit Ihrem Gerät ist es gelungen, innerhalb von einigen Wochen ein diabetisches Gangrän am Großzeh zum Abheilen zu bringen.«

»Mein Prostata- und Blasenleiden hat sich wesentlich gebessert, ebenso Krampfaderbeschwerden. Mein Sohn hatte einen Ischiasanfall, auch er hat die Fußbadewanne mit Erfolg benutzt.«

»Ich war mit meinem Rheumatismus vergeblich in Behandlung. Keine Kur und kein Medikament wollten helfen. Ich vermochte nicht mehr, mich im Bett auf die andere Seite zu legen vor Schmerzen und konnte mich nicht mehr alleine anziehen. Erst die Schiele-Bäder bewirkten eine Wendung. Zuerst wurde es schlimmer, aber dann besserte es sich von Tag zu Tag. Nach 50 Bädern fühlte ich mich wieder jung, frisch, kräftig und trotz meiner 62 Jahre lebenslustig wie mit 20 Jahren.«

»Meine Schmerzen in den Hüftgelenken haben aufgehört. Auch die Fuß- und Wadenkrämpfe, die mich vorher jede Nacht so plagten, daß ich aufstehen und umhergehen mußte, sind verschwunden. Ich habe auch mehr Energie und Lebensfreude.«

»Inzwischen bedient sich die ganze Familie des Schiele-Gerätes. Mein Vater, Diabetiker, hatte bereits schwarze Stellen an den Zehen, und man sprach schon von Abnahme einzelner Zehen. Inzwischen sind die schwarzen Stellen verschwunden, und er kann wieder laufen, sogar weite Spaziergänge machen. Auch hat die starke Schlaflosigkeit bei meiner Mutter vollkommen aufgehört.«

Bericht: Sechsjähriger Junge, Riesentonsillen, Knochenschmerzen, Polypen der Nase, chronischer Husten, nachts Schwitzen, Bauchweh, eitrige Conjunctiven. Vom Haus- und Kinderarzt vergeblich seit Jahren behandelt. Durch Symbioselenkung und Homöopathie gebessert. Erst durch den Einsatz des Schiele-Gerätes völlig saniert und widerstandsfähig. Therapie ein Vierteljahr.

»Mein Sohn leidet seit dem achten Lebensjahr in sechswöchigen Abständen unter Migräneanfällen, die immer 24 Stunden anhielten, mit Erbrechen und mit allem, was dazugehört. Seit er die Bäder macht, hat er keinen Anfall mehr bekommen, keinen Tag in der Schule gefehlt.«

Bericht: Dreijähriges Mädchen, chronische Harnwegsinfekte, Vaginitis chronica, Dauer-Antibiotica, Ekzeme, Daueranginen. Neben Symbioselenkung und Diätumstellung tut das Schiele-Bad die besten Dienste. Erst durch seinen Einsatz wird das Kind innerhalb eines Vierteljahres stabil. Beobachtung 1 Jahr.

»Mein kranker Fuß (drei offene große Geschwüre) ist geheilt. Es war äußerst schlimm und schmerzhaft, so daß ich manchmal verzweifelte, aber nach jedem Schiele-Bad wurde es besser. Bin so glücklich darüber, daß ich wieder gesund bin. Bedaure nur, daß ich die Bäder und dieses Gerät nicht früher kannte, dann hätte ich mich sicher nicht frühzeitig invalidieren lassen müssen.«

»Die Anwendungsgebiete für die Fußbadekuren nach Schiele sind vielfältig. So ist eine Fußbadekur bei chronischem Kaltfuß (viele Mädchen und Frauen leiden darunter), mit Gefäß- und Kreislauflabilität, Beckenbodenneuralgie, Darm-, Blasen- und Unterleibskrämpfen vergesellschaftet, sehr oft das Heilmittel für diese Beschwerden. Wir konnten allein mit der konsequent durchgeführten Fußbadekur völlige Beschwerdefreiheit erreichen« (ein Heilpraktiker).

Für jene, die verstehen wollen, reicht das Gesagte; für die anderen wären weitere 100 Seiten nicht überzeugend. Ich halte das Schiele-Bad für eines der wenigen wirklich wichtigen Dinge auf dem Gebiet der Gesundheit. Wenn Du willst, liebe(r) Leser(in), wende Dich an: Fritz Schiele Bäder-Fabrik GmbH (Jürs Gerätebau); www.schiele-baeder.de. Leider sind die Schiele-Geräte, selbst das von mir verwendete Grundmodell (Typ A) relativ teuer, was soll man machen. Bedenkt man jedoch, wieviel Geld Monat für Monat für schädliche Kosmetika und anderen Unsinn ausgegeben wird, dann sind die Schiele-Geräte geradezu billig. [Update Mai 2014: Durch die vom Gesetzgeber geforderte neu eingebaute Sensor-Automatik erhöht sich der Preis für das Kreislaufgerät beträchtlich.]

Noch einmal extra sei auf die große Bedeutung von Armbädern mit dem Schiele-Gerät hingewiesen, siehe oben. Wobei hier angemerkt werden muß: Ein Armbad ist nur mit dem normalen Schiele-Gerät (Typ A bzw. AC) möglich, nicht jedoch mit dem neuerdings erhältlichen kleinen, Typ A Mini. Dafür ist das Mini-Gerät ideal, um es auf Reisen mitzunehmen.

Ich schließe mit der erneuten Bemerkung: Ich vertrete keine Firmen, arbeite für niemanden auf Provision, verdiene nichts mit meinen Empfehlungen. Ich besitze mehrere Schiele-Geräte seit über 25 Jahren und spreche aus persönlicher Überzeugung.

Wie oft mußte ich anläßlich eines Therapiegespräches und einer Empfehlung für das Schiele-Bad den stereotypen, abgedroschenen Satz hören: »Ich mache doch schon Fußbäder, wozu ein eigenes Gerät?« Sich nicht bewußt machend daß mit dieser Aussage eine negative Information verbunden war, nämlich: Die verschiedenen »Fußbäder« haben letzten Endes wenig gebracht (wie das erneute therapeutische Gespräch beweist), der chronische Kaltfuß und die anderen oben beschriebenen Störungen und Krankheiten sind immer noch da … Warum ich einen solchen Satz »abgedroschen« nenne? Weil er in den meisten Fällen nur eine Abwehr darstellt, die im Klartext heißt: »Davon will ich nichts hören.« Nun, überzeugen muß jeder Mensch sich selbst, da hilft kein noch so geduldiges und einleuchtendes Erklären. Jedenfalls: Wer ein Schiele-Bad mit einem gewöhnlichen Fußbad gleichsetzt weiß nicht wovon er spricht. Weil er nie die Wirkungen einer ordnungsgemäß durchgeführten Schiele-Behandlung erfahren hat.

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Das Reibesitzbad für Frauen nach Louis Kuhne

Der Naturheilkundler Louis Kuhne (Leipzig, 1835–1901) veröffentlichte gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Werk »Die neue Heilwissenschaft oder die Lehre von der Einheit aller Krankheiten«. Ich bin glücklicher Besitzer eines Exemplars von 1894 und ein vorbehaltloser Bewunderer des genialen Altmeisters Kuhne, der mit seinem Buch einen zeitlosen Klassiker geschrieben hat (Neuauflage: Turm-Verlag Bietigheim-Bissingen).

Dr. Alexander Rosendorff schrieb in seinem eigenen, höchst empfehlenswerten Werk »Neue Erkenntnisse in der Naturheilbehandlung aus fünfzigjähriger Praxis« (Turm-Verlag Bietigheim) eine Abhandlung über Kuhne, die er mit diesen Worten schließt: »Das ist in Kürze die Quintessenz der Heilwissenschaft von Louis Kuhne. Es ist erstaunlich, mit welchem Scharfsinn und strenger Logik Kuhne bereits vor 100 Jahren eine Gesundheitslehre aufstellte, welche noch heute und wohl in alle Zukunft ihre Gültigkeit behalten wird. Ich habe in Tausenden Fällen die unumstößliche Richtigkeit seiner Lehre nachprüfen können.« Die Worte haben noch größeres Gewicht, wenn man bedenkt, wie gut hier ein Dr. med. über einen Laien der Heilkunst spricht; welcher Mediziner wagt dies heute noch.

Es sei erlaubt eine weitere kleine Passage aus Dr. Rosendorffs Buch zu zitieren, die keine Frage offenläßt, zumindest nicht für jene Menschen, die bereit sind verstehen zu wollen: »Ich habe auch nachprüfen können, daß man, wie Kuhne lehrt, Masern, Scharlach, Diphterie, Pocken auf dieselbe Weise behandeln und heilen kann, so in einem Fall von schwerer Diphterie bei einem zehnjährigen Knaben, dessen Zustand von einem Facharzt für aussichtslos erklärt worden war: Das Gesicht war zyanotisch, also bläulich verfärbt, der Hals dick geschwollen, der Rachen voller Belag, der Puls schwach und sehr beschleunigt, die Atmung behindert, das Sensorium war stark getrübt. Ich ließ sofort einen Einlauf machen, der nur schwachen Erfolg hatte. Dann erhielt der Patient einen Leibwickel mit kaltem Wasser und wollener Bedeckung, eine Wärmeflasche an die Füße und je eine an beide Körperseiten, über das Ganze ein Federbett. Nach 20 Minuten trat reichlicher Schweiß auf. Nachdem das Schwitzen eine Viertelstunde gedauert hatte, wurde der Patient schnell entkleidet und erhielt ein Rumpfreibebad von zehn Minuten Dauer, in welchem er anfing, stark zu husten und Schleimfetzen mit Belag auszuspeien. Darauf folgte sofort wieder eine Schwitzpackung und darauf wiederum ein Rumpfreibebad. Währenddessen hatte sich der Zustand bedeutend verändert, die Zyanose war starker Gesichtsröte gewichen, die Somnolenz war geschwunden, der Kranke blickte klar um sich, er spie noch große Schleimmassen aus und hatte spontan einen voluminösen Stuhlgang. Die Temperatur war binnen zwei Stunden von 40 auf 37 Grad herabgesunken. Der Puls war voll bei 90 Schlägen, im Rachen kein Belag mehr zu sehen. Nach der dritten Schwitzprozedur mit nachfolgendem Rumpfreibebad verlangte der Patient zu essen und schlief ein. Am dritten Tag konnte er bereits aufstehen; eine leichte Nierenentzündung wurde durch die Rumpfreibebäder in 14 Tagen behoben.«

Die Essenz von Kuhnes Lehre heißt Toxämie, die Vergiftung des Blutes. Sein zusammenfassender Hauptsatz lautet: »Jedes Kranksein wird bedingt durch das Vorhandensein von Fremdstoffen im Körper. Es gibt nur eine Krankheitsursache, es gibt auch nur eine Krankheit, die sich durch verschiedene Erscheinungen offenbart. Alle Krankheiten haben ihre Entstehungsquelle im Unterleib infolge einer mangelhaften Verdauung.«

Kuhne hat damit betont, was alle großen Naturheilkundigen sagten; bevor die Schulmedizin ihren Siegeszug antrat, war dies der Grundgedanke der hippokratischen Lehre von den Säften:

»Krankheit ist der Versuch der Natur, die schlechten Stoffe hinauszuwerfen.« (Leopold Emanuel Felke)

»Krankheiten sind Giftabwehrkämpfe. Alle krankhaften Vorgänge im Körper zeigen an, daß seine Abwehrsysteme im Kampf mit Giften liegen.« (Dr. Erich Rauch)

»Gibt es wirklich Hunderte von Krankheiten? Nein. Der Ursprung aller ist und bleibt nach Hippokrates einheitlich und liegt in der Blut- und Lymphverderbnis und der durch sie letzten Endes eingeleiteten allgemeinen Gewebsentzündung und Körperzellenverschlackung.« (Dr. Reinhard Steintel)

»In unserem Lande wird oft das Wetter verantwortlich gemacht für rheumatische Leiden. Wäre jedoch das Blut frei von Fremdstoffen, hätten Wetter oder Wetterwechsel keinen Einfluß auf den Organismus.« (John Armstrong)

»Alle Krankheiten, welchen Namen sie immer führen mögen, haben ihren Grund, ihre Entstehungsursache, ihren Keim in Störungen des Blutes, mag dieses nun in seiner Zirkulation gestört oder in seiner Zusammensetzung, in seinen Bestandteilen durch nicht dahingehörige, schlechte Säfte verdorben sein.« (Sebastian Kneipp)

»Jeder kranke Mensch verdankt sein Krankwerden, die Schwere seiner Erkrankung und ihres Verlaufes in erster Linie der Trägheit seines Darmes. Die Darmträgheit ist das folgenreichste, das verbreitetste und doch unbekannteste aller Übel.« (Dr. Franz Xaver Mayr)

»Man kann es von Kopf bis Fuß an allen Organen verfolgen, wie gestörte Magenverdauung zu einer der häufigsten und wichtigsten Krankheitsursachen überhaupt wird, und wie alle diese Erkrankungen in solchen Fällen nur durch die richtige Magenbehandlung geheilt werden können.« (Dr. Bernhard Aschner)

Die Existenz von »Schlacken« in Blut und Geweben wird heute bestritten. Es gilt als Errungenschaft der modernen Medizin, daß man zehntausende von Krankheiten kennt – und die Ursache der meisten ist angeblich unbekannt. Es gibt keinen Grund, darauf stolz zu sein und die Säftelehre als überholt zu bezeichnen; hier wird vor lauter Bäumen der Wald nicht mehr gesehen. Die Praxis gibt einer im gesunden Menschenverstand gründenden Richtung der Naturheilkunde recht, welche sagt: Es gibt nur eine Ursache für (fast) alle Krankheiten: die Verschlackung des Blutes und der Gewebe, die Erstickung der Zellen durch Gifte und Fremdstoffe, durch Gärungs- und Fäulnisprodukte eines mangelhaft arbeitenden Darms. Die verschiedenen Krankheiten zeigen Ort und Grad der Belastung an und sind der Versuch des Körpers, sich von diesen Giften zu befreien. Es kann nur eine ursächliche Therapie geben: die Ausleitung der Fremdstoffe, die Entgiftung und Reinigung des Organismus mit Hilfe natürlicher Methoden.

Louis Kuhne ging konsequent diesen Weg, und der Erfolg gab ihm recht. Seine Therapie stand auf mehreren Säulen: die rechte Ernährung als Grundlegendes, denn in seinen Augen war die Verdauungsstörung die Mutter aller Krankheiten; die Ausleitung der Fremdstoffe durch Dampfbäder und andere Schwitzkuren; Sonnenbäder; und die von ihm entwickelten beiden Gesundheitsbäder, das Rumpfreibebad und das Reibesitzbad.

Die ersten drei Punkte sind bekannt und müssen nicht erörtert werden; ebensowenig das Rumpfreibebad für Männer. 95 Prozent meiner Kursteilnehmer sind weiblich, ich beschränke mich daher auf das Kuhnebad für Frauen.

Um das Reibesitzbad richtig einschätzen zu können muß man wissen, daß Kuhne wie ein Yogin von der »Lebenskraft« sprach. Was er über die Nervenströme, über die Funktion der Lebenskraft bei Verdauung und Assimilierung der Nahrung usw. sagte, entspricht der ayurvedischen Vorstellung. Die Kuhnebäder regen die Ausscheidungstätigkeit des Körpers über Haut, Nieren usw. an, unterdrücken die krankhaften Gärungsvorgänge im Verdauungstrakt und so fort, vor allem aber bringen sie die Ströme der Lebenskraft wieder zum naturgemäßen, harmonischen Fließen. Das Frauenbad von Kuhne, das 20minütige Waschen der Genitalien mit 12–14 Grad kaltem Wasser, läßt sich nur im Zusammenhang mit der Lebenskraft verstehen. Mit Kuhnes eigenen Worten: »Durch das Reibesitzbad werden die Nerven, die Träger des Lebens, also die Lebenskraft selber im ganzen Körper in bis jetzt unbekannter Weise stärkend beeinflußt. An keiner anderen Stelle des Körpers, als gerade an der von mir angegebenen, laufen viele Enden der wichtigsten Nerven im Körper zusammen. Es sind dies besonders die Ausläufer vieler Rückenmarksnerven und des Nervus sympathicus, welche die Hauptnerven des Unterleibs sind und durch ihren Zusammenhang mit dem Gehirn eben eine Beeinflussung des gesamten Nervensystems des Körpers auf diese Weise zulassen. Nur an den Geschlechtsteilen der Menschen ist das ganze Nervensystem des Organismus beeinflußbar. Hier ist gewissermaßen die Wurzel des ganzen Lebensbaumes. Durch die kalten Waschungen findet nun eine sehr erhebliche Stärkung der Nerven statt, oder mit anderen Worten gesagt, die Lebenskraft des ganzen Körpers, auch die des kleinsten Teils, wird dadurch angefacht.«

Das Kuhnsche Frauenbad hat sehr viele Indikationen; ich will sie hier nur zum Teil und im Telegrammstil wiedergeben. Die Stoffwechselwirkungen betreffen die Anregung des Verdauungsapparates im Sinne von Kuhne (Unterdrückung der pathogenen Gärungsprozesse im Darm) und die generelle Entgiftung über Haut, Nieren, Darm und Lymphe. In Sachen Kreislaufsystem ist die bedeutendste Wirkung des Kuhnebades die Ableitung von Blut und Prana, ein Segen beispielsweise bei der gefürchteten Migräne (diese Anmerkung gilt ebenso für das wundervolle Schiele-Fußbad). Auf dem Gebiet der Gynäkologie/Urologie kommt das Frauenbad in stärkstem Maße zur Wirkung. Beschwerden von Nieren, Harnleiter und Blase verschwinden, ebenso die Infektionen mit Bakterien und Pilzen aller Art, Ausfluß und Entzündungen. Es ist ein Wundermittel bei Menstruationsstörungen und bei den Beschwerden im Klimakterium (Hitzewallungen). Schließlich wirkt es tonisierend, gegen die mangelnde Spannkraft im Unterleib, gegen Organsenkungen.

Die Praxis. Die Originalbeschreibung ist etwas kompliziert, zumal Kuhne von einer speziellen Rumpfbadewanne ausging, welche man praktisch nicht mehr findet; hier sei der Einfachheit halber die Anweisung zweier moderner Naturärzte wiedergegeben.

Dr. Erich Rauch schrieb in seinem wegweisenden Werk »Blut- und Säftereinigung« (Haug-Verlag; eines der besten und wichtigsten Gesundheitsbücher): »Dieses Bad darf nur im durchwärmten Zustand genommen werden! Ein Kübel, Schaff oder eine Kinderwanne wird mit Wasser gefüllt. Die Badende befreit sich ihrer Beinkleidung und setzt sich auf einen nicht einschneidenden Kübel oder auf ein Brettchen, das sie über Schaff oder Kinderwanne gelegt hat. Beine und Gesäß bleiben außerhalb des Wassers. Beine und Oberkörper können bekleidet sein; es kann auch eine Decke umgenommen werden; die Badende darf auf keinen Fall frieren! Sie taucht einen Naturschwamm oder ein altes lockeres Leinentuch in das Wasser und spült damit, möglichst viel Wasser hochnehmend, leicht von unten nach aufwärts streichend, über die äußeren Geschlechtsteile; diese werden ständig bespült, auch sanft hin- und hergewaschen, nicht jedoch kräftig gerieben. Am wirkungsvollsten ist die Wassertemperatur von 12 bis 14 Grad. Diese wird nicht von allen Frauen sogleich vertragen. Große Kälteempfindlichkeit in der Schamgegend beweist eine mangelhafte Genitaldurchblutung und Genitalgesundheit. Solche Frauen müssen daher mit einem oft wesentlich wärmeren Wasser, wie sie es vertragen, beginnen, nehmen es aber allmählich kühler. Das Bad wird 1–3mal täglich 15–20–30 Minuten genommen, in schweren akuten Fällen (Blutvergiftung, lebensbedrohliche Zustände, hohes Fieber) auch öfter und länger, bis 60 Minuten, bei mehrfacher Erneuerung des Wassers. In vielen verzweifelten Fällen hat dieses Bad, kombiniert mit dem Rumpfreibebad und anderen Entgiftungsmaßnahmen Kindern und Erwachsenen schon das Leben gerettet.«

Dr. W. E. Loeckle schrieb in der Reform-Rundschau (der Jahrgang ist mir entfallen) einen sehr guten Artikel über das Kuhnebad, hier seine Erklärung der Ausführung: »Das Reibesitzbad ist überraschend einfach in seiner Anwendung. ›Sie‹ sitzt morgens, noch mit ihrer Bettwärme und nach einem Glas warmen Tee, auch mit Kleidung oder doch warmer Hülle, auf einer Stuhl- oder Hockerkante über einem möglichst großen Eimer Kaltwasser. Dieser wird belebt durch eine frische Zitrone in dreierlei Art: Abreiben der Zitrone durch eine Küchenraspel, damit das Gelbe mit den ätherischen Ölen ins Wasser gelangt. Durchschneiden der immer noch gelben Zitrone, beide Hälften aus der hohlen Hand in das Wasser auspressen. Beide Schalen ebenfalls in den Eimer. Jetzt Waschlappen eintauchen und damit die Scham benetzen. Erneut eintauchen, erneut die Schamgegend äußerlich berühren. Gemächlich auf und nieder vom Eimer zur Haut, zwanzig Minuten lang: feuchtkühl benetzen, Eintauchphase, feuchte Kühle, Pause – weiter nichts. Das erfolgt bald unbewußt, fast automatisch.«

Von Louis Kuhne selbst sei noch hinzugefügt: »Es wird besonders betont, daß nur die äußeren, nicht etwa die inneren Schamteile zu waschen sind, und daß kein scharfes Hin- und Herscheuern, sondern nur ein sanftes Waschen, mit möglichst vielem Wasser zu erfolgen hat. Das Wasser wird bei den Reibesitzbädern stets so kalt, wie die Natur es bietet, genommen (8–12 Grad), doch kann eine etwas mildere Temperatur, bis 15 Grad in besonderen Fällen angewendet werden. Je kälter das Wasser während des Reibesitzbades ist, desto wirksamer sind diese Bäder. Man nehme das Wasser jedoch nie kälter als man es an den Händen bequem ertragen kann.« Eventuell ist der Hinweis von Dr. Rauch wichtig, daß nämlich ständig frierende Frauen zunächst das heiße Reibesitzbad durchführen sollten: »Es wird die gleiche Prozedur wie oben durchgeführt, jedoch mit so heißem Wasser, als noch vertragen wird. Das Bad wird mit einer kühlen Abwaschung des Geschlechtsteils abgeschlossen. Auf diese Weise wird das Wärmedefizit des Körpers beseitigt, und Durchwärmung, Entkrampfung und Abhärtung des Unterleibs erzielt. Dadurch können die meisten Frauen nach einiger Zeit … auf das kühle Bad übergehen. Bei Blutungsneigung, Schwangerschaft und großen Hämorrhoiden ist das heiße Bad untersagt.«

Das Kuhnsche Reibesitzbad ist ein Segen für Frauen; es muß aber korrekt ausgeführt werden! Kuhne selbst sah sich schon veranlaßt zu notieren, seine Bäder seien »so einfach, daß ich es nicht begreifen kann, wie trotz der genauen Beschreibung dieselben so vielfach falsch ausgeführt werden.« Dazu einige Anmerkungen von Dr. Loeckle: »Über das einfache Reibesitzbad ist reichlich Ärgernis in die Welt gebracht worden, auch durch leichtfertige Schreibereien vom grünen Tisch und ohne fundierte Erfahrung. Verwirrend ist zunächst der untreffliche Name, da man weder ›reibt‹ noch irgendwo ›drinsitzt‹; er hat sich nun einmal eingebürgert. Aber auch individuell und mit Skizze unterrichtete Damen warten gelegentlich mit Fehlinterpretationen auf und mit eigenen ›Zutaten‹. So wurde einmal berichtet, daß die Füße im kalten Wasser stehen sollten dabei; und das zwanzig Minuten lang! Oder man könne doch gut die leere Badewanne verwenden! Man könne statt des Waschlappens die kalte Brause benutzen! Stück für Stück schädlicher Wärmeentzug, ja Unterkühlung. Ebenso wenn der Raum zu kalt ist, die Füße nicht warm gehalten werden (bei Bedarf Wollstrümpfe!). Oder man solle das Bidet benutzen, gar ein spezielles Einhänge-Gefäß für die Toilette kaufen: Dann wäre die Wassermenge zu gering und erwärmt sich zu rasch. Oder es wurde der Unterbauch gerieben: zu intensive, zu großflächige, falsche Kälteeinwirkung.«

Wer trotz der Beschreibung Probleme mit der Ausführung hat, sollte sich das Buch »Blut- und Säfte-Reinigung« von Dr. med. Erich Rauch besorgen (Haug-Verlag). Dort ist die Beschreibung der Kuhnebäder (auch des wichtigen Rumpfreibebades für die Männer) mit Abbildungen versehen. Ebenfalls in höchstem Maße empfehlenswert, vom selben Autor und Verlag, ist: »Heilung der Erkältungs- und Infektionskrankheiten durch natürliche Behandlung.«

[Anmerkung: Leider sind heutzutage in der Regel die wirklich guten Bücher vergriffen und werden nicht mehr neu aufgelegt – auch ein Weg, die Wahrheit zu verschweigen.]

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Die Darmreinigung nach Dr. F. X. Mayr

Es gibt derzeit kaum ein Kind, dessen Begabungen zur vollen Entwicklung kommen können, da die Ernährung der Kinder schon von ihrer Zeugung an nicht zweckmäßig ist, a) weil kaum eine Mutter während der Schwangerschaft ihren Sprößling … zweckmäßig ernähren kann, da sie sich selber und somit auch die Schleimhaut ihrer Gebärmutter nicht zweckmäßig ernähren kann, weil ihr Darm nicht in Ordnung, weil er träge ist; b) weil kaum eine stillende Mutter aus denselben Gründen dem Säugling beste Milch von ihren Brüsten liefern kann und c) weil es kaum ein Kind gibt, dessen Darm nicht schon von der Zeit des Abstillens an beträchtlich in Unordnung, nämlich träge ist, ermeßbar an der Vergrößerung und Verhärtung seines Leibes, der Aufblähung seiner Gedärme, an dem Gestank seiner Stühle und der abgehenden Blähungen. [Darmträgheit, Seite 200]

Es gibt derzeit kaum einen Menschen, der vollkommen gesund ist, dessen sämtliche Organe nicht schon mehr oder weniger krank sind, schon allein deshalb, weil zufolge der Krankhaftigkeit unseres Darmes keine einzige Zelle unseres Körpers, somit auch kein Organ desselben zweckmäßig ernährt werden und ernährt sein und somit vollkommen gesund sein kann. Denn keine Zelle unseres Körpers kann mit den Speisen ernährt werden, die wir essen, … sondern einzig und allein nur mit dem, was unser Darm aus den genossenen Speisen macht, folglich nur so gut und so schlecht, wie der Darm entsprechend seiner Gesundheit seine Arbeit zu leisten vermag. [Darmträgheit, Seite 251]

Es gibt derzeit kaum einen bejahrten Menschen, der nicht vorzeitig alt und invalid geworden ist, schon allein deshalb, weil alle seine vegetativen Organe … zeit seines Lebens zufolge der Trägheit seines Darmes nicht zweckmäßig ernährt werden konnten und es auch nicht wurden und daher vorzeitig und übermäßig gealtert und erschöpft sind und er selbst arbeitsunfähig und der Altersfürsorge bedürftig geworden ist. [Darmträgheit, Seite 201]

Man kann diese Worte von Dr. Franz Xaver Mayr (1875–1965) nicht genug überdenken; sie stammen aus dem Werk »Darmträgheit – das folgenreichste, das verbreitetste und doch unbekannteste aller Übel.« Verlag Neues Leben Bad Goisern, Österreich; 5. Auflage 1967. Ein Klassiker der Gesundheitsliteratur. [Das Buch ist – wie so viele andere wirklich gute Werke – leider vergriffen. Eine Neuveröffentlichung ist aber beabsichtigt.]

Im biochemischen Ernährungssystem heißt es: Was sollen wir essen? Welche Stoffe brauchen wir, um gesund zu bleiben? Im energetischen System dagegen ist von Bedeutung: Wie soll man essen? Dieser Grundgedanke paßt zum Yoga; das erkennt man sofort, wenn man Dr. Mayrs Aufzählung der Ursachen für die Selbstvergiftung vom Darm aus liest: Wir essen zu schnell, zuviel auf einmal, zuviel durcheinander, zu oft, zu spät am Abend.

Der Titel von Mayrs Hauptwerk steht für seine lebenslange Arbeit: »Darmträgheit – das folgenreichste, das verbreitetste und doch unbekannteste aller Übel.« Alle drei Begriffe belegt Mayr schlüssig. Das folgenreichste Übel ist es verständlicherweise wenn man sich klarmacht, daß jede Zelle des Körpers sich nur von dem ernähren kann, was der Darm aus den Speisen gemacht hat. Wir begegnen erneut dem fundamentalen Satz: Aus dem Speisebrei und Darmsaft bildet sich die alle Nährstoffe, bei schlechter Nahrung und Verdauung aber auch alle möglichen Giftstoffe enthaltene Grundflüssigkeit; aus ihr bildet sich das Blut … Da es kaum einen Menschen gibt, dessen Darm nicht schon von Kindheit an träge (insuffizient) ist, stellt die Darmträgheit auch das verbreitetste und unbekannteste Übel dar.

Von einem anderen Naturarzt hören wir: »Wichtigste Erkenntnis meiner fünfzigjährigen ärztlichen Tätigkeit: Die primäre Ursache aller Krankheiten ist die Erweiterung des Magens.« [Alexander Rosendorff] Daran leiden »die meisten Menschen vom Säuglings- bis zum Greisenalter«. Sie entsteht durch eine mangelnde Eßdisziplin (wir essen zuviel, zu oft …), führt zur Erschlaffung der Magenwand (mit Liegenbleiben des Speisebreies, ungenügender Bildung von Verdauungssäften, Gärung) und im weiteren Verlauf zur Erschlaffung des Darmes, zur Darmträgheit.

Zu deren Folgen sagt Dr. Mayr: Der Darminhalt verweilt zu lange in allen Abschnitten des Verdauungskanals und ist in dem feuchtwarmen Milieu Gärungs- und Fäulnisprozessen unterworfen. Dadurch bilden sich Substanzen welche, in die Blutbahn aufgenommen, für den Organismus giftig sind. Von da her stammt der von allen Naturärzten verwendete Begriff der intestinalen Autointoxikation (Selbstvergiftung vom Darm aus).

Die in einem insuffizienten Verdauungsapparat entstehenden Giftstoffe verschlacken und vergiften Blut und Gewebe und gelangen in jede einzelne Zelle, in jedes Organ, so daß die intestinale Autointoxikation die Ursache fast aller Krankheiten ist. Selbst in seinem ausführlichen  Hauptwerk sagt Dr. Mayr dazu: »Es ist begreiflicherweise unmöglich, dieses Kapitel erschöpfend zu behandeln, denn das hieße, die gesamte Pathologie abhandeln zu wollen.«

Die Therapie Dr. Mayrs besteht aus der nach ihm benannten Darmreinigungskur und aus einer vernünftigen Ernährungs-, vor allem Eßdisziplin. Am Anfang stehen (1) die Schonung des Darms durch Fasten oder durch die Milch-Semmel-Kur; (2) die Säuberung des Darms durch Berieselung von oben mit Salzlösungen; (3) die Tonisierung des erschlafften Darms durch eine spezielle Darmmassage. (4) Die Eßdisziplin  ist einfach zusammenzufassen: Man esse langsam; man nehme nur kleine Bissen in den Mund; man kaue sorgfältig und speichle die Nahrung ein.

Auch der Hatha-Yoga stellt die Darmgesundheit in den Mittelpunkt. Seine Ernährungsempfehlungen stimmen mit dem hier Gesagten überein. Das »Wie soll man essen« hält er für wichtiger als die dominierende Frage nach dem Was.

Zu den Themen Säftelehre, Darmreinigung, Entschlackung und Entgiftung, natürliche Hilfen bei Infektionskrankheiten sei auf die empfehlenswerten Schriften des direkten Mayr-Schülers Dr. med. Erich Rauch hingewiesen. Herausragend unter ihnen ist »Die Blut- und Säftereinigung«.

Es gibt die ambulante Mayr-Kur und die Mayr-Kur in einer Klinik. Dr. Mayr fand es zu seiner Zeit natürlich daß jeder Mensch problemlos daheim das Fasten oder die Milch-Semmel-Kur durchführen könnte. Heute gilt: Die Selbstdisziplin und die Widerstandskraft ist auf ein Minimum geschmolzen, die Ablenkungen und damit die potentiellen Gefahren für eine erfolgreiche ambulante Kur sind gewachsen. Der letzte Satz gilt speziell für das Fastenbrechen. Wenn man da nicht aufpaßt ist die gute Wirkung der Kur schnell wieder verschwunden. Außerdem ist ein nicht korrektes Fastenbrechen geradezu gefährlich. Aus diesem Grund ist eine ambulante Selbstkur nicht zu empfehlen. Für eine ordentliche Mayr-Kur muß man drei, vier Wochen lang weg von Beruf und Alltag in eine Klinik gehen; man muß die Hilfe erfahrener Mayr-Ärzte in Anspruch nehmen, die einem in schlechten Momenten (in den Heilkrisen) psychisch, aber auch medikamentös beistehen.

Sich dem Zeitmangel der Menschen anpassend (und der schlechten Unterstützung durch Krankenkassen), bieten Kliniken auch Mayr-Kuren von einer Woche Dauer an. Dazu: Sechs Tage in einer Klinik mit Schonkost und mit naturheilkundlichen Behandlungen, das ist eine sinnvolle Entschlackung und Entgiftung des Organismus, aber keine Mayr-Kur. Diese bedarf einer längeren Zeit; zwei Wochen sind das Minimum, drei Wochen sind besser, vier noch besser.

Nach der Mayr-Kur sollte man nicht in alte Fehler zurückfallen. Daher: Die Eßdisziplin ist der Schlüssel – nimm nur kleine Bissen in den Mund, speichele die Speisen sorgfältig ein, bedenke genügende Pausen zwischen den Mahlzeiten, iß abends wenig bis gar nichts. Dies alles geht konform mit der Disziplin des Yoga. Man stärke zusätzlich das Verdauungsfeuer durch Yogaübungen und mache Gebrauch von wärmenden Gewürzen zur Anregung des Agni.

Fast alle Krankheiten beginnen im Magen mit einer schlechten Verdauung. [Swâmî Nârâyanânanda]

Gibt  es wirklich Hunderte von Krankheiten? Nein. Der Ursprung aller ist und bleibt nach Hippokrates einheitlich und liegt in der Blut- und Lymphverderbnis und der durch sie letzten Endes eingeleiteten allgemeinen Gewebsentzündung und Körperzellenverschlackung. Davon gehen alle vielgestaltigen, scheinbar nichts miteinander zu tun habenden und deshalb fein in tausenden Schublädchen mit tausenden Namen auf den Etikette versehenen und ein Heer von hunderttausenden Mittelchen heraufbeschwörenden Krankheitserscheinungen aus. [Reinhard Steintel]

Man kann es von Kopf bis Fuß an allen Organen verfolgen, wie gestörte Magenverdauung zu einer der häufigsten und wichtigsten Krankheitsursachen überhaupt wird, und wie umgekehrt alle diese Erkrankungen in solchen Fällen nur durch die richtige Magenbehandlung geheilt werden können. [Bernhard Aschner]

Alle Krankheiten, welchen Namen sie immer führen mögen, haben ihren Grund, ihre Entstehungsursache, ihren Keim in Störungen des Blutes, mag dieses nun in seiner Zirkulation gestört oder in seiner Zusammensetzung, in seinen Bestandteilen durch nicht dahingehörige, schlechte Säfte verdorben sein. [Sebastian Kneipp]

Jedes Kranksein wird bedingt durch das Vorhandensein von Fremdstoffen im Körper. Es gibt nur eine Krankheitsursache, es gibt auch nur eine Krankheit, die sich durch verschiedene Erscheinungen offenbart. Alle Krankheiten haben ihre Entstehungsquelle im Unterleib infolge einer mangelhaften Verdauung. [Louis Kuhne]

Jeder kranke Mensch verdankt sein Krankwerden, die Schwere seiner Erkrankung und ihres Verlaufes in erster Linie der Trägheit seines Darms. Der geschädigte Darm ist das folgenreichste, verbreitetste und doch unbekannteste aller Übel. Die im kranken Darm entstehenden Gifte sind es nachweisbar, die den Menschen krank und vorzeitig alt machen. [Franz Xaver Mayr]

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Zur Osteoporose

Wie man der medizinischen Literatur entnehmen kann, sind die Ursachen für die Osteoporose »weitgehend ungeklärt«. In der Naturheilkunde ist man anderer Meinung; es handelt sich bei der Osteoporose wie bei den rheumatischen Leiden, bei der Arteriosklerose usw. um eine Zivilisationskrankheit, deren Ursache eine mangelnde Bewegung, eine schlechte Ernährung und eine insuffiziente Verdauung sind. Auch die schulmedizinische Theorie vom menopausalen Östrogenmangel bei Frauen als eine der Ursachen für die Osteoporose steht auf wackligen Füßen; es gibt Hinweise darauf, daß Östrogen nicht die Neubildung von Knochensubstanz fördert, und daß dafür umgekehrt der Gegenspieler des Östrogens, das natürliche Progesteron hilfreich ist. Außerdem ist die Therapie mit Östrogenen mit schweren Nebenwirkungen behaftet. Die Theorie vom Kalziummangel schließlich ist nur auf den ersten Blick logisch; je mehr man darüber nachdenkt, desto substanzloser wird sie.

Bei der Osteoporose geht es vor allem um Bewegung und Ernährung. Zum ersten: Die Knochen müssen gefordert, angestrengt, belastet werden! Schwimmen und ähnliches hilft wenig; nützlich sind das Krafttraining mit Gewichten, westliche Gymnastik, die Kraftübungen des Hatha-Yoga, das aerobe Laufen. Im Körper geht es um das Gleichgewicht zwischen den anabolen (aufbauenden) und katabolen (abbauenden) Kräften. Es mag sein, daß mit zunehmendem Alter die katabolen Kräfte dominieren; andererseits beweisen uns nicht wenige Menschen, daß man bis ins hohe Alter aktiv, fit und gesund sein kann. Das Gehirn will gefordert werden bis zum letzten Tag, und in beträchtlichem Maße auch der Körper.

Der zweite Aspekt, die Ernährung, ist komplizierter; es gibt keine zwei Fachleute, die sich hier einig sind. Angesichts so vieler Theorien wird treffend vom Irrgarten der Ernährung gesprochen. Wo liegt die Wahrheit? Das Rätsel löse jeder für sich. In meinem Buch Ernährung und Gesundheit wird man eine Menge nützlicher Hinweise finden. Hier in Kurzform:

Die Osteoporose gehört zu den degenerativen Leiden, die auf einer Übersäuerung der Gewebe beruhen. Störungen des Säure-Basen-Haushaltes sind hauptsächlich eine Frage der Ernährung bzw. der schlechten Verdauung. Man lese dazu das ausreichend ausführliche Kapitel »Säuren und Basen« in meinem Ernährungsbuch; in zwei Sätzen läßt sich dieses hochkomplexe Thema nicht erklären.

Eine kohlenhydratreiche Ernährung, das wissen wir von Dr. Wolfgang Lutz (»Leben ohne Brot«), fördert die Osteoporose, weil sie unter anderem eine Verminderung des anabolen (aufbauenden) Wachstumshormons bewirkt. Dessen ungenügende Ausschüttung wirkt sich auf das Immunsystem, auf Muskulatur, Knorpel und Knochen und auf die Arterien negativ aus. Siehe auch dazu eine Abhandlung über Dr. Lutz in Ernährung und Gesundheit. Aber: Der übermäßige Fleischgenuß in der wohlhabenden westlichen Welt ist unbestritten einer der Faktoren, die zur Übersäuerung der Gewebe und damit auch zur Entmineralisierung der Knochen führen!

Die Empfehlung, reichlich Milch zu trinken ist unsinnig. In den Ländern mit dem größten Milchverbrauch gibt es die meisten Fälle von Osteoporose. Das Calcium der Milch wird schlecht vom Körper aufgenommen; außerdem ist der Genuß von ungesäuerter Milch schädlich. Der Merksatz von Dr. med. Reinhard Steintel lautet: »Durch nichts kann man schneller altern, verschlacken und verkalken als durch den täglichen Vollmilchgenuß.«

Die Meinung, man müsse einem osteoporotischen Knochen Calcium zuführen ist umstritten. Ein Knochen mag dadurch härter werden, aber es geht um seine Elastizität. Ein harter aber unelastischer Knochen ist spröde und bruchgefährdet. Die knochenaufbauenden Zellen werden nicht durch Zugaben von Calcium gefördert, sondern durch anabol wirkende Mineralstoffe wie Magnesium und Silizium. Es sei hier auf die Wichtigkeit einiger für das Bindegewebe essentiellen Nährstoffe hingewiesen:

Ohne Vitamin C keine Bildung von Kollagen! Diese Grundsubstanz von Knochen, Knorpel, Sehnen, Bändern, Faszien und Blutgefäßen ist sozusagen der Leim, welcher den Körper zusammenhält. Die klassische Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut ist, schlicht gesagt, ein Zerfallen der Gewebe. Über die Bedeutung des Vit. C kann man nicht oft genug sprechen; ich verweise auf die außergewöhnlich gute, fleißig aktualisierte, sehr umfangreiche Webseite www.vitamincfoundation.org. Was man uns offiziell verschweigt, das müssen wir uns selber aneignen, im Sinne des Yogagedankens von Selbststudium und Selbstbehandlung.

Schwefel ist unerläßlich bei der Synthese des Kollagens generell und für gesunde Gelenkknorpel speziell; auf diesen Aspekt hat auch Frau Dr. Budwig hingewiesen, deren Öl-Eiweiß-Kost (= Quark-Leinöl), eine Quelle von Schwefel, hier therapeutisch wirkt.

Silicium (verwendet wird auch die Schreibweise Silizium) ist neben dem Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erde, allein dies müßte Grund zum Nachdenken sein. Obwohl man generell liest: »Silicium ist eine elementare Substanz für Bindegewebe, Haut, Knochen und Knorpel« und ähnliches, wird selten von einer Therapie mit Kieselsäure gesprochen. Speziell von der Schulmedizin darf man sich nichts erhoffen; für sie ist »Silicium in der Therapie« nach wie vor ein Fremdwort. Vielleicht deshalb weil es heißt, die Nahrung enthielte genügend Silicium. Theoretisch ist das richtig; die Frage ist, welche Nahrung man meint. Es steht fest, daß die Fast-food-Generation und auch die meisten älteren Menschen an einem Mangel an Silicium leiden. Empfohlen wird daher die tägliche Einnahme von Silicium; allerdings weniger als Kieselerde (das ist im Grunde Sand), sondern besser als Kieselsäure-Gel; denn es kommt nicht auf die Menge des zugeführten Siliciums an, sondern darauf, wieviel davon der Körper aufnehmen kann – wie es ja für alle Mineralstoffe gilt. In Sachen Aufnahme gilt das organische Silicium Monomethylsilanetriol (MMST) als bestes, eine Entwicklung des Wissenschaftlers Norbert Duffaut (1923–1993), weitergeführt vom Forscher Loïc Le Ribault (1947–2007), beide Franzosen. Ich weise der Fairneß halber darauf hin, daß das MMST von den meisten gelobt und von einigen wenigen als bedenklich angesehen wird. Selber beziehe ich das originale »organische Silicium der fünften Generation (G5)« und das Silicium-Gel von »Silicium España Laboratorios« (es gibt selbstverständlich auch andere Anbieter von organischem Silicium).

Magnesium ist bei Osteoporose wichtiger als Calcium. In unserer sich katastrophal ernährenden Fast-Food-Gesellschaft erhalten viele Menschen zwar auch wenig Calcium, gewichtiger ist jedoch der Mangel an Magnesium. Calcium findet sich normalerweise genug in der Nahrung; die Frage ist, ob der Körper es verwerten kann. Fehlt es ihm an essentiellen Substanzen wie Magnesium, Silizium, Zink, Kupfer, Bor, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin K …, kann er es nicht verwerten. In den Knochen vermindert sich dann das Calcium; in den Arterien, in den Nieren, in den weichen Geweben lagert es sich als Müll ab, wie will man dies erklären? Der Calciumhaushalt ist wie die anderen biochemischen Prozesse sehr komplex, von vielen Faktoren abhängig. Jedenfalls: Da der Gehalt der Lebensmittel an Magnesium in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat (wie man Studien und Berichten entnehmen konnte), wird von vielen Fachleuten die Einnahme einer gewissen Menge von Magnesium als Nahrungsergänzung empfohlen.

Dr. med. Bodo Köhler aus Freiburg veröffentlichte einen wichtigen Artikel: »Osteoporose – einer der großen Irrtümer in der Medizin« (Erfahrungsheilkunde 1/2003). Von ihm hören wir: »Osteoporose wird schulmedizinisch so verstanden, daß durch eine Knochenentkalkung der Knochen spröde und brüchig wird. Wer so etwas behauptet, sollte mal einen Tierknochen für einige Stunden in Essig legen. Dadurch wird bekanntermaßen Calcium herausgelöst. Das Ergebnis ist zur Überraschung jedoch nicht ein spröder brüchiger, sondern ein hochelastischer Knochen! Dieser besteht nämlich wie alles Bindegewebe primär aus Silizium. Erst sekundär werden zur Versteifung Calciumapatitkristalle eingelagert. Hier liegt also ein grober Denkfehler vor. Es müßte primär das Siliziumgerüst erneuert werden. Osteoporose ist – wie alle degenerativen Leiden – eine katabole Stoffwechselentgleisung, die anabol unterstützend behandelt werden soll. Wenn hier also Calcium gegeben wird, dann verschlechtert sich die Katabolie. Der Gegenspieler ist Magnesium. Nur dieses wirkt anabol und sollte zusammen mit Silizium zugeführt werden, dann bessert sich jede Osteoporose!«

Schließlich nenne ich einen Arzt aus den USA, Dr. John Lee, der einige Bücher über das natürliche Progesteron geschrieben hat; eines ist in deutscher Übersetzung erhältlich: John R. Lee. Natürliches Progesteron. Ein bemerkenswertes Hormon. Deutsche Bearbeitung: Dr. Wolfgang Gerz; AKSE-Verlag München 1997. In diesem Buch gibt es ein Kapitel »Progesteron und Osteoporose.« Ich zitiere nur einen Satz daraus: »Altern ist also nicht der Grund für die Osteoporose. Die Hauptfaktoren sind schlechte Ernährung, zuwenig körperliche Bewegung und Progesteronmangel.« Vorherrschend ist die These von der Osteoporose als Östrogenmangelkrankheit; Dr. Lee stellt sich mit seiner Meinung einer Mehrheit entgegen. Der Herausgeber der deutschen Ausgabe des Buches, Dr. med. Wolfgang Gerz, beginnt sein Vorwort mit dem Satz: »Als ich das erste Mal über die Arbeiten des amerikanischen Kollegen John Lee gehört habe, erschienen mir seine Thesen so unglaublich, daß ich den Artikel einfach zur Seite legte …«

Zusammenfassend: Zur Bekämpfung der Osteoporose bewege man sich viel und fordere mit einem intelligenten Krafttraining die Knochen. Wenn man Milchprodukte zu sich nimmt, dann ausschließlich die gesäuerten Formen der Milch und die geeigneten Käse, vorzugsweise Quark. Die Öl-Eiweiß-Kost von Dr. Budwig ist wichtig. Die Ernährung sei reich an Enzymen, ein Argument für ein vernünftiges Maß an roher, an Lebenskraft reicher Nahrung. Man schränke erheblich die Kohlenhydrate ein. Man achte auf eine genügende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen, hier mit den Schwerpunkten Silizium, Magnesium, Vitamin D3, Vitamin K2. Man informiere sich über Dr. John Lee und seine Therapie mit natürlichem Progesteron.

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Informationsflut und Gesundheit

Achten wir sorgfältig darauf, was durch Augen und Ohren in den Geist gelangt. Wollen wir geistige Kraft, Ruhe und Harmonie, dann können uns harmonische Musik, erhebende Bücher und Bilder helfen. Der Geist lebt in den Dingen die er sieht und hört, und wenn sie Harmonie in sich tragen, wird er auf ihrer Ebene weiterschwingen. Disharmonische Musik bringt dem Geist nur Disharmonie; herabziehende, gewaltverherrlichende Bücher und Filme haben eine verheerende Wirkung, selbst wenn man sich dessen nicht bewußt sein mag. Sie sind Gift, das sich langsam ansammelt.

Zum Bereich Augen und Ohren gehört auch ein neuartiges Phänomen: Die Flut an Informationen, welche über uns hereinbricht, hat eine schädliche Wirkung auf die geistige Gesundheit. Das Gehirn verdaut nur eine beschränkte Menge an Eindrücken; der Rest macht den Geist unruhig und orientierungslos.

Um welches Wissen geht es überhaupt? Neunzig Prozent davon sind überflüssig und nebenbei eine gezielte Desinformation. Hätten wir genügend Zeit und Energie, um den Wahrheitsgehalt der Nachrichten zu überprüfen, würde sich uns Erschreckendes enthüllen: Wir unterliegen von morgens bis abends einer pausenlosen Propaganda durch politische, wirtschaftliche, medizinische, kulturelle und religiöse Interessengemeinschaften. Manipulation ist so alt wie die Menschheit; daran ist nichts zu ändern. Nur der Einzelne mag sich aus dem Spiel entfernen, indem er sich zum einen dem Informationszwang entzieht, zum anderen den kleinen Rest des Gehörten und Gesehenen ständig hinterfragt.

Wollen wir nicht, wie es in Indien so schön heißt, Sucher der Wahrheit sein? Ein gesunder Geist ist ruhig, gesammelt, entschlossen, auf ein Ziel gerichtet; das Gegenteil bewirkt die heutige Informationsflut.

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Wechseljahre und Naturheilkunde

Die unerfreulichen Symptome dieser Zeit der Umstellung im Hormonhaushalt wie Hitzewallungen … rechtfertigen nicht die Hormonersatztherapie; es gibt immer mehr Ärzte, die wegen der Nebenwirkungen der HRT auf naturheilkundliche Behandlungen übergehen. Doch selbst die Therapie mit natürlichen Mitteln (Vitamine, Kräuter, …) darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Symptome der Menopause durch noch natürlichere Methoden zu lindern sind. Das Paradebeispiel Hitzewallungen: Anstatt »wie gewohnt« fünf und mehr Tassen Kaffee täglich zu trinken (Kaffee ist erhitzend) und gegen die Wallungen irgendein vom Arzt verschriebenes  Mittel zu nehmen wäre es besser, auf Kaffee und andere erhitzende Nahrungs- und Reizmittel zu verzichten. Mit einer naturgemäßen Lebensweise – viel Bewegung in frischer Luft, Diät, Wassertherapien, usw. – kann man sich selber und sehr effektiv helfen.

Was unser Hauptthema angeht: Eine tägliche, systematische Praxis des Hatha-Yoga, unter Auswahl der hier geeigneten Übungen, stellt eine gute Therapie gegen die Beschwerden in der Menopause dar.

Zum Thema gynäkologische Beschwerden sei kurz gesagt: Generell findet man alle unter dem Begriff Frauenprobleme zu findenden Leiden eigens aufgezählt, getreu der Annahme der Schulmedizin, daß Tausende von Krankheiten Tausende von Ursachen haben müssen. Ob es die verschiedenen Arten der Inkontinenz oder der Regelbeschwerden angeht, Uterusprobleme, und auch fibrozystische Brusterkrankungen usw., für alles gibt es diverse Erklärungen unter dem Dach »Störungen des Hormonhaushalts« und unterschiedliche Behandlungen und Medikamente.

Über die wahre Ursache der Hormonstörungen gibt es jedoch mehrere Meinungen. Mir leuchtet die alte Säftelehre ein (das Blut ist rein oder unrein). Es ist sinnlos hinter jedem Frauenleiden eine andere Ursache zu  suchen. Man ernähre sich richtig, bewege sich viel, lebe naturgemäß. »Man kann die Einrichtung der Natur nie ohne Schaden überspringen!« So hören wir vom großen Hufeland. In diesem Sinne ist es auch beim vorliegenden Thema nicht nötig, auf die einzelnen Frauenleiden einzugehen. Die tägliche (!) Praxis des Hatha-Yoga sorgt für eine gute Durchblutung des Unterleibs und für das harmonische Fließen des Prana, fördert das innere Feuer, wirkt gegen die mangelnde Spannkraft der Gewebe im Bauchraum, gegen Organsenkungen, gegen die Beckenhyperämie, usw. Der Hatha-Yoga ist ein Segen für die Frauen.

Neben der Yogapraxis, einer rechten Ernährung und genügend Bewegung gibt es zwei weitere Dinge, die bei Frauenleiden – im weitesten Sinne – dermaßen  effektiv sind, daß sie die Bezeichnung Wundermittel verdienen: das Fußbad nach Fritz Schiele und das Frauenbad nach Louis Kuhne. Wir werden von Fachleuten ermahnt, nicht von Wundermitteln zu sprechen; wenn man dieses Wort in den Mund nimmt, verliert man anscheinend seine Seriosität. Ich brauche darauf keine Rücksicht zu nehmen und sage: Es gibt therapeutische Wundermittel. Der Yoga ist eines; die Mayr-Kur gehört zu ihnen, das Kuhnsche Frauenbad, das Schiele-Fußbad, der Dermapunktur-Roller, die Nadelreizmatte, das natürliche Progesteron, und einige andere. Das Schiele-Bad und das Kuhne-Bad sind weiter oben beschrieben, und man sollte, falls man sich zur Praxis entschließt, beide Bäder wirklich genau durchführen.

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Yoga und Bluthochdruck

Der in diesem Buch recht oft gegebene Hinweis auf den Bluthochdruck als Gegenindikation mag verwundern. Oft kommen Hypertoniker auf ärztliche Empfehlung zum Hatha-Yoga, denn »Yoga ist gut bei Hypertonie«. Diese Aussage beruht darauf, daß der Yoga nach wie vor mit Entspannung gleichgesetzt wird: ein Mißverständnis, wie im Theorieteil erklärt wurde. Die »senkenden« Übungen sind nur ein Ausschnitt des Hatha-Yoga; zu einem erheblichen Teil verstärkt er das innere Feuer, steigert die Energie und ist bei Hypertonie kontraindiziert. Es gilt allerdings zu unterscheiden:

Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) liegt der diastolische Grenzwert zwischen 90 und 95, als milde Hypertonie gelten Werte zwischen 95 und 105; darüber hinaus spricht man von einem mittelschweren und schweren Bluthochdruck (der obere Wert spielt natürlich auch eine Rolle, bei bestimmten Leiden hat er sogar mehr Aussagekraft). Nebenbemerkung: Diese Werte stammen aus dem Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch) der 90er Jahre. Die Blutdrucktabellen sind seitdem öfters überarbeitet, verfeinert worden.

Generell ist festzustellen:

→ Die milde Hypertonie stellt keine Gegenanzeige für die meisten Übungen dar. Welche Übungen auch in diesem Falle nur mit Vorsicht angegangen werden dürfen wird im Unterricht gesagt.

→ Bei mittelschwerem und schwerem Bluthochdruck ist mehr als die Hälfte des Hatha-Yoga verboten. Was nicht der geringste Grund zur Resignation sein sollte, denn das heißt: Anstelle von zweihundert Übungen darf man »nur noch« einhundert machen …

Dieses Verbot ist jedoch, wie vieles in der Welt, relativ. Man kann gegen das Problem etwas unternehmen (die Rede ist hier von der primären Hypertonie mit angeblich unbekannter Ursache). Man mag sich mit den allopathischen Antihypertonika zufriedengeben oder besser den Weg der Naturheilkunde beschreiten; er ist allerdings mit eigener Arbeit verbunden, setzt eine Änderung der Gewohnheiten voraus, gemäß den weisen Worten des Hippokrates: »Wenn du nicht bereit bist dein Leben zu ändern, kann dir nicht geholfen werden!«

Die rechte Ernährung und Bewegung, die Einnahme natürlicher blutdrucksenkender Mittel, das besonders wichtige therapeutische Atmen, ein gelassener Lebensstil, die Übungen zur inneren Ruhe: Sie tragen dazu bei, die Überreizung des Konstriktorenzentrums im verlängerten Mark (Medulla oblongata) herabzusetzen und das Übel zu lindern oder gar zu beseitigen.

In diesem Sinne ist der königliche Hatha-Yoga eine der besten Methoden gegen Hypertonie – vorausgesetzt, man wählt die dafür geeigneten Übungen.

»Die richtige Ernährung« – das Thema ist riesig und kann daher an dieser Stelle nicht angesprochen werden; ich verweise auf das Buch.

Was sind, neben Faktoren der Ernährung wie mehr Kalium und weniger Natrium(chlorid), natürliche blutdrucksenkende Mittel? Damit meine ich nicht irgendwelche Zusammenstellungen (Medikamente), sondern orthomolekulare Einzelsubstanzen, von denen festgestellt ist, daß sie gegen Hypertonie wirksam sind. Dazu gehören (unter anderem, aber mit Betonung)

→ Vitamin C
→ Magnesium
→ Arginin (eine Aminosäure)
→ Taurin (eine Aminosäure)
→ CoEnzym Q10
→ Nattokinase (ein Enzym in fermentierten Sojabohnen)
→ Omega-3-Fettsäuren
→ Weißdorn (Hawthorn)

Wobei man hinsichtlich der orthomolekularen Therapie stets erwähnen muß: Das Entscheidende ist die richtige Dosierung. An ihr scheitern viele Menschen, weil sie befürchten, sich durch »zuviel« Vitamin C – um nur ein Beispiel zu nennen – »zu vergiften«. Um ein Mindestmaß an rechter Information muß man sich leider selber kümmern; die Mehrzahl der Ärzte kann einem darüber wenig bis nichts sagen, außer dem abgedroschenen Satz: »Man esse ›anständig‹, dann braucht man sich um Vitamine usw. keine Gedanken zu machen.« Dieser Satz ist eine Fehlinformation.

Will man die oben genannten natürlichen Mittel trotz allem nicht nehmen, muß man den Bluthochdruck zumindest mit den zwei wichtigsten Atemübungen angehen, mit der vollständigen Atmung und – ganz besonders wichtig – mit der milden Form der Buteyko-Atmung (siehe unter »Heilatmen«). Wobei zum wiederholten Male anzumerken ist: Eine Heilatmung muß täglich, und täglich lange genug praktiziert werden. Übt man einmal in der Woche (nämlich beim Yoga-Unterricht), wird man die Hypertonie niemals los.

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Das Schlafen in Kamelhaar

Vorweg zur Vermeidung eines Mißverständnisses: Gemeint sind NICHT Bettdecken mit Kamelhaarfüllung und Baumwollbezug, sondern reine Kamelhaardecken, konkret: Man liegt auf Kamelhaar und man deckt sich mit Kamelhaar zu, der Körper ist umhüllt von Wolle!

Wer nur einmal fünf Minuten zwischen Kamelhaardecken gelegen hat, mit dem unbeschreiblichen, überwältigenden Gefühl der Geborgenheit, der hat sein Schlafparadies gefunden; er wird diesbezüglich für den Rest seines Lebens nichts anderes mehr wollen.

In den Heilwirkungen steht auf Seite 139: »Sorgen wir für einen gesunden, naturgemäßen Schlaf. Dadurch erholt sich das Nervensystem, und wir sind gerüstet für den neuen Tag. Ein ausgeruhter, mit Energie aufgeladener Körper gibt dem Geist Kraft und Ruhe. Das Ergebnis des schlechten und des ungenügenden Schlafs zeigt sich am darauffolgenden Tag: Müdigkeit, Probleme mit der Konzentration, geringe Widerstandskraft. Es gibt viele Gründe für einen schlechten Schlaf; ein üppiges und zu spätes Essen; aufregende Gespräche; Fernsehen, Lärm, Licht; eine schlechte Matratze …«

Über die positiven Eigenschaften von Wolle generell sei hier nichts bis wenig gesagt, denn man kann sich im Internet bestens informieren, außerdem sind es ja allgemeinbekannte Dinge. Diesen Platz will ich nutzen um zwei besondere Gedanken in den Vordergrund zu stellen, nämlich 1. Tierische Fasern sind für den Menschen besser als pflanzliche und 2. Kamelwolle ist besser als jede andere Wolle.

1. Tierische Fasern bestehen aus Eiweiß, pflanzliche aus Zellulose. Biochemisch gesehen sind wir animalische Organismen, und daher gilt für uns Menschen:

 Tierische Faser geht vor pflanzlicher Faser.

Für mich steht das aufgrund persönlicher Experimente zweifellos fest. Schlagendes Beispiel: Man ziehe bei kalten Füßen Baumwollsocken an = die Füße bleiben kalt. Man streife sich Strümpfe aus reiner Wolle über = die Füße werden nach kurzer Zeit warm. Baumwolle kann auch schon vorhandene Wärme nicht halten, Wolle dagegen schon. Was für die Füße gilt, gilt für den ganzen Körper: Wollene Kleidung, wollene Unterwäsche, wollene Kopfbedeckung. Und, die Erfahrung wird für sich sprechen,

wollene Bettwäsche.

2. Zur Bevorzugung der Kamelwolle sei auf Prof. Dr. Gustav Jäger (Jaeger) – der »Woll-Jaeger« – hingewiesen (1832–1917). Jaegers Schriften sind nicht mehr zu bekommen, deswegen ist es sicherlich erlaubt, aus dem mir vorliegenden Büchlein »Mein System« seine Bemerkungen zur Kamelwolle zu zitieren.

Die Kamelwolle. [aus: Prof. Dr. Gustav Jäger. Mein System. Kohlhammer-Verlag Stuttgart. Jahrgang unbekannt]

»Den Anstoß, in dieser Richtung vorzugehen, gab mir eine ausgedehnte Untersuchung der verschiedenen gefärbten und ungefärbten wollenen Kleiderstoffe mit dem Nervenmesser. Hierbei fiel mir der gewaltige Unterschied im Belebungseffekt zwischen ungefärbten Schafwollstoffen und ungefärbten Kamelwollstoffen auf: Während ich von ersteren nie mehr als 20–24% Belebungseffekt erhielt, waren diese Ziffern bei der Kamelwolle stets zwischen 40 und 46. Dies bestimmte mich, praktische Versuche mit der Kamelwolle anzustellen, über deren Ergebnis ich erstmals in Nr. 13 meines Monatsblattes vom November 1883 in nachfolgender Weise ausführlicher berichtete.

Am ausgiebigsten sind meine Erfahrungen über diesen Gegenstand bezüglich des Bettes; denn abgesehen von der Unterbrechung durch einige Reisen, schlafen meine Frau und ich seit vier Monaten zwischen Kamelwolle. Schon diese Erfahrungen haben die Richtigkeit meines vermutungsweisen Ausspruches über die Wirkung der Kamelwolle auf den menschlichen Körper glänzend bestätigt und ich formuliere mein Urteil kurz dahin: Der eigentümliche Duft der Kamelwolle hat eine so außerordentlich beruhigende Wirkung auf die innerlichen Lebensvorgänge, daß der Stoffverbrauch ein ganz auffällig geringerer wird. Die innere Ruhe äußert sich nicht bloß darin, daß man fast klotzähnlich schläft, sondern auch noch darin, daß man im wachen Zustand überaus deutlich das Gefühl von Ruhe und Frieden im Innern hat.

Das Resultat ist in Bezug des Stoffverbrauchs bei mir einmal das, daß ich morgens … kein Bedürfnis nach einem Frühstück habe; seit ich lebe, frühstücke ich jeden Morgen und freue mich auf mein Frühstück; seit ich zwischen Kamelwolle schlafe, frühstücke ich gar nicht mehr und warte mit dem Essen … bis zum Mittagstisch, ohne deshalb jetzt etwa mehr zu essen als früher und mit dem Vorteil, daß ich vormittags viel frischer bin als sonst. Ich glaube mich sogar nicht zu täuschen wenn ich sage, daß ich mittags eher weniger esse als früher, solange ich frühstückte. Als Tageskleidung habe ich Kamelwolle in Form eines Oberanzuges, Hemd und Strümpfe waren aus Schafwolle. [Es folgt die Schilderung einiger Experimente bei Wanderungen etc.]

Eine weitere Bemerkung bezüglich der Kamelwolle betrifft ihren merkwürdigen ›Griff‹; obwohl durchaus nicht besonders fein, greift sie sich in der Hand und am Körper so schmeichelhaft weich an und samtig, daß selbst feine Schafwolle daneben rauh und ordinär erscheint, und das macht das Tragen derselben und das Liegen in ihr zu einem wahren Hochgenuß.

Fazit: Ich kann jedem mit gutem Gewissen die Kamelwolle resp. die daraus gefertigten Stoffe als das Angenehmste und folgerichtig auch das Gesündeste, was es gibt, bestens empfehlen. Namentlich wird niemand bereuen, seine Nachtruhe einer Kamelwolldecke anzuvertrauen.«

So weit Prof. Dr. Jäger.

Die vielen Vorteile der Bettwäsche aus Wolle betreffen die generellen Eigenschaften der Wolle, egal ob Kamel-, Schaf- oder andere Wolle. Sie ist temperaturausgleichend, wärmt also im Winter und kühlt im Sommer. Sie nimmt viel Feuchtigkeit (hier: Schweiß) auf, ohne selbst feucht zu werden. Durch das Wollfett ist sie schmutzabweisend (der Schmutz bleibt an der Oberfläche, in der Tiefe bleibt die Wolle sauber). Man bedenke als gutes Beispiel den Unterschied zwischen einem Pullover aus Baumwolle und einem aus Wolle. Der letzte muß im Gegensatz zum ersten nicht ständig gewaschen werden. Das gleiche gilt für Bettwäsche. Pullover aus Baumwolle (und aus Synthetikstoffen sowieso) halten schlechte Gerüche fest, während die antistatische Wolle Ausscheidungsprodukte neutralisiert und desodorisiert. Wolle – alle wissen es – ist selbstreinigend. Es genügt das kurze tägliche Lüften und Ausschütteln in frischer Luft. Die Decken haben wegen dieser Selbstreinigungskraft eine lange Lebensdauer, etwa 10 Jahre.

Durch ihre Faser schließt Wolle viel Luft ein, sie hat ein optimales Wärmeleitvermögen, reflektiert die Wärmestrahlung des Körpers. Von den Bettlaken aus Baumwolle und Leinen (pflanzliche Faser) hingegen ist zu sagen, daß sie die Haut kalt, blutleer machen, andererseits aber auch für einen unangenehmen Hitzestau sorgen. Die Wollfasern üben einen leichten Massagereiz auf die Haut aus und steigert deren Durchblutung. Nicht zuletzt hat die Wolle elektrische Eigenschaften, sie neutralisiert die für den menschlichen Organismus schädlichen positiven Ionen und ersetzt sie durch die gesundheitsfördernden negativen Ionen.

Was für Wolle – gewöhnlich ist ja damit die Schafwolle gemeint– insgesamt gilt, das gilt in noch höherem Maße für die Kamelwolle. Und hier ist im besonderen die Kamelhaardecke gemeint, die Förderin des in jeder Hinsicht gesunden Schlafens.

Die Rede ist allerdings nicht nur vom Schlaf. Ihre elektrischen und anderen Eigenschaften machen Wolle zu einem ausgesprochen therapeutischen Mittel. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ja: Wolle heilt!

Angesprochen fühlen sollten sich hier nicht nur Rheumatiker, Herz-Kreislaufpatienten u.a., sondern auch nervlich und psychisch Belastete. Um die perfekt treffende Formulierung von Prof. Jäger in Sachen Kamelhaardecke zu wiederholen: »Der eigentümliche Duft der Kamelwolle hat eine außerordentlich beruhigende Wirkung auf die innerlichen Lebensvorgänge. Die innere Ruhe äußert sich nicht bloß darin, daß man fast klotzähnlich schläft, sondern auch noch darin, daß man im wachen Zustand überaus deutlich das Gefühl von Ruhe und Frieden im Innern hat.« Persönlich glaube ich, daß das nicht nur mit dem Duft zu tun hat, sondern mit den Eigenschaften der Kamelwolle insgesamt.

Bereits an einem »Schnelltest« ist das ersichtlich. Man lege sich ins Bett mit den Baumwoll- oder Leinenlaken. Das erste Gefühl ist: Kälte, Unbehagen, ein kurzes Erschauern – oder ein längeres, falls der Körper es nicht schafft, die Laken zu wärmen. Man lege sich ins Bett zwischen Kamelhaardecken. Das erste Gefühl, schon nach Sekunden, ist: größtes Wohlbehagen, »alles in Ordnung«.

Allein die Praxis zählt. Daher verweise ich auf meine eigene Bezugsquelle für Kamelhaardecken: www.toellegmbh.de. Wobei auch an dieser Stelle festgehalten sei: Ich vertrete keine Firmen, arbeite für niemanden auf Provision, verdiene nichts mit meinen Empfehlungen, welche ich nur aufgrund persönlicher Überzeugung gebe.

♦ ♦ ♦

Von der Firma Tölle habe ich vor vielen Jahren ein Faltblatt erhalten, welches eventuell gar nicht mehr erhältlich ist und aus welchem ich daher zitieren darf – der Auszug aus einem Vortrag (so nehme ich an) eines Dr. Walter Kröner,  »Aus der Metabiologie Gustav Jaegers. Das naturwollene Bett – die Woll-Kur«:

ZITAT
»Voraussetzung für eine gute Schlafausnützung ist erstens ein vollentspannter, tiefer und ruhiger Schlaf, zweitens eine intensive Hautatmung und -Strahlung, wie sie in ganz besonderem Maße von der naturbelassenen Wolle gewährleistet wird, die zugleich das ideale Schlafmittel für alle ist, welche mit Schlafschwierigkeiten und nervösen Schlafstörungen zu kämpfen haben.

Jaegers Bettvorschriften gehen davon aus, daß während der Nachtruhe das Bett die gesundheitliche Schutz- bzw. Gitterfunktion der Normalkleidung übernimmt und die Wollkur zur Hundertprozentigkeit steigert, indem sie den Körper in jene naturgewollte Aura hüllt, welche den Tieren ihr angewachsenes Haarkleid verleiht.

Der Gedanke, daß seine Wollpatienten, nachdem sie ihre Kleidung ausgezogen, sich mit leinenen Nachthemden in ein Baumwollbett begeben sollten, erschien Jaeger so, als wenn man einen Menschen am Morgen aus einem Sumpf zieht, um ihn abends wieder hineinzuwerfen. Denn während des Schlafes, wo auch der abgebrühteste Zivilisationsmensch wieder in den sensibilisierten kind- und tierheitlichen Naturzustand des Urmenschen zurückkehren muß, wenn er nicht wie eine Kerze an beiden Enden abbrennen will, bedarf der müde Leib doppelt und dreifach der Schutzhülle, der Schlacken-, Abgase- und der Abstrahlungsvernichtung sowie der Abschirmung, welche der eigengewachsene Pelz dem Bruder Tier gewährleistet. So erschien Gustav Jaeger der Gedanke des nicht-normalwollenen Bettes ein Frevel und auch wir müssen zugeben, daß ohne ein solches von einer rationellen Wollkur keine Rede sein kann. Das Jaeger-Bett muß in strikter Anwendung der von ihm gefundenen Gesundheitsgrundsätze logischerweise aus lauter naturwollenen Schichten bestehen. Seine Woll-Homogenität sollte nicht durch zell- oder kunstfaserne Zwischenlagen unterbrochen werden.

Der Kamelwolle maß Jaeger auf Grund seiner Erfahrungen und seiner neuralanalytischen Messungen besonders gesundheitsgünstige Eigenschaften zu. Die neuralanalytischen Ergebnisse waren um 100 % besser als bei anderen Wollsorten. Bei schwer Stoffwechselkranken, besonders solchen, die mit rheumatischen oder neuralgischen Schmerzen geplagt sind, empfahl Jaeger Kamelhaarwolle auf die bloße Haut. Also, nacktes Schlafen in Kamelwollbetten!

Solche »Gesundheitsbetten« müssen natürlich gut gelüftet und gesonnt werden. Die Wollkur, diese Methode bedeutet die intensivste Wollbestrahlung, die höchste Wolldosierung sozusagen. Eine unübertroffene Kur, die esophylaktische* und innersekretorische Funktion des Hautorgans sowie das ganze Mesenchym und das neurovegetative System aktivierende Reizbehandlung, deren Wirkung von keiner Bade-, Bestrahlungs- und Massagekur übertroffen wird und dazu das Allerbequemste an Therapie darstellt, was sich ersinnen läßt.
* esophylaktisch = nach innen, auf die inneren Organe gerichtet, schützend, heilend (Anm. von H. Maldoner).

Die antirheumatisch-schmerzstillende und entspeichernde Wirkung jeder naturbelassenen Wolle, ist selbst heute weitgehend unbekannt!

Der einfache Wärmeeffekt der Wolle erklärt diese Wirkung nicht. Denn dann würde ja ein Heizkissen oder eine Wärmekruke* dieselbe Wirkung tun, was keineswegs der Fall ist. Es handelt sich vielmehr um die Wechselstrahlung zwischen Körperoberfläche und Wolle, die hautdurchblutend und neural funktionssteigernd wirkt.
* Kruke = ein größeres Gefäß aus Ton, Steingut oder Kupfer, Vorläufer der Wärmflasche (Anm. von H. Maldoner).

Die im nichtwollenen Bett fixierten Abgase, konstatierte Jaeger, werden bei der Betterwärmung durch den schlafenden Körper entbunden, stauen sich in der Dunstkammer und gelangen zur Resorption. Es entsteht also ein Fehlkreis, der im Lauf von vielen Jahren sich zu den übrigen Teufelsspiralen des Zivilisationslebens als persistierendes Mikrotrauma hinzusummiert, das Erliegen der Zellfunktion durch die »Woodruff-Strahlung«* in Alterung oder Siechtum beschleunigt und somit einer der Wegbereiter des frühzeitigen Zusammenbruchs, der Selbsterstickung im Speicherungssumpf wird.
* Woodruff-Strahlung: Es entzieht sich meiner Kenntnis, was Dr. Kröner damit meint. Ich nehme an, daß es sich auf ionisierende Strahlen bezieht, oder auf alles, was man heutzutage als Elektrosmog versteht (Anm. von H. Maldoner).

Jaeger erklärt damit auch den Schauder, den Kälteschock, den der Sensible beim Besteigen eines Leinenbetts empfindet und der bei vielen zu einem lähmungsartigen Krampf der Hautgefäße, besonders an den Extremitäten, fuhrt, sowie den Körper oft stundenlang nicht warmwerden läßt und das Einschlafen verhindert, was im Wollbett niemals vorkommt. Dort stellt sich im Gegenteil auf der Stelle wohliges Wärme- und Ruhegefühl ein. Es gibt kein idealeres Schlafmittel als eben die »Woll-Aura«, den »Magnetismus« des Kamelwollbettes, die Vitalstrahlung der naturbelassenen Kamelwollfaser.

Hierbei sei nochmals die Kamelwolle hervorgehoben. Sie ist … wohlriechender als jede andere Wollsorte. Ihre neuralanalytisch gemessenen Belebungseffekte liegen um 100 % höher als bei Schafwolle, ihr Duft ist ein mächtiger Förderer des ›naturreinen‹ Schlafes, ein Verjager des Krankheitsmiasmas*, ein Reiniger der Bett-Aura, ein esophylaktischer Hautreiz stärkster Art.
* Krankheitsmiasma = ein Miasma ist der Auslöser einer Krankheit, die Krankheit hinter der Krankheit, das Grundübel (Anm. von H. Maldoner).

Diese Wolle wirkt außerdem nach Jaeger auffallend stoffwechselsparend, so daß der Hunger reduziert wird und der Mensch mit bedeutend weniger Nahrung als sonst auskommt. Eine »Woll-Kur« mit Kamelwolle ist das ideale Mittel für eine Schlankheitskur ohne Hungerqualen. Die Kamelwolle wirkt besonders abhärtend, also entfettend und entwässernd. Sie steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, während sie gleichzeitig die körperliche Trägheit beseitigt und die Sport- und Bewegungslust aktiviert. Besonders wirksam ist die Kamelwolle wenn sie unmittelbar auf der Haut appliziert wird. Die Wirkung wird weder von Katzenfellen, noch Radiumkissen oder Fangopackung erreicht.

Wir werden später bei der Besprechung der esophylaktischen, der »nach innen schützenden und wachenden« innersekretorischen Hautfunktion sehen, welche universellen gesundheits- und lebenswichtigen Aufgaben tatsächlich dem Hautorgan zukommen, so daß wir uns an dieser Stelle auf das Wichtigste beschränken und weiters der späteren Beobachtung überlassen können, wenn erst die »Frohe Botschaft der Wolle« eine größere Anzahl von ärztlichen und Laien-Gehirnen ergriffen hat. Dann wird sich herausstellen, daß Gustav Jaeger eher zuwenig als zuviel versprochen hat!«
ZITAT-ENDE

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Diese Seite wurde am 16.09.2017 zuletzt geändert.

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